Blog Posts

Energiearbeit

Energiearbeit in Schamanismus und Curanderismo

Ein wenig  Basiswissen

Letztlich ist alles Energie, auch der Mensch selbst, jeder Gedanke, unsere Umwelt, der Kosmos, selbst die Liebe. Sogar ob wir glücklich und gesund sind hängt im Prinzip von der Menge und Qualität der Lebensenergie ab die uns durchfliesst bzw. die in uns gebunden ist. Glückliche Menschen haben in der Regel viel Energie zur Verfügung und sind meist gesund. Unglückliche Menschen, oder Menschen denen Energie fehlt, sind meist kränklich oder zumindest ist ihr (energetisches) Abwehrsystem geschwächt. So könnte die einfache Formel lauten: Unsere Befindlichkeit ist abhängig von der Menge und Qualität der Lebensenergie die uns zur Verfügung steht. Dies ist zugleich eine Logik der man sich nur schwer entziehen kann. Aus dieser Prämisse ergibt sich fast zwangsläufig der Umkehrschluss dass ein zu wenig an Energie, verunreinigte oder schlecht fliessende Energie ursächlich für Krankheit, und seelische Befindlichkeitsstörungen sein kann – eine Tatsache die ein für uns Kopfmenschen schon fast zu einfaches Prinzip impliziert. Immerhin haben wir über Jahre gelernt dass komplizierte Probleme ebenso komplexe Lösungen beanspruchen, was aber der Realität nicht im geringsten entspricht. Der Schlüssel sollte nie komplizierter als das Schloss selbst sein…

Das energetische Prinzip von Glück, Gesundheit und Krankheit ist im Schamanismus und Curanderismo seit jeher bekannt und entsprechend vielfältig, aber einfach, sind die Methoden um in das “System Mensch” heilend, harmonisierend und klärend einzugreifen. Wir wollen uns zuerst den Ursachen und Symptomen in weiterer Folge dann einigen einfachen Techniken “für den Hausgebrauch” sowie  Techniken in der täglichen Praxis eines klassischen Curanderos zuwenden.

Schamanismus

Schamanismus ist das wohl älteste Heilsystem welches dem Menschen zur Verfügung steht. Es ist schlicht die Fähigkeit zur Kommunikation mit der beseelten Natur, die Zwiesprache mit Pflanzen-, Tier- und Ahnengeistern um dem Stamm oder dem Einzelnen heilend und beratend zur Seite zu stehen. Die sichtbaren Dokumente des Schamanentums reichen über Darstellungen der schamanischen Welt auf den Schamanentrommeln Lapplands oder Sibiriens (Sami, Eweken, Tungusen usw.) bis weit zurück in die Frühzeit des Menschen. So finden sich Darstellungen in Höhlen (Lascaux, Südfrankreich) welche steinzeitliche Schamanen im Trancezustand mit Geisttieren kommunizierend zeigen. Weise Männer und Frauen praktizierten schamanisches Tun überall auf dem Globus und tun dies heute noch. Ausgehend von Sibirien dürfte sich der Schamanismus über die ganze Welt verbreitet haben, ist in den unzugänglicheren Gebieten der Erde (z.B. Amazonischer Regenwald, Polarkreis, usw.) noch weitgehend unverfälscht anzutreffen und erlebt auch in unseren Breiten seine Renaissance. Hier sollte jedoch klar zwischen dem authentischen Schamanismus der indigenen Bevölkerung (Naturvölker), weniger wirklich als Schamanen  initiierter Menschen hier in der “zivilisierten” Welt und dem boomenden Neo-Schamanismus unterschieden werden. Dies ist keine Wertung im eigentlichen Sinne nur Orientierungshilfe und klare Begrenzung und Definition mittler Weile überstrapazierter Begriffe. Nur so können Anachronismen vermieden und gefährlicher Scharlatanerie Einhalt geboten werden.

Die eigentliche Energiearbeit im Schamanismus ist archaischer Natur, direkt und meist im rituellen Rahmen, unmittelbar und heftig.

Curanderismo

Im Curanderismo, dem traditionellen Volksheilsystem Lateinamerikas (besonders Mexiko) finden wir eine wirklich ganzheitliche Spezialisierung. Körper, Geist, Seele, Spiritualität und Energetik greifen wie Zahnräder ineinander und treiben ein seit Jahrhunderten immer wieder überprüftes und heute noch überprüfbares Heilsystem an das nicht nur von der armen Landbevölkerung in Anspruch genommen wird.  Die Spezialisten (Curanderos und Curanderas) im Curanderismo reichen vom Schamanen über den Sobador (Energiemassagen), den Vegetalista (Kräuterkundiger), den Spiritisten (Kontakt zu den Geistern) und einige mehr, bis hin zum “Curandero Total” (der Curandero, die Curandera die alle Bereiche beherrscht). Sie bilden gemeinsam 8!) mit der Schulmedizin ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeit und sichern so eine ganzheitliche Formmdes Heilens welches sich bis heute täglich bewährt. Die Ehrenbezeichnung “Don” gibt Aufschluss über die Stellung des Heilers. Einweihungen von Menschen aus anderen Ethnien (Weisse) kommen so gut wie nie vor und jeder Curandero, jede Curandera hütet ihre Heilgeheimnisse wie einen Schatz. So ist es nicht verwunderlich dass Curanderismo in Europa so gut wie unbekannt ist und es kaum wirklich initiierte Curanderos gibt. (mir sind in Europa gerade mal drei bekannt.) Umso mehr bin ich dankbar diese Initiation durch die Mayo-Yoreme erhalten zuhaben und vor allem dafür einiges an Wissen hier weiter geben zu dürfen.

