Willkommen bei der Minderheit


Das konnte ich immer schon – “Minderheit” sein. Schon als Kind war es mir äusserst unangenehm in die Masse “integriert” zu werden. Schulausflüge waren mir ein Gräuel, von den Mannschaftsspielen beim Schulsport ganz zu schweigen! Da wars mir schon lieber wenn ich über geblieben bin und mich keiner so recht dabei haben wollte. Dann bin ich eben auf der “Ersatzbank” gesessen und hab mir den Wahn angeschaut, das “Völkerball-spielen” zum Beispiel, das man zu meiner Zeit mit den richtig harten Bällen praktiziert hat! Das war schon spannend zuzusehen wie sich die anderen, gegenseitig und in vollster Absicht, blaue Flecken, geprellte Rippen und brummende Köpfe verursacht haben. Schon damals war mir klar, dass das gemeinschaftliche, kindliche Schädel-Einrennen und mag es noch so “pädagogisch wertvoll” sein, nicht das meine ist und auch nicht wirklich klug sein kann. Aber, soll jeder machen wie er will – oder kann.

Und auch später, etwas reifer an Jahren und Erfahrung mit dem demokratisch-diktatorischen, es einem immer gut meinenden (wenn es sein muss eben mit Zwang) “Kollektiv” habe ich mich, bei aller externer Bemühung und Lockung, nicht so recht einbringen können. Es wollte einfach nicht sein und der “Rausch der Masse” hat mir auch als junger Erwachsener nichts nachhaltiges zu geben vermocht. Nicht dass ich mich nicht bemüht hätte, mit Disco und Konsum und allem was dazu gehört, aber es hat einfach nicht funktionieren wollen. Schon damals war mir eben anderes wichtiger – die Frage nach dem Sinn, dem Sein, dem Ursprung, dem Weg und dem Ziel zum Beispiel. Mit diesen drängenden Fragen hat eigentlich alles begonnen und zugleich vieles geendet.

Das ist eben das Problem mit “dem Sinn”, dass wenn man ihn sucht und im Massenangebot wirklich keinen entdecken kann, man sich flugs in einem Minderheitenprogramm wieder findet. Und ist man erstmal in diesem, was sich zugleich sehr gut und natürlich anfühlt, dann kann man ganz automatisch mit dem “Rest” nicht mehr viel anfangen. Dann greift zum Beispiel die propagierte Angst nicht mehr und auch der Lemmingwettlauf vermag einen nicht zu interessieren. Ich für meinen Teil tauge nicht zur Massenhysterie die aktuell um den Globus fegt und bin auch nicht mit der billigen Sinnlospampe der alltäglichen Propaganda abzufüttern. Kurz: Mir hat “Toffifee” nie “Spaß” gemacht, was an “Duplo” romantisch sein soll hat sich mir nie wirklich erschlossen, meine Bildung kommt nicht aus der “Bild” oder ist “Standard” und was ich von der Maskiererei samt Test usw. halte dürfte klar sein.

Was noch geschieht ist, dass der Blick klar wird und sich einem zum Beispiel die ganze aktuelle, perverse und die Wahrheit verachtende Vorgehensweise der regierenden Räuberbanden in ihrer ganzen arroganten Obszönität zeigt! Das macht natürlich betroffen und ist sicher um einiges unangenehmer, als sich dem ganzen Unfug einfach schweigend hinzugeben, was die breite Masse aktuell mit echter, höriger Hingabe und erstaunlich geistloser Konsequenz praktiziert – aber das kann man nicht mehr! Das scheidet aus! Hingabe meint jetzt etwas ganz anderes und Konsequenz auch!In besagtem Minderheitenprogramm, dem anzugehören an sich nur wünschenswert ist, spielen bestimmte Dinge einfach keine Rolle mehr. Die Blödheiten welcher die Masse hinterher rennt sind ja offenbar und auch die “draussen” so gerne praktizierte peinliche Feigheit wird einem ekelhaft bewusst. Vieles wird einem da klar und das kann auch schon mal ein unangenehmer Schock sein, wenn einem offenbar wird, dass man plötzlich nicht mehr der Herde mit samt ihren Gewöhnungen angehört – denn manchmal geht das schnell, das “Aus-der-Herde-gestossen-werden”. Man wacht auf und mit einem Mal ist alles anders!

