Das Große Sterben


Das Große Sterben hat begonnen. Waren es zu Anfang noch wenige, so sind es jetzt, ein Jahr nach Ausbruch dieser “neuen Pest” schon Millionen Opfer. Und dieses Sterben, das über den Planeten fegt, das beginnt im Kopf und geht dann bis ins Herz. Zuerst ist es der klare Menschenverstand der da zugrunde geht, dann folgt das Herz, die Empathie, die Liebe, die Fähigkeit zu verstehen oder den anderen so sein zu lassen wie er eben ist. Die Kälte die folgt ist stählern und fesselt jede Regung, nur nicht den Hass – dem lässt sie freien Lauf.

Hunderttausende sind breits tot, aber sie sind es ohne es zu wissen. Sie leben ja nicht mehr sondern sind zur Funktion geworden, zur Zahl, zum Balken der Statistik und zum Wert. Sie ziehen fremde Wagen, auf steinigem Weg mit unbekanntem Ziel. Vorbei an den Scheiterhaufen. Diese brennen lichterloh! Genährt von dem Denken das gegen den “mainstream” geht, werfen sie ihr Licht auf die Borniertheit der neuen Inquisitoren. Nichts gilt, ausser der Macht und ihrem Diktat!

Die Drohung lenkt die Massen. So geht die Angst um und späht räuberisch in die Köpfe jener, die sich nicht zu wehren wissen, weil der Verstand schon abgetötet, verdörrt und zusammengeschrumpft auf ein kleines Häufchen, keinen Widerstand zu leisten mehr im Stande ist. Und wenn da erst Platz ist, wenn das Hirn frei vom Verstand und das Herz nicht mehr von der Kraft und der Liebe bewohnt ist, dann zieht die Angst ein und macht sich breit! Und sie wird bleiben! Ganz egal wie lange es sein muss. Sie wird sogar noch da sein, wenn die Scheiterhaufen lange schon erloschen sind.

Das große Sterben hat begonnen. Es sterben die Freundschaften, die Lieben, die Beziehungen. Es stirbt das Vertrauen sowie das freiwillige Miteinander und erstezt sich durch Verdacht und nationalen Zwang. Auch die Wahrheit ist gemordet und man bedient sich schamlos ihrer Leiche. Man braucht ja ihre schöne Haut um sie mit frechen Lügen auszustopfen, um sie prall zu füllen mit allem was Jenen nutzt die sie zuvor feige gemeuchelt haben! Man macht sie prall und fett und überquellend. Und wenn man sie dann den Mund öffnen lässt, dann strömt das Lügenmärchen in die Welt und alles rennt hin und klatscht und glaubt willig, weil diese gefüllte Haut etwas verspricht was zwar nicht zu halten sein wird, aber das so gut und schön klingt, dass jeder es haben will. Man will glauben und haben und wieder so sein wie man war.

Vor allem ein Versprechen lockt: Dass die Freiheit, die lange schon beerdigt ist, wieder auferstehen wird dürfen! Das glaubt wer ohne Hoffnung ist ganz ohne Zweifel und ohne jeden Widerstand! Doch was da aus der Grube kriecht, das ist dann nicht die Freiheit die man kannte! Sie ist nicht hell und klar und leicht! Plump, schwer und gelogen, poltert sie auf der Bühne des politischen Theaters. Sie quäkt und singt ganz falsch, aber dafür recht laut in ihrer unnatürlichen Wiedergängerei. Und obwohl ihr alle natürliche Eleganz und Grazie fehlt, findet sie ihre Anhänger! Obwohl ihr Blick ja immer noch aus toten Augen kommt, glauben ihr Viele, zu Viele und am Ende vielleicht sogar alle. Da ist viel Applaus wenn sie auftritt, weil der Applaus allen gut tut und weil die Vorstellung so teuer bezahlt worden ist! Da will man keine Kritik hören oder denken oder lesen! Nein, glauben will man und das tief, fest und trotzig.

Das grosse Sterben hat begonnen und es setzt sich fort. Es frisst sich duch alle Schichten der Gesellschaft, es löscht die guten Lichter einer Zukunft die man vor sich hatte. Es frisst das Angesparte und scheidet Schuden aus. Es türmt das Minus so hoch, bis die Schuldberge einstürzen und jene unter sich begraben, die sich in ihrem Schatten, getäuscht von Lügen der falschen Wahrheit, so sicher gefühlt haben. Das Grosse Sterben bricht auch der Jugend die eleganten Brücken ins Morgen ab. Der Weg führt nun durch die dunklen Täler, die Schluchten, die Moore und verschlungenen Pfade.

