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Wahlzeit…

Wahlzeit oder: Wer man glaubt zu sein

eine kritische Betrachtung von G.O.Gschwandler

Also los! Sich noch rasch eine Meinung bilden, natürlich nicht aus sich selbst heraus, sondern aus dem üppigen Angebot genommen, das man uns da so gar nicht elegant um die Ohren schlägt bzw. in die Augen streut. Links, rechts, ein klein wenig Mitte, was auch immer. Auch wenns nicht behagt. Selbst wenn das, was man da auf der Karte findet, nicht wirklich schmeckt. Aber das ist das Zeichen unserer Zeit – genügend vorgekaut geht alles runter wie Öl, ganz tief, bis ins Herz, das dann jenen Rhythmus schlägt, der sich hat durchsetzen können. Wahlfreiheit in allem! Beliebigkeit genau genommen! Tagesverfassungsabhängig und manchmal leider Hirnbefreit. Gute Zeiten für die Gläubigen unter uns! Denn wirklich wissen ist out – man glaubt was das Zeug hält, zuerst an die Schlechtigkeit der Welt und als Gegenpol vor allem an sich selbst! Schön dass man es ganz nach oben geschafft hat! So weit nach oben, das man da ganz losgelöst auf alle herunterblicken kann und denen zwar keine Bildungsfreiheit attestiert, aber sich immerhin überlegenen Geistes fühlt. Auch wenn da nur Phrasen wieder gegeben werden. Selbst wenn da nur hinausposaunt wird, was man so im Vorbeigehen an nicht überprüfter Information aufnehmen und zur persönlichen wie allgemeinen Wahrheit ballen hat können! Aus eigener Erfahrung? Nein! Fehlanzeige! Da fällt es ja auch leicht die Meinungen zu wechseln wie die Strümpfe. Das geht doch immer! Vor allem jetzt, da der Schein die Wahrheiten überstrahlt, jetzt da das Wort mehr wiegt als das Fleisch, mehr als die Tat! Maulhelden sind wir geworden allesamt. Den Bauch aufgebläht von all den nichtssagenden Sätzen, gemästet am leeren Wort, fett von den Schlagworten derer, die sich da erdreisten von „Volk“ zu reden oder gar vom „Freund“
Man glaubt doch gerne, dass man ja ganz Mensch ist und versteckt sich doch hinter einer Maske aus ignoranter Selbstverliebtheit, die nach draussen Interesse heuchelt. Und Betroffenheit! Ja Betroffenheit! Wie gut, dass es da auch jene gibt, denen das Leben, die Macht und die Politik, vor allem aber auch der Konsum so übel mitspielen, dass wir sie als bemitleidenswert erachten! Da kann man schon mal betroffen sein. Da kann man schon ein wenig Mitleid haben. Da kann man den weinenden Button klicken und sich dann nach deutlich gezeigter Betroffenheit wieder zurücklehnen und durchatmen und ein klein wenig traurig darüber sein, dass die Welt so ist wie sie ist. Aber das vergeht! Keine Sorge! Das ist alles weit fort und erreicht uns doch nur selten in realer, physischer Konsequenz. Flüchtende sind wir doch alle.
Aber wer, was oder wie man ist, das bestimmt sich nicht von draussen! Das entscheidet man schon selbst, immer noch, seit jeher! Es ist Wahlzeit! Man kann wählen! Ganz im Ernst! Das geht! Nur sollte man wissen, was zur Wahl steht und was es nötigt um sie klug zu treffen! Vor allem und ganz zu Beginn sollte man wissen, ob der aktuelle Status einer inneren Wahrheit entspricht! Das wird wohl jener Punkt sein, an dem die meisten schon scheitern – leider. Das ist nicht einfach, denn es bedeutet „Innenschau“. Es meint den klaren Blick auf die eigene Existenz wagen und zu erkennen, dass man selbst das sinkende Schiff ist! Es gälte diese Wahrheit anzunehmen! Es bedeutet, sich zunächst einzugestehen dass man nichts weiss, nichts ist, nichts kann oder hat oder nicht hat! Warum? Ja weil das Selbst, so es nur Kulisse ist, eben nichts weiter sein kann als dieselbe und darum nichts hat oder kann! Das ist hart und schwer, weil es vermutlich Bankrotterklärung meint, auch ein Versagen auf der ganzen Linie! Das wagt doch kaum jemand! Das schadet dem aufgeblähten Ich, das verdirbt die Laune, treibt einen aus der beschatteten Komfortzone ins helle Licht und macht ehrlich offenbar, was zuvor verborgen war!
Selbst wenn diese Innenschau bedeutet endlich, ja endlich neu beginnen zu können, selbst wenn es meint den Weg ändern zu dürfen, vom Glauben ins Wissen, in die echte, unmittelbare Erfahrung zu gelangen – selbst wenn dies die Befreiung des Selbst bedeutet und uns unserer wahren Bestimmung zuführen würde, tun wir es kaum! Zu phlegmatisch ist der Mensch in dieser Zeit! Zu schwach vielleicht, was ihm Entschuldigung sein mag, zu warm und satt und überfüttert, wahllos und ohne echte Basis was einer Zeit geschuldet ist die ihr Heil eben im Satten, im Warmen sucht.
Aber ich will trotz allem an diese Wahl glauben und hoffen, dass doch so mancher einen neuen Weg wählt! Dieser Weg ist kein politisches Bekenntnis sondern ein persönliches! Man wählt einen Weg zum selbst, zur Eigenart, zur wirklichen Menschwerdung die sich nicht in süssen Wörtern und eleganten Sätzen oder feiner Eleganz verbirgt. Vor aller anderen Wahl muss diese getroffen sein! Vor allem anderen Entscheid muss jener fallen für das Selbst und gegen die Vorstellung vom Ich. Denn erst wenn diese Wahl getroffen ist, wird uns wieder bewusst werden, dass die Welt in der wir leben, das üble Stück in das wir uns gewöhnt haben, doch nur Theater ist, nur Schall und Rauch und Asche – Wir könnten uns daran erinnern, dass uns die Macht gegeben ist, das Stück und alles Leid das in es geschrieben ist, mit einem mal zu enden, jederzeit, auf ewig! Das ist die Wahl! Das ist die Chance die täglich auf uns wartet. Wenn wir nur aufhörten an das zu glauben was man uns sagt zu sein! Wenn wir nur den Weg des eigenen Herzens wählen würden – es wäre alles gut!