Was authentischer Schamanismus und Curanderismo mit Sicherheit nicht sind: Sanfte Medizin, eine schmeichelnde Reise ins unterbewusste oder gar Möglichkeit der alltäglichen Realität zu entfliehen.

Energie ist alles

Die Menge der Energie die uns durchfliesst ist ein signifikanter Aspekt unser Wohlbefinden, ja unser gefühltes Glück betreffend. Der Energiedurchfluss wiederum ist von bestimmten Faktoren abhängig welche wir zum Teil günstig aber auch ungünstig beeinflussen können. Da in unserer Gesellschaft Energiearbeit bzw. energetische Hygiene wirklich nicht zum alltäglichen Tun und Instandhalten gerechnet werden kann ist  leicht nachvollziehbar weshalb wir mehr oder weniger unglücklich, schutzlos, kränklich und mit zu wenig an Energie ausgestattet durchs Leben wanken. Wir empfinden das Leben an sich als Gefährdung und haben unsere Befindlichkeit von den Umständen abhängig gemacht. Das freut Politik und Wirtschaft gleicher Maßen, denn wer Angst hat ist leicht manipulierbar. Der Populismus in der Politik feiert fröhliche Urständ und die mittler Weile penetranten Produktinformationssendungen (Werbung) im TV wollen uns glauben machen dass, wenn wir nicht täglich dieses oder jenes Produkt zu uns nehmen wir an Farbe, an Schutz, an Gesundheit und Kraft verlieren. Provitamine und Nahrungsmittelergänzung ist derzeit der Renner unter den Firmenneugründungen. Beinahe hat es den Anschein dass wie ohne Lactobazillus, Provitamin und sonstigen Nonsens gar nicht mehr (über-) lebensfähig sind. Die Konzerne reiben sich die Hände und machen ein Milliardengeschäft. Hier werden nur Abhängigkeiten erzeugt sonst nichts. Aber es hängt eben von der eigenen Lebensenergie ab, auch unser Immunsystem ebenso  wie das Nervenkostüm das von Generation zu Generation dünner zu werden scheint. Wenn wir uns darauf einigen dass im Endeffekt alles (und wirklich alles) davon abhängt wie viel Energie wir zur Verfügung haben und welche Qualität diese besitzt, so erwächst draus eine ganz enorme Konsequenz die uns zu eigenverantwortlichem und somit freiem Handeln führen kann.

Es geht uns schlecht wenn wir zu wenig Energie haben. Also wenn unsere Lebensenergie verunreinigt ist (z.B. negative Emotionen) oder sie nicht richtig fließen kann (Blockaden energetischer Natur), bzw. wenn  der Energiekörper selbst dünn und löchrig geworden ist. Meist beginnt alles Übel aber damit dass es an Erdung mangelt, dass unsere “Kontakte” über welche die Energie in unseren Körper ein- und später um in der Erde gereinigt zu werden wieder abfliesst. Das fällt uns nicht auf, zu abgelenkt und mit falschem Prioritätssinn ausgestattet taumeln wir orientierungslos durch den Alltag, im Glauben selbst nichts beitragen zu können, den umständen ausgeliefert und abhängig von den Segnungen der freien Marktwirtschaft.

Wie Energie fliesst. Die Betrachtung im Curanderismo.

Ein Teil der lebensnotwendigen Energie durchfliesst uns ganz ohne unser Zutun beständig. Sie dringt aus der Erde (!) über die Fußsohlen in den physischen Körper ein, steigt über die Waden nach oben bis in die Nieren (“das geht mir an die Nieren”). In den Nieren wird die Lebensenergie aufbereitet und nochmals gereinigt um schliesslich über das Rückgrad weiter nach oben zu strömen. Von dort strömt sie, alle Organe und die Peripherie mit Energie versorgend wieder nach unten und fliesst wieder über die Fußsohlen in die Erde um dort gereinigt zu werden. Auf diesem Wege passiert sie einige neuralgische Punkte an denen es Probleme im Sinne von Blockaden geben kann: Fußsohlen, Hüftgelenke, Nieren, Nacken, Kopf allgemein, Brustbein, Ober- und Unterbauch.

Einen weiteren Anteil der notwendigen Lebensenergie führen wir uns über die Atmung zu. Je bewusster und tiefer wir einatmen umso mehr Lebensenergie strömt in unseren Körper. Die Atmung bewirkt eine Art “Saugbewegung” im gesamten Energiekörper der so mehr Energie aus dem Boden zieht. Starke Raucher verfügen über ein drittel weniger Lungenvolumen, dies kann zu einem zu geringen Energiefluss führen welcher sich unangenehm bemerkbar machen kann. Nicht umsonst finden wir in vielen Praktiken zur Energiegewinnung und deren Manipulation  unterschiedlichster Kulturkreise Atemübungen als meist äusserst wichtige Basis für alle anderen Übungen. (z.B. Yoga, div. Meditationstechniken, Kampfsportarten, usw.)

