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Der Tod gibt keine Autogramme

Das Leben ist kein Theaterstück, der Tod ist kein Schauspieler, der Mensch ist kein Statist und die Welt ist keine Bühne. Wenn man das begriffen hat und da gehört schon ein wenig kritische Selbstbetrachtung dazu, dann stellt sich das Leben einem in ganz anderer Konsequenz und neuem Kontext dar. Nicht dass diese Sichtweise einen in die totale Depression zwingt, nein das absolute Gegenteil ist der Fall! Denn mit diesem beherzten Blick auf die Existenz, vor allem die eigene, erschliesst sich einem das “Wunder Leben” ganz neu! Das hat auch nichts Bedrohliches, denn die Bedrohung existiert ja nur auf der Bühne, innerhalb einer allgemeingültigen und von allen akzeptierten Inszenierung. Ausserhalb des ganzen (Affen- bzw. Primaten-) Theaters stellt sich die Welt ja als unendliches Wunder dar! Die Szenarien der Bedrohung schreiben wir immer schon selbst ins Stück! Und nur innerhalb des Stückes haben diese Bedrohungen auch Wirkung und Gültigkeit. Doch die Mauern des Theaters verwehren den Blick.

Natürlich ist es beiweitem einfacher, bequemer (weil gewohnt) innerhalb der Inszenierung seine achso wichtige Rolle zu spielen. Wahrer wird das ganze dadurch nicht, selbst wenn wir uns bemühen, unserer Rolle absolut gerecht zu werden. Gelernt haben wir sie ja von unseren Eltern, Erziehungsberechtigten, in unseren Konsumentenerzeugungseinrichtungen (sprich Schulen) und in dem was man “Gesellschaft” oder “System” im Allgemeinen nennt. Es sind übernommene Rollen in die man sich fügt, weil man es nicht besser kennt oder weiss. Die Frage nach Schuld ändert nichts.

Egal welches Stück gerade aktuell gegeben wird, am Ende siegt immer der Tod. Und mit seinem Sieg fällt der Vorhang ganz ohne wenn und aber. Da gibts auch keine Autogramme. Nix. Nur eine kleines Nebenstück im Stück. Die Bretter die die Welt bedeuten werden dann zum einsargen verwendet. Affe tot, Klappe zu, allgemeine Betroffenheit und grosses Erstaunen über das Ende, welches aber von vorneherein klar war. Ist ja nix neues, das mit dem Sterben und dem Tod und dem “in die Grube fahren”. Manche hoffen ja auf ein besseres Stück wenn der Vorhang wieder aufgeht, aber was da dann am Spielplan steht weiss genaugenommen niemand. In der Pause gibts Getränke und den Gang zur Toilette, vielleicht auch Popcorn aber das Theater zu verlassen ist nicht mit im Plan.

Also Unsterblichkeit als Alternative? Was wäre denn das Leben ohne den Tod? Länger. Mehr aber auch nicht. Und irgendwann vielleicht sogar elend langweilig. “Ewiges Leben” klingt ja schon irgendwie verlockend. Aber: “Lange” ist ja schon lang, aber “ewig” ist wirklich elend lang, also immer, ohne Unterlass, dauernd sozusagen. Alternativen? Natürlich! Gibt es! Aber da muss man umdenken und zwar gehörig und mit diesem Umdenken beginnt ein Prozess des Verstehens von Begriffen, die man vielleicht bis dato relativ locker gehandhabt hat ohne eigentlich zu wissen was sie sind! (nein, nicht “bedeuten” das ist was anderes)

Denken wir mal an “Unendlichkeit”, aber nicht im Sinne von ewiger Wiederkehr oder gar körperlicher Unsterblichkeit. Nehmen wir den Begriff mal bei den Hörnern, also ernst, dann meint es ein “Wirken in uns” oder, für die technisch Veranlagten: “das nicht-verloren-gehen von Information und Energie”. Das trifft es am ehesten. Und vielleicht kann man sich mit seinem Verstand darauf einigen, dass der Körper als perfektes Vehikel dient, um Information und Energie zu sammeln und die Seele so etwas wie ein echt grosses Speichermedium ist. Dann macht das SEIN schon Sinn. Dann macht auch dieses TUN einen Sinn! Denn vieles an Technik, vor allem jene welche unverfälscht geblieben ist, dient eben diesem Sammeln von Information und Energie und dem Gesunderhalten des Körpers, der uns ja eine gewisse Zeit lang gut und gerne dienen sollte. Auch dass wir unser Vehikel den Körper fit und gesund erhalten, ihn gegebenen Falles heilen, macht so viel mehr Sinn. Denn speziell wenn es um Heilung geht, muss man sich eine ganz essentielle Frage stellen: Wofür? Also, WAS zum Geier täte man denn mit dem geheilten Körper? WOFÜR würde man ihn nun, da er geheilt ist denn am sinnvollsten verwenden? Wenn nicht dafür dem Sinn unserer Existenz nachzukommen um Information und Energie (was ja das selbe ist), ja wofür denn dann? Dafür um weiter zu machen wie bisher? Wenn wir Heilung erfahren sind wir in einer Bringschuld! Jetzt zeigt es sich ob wir begriffen haben worum es geht! Jetzt wird es offenbar ob wir imstande sind einen Weg einzuschlagen, der richtig und klug und wesentlich ist! Jetzt wird klar, ob wir bereit sind uns fundamentaler Wahrheit zu stellen und zu lernen, denn jetzt, geheilt und wieder in der Kraft, hätten wir auch die Voruassetzungen dazu geschaffen!

