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Türe zu und ab

Manchmal ist es einfach so, da will eine Türe geschlossen sein. Man fühlt das ja schon lange vorher, weil es zieht und es einen kühl schaudert. Es mag vielleicht gegen den “guten Ton” sein und nicht im Sinne einer labberigen Licht-und-Liebe-Ideologie, aber manchmal ist es einfach nötig! Dann zu mit der Türe, auch wenn es vor der Nase des anderen ist, auch wenn derjenige zurückschreckt und dann noch lange fluchend und flennend gegen die böse Türe hämmert. Manchmal macht man Türen zu, weil jene die da heindrängen ins eigene Gehäuse einem schaden, weil sie einem schon beinahe auf die Füsse treten, oder sobald sie drinnen sind, nur Verwüstung und Verwirrung hinterlassen. Manchmal ist es einfach nötig, schon aus reiner Selbstachtung, jeden Kompromiss zu verweigern und einfach zu sagen dass hier jetzt mal Ende ist! Das tut ganz gut, selbst wenn es denjenigen, dem man da die Türe scheppernd vor der Nase zuschlägt brüskiert und er sich als armes Opfer sieht. Aber wie man sich sehen mag ist doch jedem selbst überlassen! Es ist ja auch die eigene Türe und der eigene Raum und darüber darf man (und sollte man) ja auch selbst bestimmen!

Ist schon klar dass dann gejammert wird, nachhaltig und lange und auch dass man gern und rasch zum “Bösen” geamacht wird. Man hört das ja, wenn auch immer leiser werdend, auch noch durch die geschlossene Tür. Was soll der Andere auch tun? Vor allem wenn da keine kritische Selbstbetrachtung erwartet werden kann, weil aktuell die Emotion die Oberhand hat. Man weiss auch, dass wenn man die besagte Türe wieder nur einen Spalt breit öffenen würde, man in kürzester Zeit den selben Ungemach im Haus hätte wie zuvor! Da macht es keinen Unterschied ob durch die geschlossene Türe hindurch gebettelt, geklagt, verleumdet, geblökt oder gemault wird. Zu bleibt zu! So halte ich das, denn nur diese Haltung bewahrt vor dem Hamsterrad des Übergriffigen. Übrigens, auch das Hamsterrad hat man weiterentwickelt, jetzt ist`s eine Hamsterrolle mit unendlich vielen Spuren und wer hat schon Lust, sich im Sinne herzlicher Versöhnung und all dem was da an emotionaler Trunkenheit mit einher geht, im Handumdrehen auf der nächsten dieser Spuren wieder zu finden – denn selbst wenn die neue Spur eine andere Farbe hat, so ist doch das Rad das selbe! Man mag sich vielleicht auch irgendwann mal neu begegnen und mache Türe öffnet sich dann vielleicht auch vorsichtigst wieder – oder eben nicht.

“Türe zu” meint auch sich wirklich abzugrenzen! Es meint mal die Reissleine zu ziehen, um dem weiteren Raubbau an Lebenszeit ein Ende zu bereiten. “Türe zu” meint auch, dass man sich nicht mehr in das so fein durchdachte Spiel des Anderen zwingen lässt! Der Ausstieg ist legitim wie der Hinauswurf auch! Klingt irgendwie nach “unversöhnlich” oder gar “radikal” –  Nein, das ist es keineswegs! Das nennt sich schlichtweg “gesunder Abstand” aber ohne das ständige Bedürfnis, sich wieder und wieder neu und wohlig arrangieren zu müssen – natürlich des guten Einvernehmens wegen, man muss ja … Nö. Muss man nicht. Man hat vielleicht ja auch wichtigeres zu tun und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, hat man es ja auch satt, das selbe Stück nur in anderen Kulissen zu spielen. Das ist elend, vor allem dann, wenn die guten Rollen schon verteilt sind und nur mehr der “gute Depp” als Rolle zu haben ist.

Warum dann die Angst vor dem Schliessen der Türe? Das ist einfach: man scheut die Irritation im Umfeld die dann zwangsläufig entsteht und man will ja geliebt werden weiterhin. Das eigene Ego will ja geschmeichelt sein und man will auch nicht ausserhalb stehen von… ausserhalb? Ja wovon denn eigentlich? Wenn man es genau behirnt (was ein wenig aufwändig aber ungemein hilfreich ist) stellt man fest, dass so manches “sich Ausschliessen” ja genau genommen eine echt beruhigende und befreiende (auch heilsame) Wirkung hat – und zwar auf alle! Bei genauerer Betrachtung erkennt man sogar  dass man sich ja nur der Inszenierung des Anderen entzieht! Klar bringt so ein Verhalten das ganze Stück ein wenig durcheinander und vielleicht braucht derjeneige, dem man da die Türe zugeknallt hat, ja etwas länger um zu begreifen, dass das Brett das er vor dem Kopf hat ja nur meine (!) jetzt geschlossene Türe ist! Aber selbst das ist ja dann nicht das Problem des Türschliessers! Und Probleme, so lange sie nicht die eigenen sind, sollte man denen lassen, die sich darauf spezialisiert haben, die eigene Existenz über eine ewiggleiche Dauerproblematik samt lächerlicher Dramatik zu definieren. Niemand kann da was dafür. Es geht hier nicht um Schuld sondern höchstens um Versäumnisse und Unwissenheit. Trotzdem:  Lasst sie jammern und raunzen. Lasst sie maulen und zetern. Lasst sie ruhig verzweifeln weil ihr Bühnenstück nicht mehr so gut funktioniert! Sie werden ruhiger werden irgendwann und sie erkennen auch vielleicht, dass der gefühlte Schmerz nur vom ständigen Hämmern und Treten gegen fremde  Türen herrührt. Den blauen Zeh lasst euch nicht anlasten, der ist schon selbstgemacht!