Schliesslich gewinnen wir unsere Lebensenergie auch aus der Nahrung die wir uns zuführen. So hat unsere Ernährung einen sehr grossen Anteil daran welche Qualität unsere Lebensenergie besitzt. Minderwertige Nahrung, hergestellt aus schnell wachsenden, niederwertigen aber dafür billigen Lebensmitteln enthält entsprechend wenig und qualitativ schlechte Lebensenergie. Wenn man sich die “fast food-gesellschaft” in der wir leben genau betrachtet sind die Folgen erschreckend. Leider ist den meisten Menschen (noch) nicht bewusst dass sie selbst, als mündige Bürger und Konsumenten im Stande wären der Wirtschaft Qualität zu diktieren, aber so lange dies nicht bewusst gemacht wird und das Fleisch im Grossmarkt billiger als Hundefutter ist wird sich an der energetischen und kulinarischen Qualität unserer Lebensmittel nicht viel ändern. das kompensieren wir ja mit Provitaminen, eine unüberschaubaren Menge an Nahrungsmittelergänzungen und dem täglichen “Frühstückchen” dessen “Extraportion gesunder Milch” sich bei genauerer Betrachtung als billigstes Milchpulver von fragwürdiger Herkunft entpuppt. Nur den Geschmacksverstärkern ist es zu verdanken dass das was wir unserem Körper aufzwingen zumindest nach etwas (Undefinierbarem) schmeckt.

Der Energiekörper.

Jedes Lebewesen wird von einem Energiekörper umschlossen, dessen Funktionen Schutz, Abgrenzung, Filterung von Wahrnehmung und der auf uns einströmenden Energie, sowie die Wahrnehmung der Umgebung (auch in spiritueller und energetischer Sicht) sind. Der Energiekörper selbst erstreckt sich im Idealfall in etwa eine Armlänge über den physischen Körper hinaus und bildet die Form eines Eies. Dies ist auch jener Bereich den wir als Intimsphäre kennen und dessen Überschreitung von anderen Personen meist als unangenehme Nähe empfunden wird. Der physische Körper wiederum kann als Projektion des Energiekörpers betrachtet werden woraus sich ein ganze Palette von physischen Symptomen ergibt welche in den nächsten Folgen erklärt werden.

Der Energiekörper verfügt zudem über ein Muster, eine eigene Geometrie welche sich z.B. einem Schamanen der Shuar mit Hilfe der Einnahme von Ayahuasca eröffnet. Jede energetische Behandlung stellt einen Eingriff in dieses Muster dar, jede Verwirrung im Muster zieht eine mehr oder weniger auffällige Symptomatik nach sich. Eingelagert im Energiekörper finden sich bestimmte “Filter” welche festlegen wie und was wir wahrzunehmen im Stande sind. Diese “Filter” oder auch “gesellschaftliche Prägung”, meist über Generationen tradiert, sind ursächlich für die Art unserer Wahrnehmung: So nehmen Kinder ihre Umgebung meist ganzheitlicher wahr als Erwachsene. Sie sind noch fähig, ohne dies ständig in Frage zu stellen oder abzuwägen, mit der beseelten Natur zu kommunizieren. Ihnen ist die “Geisterwelt” für einen leider viel zu kurzen Zeitraum zugänglich, so lange, bis eben tradiertes Wissen den Geist zu füllen beginnt und die Fähigkeit zur wertfreien, ganzheitlichen Wahrnehmung von der widernatürlichen Ideologie des Rationalismus und einer “was nicht sein kann das nicht sein darf” – Mentalität überlagert wird welche am ende ein Leben lang bestehen bleiben wird. Zudem sind Dauerberieselung und ständig wieder erlebte Traumata pathogene Einflüsse welche den Energiekörper auf Dauer “verbeulen” bzw. durchlässig für energetische Erreger (Eindringlinge) machen können.

Abhängig von der zur Verfügung stehenden Menge an Lebensenergie und deren Qualität ist unser Energiekörper: stark oder schwach, ausgedehnt oder eng anliegend, rein oder verunreinigt. So stellt ein starker, weit reichender und reiner Energiekörper die Basis für eine positiv akkurate Abgrenzung und, weil rein, ganzheitliche Wahrnehmung der uns umgebenden Welt mit all ihren Schattierungen dar. Im Gegenzug bedingt ein eng anliegender, verunreinigter und schwacher Energiekörper logischer Weise: ungenügenden Schutz, negativ ungefilterte Wahrnehmung (negative Emotion wird direkt erlebt), Abgrenzungsproblematik gegenüber Menschen und Situationen (auch Orten) und eine  einseitige Wahrnehmung mit welcher sich nur ein Bruchteil der bereitstehenden Möglichkeiten bzw. der realen Welt erschliesst.

 

euer

Georg

mehr lesen...

Handeln und verändern

Wer nicht handelt – der verändert auch nichts.