Wenn ich behandle, also versuche in Zusammenarbeit mit meinem Klienten einen natürlichen Zustand wieder herzustellen, dann ist das Ziel immer dass er oder sie auch mit dem erreichten Zustand etwas Vernünftiges anzustellen weiss. Natürlich gelingt das nicht immer oder sofort auf Anhieb, denn jeder entscheidet letztlich natürlich selbst, was mit dem geheilten System getan werden will. Der Eine freut sich über seinen Heil-Sein und fährt voller Elan gegen die nächste Wand, wie bisher eben auch, ganz noch im Glauben der alten Rolle entsprechen zu müssen, um nochmal neu anzufangen. Der Andere lenkt radikal um, wirft das alte Drehbuch fort und entscheidet sich für einen anderen Weg – den Weg der Selbsterfahrung. Der Eine kommt zu mir oder in die Schwitzhütte wenn der berühmte Hut mal wieder lichterloh in Flammen steht, der Andere kommt wieder und wieder, ganz ohne zwingende Symptomatik und einfach aus dem Wunsch und Drängen heraus, sich weiter zu entwickeln. Nicht jeder will an die Wand fahren, nicht jeder braucht den brennenden Hut, nicht alle warten darauf dass die Symptomatik einen schmerzhaft in die Knie und von der Alltagsbühne zwingt. Auch hier: jeder tut was er vermag. Das ist keinerlei Wertung. Es ist schlicht das Beleuchten zweier möglicher Varianten mit dem “Geschenk Heilung” umzugehen.

Da es in meiner Arbeit so gesehen immer um Leben oder Tod geht, braucht es auch entsprechende Ernsthaftigkeit. Da es ja um das Leben des Anderen geht an dem man kurzzeitig teilhaben darf, ist es ethisch nicht vertretbar hier den Bespasser zu geben (was einen natürlich manchmal sehr sympathisch machen würde)! Da es hier um wirklich Wichtiges geht, und was gäbe es schon wichtigers als das eigene Selbst, ist es vollkommen klar dass eine Verwässerung der Werkzeuge die man zu treuen Händen erhalten hat, niemals sein und zugelassen werden darf! Die Dinge sind was sie sind! Und wie bei einem guten Werkzeug will es eben entsprechend verwendet sein! Man kann aus einem Schraubenzieher keinen Schraubenschlüssel machen – selbst wenn das angenehmer wäre und jene Schraube um die es geht unberührt bliebe, wäre das Werkzeug absolut nutzlos, egal mit welchem Aufwand, oder wie bunt und wunderlich glänzend man es gemacht hat! Es wäre seiner Funktion beraubt, zerstört, entstellt, profanisert und seiner Kraft verlustig gegangen! Es wäre tot. Man wäre am Ende des Stückes angelangt und schon wieder in der nächsten Aufführung gelandet.

Wenn wir aber die Werkzeuge in ihrer Natur belassen und verwenden wie sie konzipiert sind, wenn wir sie pfleglich behandeln, wenn wir die Räume in denen sie Anwendung finden als heilge Räume achten – wenn wir uns um Wahrheit und Authentizität bemühen, das Wunder im Blick, die Kraft und die Klarheit im Herzen – dann, ja dann schaffen wir Unendlichkeit in uns! Dann fällt kein Vorhang, und kein Stück endet, weil es keines mehr gibt! Dann beginnt Wahrhaftiges sein! Dann endet das Wort weil es Fleisch und organische Erfahrung geworden ist! Dann beginnt wirkliches Sein und die Freude über das Erreichte ist ein Fest! Es ist das Ende der Inszenierungen und der Verkleidungen! Es ist das Ende der sinnfreien und wirkungslosen Bespassung! Es ist das AUS für Egospielchen und Rollenwechsel! Das Theater bricht zusammen, wird zum Staub aus dem es gemacht worden ist und über all dem Ende strahlt eine neue Sonne ins nun offene Herz! Das ist der letzte Akt! Da fällt alles an Maske ab! Da steht man da und IST – und man ist nicht seine Rolle, spricht nicht den aufgezwungenen Text und wartet nicht auf das Geklatsche aus dem Dunkel der Zuschauerränge! Hier beginnt das wahre Leben. Hier werden wir Vision! Hier wirkt Unendlichkeit in uns! Hier erfährt die Seele wahre Heimat!

verlasst die Bühnen und Theater – denn da draussen scheint die heilende Sonne, da fällt der reinigende Regen und da weht der wahre Wind der Erkenntnis!

 

herzlichst

Georg

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Hypegesellschaft

Woran man einen “hype” erkennt? Das hat was von Silvester. Hypes sind wie Silvesterraketen: Eine recht kurze Lunte, dann geht das Ding hoch, alles gafft, dann der grosse Knall und ein feines, buntes, kurzzeitiges Feuerwerk – ein Spektakel das mal eben die Nacht zum Tage macht. Dazu viel Gestaune und Geklatsche. Dann kommt das ganze natürlich auch wieder runter und ist eigentlich für nichts mehr zu gebrauchen. Die ausgebrannte Hülse liegt dann in der Gegend rum und mancher nimmt, nachdem er sich die Asche aus den Augen gewischt hat und um die Pause bis zum nächsten Event zu überbrücken, das tote Teil nochmal auf, wirft es in die Luft und wartet auf das “bumm” und das “fzzz” – aber es kommt nichts mehr.

Wir leben in einer “Hypegesellschaft” in welcher eine bunte Feuerwerksrakete die nächste noch lautere und noch buntere ablöst. Es geht beinahe Schlag auf Schlag, pausenlos und alles starrt, atemlos, das Genick schon wie versteinert nach oben, fast taub vom ständigen Geknalle ringsrum, aber immer in freudigster Erwartung des nächsten kurzlebigen Spektakels. Das bedarf einer kritischen Betrachtung!!

Alles spielt sich dort oben ab, unerreichbar weit über den Köpfen der Zuseher und niemand schaut mehr auf den Boden der Realität, welcher übersät ist, von all den ausgebrannten Raketchen und so manchen qualmenden Rohrkrepierern. Wie schnell man vergisst, wie rasch man verdrängt, wie gut man darin schon ist die Enttäuschung durch die Vorfreude auf den nächsten bumms und das Aufflackern neuer Projektionen zu überspielen! Das Nichts verspricht alles, halten tut es was es ist – nichts!

Was man nicht mehr wahrnimmt, sind jene Schlauen und Schnellen im dunklen Hintergund, welche ein gutes Geschäft mit all den Böllern und Raketen machen. Was man auch nicht sieht oder nicht sehen will, sind deren willige Handlanger, die ebenfalls gegen Gebühr nun stolz das Feuer an die Lunten legen dürfen, ganz im Bewusstsein, dass da nichts an Nachhaltigkeit in den Himmel geschossen wird, oder gar fest überzeugt davon etwas ganz aussergewöhnlich Gutes zu tun und Teil eines grossen Ganzen zu sein – auch sie betrunken vom Spektakel, irregeführt von leerer Versprechung der man aus einem persönlichen Mangel heraus gerne anhängt. Sie handeln in der Hoffnung auf ideellen (auch spirituellen) oder nicht selten materiellen Gewinn und sind doch selbst die Betrogenen.