Warum ich das schreibe? Nun, unlängst wurde ich in meiner Praxis von einem meiner Klienten gefragt, was man denn tun könne, um wirklich zu vergeben, sich zu versöhnen oder irgend eine liebe Vorstellung von Harmonie zu erzegen, etc. Alle bisherigen Versuche waren ja gescheitert! All die Jahre mit all den ehrlichen, aber Bemühungen waren umsonst gewesen! Jeder Versuch die Tür wieder zu öffnen um zu “geregelten Verhältnissen” zurückkehren zu können, endeten immer invasorisch. Jedes mal ritten die Hunnen plündernd und brandschatzend durch die Bude! Jedes mal ein emotionaler Raub! Jedes mal der selbe Übergriff! Jedes mal verbrannte Erde, Schutt und Asche! Jedesmal das eigene Herz in Flammen und der Kopf im Sand. Jedes verdammte “Vergebungsritual” (was in anderm Kontext natürlich auch Sinn machen würde) war für die Tonne gewesen, weil der Andere da keinerlei Verstand dafür hatte, weil er nicht wollte oder konnte oder durfte! Jedesmal die leergeräumte Wohnung mit Ausreden und Versprechungen an den Wänden zurückgelassen. Jedemal die Hoffung im Postkasten. Jedesmal enttäsucht worden weil zuvor (selbst) getäuscht. Dann sogar noch der Selbstvorwurf dass man “nicht genug getan hätte” usw. usft.  Ich dachte nach, gar nicht mal so lange, aber doch lange genug, dass mein Klient auf eine sehr ausführliche Antwort hoffte. Die Antwort aber war: “lass die verdammte Türe einfach zu!” Das war`s. Das war die Antwort. Punkt. Und kein schlechtes Gewissen, kein “man müsste doch”, kein “aber”. Es war einfach. Und es war klar. Und wahr auch und befreiend obendrein. Und es war offenbar der beste Rat den ich hatte geben können. Richte Deinen Fokus auf Deine Entwicklung. Vergeude Dich nicht!

Wer  aus Angst vor der Einsamkeit die Eingangstüre durch einen Vorhang ersezt, darf sich dann nicht wundern, wenn da ein eisig scharfer Wind durch die eigenen vier Wände pfeifft und alle Wärme nimmt. Also keine Angst davor mal wirklich konsequent dicht zu machen! Das schlimmste das einem geschehen kann, ist ein wenig üble Nachrede, die mangelndem Verständnis geschuldet ist. Man mag vielleicht als “kaltherzig” oder “unversöhnlich” gelten aber mal ehrlich: Konsequenz hat ja viele Namen, da ist für jeden was dabei und jeder übersetzt sich die Welt aufgrund seines aktuellen Zustandes. Schmeisst man die Türe mal ordentlich und konsequent ins Schloss und dreht den Schlüssel drei mal rum, dann geht vielleicht ein Aufhorchen durchs Volk und die Erkenntnis gewinnt Raum, dass man durchaus noch Herr im eigenen Hause ist!

Ich mag das Jammern nicht, die Bettelei, das Gekrieche und halbherzige Geseiere. Ich mag das Energie-Verschwenden nicht, das blind und blöd sein. Ich mag das “Licht-unter-den-Scheffel-stellen” nicht, auch nicht die Selbsterhöhung. Ich mag der eigenen Hände Arbeit. Ich mag das TUN aus eigener Kraft und das SEIN das daraus erwächst. Das braucht Energie und gehaltenen Fokus. Ich mag die Türen die sich öffnen und schliessen, die Übergänge und den Respekt dessen es bedarf um die Schwellen überschreiten zu können. Ich mag es wenn das Wort “Freund” ein wahrer Schlüssel und kein nachgemachter Zweitschlüssel ist. Ich mag die Klarheit einer geöffneten wie einer geschlossenen Türe und alles was dahinter liegen mag. Und ich schätze die Freiheit ganz selbst meine Türe öffnen und auch schliessen zu dürfen.

Wer seine Türe bewusst geschlossen hat, der kann sie dann auch ebenso bewusst jenen öffnen, die er  von ganzem Herzen FREUND nennt – und jene, die einen von Herzen lieben, denen gibt man auch voller Freude, Vertrauen und ganz ohne Furcht den Schlüssel – so als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

 

 

herzlichst

Georg

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Heilung braucht Handlung

Heilung braucht Handlung – so hab ich es gelernt, so habe ich es erfahren. Sich einfach hinzusetzen und zu warten, nun, das ist jene Variante die massig Zeit verbrennt, Zeit die uns dann fehlt. Besser ist es sich aufzumachen und jemanden zu suchen der hilft, der stützt, der das “wie” und das “warum” kennt und weiss wie man tut. Die Handlung, das heilende Tun muss aber von beiden Seiten kommen. Dieses Tun ist meine Aufgabe ebenso wie die desjenigen der sich zu mir in meine Praxis wagt, um endlich einen neuen, heilenden Weg einzuschlagen. Dazu gehört auch das Verständnis von Zusammenhängen. Wird dieses Verständnis nicht vermittelt, so bleibt dem Gegenüber nur der Glaube. Dieser Glaube an “den Heiler” oder an dessen besondere Fähigkeiten (die es ja unbestritten auch gibt) kann aber zu Abhängigkeit führen. Heilende Handlung meint aber, dass man als Curandero (meine Berufsbezeichung in Mexiko wo ich lernen durfte) verpflichtet ist, dem Hilfesuchenden auch Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen er unter kundiger Anleitung wieder selbst sein Schicksal bestimmen kann. Hier ist Wissen Macht – natürlich nur wenn man auch etwas macht, mit dem Wissen das man erhalten hat.