Natürlich können wir unsere Zeit damit verbringen, unsere Symptome zu betrachten, sie zu erforschen, sie zu beschreiben. Und natürlich können wir unseren Fokus auf all das lenken, was schief läuft, das nicht in Ordnung ist. Wir können darüber nachdenken bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Wir können uns ins Grab lesen und bevor man zuschüttet, alles nochmal haarklein wiedergeben.  Wir können es noch tausendmal durchexerzieren und trotzig das „was-wäre-wenn-Spiel“ spielen. Wir können unsere Erkrankungen, unsere Krisen zum Lebensinhalt machen und das Jammern, das Lamentieren und das Klagen zur Meisterschaft führen! Wir können den Umständen die Schuld zuweisen. Wir können leicht alles und jeden für unseren Zustand verantwortlich machen. Wir können jedes Symptom noch einmal ganz fein zerpflücken, in hunderte kleine Einzelsymptome und jedem dieser Symptömchen unendlich viel Gewicht beimessen und auch noch glänzen dabei! Bravo! Wir können alles x-mal hinterfragen. …Was tut man bei diesem, was bei welchem, was meint dies und was meint das,…? Wir können uns an „kluge Köpfe“ wenden, die uns, selbst völlig desorientiert und daher negativ-vorbildhaft, weiss machen wollen, das es ja furchtbar wichtig sei alles an Ursache in der Vergangenheit zu suchen – und wenn wir dann mal in dieser Vergangenheit fündig geworden sind – bleiben wir doch am gesten gleich in derselben! Also „alle Macht dem Damals!“ – und da ja alles im Früher seinen Anfang nahm, ist es ja fast logisch, dass man der Vergangenheit zu Leibe rücken müsste, der Kindheit gar, weil ja alles in dieser geschehen ist! Da muss man schon dem Vater und der Mutter die Schuld anlasten… Und das ist auch schon alles was man letztlich tut: Schuld suchen. Schuld finden. Schuld geben – jenen, die sich ohnehin nicht mehr wehren können! Und am besten weist man diese Schuld, natürlich sehr eloquent und gegen Gebühr dabei begleietet, jenen Umständen zu, die man ohnehin nicht mehr überprüfen kann! Da bleibt vieles auf der Strecke neben dem guten Verhältis zu den Ahnen oder den Eltern auch so manche Beziehung. Wer das fördert der handelt verantwortungslos, wer das propagiert, dem muss man schon einen gewissen Vorsatz unterstellen, wer dem huldigt, der hat weder das Leben, den Sinn der eigenen Existenz noch wahre Spiritualität verstanden, von echter Liebe ganz zu schweigen.

Bei all dem Denksport was das Früher angeht, scheint das Denken ja so ziemlich auf der Strecke zu bleiben. Es ist, als ob sich die Denkfähigkeit offenbar verbraucht und so für eine grundlegende Überlegung, nach dem wirklichen Sinn dieses Tuns, nicht weiter zur Verfügung steht. Wenn man das kritisch zu betrachten wagt, bleibt ja nicht viel über. Dieser ganze „Seelenvertragsmodus“ zum Beispiel, der scheint ja auf sehr dünnen Beinchen zu stehen – aber praktisch ist er allemal – denn: Man kann`s nicht überprüfen und es erklärt trotzdem irgendwie (mit viel Zurechtbiegen) die missliche Situation im Jetzt! Das ist allemal angenehmer, als sich wirklich anzuschauen und erkennen müssen, dass man für die eigentliche Entwicklung, genau genommen gar nichts tut, ausser an Dinge oder „Methoden“ zu glauben – denn mehr als Glauben ist es nicht. Selbst wenn sich dieser Glauben manchmal mit wissenschaftlichen Halbwahrheiten ziert. Es ist weitaus weniger aufwändig, als sich seiner mangelnden energetischen Basis bewusst zu werden und die Tatsache akzeptieren zu müssen, dass man mit zu wenig Energie nicht viel wird erreichen können. (auch keine Gesundheit)

Aber mal ehrlich jetzt, wir sind ja unter uns, also jeder für sich – das klingt doch alles etwas seltsam was man uns da verklickern will! Das tönt doch genau genommen nach umgestricktem Katholizismus, das riecht doch nach Erbsünde, nach Schuld und Sünde und nach Beichtstuhl in dem man dem „Heiler“ seine intimsten Intimitäten erzählt und die seiner Eltern noch dazu. Das müffelt doch nach 70er-Jahre-Esoterik. Klar, wenn jemand verhungert, dann hat er im letzten Leben zu viel gefastet oder was – oder hat er deswegen nun Gewichtsprobleme?? (aua!) Wir sind doch erwachsen, nehme ich mal an und man hat doch jetzt, aktuell nur dieses eine Leben und das schon ein paar Jahre lang! Und in diesen paar Jahren Leben hat man doch so einiges erlebt, oder nicht? Man hat die Schule irgendwie abgschlossen, hat einen Beruf erlernt (ja, meist ein Kompromiss), man hat vielleicht sogar ein wenig Karriere gemacht, sich verliebt und eventuell auch fortgepflanzt. Man kann mehr oder weniger gut für sich und die Seinen sorgen, oder man ist versorgt. Man hat lesen, schreiben, einkaufen und kochen gelernt, ja, putzen auch. Man fröhnt sogar einem Hobbie, hat den Führerschein, fährt aber lieber Rad oder auch nicht. Man weiss, dass man den Mais aus der Dose nicht verdauen kann und dass auch Yoga anstrengend sein darf. Man hat sogar selbst(!) herausgefunden, dass man besser schläft, wenn man am Abend weniger isst und dass Rotwein kein echter Ersatz für fehlende Partnerschaft ist – Schokolade auch nicht. Man weiss aus bitterer Erfahrung, dass „Bekannte“ nicht gleich „Freunde“ und „Freunde“ nicht automatisch „Vetraute“ sind, usw. usft. Also: man ist doch kein kompletter Depp! Man hat getan was man konnte, – wie übrigens unsere Eltern auch und deren Eltern und deren Eltern, usw.