Was die Zuseher und Luntenanzündebeauftragten, also all die Teilnehmer der Inszenierung, allzuoft ausblenden ist, dass all das ihnen selbst auf den Kopf fallen wird, und dass man, die Nase im Himmel und knietief in der Asche der ausgebrannten Hinterlassenschaften der Hypegesellschaft kaum noch imstande ist, einen Fuss vor den anderen zu setzen. Man steht und gafft und beklatscht das Schauspiel und sich gegenseitig. Die Erfinder und Lenker des Ganzen sind da schon weit ab in sicherer Entfernung, auf dem Weg zum nächsten Event, denn sie wissen dass das was da vom Himmel fällt ganz ohne Wert ist. Was für die so Verlassenen Akteure bleibt ist was es war: der Schein, dessen Verpackung und die bittere Gewissheit mehr oder weniger aktiver Teil des nun abgebrannten Feuerwerkes gewesen zu sein. Den temporären Gewinn freillich haben Andere – und die planen schon den nächsten Hype.

Wer sich aber nicht einfangen lässt von all dem bunten Getöse, wer das Schlachtfeld verlässt auf dem zähnefletschend um jeden zahlenden Zuseher gekämpft wird, der tritt auf freies Feld, der spürt und sieht das lebendige Gras unter den Füssen! Wer sich endlich abwendet von all dem bunten Gelärme, der beginnt wieder zu hören was Natur, Welt und Seele für ihn als Botschaft bereithalten! Wer sich aus dieser gaffenden und betörten Masse löst, der findet wieder wirkliche Richtung und betritt neugierig und froh die alten Wege – jene Wege die da sagen “komm und schau, höre, fühle, erfahre, werde und sei!”

Es liegt an jedem selbst und wir entscheiden uns jeden Tag auf`s neue. Das ist die grosse Freiheit die wir zu Geschenk bekommen haben: Die Möglichkeit der Wahl worauf wir unseren Fokus lenken!

herzlichst

Georg

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Türe zu und ab

Manchmal ist es einfach so, da will eine Türe geschlossen sein. Man fühlt das ja schon lange vorher, weil es zieht und es einen kühl schaudert. Es mag vielleicht gegen den “guten Ton” sein und nicht im Sinne einer labberigen Licht-und-Liebe-Ideologie, aber manchmal ist es einfach nötig! Dann zu mit der Türe, auch wenn es vor der Nase des anderen ist, auch wenn derjenige zurückschreckt und dann noch lange fluchend und flennend gegen die böse Türe hämmert. Manchmal macht man Türen zu, weil jene die da heindrängen ins eigene Gehäuse einem schaden, weil sie einem schon beinahe auf die Füsse treten, oder sobald sie drinnen sind, nur Verwüstung und Verwirrung hinterlassen. Manchmal ist es einfach nötig, schon aus reiner Selbstachtung, jeden Kompromiss zu verweigern und einfach zu sagen dass hier jetzt mal Ende ist! Das tut ganz gut, selbst wenn es denjenigen, dem man da die Türe scheppernd vor der Nase zuschlägt brüskiert und er sich als armes Opfer sieht. Aber wie man sich sehen mag ist doch jedem selbst überlassen! Es ist ja auch die eigene Türe und der eigene Raum und darüber darf man (und sollte man) ja auch selbst bestimmen!

Ist schon klar dass dann gejammert wird, nachhaltig und lange und auch dass man gern und rasch zum “Bösen” geamacht wird. Man hört das ja, wenn auch immer leiser werdend, auch noch durch die geschlossene Tür. Was soll der Andere auch tun? Vor allem wenn da keine kritische Selbstbetrachtung erwartet werden kann, weil aktuell die Emotion die Oberhand hat. Man weiss auch, dass wenn man die besagte Türe wieder nur einen Spalt breit öffenen würde, man in kürzester Zeit den selben Ungemach im Haus hätte wie zuvor! Da macht es keinen Unterschied ob durch die geschlossene Türe hindurch gebettelt, geklagt, verleumdet, geblökt oder gemault wird. Zu bleibt zu! So halte ich das, denn nur diese Haltung bewahrt vor dem Hamsterrad des Übergriffigen. Übrigens, auch das Hamsterrad hat man weiterentwickelt, jetzt ist`s eine Hamsterrolle mit unendlich vielen Spuren und wer hat schon Lust, sich im Sinne herzlicher Versöhnung und all dem was da an emotionaler Trunkenheit mit einher geht, im Handumdrehen auf der nächsten dieser Spuren wieder zu finden – denn selbst wenn die neue Spur eine andere Farbe hat, so ist doch das Rad das selbe! Man mag sich vielleicht auch irgendwann mal neu begegnen und mache Türe öffnet sich dann vielleicht auch vorsichtigst wieder – oder eben nicht.

“Türe zu” meint auch sich wirklich abzugrenzen! Es meint mal die Reissleine zu ziehen, um dem weiteren Raubbau an Lebenszeit ein Ende zu bereiten. “Türe zu” meint auch, dass man sich nicht mehr in das so fein durchdachte Spiel des Anderen zwingen lässt! Der Ausstieg ist legitim wie der Hinauswurf auch! Klingt irgendwie nach “unversöhnlich” oder gar “radikal” –  Nein, das ist es keineswegs! Das nennt sich schlichtweg “gesunder Abstand” aber ohne das ständige Bedürfnis, sich wieder und wieder neu und wohlig arrangieren zu müssen – natürlich des guten Einvernehmens wegen, man muss ja … Nö. Muss man nicht. Man hat vielleicht ja auch wichtigeres zu tun und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, hat man es ja auch satt, das selbe Stück nur in anderen Kulissen zu spielen. Das ist elend, vor allem dann, wenn die guten Rollen schon verteilt sind und nur mehr der “gute Depp” als Rolle zu haben ist.

