Hinter dem Tellerrand


Es ist verblüffend wie Manche immer um “noch mehr” betteln. Um mehr Angst, mehr Einschränkungen und um noch mehr Kontrolle zum Beispiel, oder um noch mehr Bürokratie. Es scheint als mache ihnen die Freiheit gössere Angst als wie “das andere” – was immer das auch sein mag. Wenn man allerdings Freiheit auch als Eigenverantwortung begreift, dann versteht man so mache irrationale Angst ganz neu und auch jene besser, die sie haben.

Trotzdem: Es ist erschreckend wie Viele sich nach “härterem Vorgehen” gegen all jene aussprechen, die nicht dem eigenen von der Angst gemalten Bild entsprechen. Da ist von “härter dreinfahren” die Rede und ähnlichem. Da wird sogar der Ruf nach mehr an roher, staatsgeförderter Gewalt laut! Das ist traurig, beschämend, würdelos, charakterlos, empathielos, gedankenlos und dumm ist es auch.

Es ist offenbar so, dass ein nicht gerade kleiner Teil der Bevölkerung, sicher auch gar nicht einmal bewusst, irgendwo zwischen 33 und 45 hängegengeblieben sein muss – geistig und Ideologisch zumindest. Fast zwangsläufig und ganz ohne Vorwurf gelangt man zu dieser Sicht, wenn man sich ein nur wenig umhört.

Es scheint als wäre der Tellerrand, über den Viele nicht zu blicken imstande sind, ein recht hoher! Es ist ja auch ein tiefer Teller in dem sie sitzten und verbissen die Suppe auslöffeln, die sie sich jeden Tag, medial bunt serviert, neu einbrocken lassen! Ist der Teller dann leer gefressen, dann drischt man einfach so lange mit dem Löffel gegen das Prozellan, bis von oben neue Suppe plätschert – und weiter gehts. Manche sind da richtig gut darin. Es sind die Gourments der süssen Verdrängung, die Feinschmecker der üppigen Verängstigung, die Genießer der würzigen Propagandahäppchen.

Würden sie sich aber erheben, würde sie aufstehen, um auch nur kurz über den Tellerrand zu blicken, dann würde ihnen einiges klar. Zum Beispiel dass es nicht gut enden wird, wenn man nur ans satt sein denkt! Oder dass ein solches Verhalten immer übel geendet hat und zwar für alle – auch für die Denunzianten und Kollaborateure, für die Hilfswilligen, für die Trittbrettfahrer, die Kriegs- und Kriesengwinnler und die “grossen Führer”, aber für die kleinen, namenlosen Mitläufer eben auch!

Würden die Suppenesser über den Tellerrand blicken, dann müssten sie erkennen, dass der Teller ein ewiggestriger ist und dass sie nie satt sein werden – einfach deswegen, weil sie zum einen den Hals nicht voll kriegen können und weil zum anderen, jede Suppe mit dem Beigeschmack des Faschismus, immer eine überaus dünne ist. Diese Suppe schlägt einem auf den Magen, und selbst wenn man sich übergeben hat, und sich den Mund mit noch so vielen peinlichen Ausreden spült, so wird man ihren Geschmack kaum mehr los! Man dünstet ihn noch lange aus, diesen Mief nach Stechschritt und Kaserne, nach Kadavergehorsam, nach Peitsche, Gewalt und nach rückgratloser Führerhörigkeit.

Zu Viele sitzen in diesen Tellern, mit grossen Löffeln, gierigen Mündern, fett und schwerfällig im Geist, gehfaul und ohne Haltung. Aber nicht gegen sie geht es, sondern gegen die Denk-Teller in die sie geraten sind und in denen sie festsitzen! Mittlerweile sind ja alle zu Opfern geworden.Wer bereits den berühmten “Sprung in der Schüssel” hat – der ist auf dem besten Weg dazu frei zu werden! Da braucht es oft nur ein Wort oder eine helfende Hand die sich entgegenstreckt! Da muss man helfen wenn man ein aufrechter Mensch ist!

Wer plötzlich ausserhalb des Tellers steht, der gehört nicht mehr dazu und fühlt sich vielleicht ein wenig einsam, fremd und alleine – aber das ist er nicht, denn es findet zusammen was zusammen gehört! Seelenverwandschaften entstehen und neue Kreise auch! Hinter dem Tellerrand geht sie Sonne des Mensch-Seins auf! Hinter dem Tellerrand beginnt das wahre Leben!

Es ist an der Zeit das Richtige zu tun. Es ist an der Zeit die Freiheit die man im Herzen fühlt auch zu leben – und zwar jetzt und hier und gegen alle Widerstände! Es ist an der Zeit ein wenig Porzellan zu zerschlagen!

Das bisschen Scherbenhaufen das uns wegzuräumen bleibt, werden wir dann auch noch schaffen!

a´ho!

herzlichst

Georg