Kreise statt Krise

Kreise statt Krise

Manche Reisen sind so. Da öffnet sich ein heiliger, kraftvoller Kreis. Man wird auf- und angenommen, ganz ohne Vorurteil. Man gibt sich dem hin was ist, man gibt sein Bestes, aus vollem Herzen. Manches was man dort tut ist schwer, braucht Überwindung und dennoch geht es mit einem mal leicht, weil die Kraft durch einen strömt und man Teil eines Grossen Ganzen, mehr noch, weil man Teil dessen ist was hinter allem steht. Man wird eins mit sich selbst. Solche Reisen bilden, und zwar das Selbst. Man erfährt sich in einem Kontext der ehrlicher nicht sein kann, weil er echte Hingabe fordert. So entsteht eine innere Haltung die nicht an dem Ort zurück bleibt an dem sie entstanden ist. Man trägt sie in sich und sie bestimmt alles zukünftige Tun. Sie bestimmt die Qualität mit der man handelt und spricht. Es ist ein ganz anderer Weg, welcher nicht aus der Hoffnung entsteht eine Krise zu überwinden, sondern der aus dem Glück oder der Gnade erwächst, Teil eines Kreises zu sein. “Menschenfamilie” lernt man dort kennen und sich selbst als Teil eben dieser.

So wird die Reise die man angetreten hat zur Selbstfindung und was man findet ist gut, ganz ohne Zweifel. So werden die Orte die man besucht nahbar und erfahrbar auf einer tiefen Ebene die man als wirklich spirituell bezeichnen kann. Diese Orte sprechen zu einem und mit einem. Sie flüstern dir Wahrheiten zu und bringen oft lange vergessenes wieder zu Bewusstsein. Ja, man kommt wieder zu Bewusstsein, das “echte Leben” erwacht neu, die Spielereien enden und das ist gut so. Man erreicht so manchen Gipfel, ganz ohne kalte Füsse zu bekommen weil man wieder klar sieht, Überblick hat und weil da ein Ziel im Herzen samt Weg ist, dem man beruhigt folgen kann.

Wenn man zurückkehrt, das Herz voller Freude auf das Daheim, die Seele erfrischt und den Kopf voller Bilder, dann verschränkt sich das “dort” und das “hier” zu einem einzigen Jetzt. Deshalb ist der Blick auf das Erfahrene auch kein “Rückblick” sondern vielmehr die Sicht auf das Sein im Jetzt, gewandelt durch all das Erfahrene. Das Erlebte wirkt nach und es scheint als ob man kaum genug Zeit hat, all das Wunderbare das einem begegnet ist in dieses “Jetzt” zu packen. Doch es geht.  Darum auch die Erzählung die man Freunden gibt, darum das betrachten der Situationen in denen man auch schon mal arg gefordert gewesen sein mag oder sich am Ende der eigenen Kräfte fühlte – doch der Kreis stütze, gab Kraft, die Krise blieb aus. Die Erzählung des Erlebten macht oft vieles bewusster und beruhigt den immer nach Erklärung suchenden Geist. So hilft das Berichten, aber eben nie als klassischer, wehmütiger Rückblick, sondern als Jetztbild des nunmehr gestärkten Selbst.

So viele Bilder! Erhabene Natur die absolut keiner Beschreibung mehr bedarf! Sie fordert kein “ach wie schön” mehr denn sie beantwortet sich in sich selbst – sie ist bereits perfekt und alles was man an holpriger Beschreibung anführen könnte – sie bedarf derselben nicht, darum lässt sie einen sprachlos werden. Und in eben dieser Sprachlosigkeit birgt sich der Schlüssel zur Wirkung. Man gibt sich ihr hin so wie sie sich einem schenkt, frei und ohne jedwede Erwartung. Es ist ein Schwingen im wahrsten Sinne des Wortes! Es ist mehr als Verbindung, weil “Verbindung” immer noch Abstand in sich trägt. Es ist ein “Sein” mir ihr. Man ist der Berg, der See, der Baum, wie eben auch der Berg, der See, der Baum man selbst ist. Hier endet das Wort und ebenso das ICH, hier beginnt das WIR.

