Zeit



Wie man den Kopf aus dem Sand bekommt

Schön langsam müsste es durchgesickert sein: Das hört nicht so schnell auf. Zumindest nicht so schnell wie man es gern hätte. Die Lügen gehen weiter, der Rubel rollt, die Panblödie läuft prima.

Wer den Kopf noch immer nicht im warmen Sand hat, dem geht auf dass wir da noch richtig lange drinhängen werden. Das liegt vor allem an denen die wissen dass am Ende jemand die Zeche bezahlen muss – also wird das Ende hinausgezögert und damit nicht auffällt, dass keiner das je wird bezahlen können, bestellt man einfach noch was nach, so lange bis es nicht mehr geht. Dann erst ist Schicht im Schacht.

Man selbst will vielleicht ja wissen warum, weshalb und weswegen es so ist wies grade ist. Das will man auch deswegen wissen um bequem weitermachen zu können wie bisher. Man will wissen wie lange “die Störung” anhält, wie lange “das Tief” ist das man zu überbrücken hat. Überbrücken lässt es sich vielleicht mit Weihnachtspunsch – aktuell scheint das Beste am Menschen seine Leber zu sein.

Aber das mit dem genau Hinsehen, damit ist es ein klein wenig wie mit der “Heisenbergschen Unschärferelation” – je genauer man hinsieht, umso unschärfer wird die ganze Sache und man nimmt selbst einen Einfluß den man so nicht will. Kurz: man verzettelt und verliert sich darin. Also sucht man besser nach dem “großen Überblick” aber der machts einem nicht leichter – gar nicht. Also was tun? Kopf in den Sand und schwarzsehen oder sich Überblick verschaffen und den Tatsachen ins durchaus grimmige Auge blicken?

Klar hätte man gerne dass “Es” von heut auf morgen endet. Wird es aber nicht. Zum einen weil man sich weltweit dermaßen drin verstrickt hat und zum anderen, weil jene die dafür verantwortlich zeichnen zu feige oder zu gierig oder zu blöde sind. Also “face the truth” heißt es dann wohl und die Wahrheit sagt einem ungeschönt dass man mitten in einer zusammenbrechenden Welt wach geworden ist! Es braucht nun Klarheit und stehts den kritischen Blick wie ein Waffe im Anschlag – denn es herrscht Krieg meine Freunde – und es ist ein Krieg gegen die Vernunft!

Geht das vorrüber? Ja klar! Irgendwann! Zwar nicht heute oder morgen oder nächste Woche oder nächsten Monat – aber es geht vorrüber, mit Sicherheit! Der Krieg erschöpft sich immer an sich selbst! Es wird halt dauern. Es wird Zeit brauchen und das ist das eigentliche Problem für einen selbst: Die Zeit! Vor allem wenn sie sich elend zu dehnen und zu wiederholen beginnt! Wenn sie zäh wird und darum Kraft kostet und wenn sie einfach öde und langweilig geworden ist wie das Leben das sie abtickt.

Andererseits: Was ist wenn ich die Zeit nutze? Wenn ich begreife dass alles was gerade geschieht wie ein Roman ist, ein spannender obendrein! Zugegeben, das ist keine leichte Kost, aber ähnliches haben wir früher vielleicht mal sogar gelesen und es sehr spannend gefunden! Das ist uns zu Herzen gegangen wie die Protagonisten vor allem mit sich selbst gekämpft haben, wie sie kurz davor waren aufzugeben aber dann ganz eine andere Richtung eingeschlagen haben! Welche Spannung das war!

Gerade weil man NICHT wusste was als nächstes wohl passieren würde ist man dran geblieben und hat fiebernd gelesen, Seite für Seite, Kapitel um Kapitel! Und wo kam sie her die Spannung? Sie rührte daher, dass der Protagonist, der Held (der zu Beginn noch gar keiner war) aus seinem gewohnten Umfeld, seiner eigentlich etwas langweiligen, behüteten Umgebung gerissen und in ein forderndes, ja sogar gefährliches Umfeld verpflanzt worden war und sich dort erstmal bewehren musste! Das ist doch die Basis jeden guten Romans! Egal ob Michael Endes “Unendliche Geschichte”, Rowlings “Harry Potter”, oder Dumas´”Graf von Montecristo!” – Nicht zu vergessen jene authentischen “Romane” und fesselnde Biograpien deren Basis real Erlebtes ist! (Henri Charrières “Papillon” fällt mir da ein und einiges von den Manns)

Und jetzt? Nun jetzt SIND WIR in diesem Roman! Man selbst IST die Hauptfigur die sich durch diese seltsame Zeit kämpft! Ja, man könnte in diesem Roman, der sich jeden Tag, jede Stunde selbst schreibt sogar zum Helden oder zur Heldin werden! Man könnte mit einem mal, gerade dann wenn der Leser schon alles für den Helden verloren glaubt, den Kopf aus dem Sand ziehen, sich aufraffen, aufstehen und ein großeses Wort gebrauchen – so etwas wie “NEIN!” oder ein “JA” zum Leben! Es geschieht ja wirklich! Jetzt ist es ein wahrer Roman! Jetzt ist es ein Tatsachenbericht der sich genau in diesem einzigartigen Moment schreibt!

Eben jetzt, da die Hauptfigur diese Zeilen hier liest, könnte sie sich entscheiden NICHT aufzugeben, NICHT stummer, unbewegter Teil der schafherdigen Masse zu werden! Eben jetzt, in diesem Augenblick könnte die weitere Geschichte einen ganz und gar anderen Verlauf nehmen – das ganze Buch sich umschreiben weil die Bewegung nun eine andere, eine bewusste ist! Jetzt, in eben diesem Moment könnte die Hauptfigur sich entscheiden nicht mehr das Opfer sondern der HELD zu sein der sein Leben endlich wieder spannend findet!

Genau jetzt könnte sich dieser Held dazu entscheiden sich die Zeit zunutze zu machen – und sie mit SEINER Geschichte zu füllen – seiner Geschichte des Werdens und Seins, der Erkenntnis, des Kampfes für eine freies Leben, des Liebens und des freudigen Existierens auf einer sich im Wandel befindlichen Welt! Eben jetzt könnte der Held dem Leben, die aktuell etwas merkwürdige Verpackung herunterreissen um zu erkennen was es ist: EIN WUNDEBARES GESCHENK!

Die Zeit ist ein Geschenk und sie vergeht jenen wie im Fluge, die das Leben mit ihrem Sein und Sinn zu füllen wissen!

Macht es Euch bewusst: Früher haben wir Bücher gelesen – heute schreiben wir sie und irgendwann schreibt man über uns!

Bis bald, am Feuer der Freundschaft, gute Zeit gemeinsam verbringend und in Herz, Weg und Kraft vereint!

Georg