Zugegeben, das ist nicht immer so einfach. Dieser Umstand ist einer Gesellschaft geschuldet die vornehmlich “machen lässt”. Es wäre nur allzu bequem, wenn man da mal eben zur guten Fee gehen könnte, die mal flugs mit dem Zauberstab fuchtelt und alles wäre wieder gut. Doch was hätte man da gelernt? Nichts natürlich und man würde weiter machen wie bisher. Aber man ist ja vom Kurs abgekommen und die Symptomatik zeigt diese Ver(w)irrung mehr als deutlich an! Da hilft keine temporäre also kurzzeitige Korrektur! Und schon gar nichts bringt das Umfärben und Schönmalen einer Realität, die ja genaugenommen diagnostische Funktion hat! Die gemeinsame Schönrederei wäre sogar zutiefst verwerflich und unethisch, weil dieser Weg schlicht und ergreifend als “Beihilfe zur Ignoranz” in Tateinheit mit der Übersteigerung des eigenen Egos bezeichnet werden muss! Da nützt der bunteste Zauberstab nichts, selbst wenn er noch so kunstvoll, möglichst elegant und mit viel esoterischem Trallala geschwungen wird! Manchmal scheinen mir so manche Zauberstabschwinger das Leiden der Heilungssuchenden sogar zu verspotten und das ist mehr als traurig – aber sie wissen es nicht besser, das ist auch schon der einzige Milderungsgrund den man anführen könnte. Und nein, ich ziehe hier nicht gegen die “Esoterik” (oder was man darunter verstehen mag) ins Felde und es geht schon gar nicht gegen Jene, die gut und authentisch, mit Herz, Hirn, wirklichem Wissen, wirksamen Werkzeugen und echter Hingabe zum Wohle ihrer Klienten arbeiten. Ich stelle nur klar was ICH tue, im vollen Bewusstsein dass auch ich nicht perfekt sondern ewiger, neugieriger Schüler bin. Ich stelle es klar um Missverständnisse zu vermeiden bzw. keine Erwartungshaltung zu forcieren, die ich nicht zu erfüllen imstande bin. Ich stelle es klar um Jenen unnötigen Weg zu ersparen, die auf der Suche nach Schuldigen, Beweihräucherung oder Ablenkung vom Wesentlichen sind.

Es braucht schon ein paar Dinge um wieder heil zu werden:

  1. Da ist mal der Mut zur Erkenntnis dass schon länger etwas derat schief gelaufen ist, dass man jetzt eben mit dieser und jener Symptomatik geschlagen ist. Und zu dieser Erkenntnis kommt man kaum wenn man sich damit aufhält ständig neue Schuldige zu finden! So verbrät man wertvolle Zeit die das eigene System so dringend bräuchte, um wieder in Fahrt zu kommen, von der Energie die es kostet gar nicht zu reden.
  2. Dann braucht es eine schlüssige und klare Erklärung der Zusammenhänge! Und diese Erklärung muss einfach (sprich verständlich) aber trotzdem ganzheitlich sein, also von der physischen, über die energetische bis hin zur spirituellen Ebene alles abdeckend. Nur so kann verstanden werden warum es ist wie es ist. Nur so wird letztlich auch die Notwendigkeit begriffen dies und jenes zu tun! Hier braucht es klare Ansagen, kein dehnbares Geschwurbel das man sich (das eigene Ego) zurchtlegen kann wie man es möchte, um eben weiter machen zu können wier bisher.
  3. Ohne Handlung, also bewährte Technik ist natürlich auch keine Veränderung herbeiführbar! Denn das TUN ist immer noch die Mutter alles WERDENS! Nicht mal die Strümpfe ziehen sich von selber an, kein Kühlschrank füllt sich von selbst und keine Haare kämmen sich von ganz alleine. Das ist ja auch das Wunderbare an der Sache, dass wir bei allem Mist den wir so bauen, immer noch die Möglichkeit des richtgen Handelns haben! Auf diese Möglichkeit zu verzichten wäre Resignation auf der ganzen Linie. So siegt man nicht. So bleibt man nur auf falscher Spur. Wenn wir aber wieder handeln, dann kommt Bewegung in die Sache, dann sind Entwicklung und Heilung überhaupt erst möglich! Die Techniken müssen bewährt sein. Der Kranke hat keine Zeit für ewige Experimente die an die Substanz und ans Geld gehen! Da hilft es nichts das motovierteste Versuchshäschen im ganzen Käfig  zu sein!
  4. Was es natürlich noch braucht ist jemand, der das ganze auch sachkundig unter einen Hut bringt! Das heisst sich kundig machen. Das heisst Recherche betreiben und so man fündig wird vor allem die kritische Betrachtung dessen was er oder sie tut (oder vorgibt tun zu können) nicht meiden. Eines vorweg: Ich habe gelernt mir kein Blatt vor den Mund zu nehmen, ganz so wie meine Lehrer, egal welcher Ethnie sie angehören! Da kommt so manches zur Sprache das auch unangehem sein kann, da ist das Verlassen der Komfortzone vorprogrammiert! Auch braucht es Regeln und das macht Sinn! Doch keine Angst – es ist das heilende Tun und Lehren das eben eine klare Sprache und Regeln fordert und dort wo diese gesprochen wird, dort wo sich ein gutes Regelwerk in Kombination von Wissen und Werkzeug findet, dort findet dann eben auch heilsames Tun statt – gemeinsam!

Worum es nicht geht: Es geht mit Sicherheit nicht darum es dem Heilungssuchenden recht (und möglichst bequem) zu machen! Es geht darum, zu sagen was zu Sache ist und zu tun was zu tun ist. (wie beim Automechaniker auch) Es geht auch nicht darum den Kranken zu bemitleiden (natürlich ihn zu verstehen) oder sich mit ihm in elender Jammerei oder bei Suche nach Schuldigen (und die finden sich ja immer) zu verbünden!! Es geht nicht darum wieder und wieder die elende traumatische Vergangenheit nach noch mehr Gründen für den Jetzt-Zustand (!) zu durchforsten, denn sie ist VORBEI! Es geht auch nicht darum den Zustand so lange durchzukauen um den Prozess der Diagnose über Gebühr und völlig sinnfrei in die Länge zu ziehen, eine Vorgehnsweise die vor allem dort beliebt ist, wo man nach Zeit abrechnet – “time is money” (more time is more money…). Es geht auch nicht darum, dem leiden eine Bühne zu bieten. Inszenierung ist hier absolut kontraproduktiv – denn es geht um Realitäten und nicht um Zeitvertreib. Auch die Flucht in “angenehmere Sphären” ist hier fehl am Platz. Das mag zwar für den Moment etwas entspannend sein weil man abgelenkt wird, aber es ändert oft zu wenig an jenen Abläufen die im energetischen System weiterhin krankmachend am Werke sind. Natürlich sind Endspannung und Harmonisierung wichtig, auch leichter zu bewerkstelligen, aber im Sinne echter heilsamer Prozesse manchmal leider zu wenig – sie als Teil eines grösseren Ganzen zu verstehen macht aber durchaus Sinn.