Warum dann die Angst vor dem Schliessen der Türe? Das ist einfach: man scheut die Irritation im Umfeld die dann zwangsläufig entsteht und man will ja geliebt werden weiterhin. Das eigene Ego will ja geschmeichelt sein und man will auch nicht ausserhalb stehen von… ausserhalb? Ja wovon denn eigentlich? Wenn man es genau behirnt (was ein wenig aufwändig aber ungemein hilfreich ist) stellt man fest, dass so manches “sich Ausschliessen” ja genau genommen eine echt beruhigende und befreiende (auch heilsame) Wirkung hat – und zwar auf alle! Bei genauerer Betrachtung erkennt man sogar  dass man sich ja nur der Inszenierung des Anderen entzieht! Klar bringt so ein Verhalten das ganze Stück ein wenig durcheinander und vielleicht braucht derjeneige, dem man da die Türe zugeknallt hat, ja etwas länger um zu begreifen, dass das Brett das er vor dem Kopf hat ja nur meine (!) jetzt geschlossene Türe ist! Aber selbst das ist ja dann nicht das Problem des Türschliessers! Und Probleme, so lange sie nicht die eigenen sind, sollte man denen lassen, die sich darauf spezialisiert haben, die eigene Existenz über eine ewiggleiche Dauerproblematik samt lächerlicher Dramatik zu definieren. Niemand kann da was dafür. Es geht hier nicht um Schuld sondern höchstens um Versäumnisse und Unwissenheit. Trotzdem:  Lasst sie jammern und raunzen. Lasst sie maulen und zetern. Lasst sie ruhig verzweifeln weil ihr Bühnenstück nicht mehr so gut funktioniert! Sie werden ruhiger werden irgendwann und sie erkennen auch vielleicht, dass der gefühlte Schmerz nur vom ständigen Hämmern und Treten gegen fremde  Türen herrührt. Den blauen Zeh lasst euch nicht anlasten, der ist schon selbstgemacht!

Warum ich das schreibe? Nun, unlängst wurde ich in meiner Praxis von einem meiner Klienten gefragt, was man denn tun könne, um wirklich zu vergeben, sich zu versöhnen oder irgend eine liebe Vorstellung von Harmonie zu erzegen, etc. Alle bisherigen Versuche waren ja gescheitert! All die Jahre mit all den ehrlichen, aber Bemühungen waren umsonst gewesen! Jeder Versuch die Tür wieder zu öffnen um zu “geregelten Verhältnissen” zurückkehren zu können, endeten immer invasorisch. Jedes mal ritten die Hunnen plündernd und brandschatzend durch die Bude! Jedes mal ein emotionaler Raub! Jedes mal der selbe Übergriff! Jedes mal verbrannte Erde, Schutt und Asche! Jedesmal das eigene Herz in Flammen und der Kopf im Sand. Jedes verdammte “Vergebungsritual” (was in anderm Kontext natürlich auch Sinn machen würde) war für die Tonne gewesen, weil der Andere da keinerlei Verstand dafür hatte, weil er nicht wollte oder konnte oder durfte! Jedesmal die leergeräumte Wohnung mit Ausreden und Versprechungen an den Wänden zurückgelassen. Jedemal die Hoffung im Postkasten. Jedesmal enttäsucht worden weil zuvor (selbst) getäuscht. Dann sogar noch der Selbstvorwurf dass man “nicht genug getan hätte” usw. usft.  Ich dachte nach, gar nicht mal so lange, aber doch lange genug, dass mein Klient auf eine sehr ausführliche Antwort hoffte. Die Antwort aber war: “lass die verdammte Türe einfach zu!” Das war`s. Das war die Antwort. Punkt. Und kein schlechtes Gewissen, kein “man müsste doch”, kein “aber”. Es war einfach. Und es war klar. Und wahr auch und befreiend obendrein. Und es war offenbar der beste Rat den ich hatte geben können. Richte Deinen Fokus auf Deine Entwicklung. Vergeude Dich nicht!

Wer  aus Angst vor der Einsamkeit die Eingangstüre durch einen Vorhang ersezt, darf sich dann nicht wundern, wenn da ein eisig scharfer Wind durch die eigenen vier Wände pfeifft und alle Wärme nimmt. Also keine Angst davor mal wirklich konsequent dicht zu machen! Das schlimmste das einem geschehen kann, ist ein wenig üble Nachrede, die mangelndem Verständnis geschuldet ist. Man mag vielleicht als “kaltherzig” oder “unversöhnlich” gelten aber mal ehrlich: Konsequenz hat ja viele Namen, da ist für jeden was dabei und jeder übersetzt sich die Welt aufgrund seines aktuellen Zustandes. Schmeisst man die Türe mal ordentlich und konsequent ins Schloss und dreht den Schlüssel drei mal rum, dann geht vielleicht ein Aufhorchen durchs Volk und die Erkenntnis gewinnt Raum, dass man durchaus noch Herr im eigenen Hause ist!

Ich mag das Jammern nicht, die Bettelei, das Gekrieche und halbherzige Geseiere. Ich mag das Energie-Verschwenden nicht, das blind und blöd sein. Ich mag das “Licht-unter-den-Scheffel-stellen” nicht, auch nicht die Selbsterhöhung. Ich mag der eigenen Hände Arbeit. Ich mag das TUN aus eigener Kraft und das SEIN das daraus erwächst. Das braucht Energie und gehaltenen Fokus. Ich mag die Türen die sich öffnen und schliessen, die Übergänge und den Respekt dessen es bedarf um die Schwellen überschreiten zu können. Ich mag es wenn das Wort “Freund” ein wahrer Schlüssel und kein nachgemachter Zweitschlüssel ist. Ich mag die Klarheit einer geöffneten wie einer geschlossenen Türe und alles was dahinter liegen mag. Und ich schätze die Freiheit ganz selbst meine Türe öffnen und auch schliessen zu dürfen.