Und man selbst? Man schwankt. Man sieht sich auf einem elenden Acker stehen, mit nichts in der Hand als einer kümmerlichen Kerze und dem stürmischen Wind einer Zeit am Körper, den man so nicht kennt. Man duckt und krümmt sich zum Boden hin, die Kerze vor dem Orkan schützend, weil sie das einzige Licht ist in all dem Dunkel. Und wie man auf die Knie geht, das Licht mit beiden Händen abschirmt um es zu schützen, da wird es schwarz um einen und das Jetzt, samt der Zukunft die man eigentlich sehen wollte, verschwindet im zähen Dunkel. Verwundbar fühlt man sich, alleine, nackt und ausgeliefert auch. An manchen Tagen wünscht man es sich, gleich Hirn- und Herztot zu sein wie man die breite Masse, die Anderen dort im Dunkel vermutet. Dann wäre man nicht mehr einsam, oder aber: Es wäre überstanden. Wobei die Furcht vielleicht sogar mehr bei denen da im Dunkel wohnt als bei einem selbst! Darum wäre eigentlich nichts gewonnen, auch das ist möglich.

So beschüzt man seine Kerze, das kleine flackernde Lebenslicht, das ist alles was man tut. Man kauert also da auf diesem Acker oder Schlachtfeld, versucht sein flackerndes Licht zu schützen und übersieht dabei fast den Silberstreif am Horizont. War da nicht ein Licht, da ganz in der Ferne? War es ein Blitz oder gar der neue, helle Tag der anbricht? Und während man ungläubig dorthin starrt, mit ganz engen Augen und während man dabei all die Dunkelheit, die da nach einem greift fast vergisst, da wird es immer heller dort am Horizont der Welt! Man fragt sich was es ist, dieses auch im Inneren gefühlte Licht dort, weil es ja da ist, ganz augenscheinlich! Es wird ja auch immer deutlicher, und heller je mehr man seine Aufmerksamkeit darauf richtet! Und wer es erzeugt möchte man wissen! Wer hat wohl die Kraft in solch undurchdringliche Schwärze ein so freudiges Licht zu bringen?

Man findet zunächst keine Antwort. Wobei es das eigene Herz, wenn man es lässt, ja bereits weiss! Wobei es einem die Ahnen ja stetig zuraunen und man ihr Flüstern wohl hören könnte, hielte man sich nicht dauernd, aus Angst vor dem Brüllen des Sturms, die Ohren zu! Dann, plötzlich, wie eine Vision wird es einem klar: Das Licht, das Blitzen, die wachsende Helle dort, die kommt ganz von und aus einem Selbst! Es ist der eigenen Fokus der da einen Keil ins Dunkel treibt, der einen beleuchteten Weg auftut und die Schlucht erhellt! Es ist das eine Wundermittel, das Heilmittel, das einem den geistigen und seelischen Tod vom Leibe hält, das Dunkel vertreibt, die falsche Wahrheit anzeigt und die gelogene Freiheit als tote, gelenkte und somit selbst unfreie Puppe erkenntlich macht! Das Licht, das von da vorne kommt, das aus zukünftiger Welt zu einem strahlt, geht ganz von einem selbst aus! Ist man der Anti-Tod? Ist man das Gegengift?! Ist man selbst jene Medizin, die aus Zuversicht, Kraft, Haltung und Liebe gemischt, dem Grossen Sterben des Geistes und der Herzen ein Ende bereiten könnte?

Man begreift es langsam: Ist denn mein Jetzt nicht ganz aus mir selbst gemacht?! Bin nicht ich selbst meine Welt!? Macht sich das WIR nicht aus dem ICH? Macht sich die Welt nicht also aus dem UNS ALLEN? Wie hell es mit einem Mal wird, wenn die Erinneung aufsteigt! Wie leicht und wie freudig man wird, auch wenn da noch die Schlacht im Dunkel toben mag! Tut dies zu erkennen etwas zur Sache, zur allgemeinen? Stoppt dieses Wissen und Tun die Scheiterhaufen, den Wahn, die Angst, den Kampf? Nein, nicht im Augenblick! – Aber es trägt dazu bei dass es endet und mehr noch, es erzeugt das NEUE! Und das ist viel was es tut! Das ist mehr als sich zu fügen, zum Opfer zu werden, abzusterben und zu vergehen!

Wenn man man begreift wie viel da aus einem kommt, das sich ins Große Ganze fügt, das mit bestimmt und Welt gestaltet, dann will man auch mehr von diesem Licht erzeugen und sein! Jeder kann es und jeder will es ja! Und das was sich da an Licht zusammenfindet, was eins wird in neuer Helle, das ist der neue Tag der aufersteht und dessen Teil man ist! Dieses Licht macht sich aus all den Kerzen, die wir im Sturm, hinter hohler Hand verbergen, aus reiner Angst sie könnten sonst erlöschen! Wenn wir die Kerze aber hoch halten, uns gross machen und stark, wenn wir uns aufrichten trotz und wegen allem und ohne Furcht vor dem Sturm, dann wird die Kerze zur Fackel die sich mit den anderen verbindet und sie leuchtet uns bis zum Horizont!

Der Widerschein der von dort dann kommt, der ist wahre Hoffnung für jene die sich noch gekrümmt, mit kleiner Flamme an die Erde drücken und hoffen dass die Welt sich ohne ihr Zutun ändern möge. Aber auch sie werden des Lichtes am Horizont gewahr werden und zum Mut finden! Sie werden sich erheben und die Kerzen werden zu Fackeln werden! Man wird sich finden und die leuchtenden Kreise werden wachsen!

Wir sind das was kommt! Wenn wir es nur wagen!

herzlichst

Georg

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