Lebensacker

Lebensacker

Das Leben ist ein Acker. Zunächst suchen wir oft lange nach ihm. Dann stecken wir ihn ab. Endlich kommt das Pflügen, und dabei trifft der Pflug schon mal auf Steine, manche sind grösser andere wiederum kleiner. Wir nehmen die Steine, und das ist echte Arbeit, aber wir bauen aus ihnen keine Mauern um uns, sondern legen sie dankbar nahe der Feuerstelle der Schwitzhütte.

Dann legen wir die Samen in den Boden und hoffen dass diese aufgehen und reiche Frucht bringen. Noch wissen wir nicht welcher Samen für welchen Boden geeignet ist, aber das bringt die Erfahrung, das Tun, der Versuch. Es lehrt und Zuversicht und Vertrauen.

Wir pflegen den Acker und jäten – und wieder treten Steine zu Tage. Manche Seine sind Steine die man uns in den Weg gelegt hat, andere sind Steine des Anstosses und mache hat man sogar auf uns geworfen. Wir nehmen diese Steine auf, aber werfen sie nicht nach dem vermeintlichen Verursacher, sondern legen auch sie, sanft und liebevoll zu den anderen nahe der Feuerstelle – ganz im Bewusstsein dass jeder getan hat und tut und was er eben vermag.

Auch manches Unkraut wird aufgehen, es wird vielleicht wild wuchern und drohen die zarten Pflänzchen, aber auch die grösseren Pflanzen zu ersticken. Es sind die Zweifel die aufkommen, die Emotionen, die Wertungen und Schuldzuweisungen die unseren jungen Pflanzen die Sonne streitig machen. Geduldig ziehen wir das Unkraut aus dem Boden und legen es ebenso wie die gesammelten Steine, ganz in Ruhe und im Frieden mit uns selbst zur Feuerstelle der Schwitzhütte.

Dann endlich kommt die Ernte und wir werden erkennen welche Saat richtig für den Boden war und welche eben nicht aufgegangen ist, so sammeln wir Erfahrung für das nächste Jahr, für die nächste Aussaat. Die Ernte wird gut sein und einen Teil davon legen wir dankbar und voller Freude auf den Altar der Schwitzhütte. Wir geben etwas von dem Reichtum der uns zufiel an die Grosse Mutter zurück. Erntedank. Bewusstsein für Zyklen, für Geburt und Tod und das Dazwischen. Kreise schliessen sich so.

Und dann wieder das Pflügen – und nochmals finden sich neue, alte Steine. Manche davon sind begrabene Hoffnungen, andere wiederum sind vergessene Wunden und Verletzungen. Auch diese Steine legen wir zu den anderen, ganz ohne Vorwurf und ohne sich in der Betrachtung von Vergangenem zu verlieren. Dann darf der Acker ruhen.

Und wir? Nun, wir entzünden das Schwitzhüttenfeuer, auch mit dem nun trockenen Unkraut. Acker der wir sind, stehen wir um das wärmende Feuer, ganz Körper, Herz und Seele, ganz Mensch. So gewinnen die gesammelten Steine an reinigender Kraft und sie lehren uns dann im Dunkel der Schwitzhütte, im Bauch von Mutter Erde welche Gnade es ist, unseren Lebensacker bestellen zu dürfen! Jahr für Jahr, wieder und wieder, ein ganzes wunderbares Leben lang!

aho

herzlichst

Georg

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