Worum es geht: Klare Worte zu finden für das was ist! Tun was zu tun ist und dies möglichst rasch, effektiv und gemeinsam! Es geht darum Werkzeuge in die Hand zu geben, damit der Betroffene selbst und eigenverantwortlich etwas tun kann, um seinen Zustand zu verbessern! Das macht auch Sinn, weil der “Kranke” ja auch 24 Stunden am Tag mit sich zusammen ist – wer währe da als Behandler besser geeignet als er selbst?! Es geht auch darum Räume und Zeit zu bieten (z.B. Schwitzhütten), dass das Getane wirken kann! Und letztlich geht es auch darum zu erkennen dass Heilung und Erkrankung der selbe Weg, aber eben zwei ganz verschiedene Richtungen sind! Es geht darum, ein vielleicht mögliches Scheitern nicht als Rückschlag, sondern sogar als sehr wichtigen korrektiven Punkt auf dem Heilungsweg anzuerkennen, der eine Neuorientierung möglich macht. Die Störung, die Erkrankung, wann und wodurch auch immer ausgelöst haben wir nunmal JETZT – darum wird auch im JETZT getan und nicht im “damals”. Dieses Tun nennt sich “Prozessarbeit” – und Arbeit meint eben Zeit und Weg, meint Aufwand, meint akkurates Tun!

Es geht für den Behandler darum, sich frei davon zu machen wie der Betroffene zu sein hat – denn das steht keinem zu und wäre nur eine egoistische Projektion! Es geht darum, einen Zustand zu erzeugen, der auf allen Ebenen heilsam ist, im Kranken wie im Behandler selbst, denn nur so wird eine Begegnung auf Augenhöhe sicher gestellt sein und nur so entstehen heilige Räume der Handlung, auch der rituellen. Es geht darum zu erkennen, dass Heilung möglich ist und anzuerkennen, dass es nicht immer ganz alleine und aus eigener Kraft geht und man durchaus Hilfe in Anspruch nehmen darf, wenn diese Hilfe authentisch und der “Heiler” erfahren ist! Es geht um eine Chance für beide auf ihrem Lebensweg ein Stück gemeinsam zu gehen um zu lernen und sich zu entwickeln. Es geht immer um alles – also um die Liebe und eben sie ist es die klare Worte, machmal auch harte, verlangt. Denn die Liebe ist die Schwester der Wahrheit und wahre Spiritualität und spirituelle Handlung sind ihre natürlich Sprache! Ich liebe die “alten Techniken”, in denen sich all das zusammenfindet!

Wenn man diese Arbeit tut – und ich tue das schon beinahe dreissig Jahre lang, dann sieht man vieles. Man sieht viel Leiden und viel Freude. Man sieht Menschen, deren Erkrankung oder Probleme sie auf einen neuen, guten und heilsamen Weg geführt haben. Man sieht Veränderung, Fortschritt, Heilung, man sieht Tod und Geburt. Man sieht das ewige Werden und das stete Sein. Man sieht die Bemühungen, das Scheitern, auch das Abgleiten in die alten Fahrspuren ebenso, wie das sich neu Erheben, das Aufbegehren gegen das dumme Ego, das sich über die Diagnose stellen, das Neu-Werden, das wieder In-Die-Welt-Kommen! Man sieht die Freude über die Siege! Man erfährt das Privileg in die Herzen jener zu blicken die sich geöffnet haben, aus eigener Kraft zu der man den Willigen geführt hat.

Das ist “die Heilerei” das ist Curanderismo, das ist Schamanismus – ein Tun, das aus meinem ganz persönlichen Weg zu meiner Mitte erwächst. Es ist für mich ein ganz normaler Beruf, so wie Bäcker oder Installateur und ich versuche meine Arbeit gut zu machen, so gut wie ich kann! Ob es “Begabung” oder “Berufung” ist hab ich nie hinterfragt. Es entspricht wohl meinem Selbst, meinen Urstrukturen und deren Konstellation – darum geht es mir auch leicht von der Hand das “heilen” darum nacht es mir Freude, immer noch, nach all den vielen Jahren, nach den tausenden Menschen die zu mir gefunden haben.  Es ist wie es ist und es ist gut so wie es ist. Darum lege ich auch nicht wirklich Wert ob ich “Schamane” oder “Curandero” bin. Nicht ich habe mich als dieses bezeichnet sondern meine erfahrenen Lehrer denen ich vertraue. Die Bezeichnungen dienen der Orientierung meiner Klienten. Letztlich sind es aber nur Wörter, Synonyme über deren Bedeutung sich trefflich streiten liesse, aber das ist nicht meine Aufgabe in dieser Welt. Ich gebe was ich geben kann, ganz ohne Geheimnistuerei, weil der Weg dem ich mich verpflichtet habe jedem offen steht. Ich vertraue auf die Herzen der Menschen die ja wissen was wertvoll, gut und richtig ist. Es ist keine Frage der “Begabung” ob man diesen Weg beschreitet, sondern eine Frage des Wollens und des Wissens!