Wer seine Türe bewusst geschlossen hat, der kann sie dann auch ebenso bewusst jenen öffnen, die er  von ganzem Herzen FREUND nennt – und jene, die einen von Herzen lieben, denen gibt man auch voller Freude, Vertrauen und ganz ohne Furcht den Schlüssel – so als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

 

 

herzlichst

Georg

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Heilung braucht Handlung

Heilung braucht Handlung – so hab ich es gelernt, so habe ich es erfahren. Sich einfach hinzusetzen und zu warten, nun, das ist jene Variante die massig Zeit verbrennt, Zeit die uns dann fehlt. Besser ist es sich aufzumachen und jemanden zu suchen der hilft, der stützt, der das “wie” und das “warum” kennt und weiss wie man tut. Die Handlung, das heilende Tun muss aber von beiden Seiten kommen. Dieses Tun ist meine Aufgabe ebenso wie die desjenigen der sich zu mir in meine Praxis wagt, um endlich einen neuen, heilenden Weg einzuschlagen. Dazu gehört auch das Verständnis von Zusammenhängen. Wird dieses Verständnis nicht vermittelt, so bleibt dem Gegenüber nur der Glaube. Dieser Glaube an “den Heiler” oder an dessen besondere Fähigkeiten (die es ja unbestritten auch gibt) kann aber zu Abhängigkeit führen. Heilende Handlung meint aber, dass man als Curandero (meine Berufsbezeichung in Mexiko wo ich lernen durfte) verpflichtet ist, dem Hilfesuchenden auch Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen er unter kundiger Anleitung wieder selbst sein Schicksal bestimmen kann. Hier ist Wissen Macht – natürlich nur wenn man auch etwas macht, mit dem Wissen das man erhalten hat.

Zugegeben, das ist nicht immer so einfach. Dieser Umstand ist einer Gesellschaft geschuldet die vornehmlich “machen lässt”. Es wäre nur allzu bequem, wenn man da mal eben zur guten Fee gehen könnte, die mal flugs mit dem Zauberstab fuchtelt und alles wäre wieder gut. Doch was hätte man da gelernt? Nichts natürlich und man würde weiter machen wie bisher. Aber man ist ja vom Kurs abgekommen und die Symptomatik zeigt diese Ver(w)irrung mehr als deutlich an! Da hilft keine temporäre also kurzzeitige Korrektur! Und schon gar nichts bringt das Umfärben und Schönmalen einer Realität, die ja genaugenommen diagnostische Funktion hat! Die gemeinsame Schönrederei wäre sogar zutiefst verwerflich und unethisch, weil dieser Weg schlicht und ergreifend als “Beihilfe zur Ignoranz” in Tateinheit mit der Übersteigerung des eigenen Egos bezeichnet werden muss! Da nützt der bunteste Zauberstab nichts, selbst wenn er noch so kunstvoll, möglichst elegant und mit viel esoterischem Trallala geschwungen wird! Manchmal scheinen mir so manche Zauberstabschwinger das Leiden der Heilungssuchenden sogar zu verspotten und das ist mehr als traurig – aber sie wissen es nicht besser, das ist auch schon der einzige Milderungsgrund den man anführen könnte. Und nein, ich ziehe hier nicht gegen die “Esoterik” (oder was man darunter verstehen mag) ins Felde und es geht schon gar nicht gegen Jene, die gut und authentisch, mit Herz, Hirn, wirklichem Wissen, wirksamen Werkzeugen und echter Hingabe zum Wohle ihrer Klienten arbeiten. Ich stelle nur klar was ICH tue, im vollen Bewusstsein dass auch ich nicht perfekt sondern ewiger, neugieriger Schüler bin. Ich stelle es klar um Missverständnisse zu vermeiden bzw. keine Erwartungshaltung zu forcieren, die ich nicht zu erfüllen imstande bin. Ich stelle es klar um Jenen unnötigen Weg zu ersparen, die auf der Suche nach Schuldigen, Beweihräucherung oder Ablenkung vom Wesentlichen sind.

Es braucht schon ein paar Dinge um wieder heil zu werden:

  1. Da ist mal der Mut zur Erkenntnis dass schon länger etwas derat schief gelaufen ist, dass man jetzt eben mit dieser und jener Symptomatik geschlagen ist. Und zu dieser Erkenntnis kommt man kaum wenn man sich damit aufhält ständig neue Schuldige zu finden! So verbrät man wertvolle Zeit die das eigene System so dringend bräuchte, um wieder in Fahrt zu kommen, von der Energie die es kostet gar nicht zu reden.
  2. Dann braucht es eine schlüssige und klare Erklärung der Zusammenhänge! Und diese Erklärung muss einfach (sprich verständlich) aber trotzdem ganzheitlich sein, also von der physischen, über die energetische bis hin zur spirituellen Ebene alles abdeckend. Nur so kann verstanden werden warum es ist wie es ist. Nur so wird letztlich auch die Notwendigkeit begriffen dies und jenes zu tun! Hier braucht es klare Ansagen, kein dehnbares Geschwurbel das man sich (das eigene Ego) zurchtlegen kann wie man es möchte, um eben weiter machen zu können wier bisher.
  3. Ohne Handlung, also bewährte Technik ist natürlich auch keine Veränderung herbeiführbar! Denn das TUN ist immer noch die Mutter alles WERDENS! Nicht mal die Strümpfe ziehen sich von selber an, kein Kühlschrank füllt sich von selbst und keine Haare kämmen sich von ganz alleine. Das ist ja auch das Wunderbare an der Sache, dass wir bei allem Mist den wir so bauen, immer noch die Möglichkeit des richtgen Handelns haben! Auf diese Möglichkeit zu verzichten wäre Resignation auf der ganzen Linie. So siegt man nicht. So bleibt man nur auf falscher Spur. Wenn wir aber wieder handeln, dann kommt Bewegung in die Sache, dann sind Entwicklung und Heilung überhaupt erst möglich! Die Techniken müssen bewährt sein. Der Kranke hat keine Zeit für ewige Experimente die an die Substanz und ans Geld gehen! Da hilft es nichts das motovierteste Versuchshäschen im ganzen Käfig  zu sein!
  4. Was es natürlich noch braucht ist jemand, der das ganze auch sachkundig unter einen Hut bringt! Das heisst sich kundig machen. Das heisst Recherche betreiben und so man fündig wird vor allem die kritische Betrachtung dessen was er oder sie tut (oder vorgibt tun zu können) nicht meiden. Eines vorweg: Ich habe gelernt mir kein Blatt vor den Mund zu nehmen, ganz so wie meine Lehrer, egal welcher Ethnie sie angehören! Da kommt so manches zur Sprache das auch unangehem sein kann, da ist das Verlassen der Komfortzone vorprogrammiert! Auch braucht es Regeln und das macht Sinn! Doch keine Angst – es ist das heilende Tun und Lehren das eben eine klare Sprache und Regeln fordert und dort wo diese gesprochen wird, dort wo sich ein gutes Regelwerk in Kombination von Wissen und Werkzeug findet, dort findet dann eben auch heilsames Tun statt – gemeinsam!