Irgendwann ist eben die Luft raus, der Tank leer, die Bezinleitung sogar dicht, das Flusensieb verstopft, der Kontakt bröselig, ein Knopf im Schlauch – die Maschine Mensch streikt und alles Leben drumrum auch, „Resonanzprinzip“ nennt sich das!  Oder: „ohne Moos nix los“. Irgendwann gerät man also mehr oder weniger rasant aus der Spur und das hat natürlich Folgen, heftigere und weniger heftigere. Man hat sich verrant, verirrt, verfahren. Man hat auf sich nicht mehr geachtet, selbst nach der Scheidung nicht, nach dem Rauswurf aus der Firma obwohl man es sich geschworen hat. Alles zuviel. Zuviel Alltag. Zuviel Muss. Zuviel Angst. Zuviel „die anderen“ zu wenig „ich selbst“. Warum das? Nun, weil man sich seiner Lebensenergie nicht ganz bewusst ist und, schlicht und ergreifend, nie gelernt hat (zumindst nicht in der Schule) wie man diese am Laufen hält oder vermehrt. Und klar ist so manches passiert in diesem bisschen Leben das man hat und nicht alles war schön und gut, manches sogar traumatisierend. Und es hat einen deswegen so erwischt, weil man eben nicht in bester Form war und ist. Die Lebensuhr aber tickt munter weiter! Will man seine Zeit jetzt wirklich damit verbringen, in der Vergangenheit, die einen gerade ins Jetzt gespuckt hat und die man kaum exakt erinnern kann oder will, nach irgendwelchen Ursachen zu suchen, drin zu wühlen und nichts zu finden, ausser vielleicht einer Kindheit, die so oder so gewesen sein kann?! Will man seine begrenzte Zeit ernsthaft damit vergeuden, auf der einen Seite die Schuld bei anderen zu suchen und die Eigenverantwortung an jemanden abzugeben, der das ganze das man da so zusammengedröselt bekommt, gegen Gebühr abnickt? Will man wieder und wieder einfach glauben müssen, dass es so ist wie der Glaubessatz den man uns vorkaut (kritisches Hinterfragen unerwünscht) – und will man wieder oder weiterhin ohne die Möglichkeit des echten TUN`s dastehen?! Ist man es denn nicht leid, sich ständig einem Gegenüber emotional ausliefern zu müssen, um endlich die großmaulig versprochene „Heilung“  zu erfahren und wenn sie ausbleibt, damit abgespeist zu werden, dass man sich „nicht öffnen könne“ (Originalton!). Da hat einen das Einhorn abgeworfen! Da schlägt man hart auf, wenn man Glück hat und wird wach – unmittelbarer Tatsachenkontakt.

Praktisch wäre es schon, so einen Symptomkatalog zu haben, ganz wie in der Schulmedizin und deren Instanzen (die man bisweilen ja ganz übel findet). Trotzdem, das wäre fein, so eine Liste mit Symptomen (egal was) und dann jemanden der`s uns erklärt, oder wo wir da selber nachlesen können was Schuld hat! Und noch praktischer wäre es, wenn das alles so einfach wäre! Wieder nur jemanden brauchen der es erklärt! Wieder jemanden gefunden haben, der sagt „es ist nicht deine Schuld“. Wieder mal eine Instanz über einem entdeckt haben, die einem die Verantwortung von den Schultern nimmt und dafür etwas gibt, das man nur glauben muss! „Glauben“ – nicht „Wissen“ nicht „erfahren haben“ – da hat Logik natürlich nichts verloren, sie muss draussen bleiben, beim Hausverstand, leider… Einer muss es eben gewesen sein, jemand der sich bloss nicht wehren kann, jemand der uns gut in den Kram passt so als Schuldiger! Das ist allemal einfacher und bequemer als sich zu verändern und seine Feinde lieben zu lernen (was für ein grosses Wort!) Hauptsache die Wertung stimmt und die stimmt immer dann, wenn man es geschafft hat sich über den anderen zu stellen – und wenns der eigene Vater ist, die tote Mutter, wer auch immer. Man erhöht sich dabei aber nicht, man erniedrigt den anderen – und das ist das infame daran: man fühlt sich auch noch ganz wohl dabei!

Was aber, wenn jene recht haben, die wir als ach so spirtuell ansehen, als so naturverbunden, als energetisch stark? Jene weisen Männer und Frauen die Jahrtausende altes Wissen anwenden, die Techniken nutzen, welche im Hier und Jetzt greifen?! Und was, wenn jene Heiler und Schamanen auf Nachfrage (vor Ort) all das mit dem Gestern und der Schuld und dem Symptomkatalog schlichtweg als Unsinn abtun?  Was, wenn die sich vor einen stellen und fragen: „warum macht ihr sowas?“ Was, wenn sich da eine unangenehme Antwort aufdrängt, die jeder für sich selbst beantworten kann und sollte!? („time is money“) Was, wenn diese Menschen, diese wiklichen Praktiker nur traurig den Kopf schütteln, weil sie uns dabei beobachten wie wir Zeit, echte, einzigartige Lebenszeit vergeuden?! Was sagen, wenn sie uns fragen „und was TUT ihr dann nachdem ihr den Schlamm der Vergangenheit wieder nund wieder umgewälzt habt?“ Mir ist es immer ein wenig unangenehm wenn die Sprache darauf kommt (und das tut sie oft), dass die Masse an „Techniken“ welche wir hier als „schamanisch“ bezeichnen, bei denen die es wissen sollten im günstigsten Fall ein mildes Lächeln hervorruft. Ja ich weiss, wir wären ja geistig schon viel, viel weiter entwickelt als jene, von denen dieses Wissen ja ursprünglich und angeblich stammt! Wirklich, es gibt viele hier, die denken sich das so zurecht! Wir sind (angeblich) ja weiter, als jene die wir so gerne als Quelle angeben und deswegen brauchen wir „das alles“ ja gar nicht mehr! „wir machen das mental!“ – oder aber sie sind „aufgestiegen“ in der „soundsovielten Dimension“ angelangt. Das sind Aussagen, die man in bestimmten Kreisen hier bei uns durchaus zu hören bekommt wenn man leise Kritik übt! Ich persönlich finde das bedenklich – nein mehr als das, ich finde wenn nicht gar abscheulich, zumindest aber überheblich!

