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Spiritualität – zur Erinnerung

 

Spiritualität ist nichts für`s Regal. Sie ist nichts was man sich umhängt, nichts wofür man sich bestaunen und begaffen lässt.

Sie ist nicht dafür gedacht die kahlen Wände der eigenen Existenz zu schmücken.

Sie ist keine Auszeichnung, keine Begabung, kein Orden den man sich an die Brust heftet.

Sie ist weder da um dem eigenen Ego zu schmeicheln noch dem der anderen.

Sie ist kein Ersatz für das Leben selbst und sie entbindet nicht von Verantwortung, denn sie will selbst getan und erfahren sein.

Sie ist die individuelle und jedem geschenkte Fähigkeit zur Kommunikation mit der besselten Natur.

Sie ist das was fehlt und ist zugleich alles wonach man sich sehnt.

Sie ist das Selbst, das Du und das Wir.

Sie ist das was wir vergessen haben.

Sie ist alles.

herzlichst

Georg

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Der Wandteufel

Da sind manche gestressten Mitmenschen schon ganz gut drin, da haben sie wirklich Übung, das können sie: Den Teufel an die Wand malen und sich dann wie blöde vor ihm fürchten. Das scheint so eine Art Virus zu sein, der mehr und mehr um sich greift. Oder aber es ist eine neue Sportart, vielleicht sogar einmal Olympische Disziplin –  herzlich willkommen zum diesjährigen „Teufel-an-die-Wand-malen und sich dann vor ihm zu Tode fürchten-Wettbewerb“. So kann man sein Leben verbringen, ohne Zweifel, aber ob das gesund, klug oder schlicht und ergreifend angenehm ist, das ist eine andere Frage. Natürlich existiert da so mancher reale Missstand den man nicht einfach ignorieren sollte, denn die Ignoranz ist auf Dauer tödlich. Aber muss es wirklich sein, dass man zu aktueller und realer Bedrohung, noch neue, ungeheuerliche Szenarien dazu dichtet? Scheinbar muss es sein, es hat Methode und auch einen verqueren Sinn: Denn wer den Teufel an die Wand malt, den ganz persönlichen, der hat sich eine Angst geschaffen, die über allen anderen Ängsten, Sorgen und Nöten steht! Er schafft sich eine Problem dass so übermächtig und gewaltig ist, dass alle anderen Probleme die da einer Lösung harren, ganz ruhig in die Warteschleife gezwungen werden können! Das ist doch bequem! Genial genau genommen! Die selbst erschaffene Ablenkung verhindert dann elegant alles das mit der Lösung „des Banalen“ zu tun haben könnte. Was soll ich mich um auch um Arbeit, Wohnung oder Beziehung kümmern, wenn es doch gilt gegen „Sie“ oder „Es“ zu kämpfen?! Wobei – der „Kampf“ ja nur mit Sprech- und Denkblasen geführt wird. Ganze Dämonenverbände werden da angeführt und vorgeführt – eine unendliche Reihe von nicht fassbaren Verantwortlichen dürfen tagtäglich, als sich beinahe nie abnützende Ausrede für das eigene Unvermögen zu handeln herhalten. Alles wird da genaugenommen missbraucht, um das eigene „den Arsch nicht hoch kriegen“ zu rechtfertigen. Ja, das klingt jetzt hart, das schrammt das Ego an, die Opferrolle sowieso. Das mag man dann nicht hören. Den Rat, den Fokus auf das Wesentliche und Reale zu lenken, den kann man sich meist sparen, denn er wird nicht gern gehört, es ist schade um ihn, drum gehe ich weit sparsamer damit um als früher. Auch ich will keine Energie verschwenden, und keine Zeit – es gibt besseres zu tun.