Heilung ist ein Weg, ihn zu gehen ist gut weil er uns Schritt für Schritt zum wahren Selbst führt. Er entfernt uns nicht von der Welt und den Menschen sondern bringt uns näher. Wir sollten ihn aber gehen ohne erst den Druck der Symptomatik abzuwarten! Wir sollten nicht warten bis der Hut brennt, bis nichts mehr geht, bis da nur noch ein Strohhalm, der letzte, dasteht und uns verzweifelt hoffen lässt! Wir sollten den Weg beschreiten weil er für uns da ist! Wir sollten den Weg gehen, weil es immer auch um Prophylaxe, Verbesserung des Zusatndes und vor allem um Entwicklung und Selbsterfahrung geht! Wir sollten ihn gehen, weil er uns ruft, weil er uns anspricht, sich uns geduldig anbietet Tag für Tag! Wir sollten ihn gehen, weil er wirklich Sinn und echte Freude macht und uns als Wesen entspricht! Ich bin bereit. Lasst uns ihn gehen! Jetzt!!

herzlichst

Georg

 

 

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Weil jede Hilfe zählt

Es ist uns ein echtes Anliegen!

Hier gibt es nichts zu gewinnen, kein Traumhaus, kein Auto, kein Wohnmobil und keinen Urlaub, sondern nur die Gewissheit wirklich Gutes getan zu haben. Markus zu unterstützen ist uns auch deshalb so wichtig, weil wir ihn als echten Kämpfer kennen und weil wir ihn und seine Famile schon sehr lange Freunde nennen dürfen.

Hier wissen wir auch wohin das Geld geht, dass es direkt hilft, dass es echte Unterstützung bei einer Sache ist, die Markus Schritt für Schritt zurück in ein selbständiges Leben führen wird. Es geht um die Finanzierung dringend nötiger Therapien, die ihm seine Mobilität und seine Sprache wieder geben werden. Hier kann das Wort “Hilfe” zu echter materieller Hilfe werden – denn gute Gedanken sind zwar schön und helfen auf anderer Ebene, bezahlen aber leider keine Therapie. 
Nicht jeder hat das Glück seine Gesundheit und Mobilität ein Leben lang zu behalten. Vieles kann geschehen und wenn ein Unglück einem den Boden unter den Füssen wegreisst, braucht es oft Stütze und Hilfe von aussen. An einem Tag noch gesund und sportlich – am nächsten Tag im Rollstuhl, der Zukunft beraubt, die Mobilität beinahe auf null reduziert und immer auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Das geschieht auch jungen Menschen und Markus ist jung.

Auch die Familie ist da bald an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt, nicht zuletzt durch die finanziellen Sorgen. Da muss umgebaut werden, behindertengerecht. Es muss ein ganz neues Umfeld entstehen für den Betroffenen und wenn das gelungen ist, so ist dennoch nicht alles geschafft, weil leider nicht jede nötige Therapie vom Staat, der Krankenkasse getragen ist.

Und genau um diese nötigen Therapien geht es. Es geht darum, Markus aus Tirol, einem jungen Mann, der ohne eigene Schuld, aus seinem bisherigen Leben gerissen wurde zu unterstützen. Es geht darum, seinen Willen zur Heilung die Möglichkeit der Wirkung zu geben. Es geht darum, jemanden die Chance auf Besserung und Rehabilitierung zu ermöglichen – jemanden, der sich nicht in sein Schicksal gefügt hat, der nicht aufgibt und einen Weg in ein selbständiges Leben gehen will.

Es geht um Geld – und dieses Geld wird unendlich viel Gutes bewirken! Darum diese Schwitzhütte und die Hoffnung dass Viele kommen. Die Einnahmen gehen an Markus – und wer mehr geben will als den normalen Preis, ist herzlich willkommen das zu tun. Wer auch ohne Schwitzhütte helfen will, möchte sich bitte per mail bei uns melden, dann geben wir gerne Markus´ Kontodaten bekannt.

Es ist ein Kreis für Markus der Bewegung bringt.

Benefiz – Schwitzhütte am 30.5.2019 Beginn 14 Uhr

Anmeldung bitte telefonisch: 0043 664 734 99 226
Kosten € 63.- / Person. Zusätzliche Spenden sind herzlich willkommen!

 

Danke für Eure Unterstützung und fürs teilen!
Heidi und Georg

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Abgründe

Manchmal steht man vor einem Abgrund. Schockstarre. Panik. Kein Schritt nach vorne scheint und ist mehr möglich. Die Angst vor dem Fall, mehr noch vor dem Aufprall dort unten am Grund, ist lähmend. Also warten. Dann das Warten darauf, dass der Abgrund sich irgendwie schliesst, was er von Natur aus natürlich nicht und nie tun wird. Oder aber, der Rückschritt, also zurück zum Ausgangspunkt, mit der wagen Hoffnung im geistigen Gepäck, dass bis zur neuerlichen Ankunft an diesem schrecklichen Ort, sich der Abgrund zur sanften Ebene und einem geradem Weg verwandelt haben möge – auch das – eine Hoffnung, die sich nicht erfüllen wird. Vielleicht kommt man dann ja auch an etwas anderer Stelle am Abgrund an und er scheint einem ganz verändert und neu, aber er wird trotzdem der selbe sein, nur leicht anders eben, wegen der Zeit die vergangen ist. Abgrund bleibt aber eben Abgrund.

Manche richten sich auch gut ein, da am Abgrund. Sie sitzen zitternd auf schmaler Kante, fühlen sich als ewiges Opfer des Abgrundes, als Pechvögel, als schwarze Schafe, als der ewige Verlierer. Da drängt es sich auf, dem Abgrund die Schuld und somit auch alle Macht zu übertragen. Aber der Abgrund an sich tut ja gar nichts, er ist genaugenommen einfach nur da! Er denkt ja nicht der Abgrund, er ist ja absichtslos, weil er ja genaugenommen nur ein Nichts ist, ein Nicht-Weg sozusagen – eben das Ende des bisherigen Weges, eine massive und nötige Korrektur der Richtung. Das “Nicht-Weg-Sein” ist ja nur Eigenschaft aber nie Absicht! Es ist auch keine Bosheit des Lebens! Dennoch mault man auf dieses Nichts ein und projiziert mit aller Phantasie derer man fähig ist, die wildesten Szenarien in die dunkle Tiefe. Damit kann man auch seine Lebenszeit verbringen, ganz ohne Zweifel – ob es aber wirklich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. So wird einem der Abgrund zum Feind. So personalisiert man ihn, denn das Nichts ist die beste Leinwand, auf die man den eigenen Film des ewigen Elends ganz prima aufspielen kann, wieder und wieder, ein halbes oder ganzes Leben lang.