Worum es nicht geht: Es geht mit Sicherheit nicht darum es dem Heilungssuchenden recht (und möglichst bequem) zu machen! Es geht darum, zu sagen was zu Sache ist und zu tun was zu tun ist. (wie beim Automechaniker auch) Es geht auch nicht darum den Kranken zu bemitleiden (natürlich ihn zu verstehen) oder sich mit ihm in elender Jammerei oder bei Suche nach Schuldigen (und die finden sich ja immer) zu verbünden!! Es geht nicht darum wieder und wieder die elende traumatische Vergangenheit nach noch mehr Gründen für den Jetzt-Zustand (!) zu durchforsten, denn sie ist VORBEI! Es geht auch nicht darum den Zustand so lange durchzukauen um den Prozess der Diagnose über Gebühr und völlig sinnfrei in die Länge zu ziehen, eine Vorgehnsweise die vor allem dort beliebt ist, wo man nach Zeit abrechnet – “time is money” (more time is more money…). Es geht auch nicht darum, dem leiden eine Bühne zu bieten. Inszenierung ist hier absolut kontraproduktiv – denn es geht um Realitäten und nicht um Zeitvertreib. Auch die Flucht in “angenehmere Sphären” ist hier fehl am Platz. Das mag zwar für den Moment etwas entspannend sein weil man abgelenkt wird, aber es ändert oft zu wenig an jenen Abläufen die im energetischen System weiterhin krankmachend am Werke sind. Natürlich sind Endspannung und Harmonisierung wichtig, auch leichter zu bewerkstelligen, aber im Sinne echter heilsamer Prozesse manchmal leider zu wenig – sie als Teil eines grösseren Ganzen zu verstehen macht aber durchaus Sinn.

Worum es geht: Klare Worte zu finden für das was ist! Tun was zu tun ist und dies möglichst rasch, effektiv und gemeinsam! Es geht darum Werkzeuge in die Hand zu geben, damit der Betroffene selbst und eigenverantwortlich etwas tun kann, um seinen Zustand zu verbessern! Das macht auch Sinn, weil der “Kranke” ja auch 24 Stunden am Tag mit sich zusammen ist – wer währe da als Behandler besser geeignet als er selbst?! Es geht auch darum Räume und Zeit zu bieten (z.B. Schwitzhütten), dass das Getane wirken kann! Und letztlich geht es auch darum zu erkennen dass Heilung und Erkrankung der selbe Weg, aber eben zwei ganz verschiedene Richtungen sind! Es geht darum, ein vielleicht mögliches Scheitern nicht als Rückschlag, sondern sogar als sehr wichtigen korrektiven Punkt auf dem Heilungsweg anzuerkennen, der eine Neuorientierung möglich macht. Die Störung, die Erkrankung, wann und wodurch auch immer ausgelöst haben wir nunmal JETZT – darum wird auch im JETZT getan und nicht im “damals”. Dieses Tun nennt sich “Prozessarbeit” – und Arbeit meint eben Zeit und Weg, meint Aufwand, meint akkurates Tun!

Es geht für den Behandler darum, sich frei davon zu machen wie der Betroffene zu sein hat – denn das steht keinem zu und wäre nur eine egoistische Projektion! Es geht darum, einen Zustand zu erzeugen, der auf allen Ebenen heilsam ist, im Kranken wie im Behandler selbst, denn nur so wird eine Begegnung auf Augenhöhe sicher gestellt sein und nur so entstehen heilige Räume der Handlung, auch der rituellen. Es geht darum zu erkennen, dass Heilung möglich ist und anzuerkennen, dass es nicht immer ganz alleine und aus eigener Kraft geht und man durchaus Hilfe in Anspruch nehmen darf, wenn diese Hilfe authentisch und der “Heiler” erfahren ist! Es geht um eine Chance für beide auf ihrem Lebensweg ein Stück gemeinsam zu gehen um zu lernen und sich zu entwickeln. Es geht immer um alles – also um die Liebe und eben sie ist es die klare Worte, machmal auch harte, verlangt. Denn die Liebe ist die Schwester der Wahrheit und wahre Spiritualität und spirituelle Handlung sind ihre natürlich Sprache! Ich liebe die “alten Techniken”, in denen sich all das zusammenfindet!

Wenn man diese Arbeit tut – und ich tue das schon beinahe dreissig Jahre lang, dann sieht man vieles. Man sieht viel Leiden und viel Freude. Man sieht Menschen, deren Erkrankung oder Probleme sie auf einen neuen, guten und heilsamen Weg geführt haben. Man sieht Veränderung, Fortschritt, Heilung, man sieht Tod und Geburt. Man sieht das ewige Werden und das stete Sein. Man sieht die Bemühungen, das Scheitern, auch das Abgleiten in die alten Fahrspuren ebenso, wie das sich neu Erheben, das Aufbegehren gegen das dumme Ego, das sich über die Diagnose stellen, das Neu-Werden, das wieder In-Die-Welt-Kommen! Man sieht die Freude über die Siege! Man erfährt das Privileg in die Herzen jener zu blicken die sich geöffnet haben, aus eigener Kraft zu der man den Willigen geführt hat.

