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Frischer Wind


Manchmal verlangt es einem nach frischem Wind, nach Höhe und nach klarer, reiner Gedankenluft! Man fühlt sich wie in einem muffigen Zimmer, in dem man zu viel Zeit zugebracht hat und das sich mehr und mehr mit jenen seltsamen Existenzen füllt, welche zu viele dunkle Gedanken denken und einem so die Luft zum atmen rauben. Es zieht einen nach draussen, ins Licht, in die Höhe - dorthin wo ein wirklicher Überblick und auch ein wahres Überfühlen noch möglich sind! Man fühlt es. Man weiss es. Kaum dass man es noch leugnen kann.

Der Raum wird einem ja eng bei all dem Wahn und da man ja nicht einfach so dreinfahren kann in all den faulen Zauber, muss man einfach fort! Fort muss man und will man, nur fort von all der peinlich, lärmenden Selbstdarstellung da draussen! Fort von den unseligen und wirren Geistern, die da von irgend welchen erreichten "Siegen" fantasieren und die sich schamlos mit Jenen verbrüdern, deren Basis seit jeher eine rassistisch motivierte war, oder deren tiefere Absichten auf andere Art und Weise unethisch sind. Fort will man von der Angepasstheit und auch von ihrem genauen Gegenteil! Man wünscht sich weit weg, in eine Welt die ohne Widerstand auskommt und ohne Angst und ganz ohne Zwang! Man wünscht sich zurück in die Kindheit, die man vielleicht "freier" zwangserinnert als sie in Wahrheit gewesen ist. Oder aber man sehnt sich in ein Bild hinein, das beinahe schon in Konkurrenz zur Religion, ein blumiges Paradies vorgaukelt, das es so nie gab und das es in dieser Form vermutlich auch niemals geben wird.

Man will fort von den grossen Plätzen, die mit den tausenden schreienden Rebellischen oder deren schweigenden Antipoden gefüllt sind! Nur weg von diesen Massenräumen, die spitz und scharfkantig in die eigene private Sphäre dringen! Man erträgt die politischen Parolen kaum mehr, auch nicht die wohlgemeinte Aufklärung mir all der Verwirrung die sie nach sich zieht. Auch das "in Beschlag genommen werden" von all den mittlerweile verhärteten Fronten schmerzt zusehends! Denn zwischen den Fronten zerreibt es einem den Verstand und sich für das geringere Übel entscheiden mag man sich auch nicht! Man ist es leid, dass man wie zum dummen Kind gemacht und mit der Angst gefügig gehalten wird! Man will nicht mehr mit all den anderen Verunsicherten jene vagen Hoffnungen teilen müssen, die einem plakativ und mit Nachdruck ins zögerende Herz gesenkt werden!

Man wird auch nicht satt von geteilter Hoffnung! Nein, man will endlich wieder eine EIGENE Hoffnung haben, die beinahe schon eine Sicherheit ist und die man mit niemandem zu teilen braucht! Es soll und muss eine Hoffnung sein, die keine Zahl kennt, die also auch ganz ohne Andere lebt und Bestand hat! Und man will endlich wieder EINS sein mit der wirklichen Welt - aber nicht mit dieser zutiefst gespaltenen Meinungswelt da draussen! Man hat sie satt, diese zerfurchte Gedankenlandschaft, samt ihren gefährlichen Abgründen! Man sehnt sich schon lange nach etwas völlig Anderem das man kaum noch auszudrücken wagt, denn schnell gerät man in den Fokus der "Informierten" und wird entsprechend wieder "in Form" gebracht. Die Sehnsucht aber bleibt unzerstörbar wie das Leid.

Das Sehnen meint das EINS SEIN mit der natürlichen, organisch erfahrbaren Welt! Sie ist ganz ohne Zweifel und um zu sein kommt sie ohne jede Theorie aus! Ein Apfel fällt einem ein und dass man nichts über ihn wissen müsste damit er gut ist und süss und wahr! Ein stilles Wasser tritt in sanfter Welle über den Gedächtnishorizont und umspült milde die Gedanken, reinigt uns kühlt sie und macht sie wieder klar und schnell und ruhig zur selben Zeit! Ein Himmel tut sich auf, breit, hoch und ewig und von so vollkommener Farbe dass sie keinen Namen braucht! Die nackten Füsse im taufrischem Gras! Die warmen Lippen nahe der Haut der einen, grossen Liebe! Das Umfangen sein von Licht! Das bis ins Herz durchsonnt werden, ohne dabei zu verbennen! Das Gute und das Nährende. Ein Blick ins Herz der alles weiss und ohne ein Wort alles gesagt hat. Ein Tanz. Dann ein weicher Schlaf mit Träumen voll lichten Wäldern und weisen Tieren und dem gutem Zureden der Ahnen! Darauf ein guter Morgen und die Freude auf das Ungewisse des Tages! Wie gross die Sehnsucht nach alledem! Wie dürstend das Herz! Wie froh der Gedanke nur im Versuch einer Vorstellung! Wie wertvoll und dennoch ganz ohne Preis all das ist! Und wie unendlich nötig es wäre um zu bestehen und wie heilsam obendrein!

