Warteschleife

Warteschleife

Immer dieses Warten. Gefangen in der Warteschleife der Hoffnung vergeht die Zeit, und das unberbittlich. So Vieles auf das man wartet, in der ewigen und trügerischen Hoffnung, dass sich Probleme von selbst lösen mögen. Oder aber man wartet darauf, dass sich was tut, was Grosses natürlich. Was dabei geschieht ist meist gar nichts, zumindest nichts von wirklichem Belang. Denn das Leben wartet nicht, weil es nicht seine Natur ist und Entwicklung, wegen derer wir ja hier auf der Erde sind, will ja GETAN und nicht bloß abgewartet sein. Ebenso die berühmte und oft zitierte Selbsterfahrung – auch diese will vor allem selbst (!) GEMACHT sein was sich natürlich nicht delegieren oder erlesen lässt! Es ist ähnlich des Gefangen-seins in einer dieser elenden, einen auf ewig mit falscher Hoffnung auf “rasche Erledigung ihres Anliegens”  hinhaltenden und niemals ganz gebührenfreier Telefonwarteschleifen: Mal ganz ehrlich, irgendwann hat man die leeren Versprechungen satt. Irgendwann mag man das einschläfernde Gedüdel nicht mehr hören. Irgendwann ist man der ewigen, seelenlos runtergebeteten Wiederholungen müde. Irgendwann denkt man sich, dass man eigentlich weit besseres zu TUN hätte. Irgendwann legt man auf – aber wann? Nach Stunden, Tagen, Jahren oder gar erst nach einem ganzen Leben?

Wer nun aber verstanden hat, dass das eigene Tun der Schlüssel für Bewegung ist, der hat schon mal gewonnen weil er in einen anderen Modus wechseln kann: den TUN-Modus. Das bringt endlich Bewegung ins Leben und so mancher Weg, der sich bisher elend dahin gezogen hat, kann endlich verlassen werden. Hier endet die überzogene Darstellung des Ich, die ja nur deshalb stetig aufrecht erhalten wird, weil man so auf eine Reaktion im Aussen hofft, die einem bestätigt dass man ja in Bewegung wäre. Aber man sitzt im stehenden Zug, und jener Zug, der da grade an einem vorbei fährt gaukelt einem eigene Bewegung vor – doch so kommt man nirgendwo an, so bleibt man auf dem Abstellgleis und jammert mehr oder weniger professionell den Umstand analysierend vor sich hin. Wer sich aber dem Weg des TUNS anvertraut, dem kommt das Leben auch entgegen und zwar mit derselben Geschwindigkeit mit der man sich vorwärts in der Zeit bewegt! Es ist das Prinzip aller positiven Veränderung, es ist das Prinzip der Natur: Veränderung!

Natürlich hat Stagnation etwas durchaus Angenehmens an sich: Man weiss in etwa was kommt. Man kennt die elenden und doch vom Ego so geliebten Warte- und Wiederholungsschleifen und dies vermittelt ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Spannend oder gar aufregend ist dies freillich nicht und wirklicher Entwicklung dient es kaum. Also Ausbrechen aus der Stagnation und endlich wieder in Bewegung kommen! Wie? Nun, da helfen die “alten Werkzeuge”, eben jene Wege die schon seit Urzeiten den Menschen in Bewegung zu halten (und wieder zu bringen) imstande sind. Doch selbst diese “alten Werkzeuge ” erleben gerade in unserer Zeit einen rücksichtslosen Etikettenschwindel. Schnell, um eine Sache an den Mann und an die Frau bringen zu können, wird so macher Unsinn mit dem Etikett “Schamanismus” oder “Spiritualität” versehen. Denn alles verkauft sich besser mit diesem “label”. Wie eine Art “Gütesiegel” prangt das Etikett schillernd und laut plärrend vor allem auf jenen Ladenhütern, die sonst gänzlich und auf ewig unverkäuflich, in den Regalen und Lagerhallen einer nach Umsatz dürstenden Industrie liegen würden. Und der Verkauf dieser so umetikettierten Pseudowege boomt wie noch nie. Darum die Augen und das Herz aufmachen für die Wahrheit! Darum der kritische Blick!