Man sollte sich und anderen schon die eine oder andere Frage stellen (dürfen) und der kritischen Betrachtung mehr Raum lassen, auch auf die Gefahr hin sich unbeliebt zu machen. Und man sollte sich auch bewusst machen, dass ohne eigene, sinnvolle (!) und wirkungsvolle (!) Handlung nicht das geringste geschieht! Darum die alten Werkzeuge, die Reduktion! Man sollte sich mutig klar machen, dass alle Verantwortung immer und ohne Ausnahme bei einem selbst zu liegen hat. Man sollte sich dazu bekennen, selbst (!) für sich verantwortlich zu sein und sich auch mit der Tatsache anfreunden, dass die Vergangenheit vor allem eines ist: vorbei! Schäden die aus ihr resultieren und die es zweifellos gibt, kann ich ohnehin nur im Jetzt reparieren – aber nicht indem ich mich in einem Filz aus Symptomen verliere und ihn zum Lebensinhalt hochstilisiere! Denn, ganz ehrlich, man hat ja auch noch anderes zu tun! Und eigentlich würde es genügen energetisch nicht auf dem neuesten Stand, bzw. kaum gewartet, blockiert und nicht in seiner Mitte (ja die gibt es wirklich)  zu sein! Es würde genügen dass unser System nicht wirklich gut funktioniert – und ganz ehrlich, das wieder in Schuss zu bringen wäre Arbeit und Selbsterfahrung genug – auch ohne die Vergangenheit nebst Schuldfrage bedienen zu müssen!

Warum sich nicht ein Vorbild an jenen nehmen, die echte Erfahrung haben? Warum nicht „die alten Wege“ gehen?  Warum es nicht wagen, sich dem Authentischen zuzuwenden? Warum? Nun, weil es einen zur Handlung drängt, zum eigenverantwortlichen Tun, zur Selbstverantwortung! Das ist echte Arbeit! Das ist ein Weg den man gehen kann! Das ist auch oft weit jenseits der Komfortzone! Aber es ist auch das Einzige das wirklich Veränderung bringt! Und hier scheiden sich die Geister und die Wege. Hier trennt es sich. Hier zeigt es sich. Hier wird es wahr.

 

Oh nein, wir sind keine Deppen! Wir haben schon ein wenig Lebenserfahrung! Wir kennen uns!

Wir wissen es insgeheim: Wer verändern will muss handeln!

 

Euer

Georg

mehr lesen...

Ein Herz fassen

Wie gerne bleiben wir stehen um uns im eigenen Selsbstmitleid zu suhlen! Dabei noch rasch einen Schuldigen zu suchen, für den eigenen Zustand, das ist natürlich Programm. Aber – wer die Schuld hat, der hat  nunmal die Macht! Und so geben wir jede Menge Energie ab die wie aber so dringend bräuchten. Wir verlieren Einfluss, Eigenverantwortung und letztlich das, was man „persönliche Freiheit“ nennt. Natürlich sind es auch unsere Prägungen die uns da hinein reiten, dennoch liegt immer einiges an Entscheidung bei uns selbst und, genau genommen wäre es ein leichtes, den eigenen Zustand zu verändern um so, im Sinne der Resonanz auch andere Realitäten zu erzeugen. Dabei werden uns jene, die wir „als unsere Feinde“ bezeichnen  insofern hilfreich sein, als dass sie uns den eigenen Zustand aufzeigen – also eine Art der Innenschau ermöglichen, welche uns Auskunft über unseren energetisch-spirituellen Zustand geben könnte! Diese Innenschau zu wagen braucht natürlich neben Mut ein gewaltiges Umdenken! Also lasst uns nur mal für einen einzigen Tag mit folgendem Motto durch`s Leben gehen: „Der Umstand offenbart den Zustand!“ Wer dies versucht und ernst nimmt, dem ändert sich die Welt, dem drängt sich Konsequenz auf! Wer dies berücksichtigt, der wird sich neu zu definieren beginnen! Nicht umsonst hat mir einer meiner Lehrer diesen Satz mit Nachdruck (!) ins Herz gelegt!

Sich ein Herz fassen! Sich bewusst werden dass da Menschen sind, welche einen lieben und die man selbst liebt, ganz unabhängig von deren Zustand oder dem eigenen! Da ist wahre Kraft zu finden! Sich ein Herz fassen und endlich dem nachgeben was sein will, endlich diese Umarmung wagen, ohne darauf zu hoffen dass sie erwidert wird, aber auch ohne zu fürchten dass man sich zum Narren macht dabei! Das fordert schon etwas Mut ein. Das braucht mehr an Überwindung als manch anderes. Die Umamrung will fragen: „ist es dir ernst damit?“ Wenn wir nur einen Tag lang diesem Drang nachgeben würden – was für ein Fest, welche Kettenreaktion würde entstehen! Alles Selbstmitleid fände ein Ende! Wir wären geborgen in uns, im Anderen und im Bewusstsein, dass das erwidert wird was in uns ist, wenn wir es nur wagen zu wecken!