Der Wandteufel ist ja überall. Auch der fremdgemalte. Die plakatierte Angst. „wer jetzt nicht kauft, der kauft dann teuer!“ oder aber: „wer den Boom verpasst bleibt über!“ denn wer nicht aufspringt auf den Marketing-Zug, der da angeblich Richtung Traumhaus, Traumvilla, Traumpartner, Traumkind und Traumhund fährt, der bleibt zurück am Bahnhof des Präkariates! Das droht einem mitunter schon das Hirn etwas zu, das sich ständig (den kichernden Wandteufel im Hintergrund) vor der Zukunft fürchtende. Darum JETZT investieren! Darum JETZT schon mal einkaufen und sich eine Basis schaffen eine massive! Virtuelle Währungen, virtuelle Erfolge, virtuelle Karrieren einer virtuellen Welt! Jetzt! Und wer nicht jetzt, also sofort und ohne grosses Bedenken und Behirnen sich einbringt, der bleibt der Niemand der er ist, auf ewig, immer und dauerhaft! Wer nicht mitmacht (oder nicht mitmacht beim nicht-mitmachen) bleibt über, beibt der Depp, der Dödel, der Unbelehrbare, das Schaf usw. Das schreit der Wandteufel schön bunt und manchmal statistisch-pseudo-wissenschaftlich untermalt – manchmal flüstert er es nur. Mal ehrlich: Er erwischt doch meistens Jene, die ohnehin schon ans Hungertuch, auch ans geistige gewöhnt sind. Es fallen ihm, dem Wandteufel doch eh nur jene zum Opfer die schwach sind, die nicht widerstehen können, also jene die sowieso nichts zu verlieren haben da sie eben nichts haben was es zu verlieren gälte. Aber: Beides stimmt nicht. Er erreicht auch die Schlauen (vor allem jene die sich dafür halten) und zu verlieren gibt es immer etwas, denn wenn das Materielle aufgebraucht ist, hat man die Freiheit ohnehin bereits verloren und vor allem eines: sich selbst aus den Augen!

Der von anderen vorgemalte Wandteufel ist zwar gefährlich, aber am gefährlichsten ist immer noch jener, den man sich in langen (meist einsamen)  Stunden selber an die Wand klatscht! Denn wer kennt die eigenen Ängste besser als man selbst? Wer ist fähiger den perfekten Wandteufel, also den individuellen und perfekt auf einen selbst abgestimmten, an die Wand zu bringen, als man selbst? Die Vorstellung zu der man fähig ist kann rasch zur Projektion werden! Und wenn sie dann so da steht und so tut als ob sie wahr wäre und echt, da ist man schon Teil der eigenen Inszenierung – und das perverse daran: man weiss es nicht einmal mehr! Man hat vergessen dass man selbst der Maler war! Man sieht nicht mal mehr die Farbe an den eigenen Händen! Man tut als wäre er, der Wandteufel ganz von selbst aus dem Verputz gekrochen und hätte sich böse und ganz heimlich breit gemacht! Dabei hat man doch so nach ihm gesucht! Warum gesucht? – na weil die Ausreden, die realen irgendwann nicht mehr gegriffen haben und weil die Schuld an der Misere ganz bei einem selbst lag und liegt, samt all der Verantwortung die damit einher ginge! Es musste eben was neues her, was mächtiges, die Atombombe aller Ausreden! Da ist Feuer am Dach, aber man löscht nicht den Brand, sondern spritzt verbissen Weihwasser gegen die dampfenden Wände, um jenen Teufel abzuwaschen den man dafür verantwortlich macht. Man könnte darüber lachen wäre es nicht so bitter ernst und nicht so brand gefährlich, denn noch jeder Krieg, auch der gegen sich selbst, hat so begonnen: mit dem gemalten Teufel an der Wand!