Das ist “die Heilerei” das ist Curanderismo, das ist Schamanismus – ein Tun, das aus meinem ganz persönlichen Weg zu meiner Mitte erwächst. Es ist für mich ein ganz normaler Beruf, so wie Bäcker oder Installateur und ich versuche meine Arbeit gut zu machen, so gut wie ich kann! Ob es “Begabung” oder “Berufung” ist hab ich nie hinterfragt. Es entspricht wohl meinem Selbst, meinen Urstrukturen und deren Konstellation – darum geht es mir auch leicht von der Hand das “heilen” darum nacht es mir Freude, immer noch, nach all den vielen Jahren, nach den tausenden Menschen die zu mir gefunden haben.  Es ist wie es ist und es ist gut so wie es ist. Darum lege ich auch nicht wirklich Wert ob ich “Schamane” oder “Curandero” bin. Nicht ich habe mich als dieses bezeichnet sondern meine erfahrenen Lehrer denen ich vertraue. Die Bezeichnungen dienen der Orientierung meiner Klienten. Letztlich sind es aber nur Wörter, Synonyme über deren Bedeutung sich trefflich streiten liesse, aber das ist nicht meine Aufgabe in dieser Welt. Ich gebe was ich geben kann, ganz ohne Geheimnistuerei, weil der Weg dem ich mich verpflichtet habe jedem offen steht. Ich vertraue auf die Herzen der Menschen die ja wissen was wertvoll, gut und richtig ist. Es ist keine Frage der “Begabung” ob man diesen Weg beschreitet, sondern eine Frage des Wollens und des Wissens!

Heilung ist ein Weg, ihn zu gehen ist gut weil er uns Schritt für Schritt zum wahren Selbst führt. Er entfernt uns nicht von der Welt und den Menschen sondern bringt uns näher. Wir sollten ihn aber gehen ohne erst den Druck der Symptomatik abzuwarten! Wir sollten nicht warten bis der Hut brennt, bis nichts mehr geht, bis da nur noch ein Strohhalm, der letzte, dasteht und uns verzweifelt hoffen lässt! Wir sollten den Weg beschreiten weil er für uns da ist! Wir sollten den Weg gehen, weil es immer auch um Prophylaxe, Verbesserung des Zusatndes und vor allem um Entwicklung und Selbsterfahrung geht! Wir sollten ihn gehen, weil er uns ruft, weil er uns anspricht, sich uns geduldig anbietet Tag für Tag! Wir sollten ihn gehen, weil er wirklich Sinn und echte Freude macht und uns als Wesen entspricht! Ich bin bereit. Lasst uns ihn gehen! Jetzt!!

herzlichst

Georg

 

 

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Weil jede Hilfe zählt

Es ist uns ein echtes Anliegen!

Hier gibt es nichts zu gewinnen, kein Traumhaus, kein Auto, kein Wohnmobil und keinen Urlaub, sondern nur die Gewissheit wirklich Gutes getan zu haben. Markus zu unterstützen ist uns auch deshalb so wichtig, weil wir ihn als echten Kämpfer kennen und weil wir ihn und seine Famile schon sehr lange Freunde nennen dürfen.

Hier wissen wir auch wohin das Geld geht, dass es direkt hilft, dass es echte Unterstützung bei einer Sache ist, die Markus Schritt für Schritt zurück in ein selbständiges Leben führen wird. Es geht um die Finanzierung dringend nötiger Therapien, die ihm seine Mobilität und seine Sprache wieder geben werden. Hier kann das Wort “Hilfe” zu echter materieller Hilfe werden – denn gute Gedanken sind zwar schön und helfen auf anderer Ebene, bezahlen aber leider keine Therapie. 
Nicht jeder hat das Glück seine Gesundheit und Mobilität ein Leben lang zu behalten. Vieles kann geschehen und wenn ein Unglück einem den Boden unter den Füssen wegreisst, braucht es oft Stütze und Hilfe von aussen. An einem Tag noch gesund und sportlich – am nächsten Tag im Rollstuhl, der Zukunft beraubt, die Mobilität beinahe auf null reduziert und immer auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Das geschieht auch jungen Menschen und Markus ist jung.

Auch die Familie ist da bald an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt, nicht zuletzt durch die finanziellen Sorgen. Da muss umgebaut werden, behindertengerecht. Es muss ein ganz neues Umfeld entstehen für den Betroffenen und wenn das gelungen ist, so ist dennoch nicht alles geschafft, weil leider nicht jede nötige Therapie vom Staat, der Krankenkasse getragen ist.

Und genau um diese nötigen Therapien geht es. Es geht darum, Markus aus Tirol, einem jungen Mann, der ohne eigene Schuld, aus seinem bisherigen Leben gerissen wurde zu unterstützen. Es geht darum, seinen Willen zur Heilung die Möglichkeit der Wirkung zu geben. Es geht darum, jemanden die Chance auf Besserung und Rehabilitierung zu ermöglichen – jemanden, der sich nicht in sein Schicksal gefügt hat, der nicht aufgibt und einen Weg in ein selbständiges Leben gehen will.

Es geht um Geld – und dieses Geld wird unendlich viel Gutes bewirken! Darum diese Schwitzhütte und die Hoffnung dass Viele kommen. Die Einnahmen gehen an Markus – und wer mehr geben will als den normalen Preis, ist herzlich willkommen das zu tun. Wer auch ohne Schwitzhütte helfen will, möchte sich bitte per mail bei uns melden, dann geben wir gerne Markus´ Kontodaten bekannt.

Es ist ein Kreis für Markus der Bewegung bringt.

Benefiz – Schwitzhütte am 30.5.2019 Beginn 14 Uhr

Anmeldung bitte telefonisch: 0043 664 734 99 226
Kosten € 63.- / Person. Zusätzliche Spenden sind herzlich willkommen!

 

Danke für Eure Unterstützung und fürs teilen!
Heidi und Georg

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Abgründe

Manchmal steht man vor einem Abgrund. Schockstarre. Panik. Kein Schritt nach vorne scheint und ist mehr möglich. Die Angst vor dem Fall, mehr noch vor dem Aufprall dort unten am Grund, ist lähmend. Also warten. Dann das Warten darauf, dass der Abgrund sich irgendwie schliesst, was er von Natur aus natürlich nicht und nie tun wird. Oder aber, der Rückschritt, also zurück zum Ausgangspunkt, mit der wagen Hoffnung im geistigen Gepäck, dass bis zur neuerlichen Ankunft an diesem schrecklichen Ort, sich der Abgrund zur sanften Ebene und einem geradem Weg verwandelt haben möge – auch das – eine Hoffnung, die sich nicht erfüllen wird. Vielleicht kommt man dann ja auch an etwas anderer Stelle am Abgrund an und er scheint einem ganz verändert und neu, aber er wird trotzdem der selbe sein, nur leicht anders eben, wegen der Zeit die vergangen ist. Abgrund bleibt aber eben Abgrund.