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Zulassen…

Nicht loszulassen ist die Kunst sondern das Zulassen will gelernt sein!

Loslassen ist ja in. So wie „Nordic Walking“ oder „Pangasius-Filet“ und „Smartphones“. Loslassen ist in Mode. Man rät es gerne. „Lass los“. Alles ist dann gesagt damit. Sich dann, wenn es gesagt und gehört worden ist wieder angenehmeren Dingen zuwenden können, dem „Haben“ zum Beispiel. Und jene die mit so gutem Rat bedacht sind, unbestritten auch von Herzen, die stehen dann da mit diesem „lass los“, wie mit der Krawatte, der geschenkten, mit der man nichts anzufangen weiss, oder dem neuen Buch, dessen buntes Cover mehr versprochen hat als der Inhalt halten konnte. „Lass los“ lauert auf vielen Seminaren, in unzähligen Büchern, in Selbsthilfegruppen, unterm Tannenbaum, beim Bäcker ums Eck, im Freundeskreis. Ich hatte ganze Schubladen voll von „lass los“, alles verbrannt, alles auf den Müll gekippt, das meiste ohnehin zu Staub zerfallen über die Zeit. Ich kenne Leute, die tragen einen riesigen Rucksack voller „lass los“ und werfen, gefährlich herzlich, mit ihrem Überschuss an gutem Rat, nach jedem der ihnen über den Weg läuft. Bisweilen verfolgen sie einen auch, „Loslass-stalking“. „Lass los“ ist ja nett gemeint, hübsch anzusehen, konsequenzfrei, ergebnisarm, konfliktreduziert und vor allem frei von aktiver Handlung, also bestens geeignet um weiterzumachen wie bisher. „Lass los“ passt sich elegant unserem Verhalten an – es tut nichts, nicht einmal weh, Die Reiswaffel unter den guten Ratschlägen! Das liegt auch daran, dass diese Art der Selbst- und Fremdmedikation so viel an Wahlmöglichkeit lässt! Also WIR entscheiden dann WAS nach UNSERER geschätzten und natürlich völlig unvoreingenommenen Meinung (dem eigenen Zustand gegenüber) denn aktuell so loszulassen wäre! Kann man ja versuchen, kann man ja mal machen – aber man vergisst dabei dass man mit ziemlicher Sicherheit und blind wie man für sich selbst ist, wohl eher das loslassen würde, was man selbst als störend empfindet, aber kaum sich von jenem zu trennen wagt, das angenehm, aber trotzdem bremsend für die eigene Entwicklung ist!