Man fürchtet den Abgrund und, das ist das paradoxe daran, je mehr man ihn kennt um so mehr fürchtet man ihn! Es wird nicht besser, nur gewöhnlicher weil gewohnt, nur alltäglicher weil alle Tage, nur immerwährend weil dauernd. Da kommt man auch nicht so rasch auf rettende Ideen die Sinn machen würden. Da werden selbst die besten Ratschläge von aussen, vor allem die guten, also jene die Bewegung in die Sache brächten, gleich und ohne Denken in die Tiefe getreten. Da ist Hilfe schwierig, weil jener, der sich da ganz nahe dem Abgrund in seine Nische kauert, ja vor jeder Bewegung Angst hat – denn jede Bewegung könnte den Sturz zur Folge haben. Also krallt man sich an den Rand des Abgrundes, macht ihn sich unbewusst zum Lebensinhalt. Schnell ist man nicht mehr fähig sich zu erheben. Es schwindelt einen und raubt den Atem – und wehe da kommt jemand und hilft wohlwollend auf die Beine! Da muss man dagegen tun, weil man zu fallen glaubt! Lieber sich in die schmale, dunkle Kuhle schmiegen die man sich gegraben hat, als aufzustehen!

Dennoch gäbe es eine Lösung! Doch diese zu vermitteln ist oft leider nur allzu schwierig. Das kennen wir doch: man versucht zu helfen, man sieht sogar die Brücke die da über den Abgrund führen würde und ist sie vielleicht selbst bereits gegangen! Und diese Brücke ist gar nicht so weit entfernt! Manchmal ist sie so nahe, dass es einen schmerzt, da man das Gegenüber nicht zum Aufstehen zu bewegen imstande ist! Man zerrt den anderen hoch, aber seine Knie sind wie aus Wasser! Man greift unter die Arme, aber der andere macht sich unglaublich schwer und wehrt sich sogar, erkennt im Helfer fälschlicher Weise eine Gefahr, wettert und zetert gegen einen wie gegen einen schlimmen Feind!  Man versucht mit aller Kraft des Argumentes zu stützen, doch der andere krallt sich in den Boden, macht sich schwer, lässt sich fallen, wieder und wieder, schmettert einem nur ein “nein!” entgegen und reibt einem Hände voller bewährter Ausreden in die Augen. Dabei wären es oft nur ein paar Schritte am Rande des Abgrundes entlang! Nur wenige Meter die es zu überwinden gälte, natürlich und verständlich den Abgrund an der Seite, klar auch beängstigend weil der Pfad so elend schmal ist! Oft sind es bloss wenige lächerliche Schritte bis zur Brücke die den Abgrund überspannt! Einmal nur aufstehen! Einmal nur sich erheben und sich umsehen um zu erkennen, dass die Landschaft über die man sein Leben lang wandert, voll von Abgründen ist und jeder Abgrund, jeder erzwungene Halt zwingend nötige Veränderung und Entwickluung bedeutet und jeder, wirklich jeder Abgrund seine ganz eigene Brücke hat! Auch die letzte Brücke ist ja da, die vom Jetzt zum Danach, von einem Leben ins andere, von Geburt zu Geburt!

Wenn man sich nur endlich erhebe, man würde bereits im Aufstehen erkennen, dass diese Übergänge wahre Chancen sind! Man würde die Werkzeuge, die alten, die guten und bewährten nutzen! Man würde mit Freude, ganz im Sinne gelebter Spiritualität die Arbeit an sich nicht scheuen! Man träte bewusst und freudig in jene heiligen Räume, welche die Brücken markieren! Die Schwitzhütten, die Rituale, all das was uns eine uns liebende Schöpfung an die Seite und ins Herz gelegt hat damit wir lernen, werden und sein dürfen, ist uns bereits gegeben! Und wie sehr muss eine schöpferische Kraft uns lieben, um uns einen Abgrund vor den Füssen aufzutun, damit wir nicht auf verbrauchtem Wege weiter fortschreiten! Wie gross muss diese Liebe sein um uns ein manchmal auch schmerzvolles oder erschreckendes “Halt!” voran zu stellen, damit wir uns weiter entwickeln und zu dem werden was wir an Seele und Herz bereits sind!

Also scheut die Abgründe nicht, weil sie auch Brücken haben! Scheut die Brücken nicht, weil sie uns in neues Land und Leben führen! Und glaubt nicht jenen, die behaupten das Leben selbst sei ein ewiger Abgrund, ein ewiger Fall mit einem tödlichen Aufschlag am Ende – es ist nicht wahr! Hört nicht auf, von diesen Brücken zu berichten! Hört nicht damit auf, jene auf die Beine zu bringen, die da voller Angst am Rande des Abgrundes kauern! Und hört vor allem nicht auf über Eure Brücken zu gehen – sie sind der Sinn, sie sind das Leben selbst!

 

herzlichst

 

Georg

 

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Spiritualität – zur Erinnerung

 

Spiritualität ist nichts für`s Regal. Sie ist nichts was man sich umhängt, nichts wofür man sich bestaunen und begaffen lässt.

Sie ist nicht dafür gedacht die kahlen Wände der eigenen Existenz zu schmücken.

Sie ist keine Auszeichnung, keine Begabung, kein Orden den man sich an die Brust heftet.

Sie ist weder da um dem eigenen Ego zu schmeicheln noch dem der anderen.