Wir finden ihn überall den Wandteufel, überall wo man will, man projiziert ihn vor allem in die dunklen Ecken der eigenen Existenz und auf die nicht genutzen Flächen des eigenen Lebens das man als Wohnung zu Geschenk erhalten hat! Und dann, wie in einem schlechten Horrorfilm, flüchtet man vor der bösen Malerei. Das heisst: wegrennen, stehenbleiben um zu sehen ob man wohl nicht mehr verfolgt wird, dann weiter rennen (möglichst laut kreischend, damit die Umgebung weiss dass man ganz was wichtiges zu tun hat) und wieder stehen bleiben um den Fokus wieder nach hinten zu lenken, also die Projektion zu überprüfen und ggf. zu verbessern, nur um dann laut kreischend die panische Flucht fortzusetzen. „seht mal – ich bin ein Verfolgter, ein Opfer, das ist Sinn meiner Existenz, darüber definiere ich mich neuerdings…“  Mich erinnert es an eine Szene aus einem (oder jedem) Film in der jemand flieht: Man rennt vor dem Zug davon, also vorne her, immer auf dem Gleis bleibend, die feine Sicherheit im Nacken dass da der Zug hinter einem her ist, was einen ja sofort ungemein wichtig macht und dem atem- und hirnlosen Gerenne erst einen tieferen Sinn gibt. Bleiben wir kurz bei diesem Bild: Der vom Zug verfolgte, also das Opfer. Und jetzt nehmen wir mal den Zug weg. Oder aber, wir lassen den vielleicht sogar zu recht Fliehenden (weil die gefahr ja ernst genommen und empfunden ist)  die Gleise verlassen. Und selbst wenn er die Gleise verlässt, könnte der Zug auch real sein aber endlich auch klar wahrgenommen werden! Besser sogar als zuvor, da er einem bedrohlich im Rücken war! Allein, Rolle spielte er keine mehr, zumindest keine die eigene Existenz bedrohende oder sich über ihn definiernde. Er würde zum lösbaren/gelösten Problem, zur vielleicht schmerzhaften oder enttäuschenden Episode.

Der Wandteufel braucht ja vor allem eines um zu sein: eine Wand! Und es liegt an uns selbst ob wir ihm diese Wand zur Verfügung stellen oder eben nicht. Er kann sich ja nicht an nichts klammern und er bedient sich von all dem was wir ihm auch (oder vor allem) unbewusst zur Verfügung stellen. Wir selbst sollten entscheiden was in unsere Wohnung Leben an die Wände kommt! Wir sind es ja die ihn letztlich  kreieren, vor allem unser übereifriges Ego in Tateinheit mit unserem meist etwas vermüllten Unterbewussten! Er, der Wandteufel, braucht ja Material um zu sein! Auch darum die Schwitzhhütten, die uns reinigen, die nicht viel über lassen aus dem er entstehen könnte! Darum das Ritual, die energetische Arbeit an uns und das Ziel ganz ohne ihn auszukommen und das was zu tun ist aus reiner Notwendigkeit heraus anzugehen und nicht aus Angst! Denn wer aus eigenem Antrieb heraus agiert, mit klarer Sicht auf das Notwendige, der kann auf eigene und fremde Wandteufel leicht verzichten, da ihm die Motivation aus der reinen Möglichkeit der Selbstwerdung erwächst und nicht aus Angst! Wenn wir unseren Fokus, unsere Kraft und somit Energie auf das Wesentliche, also auf unser Wesen, unser Selbst lenken – dann entziehen wir jedem Wandteufel die Macht! Wenn wir uns, im Dunkel der Schwitzhütte wieder finden, wenn wir lernen wie unsere Lebensenergie strömt, wenn wir begreifen dass wir im Verbund mit unseren Ahnen, den Geistern, mit allen Elementen um uns und in uns zum Flusse selbst werden können – dann wird uns der Wandteufel, den wir noch zuvor auf jede sich uns bietende freie Stelle unseres Lebens gepinselt haben, so fern, blass und fremd dass wir ihn ganz vergessen dürfen, weil er keinerlei Funktion mehr erfüllen könnte die uns auch nur im geringsten nützlich wäre.