Um sich von allem zu lösen das hemmend ist, aber nicht von uns selbst als hemmend erkannt wird, da braucht es ganz andere Medizin! Und diese Medizin ist etwas bitter, dafür aber wahrhaftiger und direkt! Es braucht das Zulassen! Zulassen dass all das abgenommen wird, was fort soll! Zulassen dass die Maske vom Gesicht gerissen wird um das Selbst in Freiheit zu bringen! Zulassen dass einem der Weg, als falsch aufgezeigt und das angestrebte Ziel als eitle Egofalle vorgeführt wird! Zulassen meint, zum Beispiel in der Schwitzhütte darauf zu vertrauen dass einem jene alten Strukturen aus dem Herzen, der Seele geschnitten werden, die uns dort immer noch, trotz so viel „loslassen“ vergiften und Kraft rauben! Zulassen will gelernt sein. Wer es aber lernt, der wird sich wundern wie leicht es geht! Auch wenn es nicht in Mode ist – es entspricht unserer Natur! „Zulassen“ meint auch reines Sein, das sich hingeben können, das „eins sein“ mit allem ohne es zu interpretieren – und wenn wir dieses „Eins-sein“ wieder gelernt, uns daran erinnert haben, dann sind wir auch wieder eins mit der Welt!

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Zeit…

Nimm dir die Zeit dich zu verändern dann kommt der Mut von selbst!

Oh ja, Zeit ist Geld und eine begrenzte Ressource! Darum sie nützen! Aber wozu? Noch mehr und schneller konsumieren, verbrauchen, erledigen? Da sitzt man zitternd in seinem durchtechnisierten, vierwändigen Leben und starrt, mehr oder weniger frustriert, auf eine aus den Angeln gehobene Welt in HD. Man zuckt vor jeder Meldung die uns da erreicht erschrocken zusammen oder aber, die Fortgeschritteneren, nur die Schultern. Man fürchtet sich zu Tode, oder liest sich ins Grab. Alles scheint über einem zu stehen. Alles hat Macht. Alles erzeugt Furcht. Wirklich? Nein, natürlich nicht.

Das ist übertrieben. Natürlich hat man so seine Ängste und ebenso klar ist, dass die Welt einen mehr oder weniger übel beeinflusst in all ihrer Scheusslichkeit. Muss ja so sein, sind wir doch Produkt dieser Welt, Teil, Ergebnis, wie auch immer. Und wenn sich diese Welt partout nicht bessern oder zum Guten biegen will, was kann man schon tun? So als einzelner? Wohl nichts!
Genau genommen kann man alles tun! Zuerst einmal begreifen, dass man nicht nur Teil dieser Welt ist, sondern dass es sie in dieser Form gar nicht gäbe! Klar ist es einfacher, angenehmer auch, sich da ganz elegant aus der Verantwortung zu nehmen und sich als „Opfer“ darzustellen. Das ist natürlich eine Möglichkeit, mit bitterem Beigeschmack versteht sich. Aber wenn man es ernst nimmt, besser noch, es sich zu Herzen nimmt, das mit der Welt und dass man sie mit erschafft, dann drängt sich schon der Gedanke auf, dass es womöglich an einem selbst liegt!
Und mehr noch, es liegt nicht nur an einem selbst sondern am eigenen Selbst – also daran ob man dieses Selbst zu entwickeln gelernt hat, oder eben nicht! Ist dies erkannt, kommt meist die Sache mit dem Mut ins Spiel, jener Mut der fehlt, den man nicht hat, mit dem man nicht gesegnet worden ist, den man verloren hat, jener Mut den man nicht kaufen oder mal schnell im Internet bestellen kann! Was man nicht weiss, was einem nicht mit auf den Weg gegeben worden ist: Der Mut kommt von selbst! Er sucht uns, er will zu uns, er gehört zu uns wie die Luft die wir atmen! Damit er uns aber finden kann braucht er Zeit und zwar eine ganz spezielle! Er benötigt jene Zeit, die wir uns geben um uns zu verändern! Und er braucht von dieser Zeit nicht einmal viel! Es genügt ihm jene Zeit die notwendig ist um zu entscheiden es anzugehen, die Veränderung zu suchen! Und wenn wir begonnen haben uns zu verändern, dann strömt dieser Mut durch uns, erreicht jeden kleinsten Winkel unseres Herzens und macht uns stark, so stark wie wir es nie zu träumen gewagt haben!