Sie ist kein Ersatz für das Leben selbst und sie entbindet nicht von Verantwortung, denn sie will selbst getan und erfahren sein.

Sie ist die individuelle und jedem geschenkte Fähigkeit zur Kommunikation mit der besselten Natur.

Sie ist das was fehlt und ist zugleich alles wonach man sich sehnt.

Sie ist das Selbst, das Du und das Wir.

Sie ist das was wir vergessen haben.

Sie ist alles.

herzlichst

Georg

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Der Wandteufel

Da sind manche gestressten Mitmenschen schon ganz gut drin, da haben sie wirklich Übung, das können sie: Den Teufel an die Wand malen und sich dann wie blöde vor ihm fürchten. Das scheint so eine Art Virus zu sein, der mehr und mehr um sich greift. Oder aber es ist eine neue Sportart, vielleicht sogar einmal Olympische Disziplin –  herzlich willkommen zum diesjährigen “Teufel-an-die-Wand-malen und sich dann vor ihm zu Tode fürchten-Wettbewerb”. So kann man sein Leben verbringen, ohne Zweifel, aber ob das gesund, klug oder schlicht und ergreifend angenehm ist, das ist eine andere Frage. Natürlich existiert da so mancher reale Missstand den man nicht einfach ignorieren sollte, denn die Ignoranz ist auf Dauer tödlich. Aber muss es wirklich sein, dass man zu aktueller und realer Bedrohung, noch neue, ungeheuerliche Szenarien dazu dichtet? Scheinbar muss es sein, es hat Methode und auch einen verqueren Sinn: Denn wer den Teufel an die Wand malt, den ganz persönlichen, der hat sich eine Angst geschaffen, die über allen anderen Ängsten, Sorgen und Nöten steht! Er schafft sich eine Problem dass so übermächtig und gewaltig ist, dass alle anderen Probleme die da einer Lösung harren, ganz ruhig in die Warteschleife gezwungen werden können! Das ist doch bequem! Genial genau genommen! Die selbst erschaffene Ablenkung verhindert dann elegant alles das mit der Lösung “des Banalen” zu tun haben könnte. Was soll ich mich um auch um Arbeit, Wohnung oder Beziehung kümmern, wenn es doch gilt gegen “Sie” oder “Es” zu kämpfen?! Wobei – der “Kampf” ja nur mit Sprech- und Denkblasen geführt wird. Ganze Dämonenverbände werden da angeführt und vorgeführt – eine unendliche Reihe von nicht fassbaren Verantwortlichen dürfen tagtäglich, als sich beinahe nie abnützende Ausrede für das eigene Unvermögen zu handeln herhalten. Alles wird da genaugenommen missbraucht, um das eigene “den Arsch nicht hoch kriegen” zu rechtfertigen. Ja, das klingt jetzt hart, das schrammt das Ego an, die Opferrolle sowieso. Das mag man dann nicht hören. Den Rat, den Fokus auf das Wesentliche und Reale zu lenken, den kann man sich meist sparen, denn er wird nicht gern gehört, es ist schade um ihn, drum gehe ich weit sparsamer damit um als früher. Auch ich will keine Energie verschwenden, und keine Zeit – es gibt besseres zu tun.

Der Wandteufel ist ja überall. Auch der fremdgemalte. Die plakatierte Angst. “wer jetzt nicht kauft, der kauft dann teuer!” oder aber: “wer den Boom verpasst bleibt über!” denn wer nicht aufspringt auf den Marketing-Zug, der da angeblich Richtung Traumhaus, Traumvilla, Traumpartner, Traumkind und Traumhund fährt, der bleibt zurück am Bahnhof des Präkariates! Das droht einem mitunter schon das Hirn etwas zu, das sich ständig (den kichernden Wandteufel im Hintergrund) vor der Zukunft fürchtende. Darum JETZT investieren! Darum JETZT schon mal einkaufen und sich eine Basis schaffen eine massive! Virtuelle Währungen, virtuelle Erfolge, virtuelle Karrieren einer virtuellen Welt! Jetzt! Und wer nicht jetzt, also sofort und ohne grosses Bedenken und Behirnen sich einbringt, der bleibt der Niemand der er ist, auf ewig, immer und dauerhaft! Wer nicht mitmacht (oder nicht mitmacht beim nicht-mitmachen) bleibt über, beibt der Depp, der Dödel, der Unbelehrbare, das Schaf usw. Das schreit der Wandteufel schön bunt und manchmal statistisch-pseudo-wissenschaftlich untermalt – manchmal flüstert er es nur. Mal ehrlich: Er erwischt doch meistens Jene, die ohnehin schon ans Hungertuch, auch ans geistige gewöhnt sind. Es fallen ihm, dem Wandteufel doch eh nur jene zum Opfer die schwach sind, die nicht widerstehen können, also jene die sowieso nichts zu verlieren haben da sie eben nichts haben was es zu verlieren gälte. Aber: Beides stimmt nicht. Er erreicht auch die Schlauen (vor allem jene die sich dafür halten) und zu verlieren gibt es immer etwas, denn wenn das Materielle aufgebraucht ist, hat man die Freiheit ohnehin bereits verloren und vor allem eines: sich selbst aus den Augen!