Es ist gut wenn man seine Wände kennt und die Teufelchen die man drauf gepinselt hat – und wenn man versteht worum es geht, wenn man einen neuen, anderen und besseren Weg einschlägt, der so etwas mit sich führt wie einen „Grundakkord aus authentisch gelebter Spiritualität“, dann hat man eine gute Chance die Wände wieder weiss zu bekommen und hell und klar! Dann endet was uns belastete, dann wird der Blick, das Herz, die Seele und der Geist wieder frei! Dann wird der Weg und das Leben zu einem grossen Wunder, das erlebt, erfahren und berichtet sein will! Dann wird man selbst zum guten Buch, eventuell sogar zum Vorbild und zum Vorreiter einer Gesellschaft ohne Angst!

 

herzlichst

 

Georg

 

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Der Weg und die Steine

 

Wir tun was wir tun um echte Prozessarbeit möglich zu machen. Immerhin opfert man seine Zeit und Kraft, und dieses Opfer soll nicht vergebens sein! Ablenkung ist kaum das Mittel erster Wahl wenn man sich und sein Leben verändern will. Zudem tickt im Hintergrund die Zeit. Also gilt es zu Handeln – aber auch das Verstehen ist wichtig, da uns so die Ratio zur Verbündeten wird. Das ist es was wir hier tun auf La Mesada: Wissen vermitteln und Erfahrung ermöglichen. Da ist kein Platz für sinnlose Bespassung und esoterischen Zeitvertreib oder egobestimmte Inszenierung und aufgesetztes Drama! Eben deshalb macht diese Arbeit auch echte Freude, weil man den Fortschritt sieht, auch den Erfolg, wohl wissend, dass alle Veränderung und Entwicklung etwas an Zeit braucht.

Wer sich gegen die Bespassung die überall lockt und lärmt und für echte Prozessarbeit entscheidet, der hat prinzipiell schon mal gewonnen – weil dieser Weg zum Selbst führt. Mal leichter und mal schwerer, weil es eben wahr ist und echt. Selbstdarstellung und Selbsterfahrung sind zwei ganz verschiedene Dinge, so wie gespielte Rolle und Authentizität, Schein und Sein, „wollen“ und „können“, „glauben“ und „erfahren haben“…

Es ist ja ganz natürlich dass da auch mal Steine im Wege liegen. Es sind auch richtig grosse Brocken dabei, die einen schon am Weiterkommen hindern, die es einem wirklich nicht leicht machen! Manche der Steine sind aus unserer Vergangenheit und wir rollen sie vor uns her, seit langem schon, viel zu lange schon! Und einige Steine sind uns auch von anderen in den Weg gelegt worden, mal bewusst, mal unbewusst, dennoch sind sie da, bringen uns ins Straucheln und bremsen uns aus. Manche Steine liegen da, ohne dass wir um sie wissen, ohne ihre Herkunft zu kennen, dennoch sind sie da, unübersehbar und wahr und zwingen uns vom Weg ab, in elende Umwege und Verirrung.

Wir nehmen diese Steine auf, werfen sie aber nicht jenen nach, die wir als Verursacher zu identifizieren geglaubt haben! Wir nehmen die Steine und legen sie dankbar für ihre Existenz, ins reinigende, kraftvoll lodernde Feuer – dann werden sie uns in der Schwitzhütte vieles lehren! Immer wieder sind da Steine am und im Weg, mache sind Steine des Anstosses. Auch diese nehmen wir, aber nicht um eine Mauer um uns zu errichten, sondern wieder legen wir sie in das Feuer – und wieder werden sie uns lehren und heilen! Die ganz grossen hebeln wir gemeinsam, das ist das Tun des Miteinander und doch ist jeder für sich auf seinem ganz persönlichen Lebensweg! Das ist Eigenverantwortung und persönliche Freiheit. Das ist Arbeit am Selbst, am Weg, am Leben, am Sein.

So gehen wir den Weg zum Selbst, wissend das es eben Arbeit ist, wissend dass es Kraft erfordert, aber auch wissend dass der Sieg unser ist!
Wir haben uns entschieden und sind uns gegenseitig im Wort, auch unseren Herzen, und auch all jenen die uns lehrten die Werzeuge zu benutzen, welche uns Schritt um Schritt zu einem befreiten, wissenden und liebenden Selbst führen!