Und die Kreise in die man eingeladen wurde! Offen und herzlich, ganz zweifelsfrei eben Menschenfamilie. Hier sind Bruder und Schwester – nicht im biologischen Sinne oder einfach so dahergesagt, sondern weit darüber stehend und wahr. Hier ist “Freund” wahrer Freund, weil man ehrlich und aufrichtig sich hingibt, jeder für jeden, für alle. Hier gibt es auch keinen Abschied weil alle immer verbunden bleiben, auch wenn ein ganzer Ozean dazwischen liegen mag. Was für eine Freude das erfahren zu dürfen! Wie dankbar jenen gegenüber, die uns aufgenommen haben, die uns den Weg gewiesen und uns darin bestärkt haben das zu tun was eben zu tun ist. Danke auch für die gemeinsame Arbeit, für das “Schaffen” des Raumes der nötig ist um eben solche Erfahrung machen zu können! An dieser Stelle ein Danke für die Trommeln und heiligen Lieder, das Wissen, die Kraft, die Konsequenz der Hingabe und all die Liebe die uns getragen hat und weiterhin trägt. Danke jenen, die uns ihrer Verantwortung und Bürgschaft für uns bewusst, diesen Kreisen näher brachten. Und danke auch jenen, die uns ins Herz blickten und uns für am rechten Ort befunden haben! Von jenen Orten gibt es auch keine Fotos – denn diese Bilder trägt man auf ewig im Herzen, in all ihrer Tiefe und Kraft – nur dort behalten sie ihre wahren Dimensionen.

Was man mitbringt von solcher Reise ist vor allem Veränderung, ist Haltung. Sie fliesst unweigerlich in das eigene Tun ein. Klarer und gerader wird der Weg. Mit jedem mal stärkt sich die Zuversicht dass man verändern kann, wenn man dieser Haltung Folge leistet. Man trägt in sich was man erfahren hat! So einfach ist es. So absolut. So erklären sich auch das “wie” und das “warum”, so macht es sich verständlich dass man eben nicht anders kann, als seiner Haltung und Natur entsprechend, denn alles andere und angepasste wäre Verrat am eben erst freigelegten Selbst. Der Weg den man geht wird frei von Irrungen und Wirrungen. Man geht ihn aus sich heraus, aus der Tiefe eines erwachten Herzens, mit klarem Blick und Wort. Man geht ihn, einen Schritt vor den anderen setzend und mit jener bestimmten Ruhe die er verlangt. Man geht ihn, gemeinsam mit all Jenen, die verstanden haben was Hingabe meint. Man geht ihn mit Freude und im Bewusstsein ein Mensch zu sein der unterwegs auf dem Weg der Entwicklung ist – nicht weiter als andere, nicht besser aber auch nicht schlechter.

Und dennoch tut es auch wohl wieder daheim zu sein. Die gewohnte Umgebung, das eigene Gehäuse oder einfache Kleinigkeiten wie Wasser aus dem Hahn trinken zu können oder im eigenen Bett gegen den jetlag anzukämpfen tun gut. Man will die gemachte Erfahrung natürlich auch mit anderen teilen! Dies ist ein nur natürliches Bedürfnis, aber es entspringt nicht dem Wunsch des Egos sich darzustellen! Es drängt einen dies zu tun, selbst wenn es nicht ganz gelingen wird, weil man weiss, dass man sich neu einbringt in das eigene Tun und auch in das gemeinsame Erfahren und dass Erzählung und Erklärung die eigenen Veränderung für andere leichter nachvollziehbar macht! Man weiss auch mit absoluter Bestimmtheit, dass die eigene, positive Veränderung unweigerlich Kreise ziehen wird! Und man weiss dass man Teil des Ganzen ist und dass man Veränderung bewirkt in dem man sich selbst hingibt, vor allem für andere – und das hat man allemal getan –  “so that the people may live!”

 

 

Wir freuen uns auf das gemeinsame Tun, auf die Schwitzhütten, das Lehren und Lernen und all die Erfahrungen die auf unserem Weg liegen und die wir mit Euch teilen dürfen!

auf bald

herzlichst

Georg und Heidi

 

 

About Post Author

Georg

Hinterlasse ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.