Manchen ergeht es ja so in diesen Tagen: Die Herde spuckt einen aus, weil man sich penetrant weigert mitzuspielen, oder man stellt sich selbst, bewusst und mutig ausserhalb des Gatters – und das, weil man den Kanal endgültig voll hat! Es geht einfach nicht mehr! Da ist ein innerer Widerstand, schon beinahe etwas physisches, das einem verhindert und verwehrt es so zu tun wie der lemminghafte Rest! Man ekelt sich vor der breiten Masse, wird unruhig und wütend bei jedem Versuch der Vereinnahmung und Gängelung von aussen! Man schätzt die eigene Freiheit über alles! Man will fort vom engen, enthirnten und seelentauben Kollektiv! Man will hin zum wachen Geist! Man wird wütend über die unleugbare Blindheit der anderen und deren traditionell gewohnten Hang zur peinlichen Selbstaufgabe! Man sieht keinen Sinn und keine Logik in dem was da an himmelschreiendem Quatsch aufgetischt wird! Die Lüge wird schmerzhaft wenn man sie zu akzeptieren versucht! Die Dummheit tut weh, wenn man ihr zu nahe kommt! Man zieht sich zurück, auch weil man sich fehl am Platze fühlt so ganz ohne Angst und Panik und ohne Hörigkeit. Man gehört nicht mehr dazu! Man verweigert sich und man entdeckt dass man eine echte, konsequente Haltung hat!

Jene, die schon seit Kinder- oder Jugendtagen darin geübt sind ausserhalb zu stehen tun sich leichter. Sie wissen dass man sich die Freiheit bewahren kann, auch wenn alles um einen sich selbst mit blödem und willfähigem Grinsen an die Kette legt. Wer schon immer “ausserhalb” sein Leben fand und zwar das wahre Leben, für den ist diese Zeit sogar eine gute, weil sie zeigt dass man schon gut daran getan hat, sich nicht mit aller Gewalt anzupassen. Man erkennt dass der Weg richtg war und gut. Man begreift dass es weit mehr gibt als nur das enge Gatter indem sich alle um virtuelle Machtpositionen drängen. Man ist schon lange ausgestiegen! Die emotionalen Bindungen zu dieser Nicht-Welt sind lange schon gelöst! Jene die immer schon Minderheit waren, sehen sich nun bestätigt und ahnen was kommt: Es werden zwei Enden sein, das dicke und das dumme – aber keines von beiden wird uns, die wir schon ausserhalb stehen massiv betreffen. Ob das besser oder schlechter ist? Anders ist es und mir natürlich. Wir werden bleiben was wir sind: im Herzen frei! Ja, das ist besser, besser für mich. Und wir werden einander finden – so hat für viele die Isolation ein Ende und für manche wird eine ganz neue Zeit beginnen, eine Zeit ausserhalb der Masse aber ohne Einsamkeit, denn die Kreise wachsen und es findet zusammen was zusammen gehört – Seelenverwandtschaft nennt sich das.

Also habt keine Angst auszusteigen aus diesem sinkenden Narrenschiff, selbst wenn das für gehörige Irritation im Umfeld sorgt! Habt Mut und Zuversicht, denn wir finden einander – auch das ist Sinn und ein schöner obendrein. Und fürchtet den Widerstand nicht der in Euch aufkommt, sondern lasst ihn zu und lebt ihn! Dafür ist er ja da! Er wird Euch zeigen wie unglaublich stark ihr sein könnt!

Wer das Zuckerbrot meidet – der braucht auch die Peitsche nicht zu fürchten!

bis bald, am Feuer der Freundschaft

herzlichst

Georg