So könnten wir unseren Feinden, die ja dann keine wahren Feinde mehr sind zulächeln. So würden wir, gefassten Herzens, gestärkt und frei unseren Weg gehen – jenen Pfad der uns zu uns Selbst führt, der uns erkennen lässt wie einzigartig und wertvoll jeder ist, der uns lehrt dass wir alle uns auf Augenhöhe begegnen dürfen – frei von Angst oder Vorurteil!

 

wagt es!

euer Georg

mehr lesen...

Tiefe

Tiefe

 

Da gibt es etwas das an uns zieht, das uns lockt. Da existiert eine nie geahnte Tiefe in allem, die es zu erforschen gilt. Denn in ihr liegt unser wahres Selbst! Diese Tiefe kennt und braucht auch keine Wörter mehr, denn ist sie erst erreicht, meint es einen Zustand reinen Seins. Dies ist erstrebenswert und Ziel unserer Existenz! Aber es ist auch schwer zunächst einmal zu jener Grenze vorzudringen, die diese Tiefe, das reine Sein, von dem trennt was wir gemeinhin „Realität“ nennen. Um diese Schicht, diesen Filz aus Vorstellung und Prägung zu durchdringen, braucht es Werkzeuge! Es sind jene Techniken die, weil sehr speziell, innerhalb der gewöhnlichen Realitäten kaum oder gar nicht bekannt sind. Dennoch sind diese Werkzeuge vorhanden und deren Gebrauch  ist erlernbar. Es ist machbar. Es geht!

Mehr als Mut braucht es Neugierde, mehr als Verzweiflung über die Zwänge der „Matrix“ nötigt es Hingabe um diesen Schritt zu tun! Es ist kein sich Abwenden von der Welt – nein, es ist ein Erweitern des Horizonts! Es ist eine Entdeckungsreise energetisch/phyischer Natur die sich über die Vrostellung erhebt und uns echte Erfahrung beschert! Diese Erfahrungen sind dann unleugbar. Sie sind wahr. Sie sind das Fundament jeden weiteren Tuns. „El Corzaon“ ist ein Beginn, „Tinatlán“ eine gute Basis – die Schwitzhütte ist das Tor.

Wenn wir uns aufmachen diese Tiefe zu erforschen, wenn wir, im ersten Schritt es wagen, uns der Oberfläche unter welcher das wahre Sein verborgen ist, zu nähern, schon dann ändert sich vieles! Selbst unsere phyische Manifestation erfährt Veränderung im Sinne von Heilung, von Regeneration und Verjüngung! Unser Denken wird klar. Unser Handeln absolut. Unser Sein bekommt Sinn! Der Geist findet Ruhe, der Körper Kraft, die Seele Frieden…

Lasst es uns tun, lasst uns die Tiefe suchen, lasst uns neues Land entdecken!

 

Georg

mehr lesen...

Das Schönste

Das Schönste ist:

Wenn ich erleben darf
wie jemand etwas Neues wagt.
Wenn er den ersten Schritt tut.
Wenn er einen neuen Weg einschlägt.
Wenn er in Bewegung kommt und alles neu wird.
Wenn die Angst der Erkenntnis weicht dass alles gut wird.
Wenn ein Lächeln das Gesicht erhellt.
Wenn eine Umarmung alles sagt.
Wenn wir am späten Abend dann
am herzwarmen Feuer sitzen
und ehrlich sagen können
„es war ein guter Tag“ 

das ist das Schönste!

herzlichst
Georg

mehr lesen...

Totenruhe – Denkzettel

 

Totenruhe

oder:
Nichts ist so alt wie das Gestern

eine kritische Betrachtung
von G.O.Gschwandler

So, die guten Vorsätze sind ja jetzt auch schon überreif. Manche haben ja eine derart kurze Halbwertszeit, dass man sich fragen muss, ob man es jemals wirklich ernst gemeint hat – das „neu Anfangen“. Und wenn man sich so umsieht, in der näheren Umgebung, so fallen die guten Vorsätze, wie im Herbst das Laub von den Bäumen. Gut, man kann sagen dass das immer schon so war. Man kann sich einer Tradition ergeben, die das routinierte Vergessen zum Kern hat. Man macht eben gern weiter wie bisher. Und genau genommen hat sich nichts geändert, nicht das geringste! Weiterhin wird allgemein und werbewirksam gelogen was das Zeug hält. Weiterhin brüsten sich jene, die sich im letzten Jahr noch ganz der Authentizität, der eigenen, verschrieben haben mit Taten, die sie nie begangen, Siegen die die selbst nie errungen haben und Einsichten zu denen sie nie fähig waren. Man ruft zu Kriegen auf und beschuldigt sich wechselseitig.
Ganz schnell wird das Ego aus der kalten Asche des letzten Jahres gegraben, abgepinselt und vom Staub befreit und mit verträumten Blick wieder ganz oben in die Krone gesetzt. Da muss man sich schon fragen was oder wie viel eigentlich begriffen worden ist?! Da stellt sich einem schon die Frage, ob das Leben ein solch schlechter Lehrer ist, dass nichts, aber auch nicht das geringste hängen geblieben ist! Nein, dem Leben alleine ist keine Schuld anzuhängen! Der andere gehört freilich dazu! Der, welcher sich doch so klar, noch vor dem letzten Echo des letzten Neujahrsböllers, zu deklarieren wusste, sich als so unbeeinflussbar gab, sich gar als leuchtendes Vorbild, was eigenen Meinung angeht, ganz vorne hingestellt hat um eine neue Zeit zu einzuläuten! Eine neue Zeit, die freilich kein Monat alt geworden ist – schon hängt man wieder an den Lippen jener, die das vorblöken was das eigene Ego so gerne hört! Balsam! Keine neuen Wunden! Das ist es was man will. Das Alte will man wieder haben, weil man so gut darin war.
Und das letzte Jahr? Nun, sich nehmen was man noch herausschmelzen kann und es so lange biegen bis es wieder ins Weltbild passt, ins künstlich aufrecht erhaltene! Einsicht? Fehlanzeige! Alles nur Lippenbekenntnis! Nur heisse Luft! Man mag es Lüge nennen, treffender ist „Selbstbetrug“. Von aussen betrachtet ist es reine Enttäuschung die man aber hätte ahnen können.