Der von anderen vorgemalte Wandteufel ist zwar gefährlich, aber am gefährlichsten ist immer noch jener, den man sich in langen (meist einsamen)  Stunden selber an die Wand klatscht! Denn wer kennt die eigenen Ängste besser als man selbst? Wer ist fähiger den perfekten Wandteufel, also den individuellen und perfekt auf einen selbst abgestimmten, an die Wand zu bringen, als man selbst? Die Vorstellung zu der man fähig ist kann rasch zur Projektion werden! Und wenn sie dann so da steht und so tut als ob sie wahr wäre und echt, da ist man schon Teil der eigenen Inszenierung – und das perverse daran: man weiss es nicht einmal mehr! Man hat vergessen dass man selbst der Maler war! Man sieht nicht mal mehr die Farbe an den eigenen Händen! Man tut als wäre er, der Wandteufel ganz von selbst aus dem Verputz gekrochen und hätte sich böse und ganz heimlich breit gemacht! Dabei hat man doch so nach ihm gesucht! Warum gesucht? – na weil die Ausreden, die realen irgendwann nicht mehr gegriffen haben und weil die Schuld an der Misere ganz bei einem selbst lag und liegt, samt all der Verantwortung die damit einher ginge! Es musste eben was neues her, was mächtiges, die Atombombe aller Ausreden! Da ist Feuer am Dach, aber man löscht nicht den Brand, sondern spritzt verbissen Weihwasser gegen die dampfenden Wände, um jenen Teufel abzuwaschen den man dafür verantwortlich macht. Man könnte darüber lachen wäre es nicht so bitter ernst und nicht so brand gefährlich, denn noch jeder Krieg, auch der gegen sich selbst, hat so begonnen: mit dem gemalten Teufel an der Wand!

Wir finden ihn überall den Wandteufel, überall wo man will, man projiziert ihn vor allem in die dunklen Ecken der eigenen Existenz und auf die nicht genutzen Flächen des eigenen Lebens das man als Wohnung zu Geschenk erhalten hat! Und dann, wie in einem schlechten Horrorfilm, flüchtet man vor der bösen Malerei. Das heisst: wegrennen, stehenbleiben um zu sehen ob man wohl nicht mehr verfolgt wird, dann weiter rennen (möglichst laut kreischend, damit die Umgebung weiss dass man ganz was wichtiges zu tun hat) und wieder stehen bleiben um den Fokus wieder nach hinten zu lenken, also die Projektion zu überprüfen und ggf. zu verbessern, nur um dann laut kreischend die panische Flucht fortzusetzen. “seht mal – ich bin ein Verfolgter, ein Opfer, das ist Sinn meiner Existenz, darüber definiere ich mich neuerdings…”  Mich erinnert es an eine Szene aus einem (oder jedem) Film in der jemand flieht: Man rennt vor dem Zug davon, also vorne her, immer auf dem Gleis bleibend, die feine Sicherheit im Nacken dass da der Zug hinter einem her ist, was einen ja sofort ungemein wichtig macht und dem atem- und hirnlosen Gerenne erst einen tieferen Sinn gibt. Bleiben wir kurz bei diesem Bild: Der vom Zug verfolgte, also das Opfer. Und jetzt nehmen wir mal den Zug weg. Oder aber, wir lassen den vielleicht sogar zu recht Fliehenden (weil die gefahr ja ernst genommen und empfunden ist)  die Gleise verlassen. Und selbst wenn er die Gleise verlässt, könnte der Zug auch real sein aber endlich auch klar wahrgenommen werden! Besser sogar als zuvor, da er einem bedrohlich im Rücken war! Allein, Rolle spielte er keine mehr, zumindest keine die eigene Existenz bedrohende oder sich über ihn definiernde. Er würde zum lösbaren/gelösten Problem, zur vielleicht schmerzhaften oder enttäuschenden Episode.

Der Wandteufel braucht ja vor allem eines um zu sein: eine Wand! Und es liegt an uns selbst ob wir ihm diese Wand zur Verfügung stellen oder eben nicht. Er kann sich ja nicht an nichts klammern und er bedient sich von all dem was wir ihm auch (oder vor allem) unbewusst zur Verfügung stellen. Wir selbst sollten entscheiden was in unsere Wohnung Leben an die Wände kommt! Wir sind es ja die ihn letztlich  kreieren, vor allem unser übereifriges Ego in Tateinheit mit unserem meist etwas vermüllten Unterbewussten! Er, der Wandteufel, braucht ja Material um zu sein! Auch darum die Schwitzhhütten, die uns reinigen, die nicht viel über lassen aus dem er entstehen könnte! Darum das Ritual, die energetische Arbeit an uns und das Ziel ganz ohne ihn auszukommen und das was zu tun ist aus reiner Notwendigkeit heraus anzugehen und nicht aus Angst! Denn wer aus eigenem Antrieb heraus agiert, mit klarer Sicht auf das Notwendige, der kann auf eigene und fremde Wandteufel leicht verzichten, da ihm die Motivation aus der reinen Möglichkeit der Selbstwerdung erwächst und nicht aus Angst! Wenn wir unseren Fokus, unsere Kraft und somit Energie auf das Wesentliche, also auf unser Wesen, unser Selbst lenken – dann entziehen wir jedem Wandteufel die Macht! Wenn wir uns, im Dunkel der Schwitzhütte wieder finden, wenn wir lernen wie unsere Lebensenergie strömt, wenn wir begreifen dass wir im Verbund mit unseren Ahnen, den Geistern, mit allen Elementen um uns und in uns zum Flusse selbst werden können – dann wird uns der Wandteufel, den wir noch zuvor auf jede sich uns bietende freie Stelle unseres Lebens gepinselt haben, so fern, blass und fremd dass wir ihn ganz vergessen dürfen, weil er keinerlei Funktion mehr erfüllen könnte die uns auch nur im geringsten nützlich wäre.

Es ist gut wenn man seine Wände kennt und die Teufelchen die man drauf gepinselt hat – und wenn man versteht worum es geht, wenn man einen neuen, anderen und besseren Weg einschlägt, der so etwas mit sich führt wie einen “Grundakkord aus authentisch gelebter Spiritualität”, dann hat man eine gute Chance die Wände wieder weiss zu bekommen und hell und klar! Dann endet was uns belastete, dann wird der Blick, das Herz, die Seele und der Geist wieder frei! Dann wird der Weg und das Leben zu einem grossen Wunder, das erlebt, erfahren und berichtet sein will! Dann wird man selbst zum guten Buch, eventuell sogar zum Vorbild und zum Vorreiter einer Gesellschaft ohne Angst!

 

herzlichst

 

Georg

 

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