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Krisenfreiheit


"Don´t eat the yellow snow!" (Frank Zappa)


Ich bin ja hier recht insulan. Also alleine. Sozusagen etwas ab vom Schuss. Was ich von der Welt mitbekomme genügt mir. Dass es gerade regnet zum Beispiel. Oder dass meine Liebste in der Küche werkt. Natürlich bin ich orientiert, aber in Maßen eben. Ich muss nicht alles wissen, weil "alles" ja ohnehin nicht wissbar ist und die Wahrheit, irgendwo da draussen gerade ihren Urlaub nimmt.Nein, ich muss nicht alles wissen. Auch wenn ich dann bei manchen in Ungnade falle, weil ich ja "schlecht informiert" sei. Aber erhrlich, es ist mir egal. Ich weiss was ich wissen muss und das ist das selbe, dass ich schon länger weiss: Ich kann mich verändern, zum Positiven.Ich weiss, dass ich nur einen kleinen Teil meines Potentials nutze. Aber ich bin daran, mich weiter zu entwickeln. Ich baue mich weiter aus sozusagen. Das macht Freude und ist spannend, das war es immer immer schon und ist es nicht erst seit der "Krise".

Überhaupt sind wir hier relativ krisenfrei. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass wir hier nicht in einer grossen Stadt, oder in einem grossen Land leben. Eher aber liegt es daran, dass immer noch wir selbst, also meine Frau und ich, entscheiden was und wer bei uns über die Schwelle tritt! Zugegeben, auch die Krise war kurz da, aber eben nur kurz. Und als sie merkte dass da nichts zu holen war, ist sie abgezogen, mit eingezogenem Schwanz, feige wie sie ist, die Krise. Und eine Krise ist immer feige und klein und popelig. Darum sucht sie ja nach Jenen die grosse Angst haben. Darum braucht sie die Masse. Denn ohne die Masse ist sie nichts. Nur ein Stolpern. Nur eine Episode. Nur ein Schluckauf der Geschichte. Gelber Schnee von gestern eben.

Krisenfreiheit meint, bei vielem nicht mitzumachen. Das schont das eigene System ungemein. Man muss wirklich nicht alles annehmen, was einem vorgegeben wird. Man muss ja auch nicht alles in sich fressen, was auf den Tisch kommt, weil manches nur falsch und ekelhaft und elend ist! Schon gar nicht den zitierten "gelben Schnee" der uns mal als Vorurteil, ein anderes mal als hohle Pharse oder als propagandistische Parole serviert wird. Auch wenn man es später dann als Fehler erkannt hat, bleibt einem der elende Geschmak des schlechten Gewissens im Mund und es braucht lange und viele schöne Worte, um ihn wieder los zu werden!Nein, man muss nicht alles übernehmen, auch nicht wenn man glaubt es zu müssen - es ist ein Irrtum! Und sein Leben vergiften muss man sich schon gar nicht, vor allem nicht mit der schlechten Aufführung, einer ganz miesen Thatertruppe.

"Müssen" tut man eigentlich recht wenig. Und nur weil manche ihr Heil und ihre Existenzberechtigung darin sehen, Mücken zu Elefanten aufzublasen, um diese dann durch sämtliche Porzellanläden zu treiben, heisst das noch lange nicht, dass man sich dieser Treibjagd anschliessen müsste!

Natürlich macht das was her, dieses Gejohle und Gejammere, dieses Gefürchte und all die elende Besserwisserei die man da zelebrieren kann! Und wie toll man seinen Glauben verlieren, wie rasch man einen neuen annehmen und - sollte sich alles als doch Humug herausstellen - wie leicht man alles wieder verleugnen kann (bis auf den elenden Geschmack im Mund)! Da ist schon was los, wenn alles losrennt! Da kann man schon mal seinen grossen Auftritt haben! Natürlich ist man morgen schon wieder vergessen, bzw. wenn der Staub sich gelegt hat, wird offenbar, dass das alles ein grosser, dummer Irrtum gewesen ist.

Besser man erinnert sich also daran, was einem noch vor ein paar Monaten wichtig und vielleicht sogar heiliger Lebensinhalt war! So etwas lasse ich mir nicht kaputt machen, von niemandem! Das wäre ja auch Verrat an mir selbst! Darum die Krisenfreiheit hier! Darum die Nachrichtensperre! Darum das konsequente Gehen des eigenen Weges! Und dieser Weg ist mir so ungemein wichtig, weil er mein Selbst betrifft! Ihn zu verlassen wäre schändlicher Betrug am eben Diesem.