So ein Jahr kann einen ganz schön binden, das ist klar. Es kann einen gehörig in die Spuren des alten Weges zwingen, so dass es einem schwerfällt da raus zu kommen. Auch das ist klar und sei der Zeit geschuldet und der Belastung des Alltags, wenn man denn wirklich einen hat. Aber mal ganz ehrlich – fällt das nicht auf? Springt denn niemandem ins Auge, dass gerade jene die von „neu“ und von „anders“ und von „endlich“ gesungen haben, nun weiter machen wie bisher? Riecht es denn da nicht nach Betrug oder zumindest nach Totalversagen, wenn gleich weiter gemacht wird, wenn sich weiter aufgeblasen wird wie das Jahr zuvor auch? Das ist doch Störung der Totenruhe, wenn man schon jetzt das alte Jahr fleddert und dem gerade mal entatmeten Leichnam all das aus dem toten Fleisch schneidet was man ja eigentlich hinter sich lassen wollte? Ist das nicht ekelhaft, dieses wühlen im Gestern? Ist es denn nicht peinlich, auch einem selbst, wenn man dabei zusehen muss wenn alles das was noch im alten Jahr, mit „Herz“ (lächerlich jetzt) oder mit „Hirn“ (ein Witz!) ganz fest in ach so schöne Worte geformt worden ist nun ins Gegenteil gebogen wird? Wie oft sollen wir es noch zu hören bekommen? Wie lange müssen wir die Argumente jeder Seite, wie eine schale Suppe, wieder und wieder durch uns fressen um endlich so zu glauben wie man es von uns erwartet? Da hat man uns vor so manche Wahl gestellt und ja, auch „Die“, also jene die uns führen, eigentlich uns dienen sollen, haben zu uns von Zukunft gesprochen! Lüge? Oder deren eigene verwirrte Hoffnung?

Aber so ist das alte Jahr eben gewesen – ganz so wie man selbst. Und jetzt, da es kein Leben mehr in sich hat, plündert man es schnell noch ganz aus, alles Verwertbare will ja mitgenommen sein in diese Zukunft. Dass besagte Zukunft dann besser wird, oder anders, das kann man sich natürlich abschminken, aber besser als nichts, besser als wirklich neu werden, besser als wirklich einsehen müssen, besser als wirkliche Rückschau, besser – nein angenehmer – als wahrhaftes Erkennen! Alles macht es uns vor – die Politik, die Wirtschaft, die Menschheit. Allein die Natur ist weise und bringt sich nicht als Kopie ins neue Jahr. Sie alleine scheint wahrhaftig zu lernen und ist in ewigem Kreislauf doch zum Wechsel und zur Veränderung – ja auch zum Wachstum fähig! Der selbe Baum ist dann nicht der gleiche, keine Kopie, sondern wahre Veränderung im Wissen, dass der Apfel vom letzten Jahr vergangen und zergangen und gewandelt ist! Wandlung! Das ist es was es nötigt! Nicht Bekenntnis oder ein „so tun als ob“.
Mir macht der Drang des Menschen seine Vergangenheit, wie eine alte Haut weiterhin tragen zu wollen, den Start ins neue Jahr etwas unangenehm. Warum? Nun, weil Abschiede immer etwas splitternd schmerzhaftes für mich haben. Weil auch mir meine Selbsttäuschung bewusst wird. Weil ich mir den Vorwurf mache, nicht früher gehandelt zu haben. Weil ich erkennen muss oder darf, wie lange ich das Alte mit mir geschleppt und mich darüber zumindest teildefiniert habe. Weil es mir unangenehm ist, mich zu „entfreunden“ wie man es neuerdings nennt. Weil ich nicht diskutieren mag (und auch nicht tue). Weil ich merke, wie viel Zeit und Kraft es mich gekostet hat, den anderen mir anders zu wünschen, näher bei sich selbst. All das gut gemeinte und nicht angenommene bleibt eben auch zurück. Trotzdem ist es nötig. Man kann keine zwei Häute tragen oder Gesichter, ohne dass es einem schadet! Man muss ablegen das eine, um das andere entwicklen zu können! Und selbst wenn die neue Haut noch rosig dünn und verwundbar ist, selbst wenn sie noch nicht so gut schützt und das was auf sie trifft auch brennt und kleine Wunden hinterlässt, so ist sie mir näher als die alte Haut, die abgestreifte, das geschuppte Gestern.
Es gibt einen Punkt wo selbst die Zukunft endet. Das ist gut so und richtig. Es bedingt aber auch sich vom Alten zu lösen und jenen adieu zu sagen, die in ihm wohnen bleiben. Ich kann auch nicht mit jenen, die das „Früher“ wie einen Mantel tragen um es durch die Zeit zu retten. Es geht nicht zusammen. Es kennt einander nicht, es versteht einander nicht mehr, denn das neue Jahr ist jung und nichts ist so alt wie das Gestern!

mehr lesen...