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Weg…

Nur wer sich auf den Weg macht wird auch ankommen!

Der Weg mag zwar das Ziel sein, doch ohne Bewegung, ohne eigenes Tun macht sich Stagnation breit. Da frustriert man sich schon mal ordentlich und mault auf alles und jeden – vor allem auf den Weg.  Man vergisst dabei darauf, einen Schritt nach dem anderen zusetzen und wundert sich darüber, dass alles stillsteht. Kein Ziel, kein Ankommen, keinerlei Bewegung, nur die Welt um einen herum die sich schneller und schneller zu drehen scheint, so lange, bis einen Krise, Krankheit oder schlicht das Alter einen ganz in die Knie gezwungen haben.
Doch es geht auch anders: Das Gehen lernen! Es gilt zu verstehen dass uns unsere Ziele mit jener Geschwindigkeit entgegen kommen, mit welcher wir auf sie zugehen! Wenn wir in Bewegung geraten, die Richtung stimmt und wir zudem einige Werkzeuge in die Hand bekommen haben um auch sicher navigieren zu können, dann kommen wir auch an!  Es gilt sich zu entwickeln, den Verstrickungen ein Ende zu bereiten und endlich los zu gehen! Das Warten darauf, dass irgend etwas kommen möge, das gut ist, etwas das der Lethargie ein Ende bereitet, dieses Warten führt zu nichts. Die Zeit vergeht auch ohne uns und braucht uns nicht.

Da sich schon besser aufraffen, etwas an Restkraft und Restmut zusammenkratzen und sich aufmachen! So finden wir auch zu anderen, zu jenen die sich ebenfalls auf den Weg gemacht haben, auch zu guten Ratgebern und Lehrern! So finden wir die alten Wege wieder jene die uns sicher zum Selbst führen! Und eben dort anzukommen ist ja das was wir letzten Endes „Bestimmung“ nennen, ist der Sinn unserer Existenz! Drum nicht warten, nicht hoffen, nicht zögern sondern losgehen! Der Weg ist ja schon immer da gewesen – er braucht nur gegangen zu werden!

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Leben

Leben ist nicht abwarten sondern aktiver Teil dessen werden was im Hier und Jetzt geschieht

Natürlich können wir warten. Klar ist das eine Möglichkeit dem Leben zu begegnen.

So wie das sich an einen Fluss setzen um darauf zu warten dass die Leiche deines Feindes vorbei schwimmt – also warten auf etwas das ohnehin schon tot und vorbei ist. Das kann man tun, ob es klug ist darf bezweifelt werden. Weil das Leben auch nicht wartet. Nicht einmal der Apfelbaum wartet, zumindest nicht auf mich. Kann er ja auch nicht weil er lebt, weil er sich verändert, sich entwickelt, weil er wächst und Teil dieser Welt ist, weil er blühen wird Schatten spendet im Sommer und weil er Früchte tragen wird – darum kann er nicht warten. Nichts das lebt wartet. Und das ist gut so, weil es sich so von dem unterscheiden lässt was sich nicht oder kaum mehr entwickeln wird. Und wenn auch wir aktiv werden, dann sind wir Teil dieses gewaltigen Wunders das sich Leben nennt! Wenn wir in aktiv werden, gestaltet wir unser Hier und Jetzt!

Das braucht natürlich etwas an Energie, ein wenig Kraft und ein klein wenig Mut! Das ist etwas für Neugierige, für jene die sich schwer tun mit dem „sich abfinden“ mit dem „sich fügen“! Das Aktive hat ja immer etwas revolutionäres oder zumindest etwas evolutionäres! Weil es in Bewegung bringt und dem Hier und Jetzt unter die Arme greift damit es gut und stark werden kann! Abwarten ist leicht, wenn man genügend Selbstaufgabe in sich trägt. Aktives Tun jedoch ist immer etwas spannend, ist immer neu und die Ergebnisse dieses Tuns sind überraschend! Ein aktiver teil dessen zu sein was im Hier und Jetzt geschieht macht uns selbst zu diesem Hier und Jetzt – so bekommt unser Leben Gestalt und Sinn, so werden wir frei und erreichen das vielleicht höchste Ziel – die Eigenverantwortung!

 

So werden wir wahr!

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