So aber sitzt man im dunklen Zimmer und wartet. Man beobachtet das Treiben, diesen irren Markt der Widersprüche! Man sieht und hört und ist ganz erstaunt wer da mit wem das Bett teilt, ganz ungeniert und alles an Sinn und Wahrheit verratend! So geht man auf und ab zwischen den immer enger werdenen Wänden. Man geht hin und her und manchmal auch im Kreis und wartet auf den frischen Wind! Und da kommen sie auf einen zu! Sie, die jeden Wartenden als Beute sehen und die, ganz ohne es selbst zu bemerken, ihn zu vereinnahmen suchen! Jede "gewonnene Seele" gibt ihnen ein wenig mehr an Sicherheit! Sie wollen ja Masse sein - vor allem wollen sie mehr sein als sie selbst sind! Menschensammler sind sie, nicht aus Bosheit sondern aus Mangel am Selbst. Sie sehnen sich ja auch nach einem frischen Wind und glauben stark und fest dass er auch kommen wird! Auch sie wurden überzeugt und nun versuchen sie ihrerseits zu überzeugen - das ist aller Lebenssinn und Lebensinhalt! Sie glauben notgedrungen an eine "Masse" so wie man an einen Messias glaubt den es bräuchte um die Welt zu ändern und der nicht kommt! Sie glauben an Quantität und nicht an die Qualität, an Macht und nicht an Kraft, an Masse und an das Individuum nicht wirklich! Sie hoffen auf eine Zahl der es bedürfe, damit er endlich, endlich losbricht, der "frische Wind"! Doch es kommt nur warme Luft, abgestanden und fade, so viele Male schon durchatmet und darum ganz ohne Kraft und nachhaltige Wirkung. Es ist ein Hauch der vergeht. Das ist kein frischer Wind! Das ist auch nicht neu! Es ist alt und verbraucht und für mache zu alt, als dass sie es bereits kennen könnten! Es ist eine Art Renaissance der Vergeblichkeit! Eine Wiederholung des Wiederholten! Es ist nur der neuerliche Versuch des Versuches, den man ja durchaus würdigen kann, auch wenn er leider ohne ein Ergebnis bleibt das ihn über sich hinausheben würde! Es ist das gewohnte Scheitern einer Gattung, die sich selbst als "Homo Sapiens" also als "vernüftiger, verstehender und edler Mensch" beschreibt und begreift - ein Hohn, ein schlechter Scherz, im besten Fall eine ewige Denkaufgabe! Es ist ein Scheitern im Anfang - zumindest kommt jede Bewegung genau an jener Stelle zum Erliegen, an welcher tiefere Veränderung eigentlich so recht beginnen würde! Nicht dass dies auf ewig unser unabänderliches Schicksal ist! Nein, es ist nur eine Option, eine "Zwischenstation" wenn man so will, aber nichts was nicht auch der Evolution unterworfen sein könnte. Vielleicht ist diese "Phase" Teil eines Planes den zu verstehen wir nicht fähig sind - aber ob verstanden oder nicht - aktiv sein könnten wir!

Trotzdem: Nein, was da kommt ist kein Wind, schon gar kein frischer, sondern nur ein laues Lüftchen und machmal vielleicht ein Sandsturm oder ein alles zerstörender Orkan! Also alles andere als ein "frischer Wind". Egal wie viele da "Sieg" rufen (Sieg über wen oder was auch immer). Egal wie oft man gegen einander anrennt und einander bezichtigt den "frischen Wind" zu verhindern! Egal wie viele Köpfe man einschlägt! Egal wie oft wir fallen und wieder aufstehen! Es bleibt der selbe Tanz. Und die Meisten die bisher in der Geschichte des Homo Sapiens immer vom "frischen Wind" gepredigt haben, meinten stets einen tosenden, alles vernichtenen Sturm gegen einen "Feind". Das brachte meist nur Zerstörung und Leid! Ein viel zu hoher Preis für ein klein wenig Friedensnormalität samt begleitender Veränderung und ein paar wenigen Erkenntnissen, die auch keine Toten zurück zu bringen imstande gewesen waren.

Wer nicht begreifen kann oder will, dass der "frische Wind" aus einem selbst entstehen darf, der wird vermutlich seine gesamte Existenz im trüben Dunst vager Hoffnungen verbringen! "Ich selbst bin der frische Wind!!" - das ist die Losung die gilt und allem entspricht was wir unter dem Begriff "Freiheit" subsummieren! "Ich selbst bin der frische Wind" - das meint das selbst in Bewegung kommen, egal wie, egal ob "durch" oder "wegen" der Umständen der Welt in die man sich geworfen fühlt! Der "frische Wind" das ist der Fahrtwind der uns um die Nase weht, wenn wir aus Stillstand und Stagnation endlich und aus eigenem Antrieb Geschwindigkeit aufnehmen! DAS ist der "frische Wind" einer Veränderung die uns SELSBT betrifft! Dieser Wind ist es, der uns das Gehirn lüftet und all das Dunkel aus Kopf und Herz bläst! Das ist der Wind des Lebens! Dieser Wind ist wie ein Ritt übers Land, wie der Flug des Adlers! Es ist der "frische Wind" eines echten Neubeginnes aus eigener Kraft! Es ist: DEIN FRISCHER WIND!!

DEIN "frische Wind" BRAUCHT DICH um entstehen zu können - also warte nicht auf "bessere Zeiten" denn an ihnen liegt es nicht! Warte nicht auf irgend einen Startschuss, der Dir sagt, dass es jetzt loszulaufen gälte! Warte nicht auf die Erklärung irgend eines Zieles und vor allem warte nicht darauf, dass all die Anderen auch soweit sind! Es ist ja kein Rennen und da sind auch keine Gegner! Eben deshalb lauf einfach los! Es steht Dir zu! Und wenn Du losläufst, dann lauf wie wenn es um Dein Leben ginge - denn eines ist klar: DAS TUT ES! Also lauf mit echter Freude! Lauf mit lachendem Herzen und lauf mit ganzer Seele!

Fühl den frischen Wind! Das bist DU!

wir werden uns bald begegnen

herzlichst

Georg