Diese boomenden “hypes” aber nötigt es genau genommen gar nicht, denn wir haben von einer schöpferischen und unendlich geduldigen Kraft eigentlich alles mitbekommen das es braucht um in Bewegung zu kommen und in ihr zu bleiben! So viel wahrhaft Gutes und Wirkungsvolles ist uns an die Hand gegeben um unser Selbst wieder und wieder zu erfahren! Denn nicht die Überhöhung des Ich, sondern die Erfahrung des Selbst ist wahrhafter Schlüssel für eine Basis aus der alles andere erwächst. So bleibt man gefeit davor den Inszenierungen zu verfallen, so erkennt man das Schauspiel als Schauspiel und das Stück als Stück. So tritt man lächelnd von der Bühne, verlässt den Zuschauerraum und öffnet die Tür ins Draussen, in die wahre Welt! So verlässt man das Theater und blickt in den echten Himmel, fühlt den wirklichen Wind und sieht endlich das wahre Leben. Man lässt die Kulissen hinter sich und jene, die das Drehbuch schreiben haben keine Macht mehr über einen! So befreit man sich von der falschen Vorstellung, die jedesmal wenn sie endet zugleich neu beginnt! Hier ist Wahrheit! Hier ist SELBST und SEIN!

Zudem: Es liegt in uns allen dieses SELBST-WERDEN! Es ist niemadem vorbehalten! Es ist keine Frage von Begabung! Es wäre und ist unsere Natur! Es ist sogar unsere Pflicht dass wir an jenem Fundament bauen das uns als Wesen ausmacht – das schulden wir dem Leben, diesem absolut wunderbaren Geschenk das uns zuteil wurde. Und dieses Fundament ist die Basis für alles, es trägt unser ganzes Leben, in jedweder Beziehung! Aus dieser Basis ergibt sich alles und jedes, auch die Art und Weise wie wir auf Umstand zu reagieren imstande sind! Arbeiten wir an diesem Fundament, so sind die Auswirkungen enorm, weil sie unser ganzes Leben betreffen in all seinen Aspekten, ganz ohne Ausnahme!  Egal ob Sinn, Beruf, Beziehung, Glück und Gesundheit – alles entsteht dort, alles kommt von dort, da unser gesamtes Leben eben “Symptom” unseres Zustandes ist! Wenn Broterwerb und Sinnerwerb sich verschränken, wenn wir nicht mehr versuchen “im Fluss zu sein” sondern wir selbst zum Fluss werden, dann erfahren wir Freiheit ohne das Aussen mühevoll und doch immer daran scheiternd zu verdrängen! Wenn wir am Fundament beginnen dann wird unser Blick auf die Welt wieder klar und wir erkennen den Menschen im Menschen. Dann fallen endlich die Masken und Kostümierungen weil sie keinerlei Notwendigkeit mehr haben und erscheinen lächerlich! Dann begegnen wir uns endlich als wirkliche Brüder und Schwestern! Dann endlich blicken wir uns ins Herz und das DU wird zum WIR! So verändern wir die Welt: Indem wir uns selbst verändern!

So verstehe ich meine Arbeit als Hilfestellung, als Auftrag, als stetes Bestreben an diesem Fundament zu bauen – für mich ganz alleine aber ebenso mit all Jenen, welche die Notwendigkeit und die Gnade es tun zu können erkannt haben. Je mehr Menschen dies erkennen und ins TUN kommen, umso mehr ändert sich die Welt, denn es sind wir selbst die Realität erschaffen, jeden Tag, mit jedem Schlag unseres wissenden Herzens.

Die Wege sind da, es gilt sie zu beschreiten. Die Räume sind da, es gilt sie aufzusuchen. Dein Selbst ist da, es gilt es zu erfahren! Warte nicht!

herzlichst

Georg

 

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