Gerade in Zeiten des allgemeinen Gelärmes, ist der eigene Weg wichtiger denn je! Denn nur er vermag den Absturz, die Verwirrung und das Sich-Verirren zu verhindern! Ich bleibe mir also treu! Ich bleibe in meiner Mitte! Da kann es um mich toben wie es will! Da kann es Stahlhelme oder Strumpfbänder regenen! "Je stärker der Sturm, um so kraftvoller mein Weg!" Das ist ein Motto mit dem man gut voran kommt. Egal wie aufgeregt das Gegackere um einen herum ist!

Manche Zeitgenossen können damit nicht umgehen. "Krisenfreiheit" ist ihnen ein Fremdwort und mehr noch, es ist ihnen ein Feind! Denn erst die Krise ermöglicht es ihnen, ihr kümmerliches Ego auf Titanicgrösse aufzupumpen, um damit ganz prachtvoll und überwichtig, auf den künstlich erzeugten Angst- und Panikwellen herumzupaddeln! Ihnen ist man ein Dorn im Auge, weil sie ihre Botschaft nicht anbringen können! Krisenfreiheit bedeutet ihnen den Eisberg samt Untergang! Darum haben sie ja auch immer eine Ersatz- bzw. Rettungskrise mit dabei. Irgend ein Not-Drama, das sie schnell aus dem Ärmel schüteln können. Irgendwelche Verstrickungen, in denen sie und wir alle gefangen sein sollen, haben sie allzeit mit im Gepäck. Irgendwas ist immer. Und ist mal gar nichts, dann ist eben die gefühlte Flaute, das nächste Drama auf der Bühne ihres mobilen Angst- und Paniktheaters.

Ich habe gelernt, diesen Herrschaften resolut die Tür zu weisen! Sie kommen mir nicht ins Hirn oder Haus! Das tut gut. Das befreit. Was man verliert ist externe Beängstigung, was man gewinnt ist ein grosses Maß an Freiheit! Und selbst wenn sie wieder kommen, und noch einmal versuchen einen in ihr Drama einzubauen - irgendwann geben sie auf. Sie mögen zwar beharrlich sein, aber es fehlt ihnen an Kraft - denn von der hat sich die eigene Angst ernährt. Was ihnen am Ende bleibt ist Penetranz.

Man muss nicht alles wissen, schon gar nicht alle Unwahrheiten! Und selbst von den Wahrheiten, von denen man wissen kann, haben nur sehr wenige wirkliche Bedutung! Wir wissen zu viel von zu wenig, das ist nicht neu, aber es muss nicht zur persönlichen Tradition werden.

Ich habe die Krisenfreiheit ausgerufen. Hier ist krisenfreier und angstfreier Raum! Hier werden keine Dramen aufgeführt und es gibt diesbezüglich nichts das man beklatschen könnte! Weil ich es nicht brauche und nicht will und weil ich mich zu anderem Weg und Tun entschlossen habe! Das steht mir zu, so wie es jedem von Euch zusteht, denn es ist EUER Raum und es ist EURE Zeit! Und es liegt an EUCH wie wir diese Zeit, die ohnehin begrenzt ist, verbringen möchtet!

So gesehen gibt es sie eigentlich nicht "die externe Krise" - sondern einen innerer Zustand, denn jeder von uns, für sich selbst produziert! Genau genommen ist "Krise" eine fatale und emotionale Reaktion auf einen Umstand, der eben so gut auch Chance sein könnte. Das hat wahrlich nichts mit Verdrängung von Realität zu tun, sondern mit deren Erschaffung!

Wer dies erkennt wird den Mut finden, seinen Zustand zu ändern, um so sein Leben neu zu ordnen und zu gestalten. Wer sein Leben so neu gestaltet, der wird erkennen, dass es nicht immer eine Krise braucht, um sich weiter zu entwickeln. Wer sich krisenfrei weiter entwickelt, dem wird das Leben zum wahren Freund. Und wer einen solchen Freund hat, der ist wahrhaft glücklich zu nennen.Man sollte meiden was einem schadet. Man sollte vorsichtig sein was man in sich aufnimmt. Man sollte nichts in Herz und Mund nehmen, das man irgendwann bereuen könnte. Man sollte sich frei machen von der Krise. Das steht einem zu.

herzlichst

Georg