Manche richten sich auch gut ein, da am Abgrund. Sie sitzen zitternd auf schmaler Kante, fühlen sich als ewiges Opfer des Abgrundes, als Pechvögel, als schwarze Schafe, als der ewige Verlierer. Da drängt es sich auf, dem Abgrund die Schuld und somit auch alle Macht zu übertragen. Aber der Abgrund an sich tut ja gar nichts, er ist genaugenommen einfach nur da! Er denkt ja nicht der Abgrund, er ist ja absichtslos, weil er ja genaugenommen nur ein Nichts ist, ein Nicht-Weg sozusagen – eben das Ende des bisherigen Weges, eine massive und nötige Korrektur der Richtung. Das “Nicht-Weg-Sein” ist ja nur Eigenschaft aber nie Absicht! Es ist auch keine Bosheit des Lebens! Dennoch mault man auf dieses Nichts ein und projiziert mit aller Phantasie derer man fähig ist, die wildesten Szenarien in die dunkle Tiefe. Damit kann man auch seine Lebenszeit verbringen, ganz ohne Zweifel – ob es aber wirklich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. So wird einem der Abgrund zum Feind. So personalisiert man ihn, denn das Nichts ist die beste Leinwand, auf die man den eigenen Film des ewigen Elends ganz prima aufspielen kann, wieder und wieder, ein halbes oder ganzes Leben lang.

Man fürchtet den Abgrund und, das ist das paradoxe daran, je mehr man ihn kennt um so mehr fürchtet man ihn! Es wird nicht besser, nur gewöhnlicher weil gewohnt, nur alltäglicher weil alle Tage, nur immerwährend weil dauernd. Da kommt man auch nicht so rasch auf rettende Ideen die Sinn machen würden. Da werden selbst die besten Ratschläge von aussen, vor allem die guten, also jene die Bewegung in die Sache brächten, gleich und ohne Denken in die Tiefe getreten. Da ist Hilfe schwierig, weil jener, der sich da ganz nahe dem Abgrund in seine Nische kauert, ja vor jeder Bewegung Angst hat – denn jede Bewegung könnte den Sturz zur Folge haben. Also krallt man sich an den Rand des Abgrundes, macht ihn sich unbewusst zum Lebensinhalt. Schnell ist man nicht mehr fähig sich zu erheben. Es schwindelt einen und raubt den Atem – und wehe da kommt jemand und hilft wohlwollend auf die Beine! Da muss man dagegen tun, weil man zu fallen glaubt! Lieber sich in die schmale, dunkle Kuhle schmiegen die man sich gegraben hat, als aufzustehen!

Dennoch gäbe es eine Lösung! Doch diese zu vermitteln ist oft leider nur allzu schwierig. Das kennen wir doch: man versucht zu helfen, man sieht sogar die Brücke die da über den Abgrund führen würde und ist sie vielleicht selbst bereits gegangen! Und diese Brücke ist gar nicht so weit entfernt! Manchmal ist sie so nahe, dass es einen schmerzt, da man das Gegenüber nicht zum Aufstehen zu bewegen imstande ist! Man zerrt den anderen hoch, aber seine Knie sind wie aus Wasser! Man greift unter die Arme, aber der andere macht sich unglaublich schwer und wehrt sich sogar, erkennt im Helfer fälschlicher Weise eine Gefahr, wettert und zetert gegen einen wie gegen einen schlimmen Feind!  Man versucht mit aller Kraft des Argumentes zu stützen, doch der andere krallt sich in den Boden, macht sich schwer, lässt sich fallen, wieder und wieder, schmettert einem nur ein “nein!” entgegen und reibt einem Hände voller bewährter Ausreden in die Augen. Dabei wären es oft nur ein paar Schritte am Rande des Abgrundes entlang! Nur wenige Meter die es zu überwinden gälte, natürlich und verständlich den Abgrund an der Seite, klar auch beängstigend weil der Pfad so elend schmal ist! Oft sind es bloss wenige lächerliche Schritte bis zur Brücke die den Abgrund überspannt! Einmal nur aufstehen! Einmal nur sich erheben und sich umsehen um zu erkennen, dass die Landschaft über die man sein Leben lang wandert, voll von Abgründen ist und jeder Abgrund, jeder erzwungene Halt zwingend nötige Veränderung und Entwickluung bedeutet und jeder, wirklich jeder Abgrund seine ganz eigene Brücke hat! Auch die letzte Brücke ist ja da, die vom Jetzt zum Danach, von einem Leben ins andere, von Geburt zu Geburt!

Wenn man sich nur endlich erhebe, man würde bereits im Aufstehen erkennen, dass diese Übergänge wahre Chancen sind! Man würde die Werkzeuge, die alten, die guten und bewährten nutzen! Man würde mit Freude, ganz im Sinne gelebter Spiritualität die Arbeit an sich nicht scheuen! Man träte bewusst und freudig in jene heiligen Räume, welche die Brücken markieren! Die Schwitzhütten, die Rituale, all das was uns eine uns liebende Schöpfung an die Seite und ins Herz gelegt hat damit wir lernen, werden und sein dürfen, ist uns bereits gegeben! Und wie sehr muss eine schöpferische Kraft uns lieben, um uns einen Abgrund vor den Füssen aufzutun, damit wir nicht auf verbrauchtem Wege weiter fortschreiten! Wie gross muss diese Liebe sein um uns ein manchmal auch schmerzvolles oder erschreckendes “Halt!” voran zu stellen, damit wir uns weiter entwickeln und zu dem werden was wir an Seele und Herz bereits sind!

Also scheut die Abgründe nicht, weil sie auch Brücken haben! Scheut die Brücken nicht, weil sie uns in neues Land und Leben führen! Und glaubt nicht jenen, die behaupten das Leben selbst sei ein ewiger Abgrund, ein ewiger Fall mit einem tödlichen Aufschlag am Ende – es ist nicht wahr! Hört nicht auf, von diesen Brücken zu berichten! Hört nicht damit auf, jene auf die Beine zu bringen, die da voller Angst am Rande des Abgrundes kauern! Und hört vor allem nicht auf über Eure Brücken zu gehen – sie sind der Sinn, sie sind das Leben selbst!

 

herzlichst

 

Georg

 

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