Wir freuen uns auf dieses Tun mit Euch! Lasst uns freudig ein paar Steine bewegen! Lasst uns den Weg gehen!

Aho!

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Das grosse Gackern

Jetzt geht es wieder los, besser noch, es hat nie aufgehört – das grosse Gackern. Da wo es an echter Wahrnehmung für komplexe Zusammenhänge fehlt, bleibt dem armen Ego nur das Gackern. Sich aufplustern, aufregen, entrüstet sein – da laufen die Hühner, manche durchaus in werbewirksamer Freilandhaltung, aufgeregt von einem Körnchen das man ihnen hin wirft zum nächsten. Mag ja sein dass auch das blinde Huhn was findet, doch was es findet ist auch nur wieder Kraftfutter für`s ohnehin schon aufgeblähte Ego. Und wer nicht mitmacht bei all dem Getöse, der gehört eben nicht dazu, den zwingt es an den Rand der Wiese – und Einsamkeit macht Druck. Der Fokus der Hühner fällt auf alles das uns da bunt und prall, zurechtgemacht für den schnellen Magen tagtäglich hingeworfen wird. Kaum einer überlegt. Weil es so wichtig ist der Erste zu sein der losrennt, weil man der Erste sein will der da eine Meinung hat und auch der Erste sein will, oder zumindest ganz vorne mit dabei, der das ganze ach so dramatisch findet. Das ist sogar schon beinahe Themen-unabhängig. Hauptsache mitgerannt oder getrampelt und dafür oder dagegen sein! Aktuell eher dagegen. Aus Prinzip. Dass man nie stärker mit einer Sache verbunden ist als im Widerstand wird übersehen. Wie seltsam, dass das „Dagegen“ vor allem von jenen praktiziert wird, die sich ja als extrem „weltoffen“ präsentieren.

Es scheint, dass das Thema selbst nicht unbedingt die Rolle spielt, sondern vielmer die „Intensität des Dafür oder Dagegen“ in der Wertung der Gesellschaft Punkte gibt. So gilt ja z.B. auch der viel, der besonders krank ist ebenso wie jener, der besonders gesund ist. Beides gibt zehn Punkte möchte man meinen. Nicht Wahrheit zählt oder gar Intelligenz – es ist vielmehr die Lautstärke, die Gewalt der Inszenierung, die Grösse des Dramas, das Gewicht der Dummheit, was massig Aufmerksamkeitspunkte bring. Kein Wunder dass bei solcher Beschallung die Ignoranz, einem beinahe natürlichen und notwenigen Schutzreflex nicht unähnlich, zur Pest des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu werden droht – denn wenn das Hinhören schmerzt, bleibt aus Mangel an Alternativen eben nur das Weghören um auf Dauer nicht noch mehr Schaden zu nehmen.

Das Huhn findet tagtäglich und in wirklich allen Bereichen seine neuen Ikonen, die es sogleich hemmungslos überhöhend und bar jedes Gedankens an Zweifel anbetet, zumindest so lange, als der mainstream in eben diese Richtung geht. Da wird der oder die schon mal zur Galionsfigur hochstilisiert, bis sich die Realität dahinter als eine andere, mangelhafte, mit allen menschlichen Makeln befleckte darstellt. Da wendet sich das zuvor (selbst-) instrumentalisierte Hühnchen dann rasch ab, weiss und will nichts mehr vom Ehemaligen, vom Früher und sucht sich postwendend was neues mit dem es sich gut selbst darstellen lässt. Da stellt sich einem doch die Frage nach dem „warum?“. Und diese Frage ist eine wichtige, weil die Antwort Mangel heisst! Ein Mangel an wahrem Selbst und wahrem Sein offenbart sich aber nur dem der hinzusehen wagt – und zugegeben, dieser Blick ist zu Beginn auch mal recht unangenehm! Dennoch: Dieser Mangel will ja ausgeglichen sein, er drängt und schreit und zwingt einen zur Suche! Er wirft panisch den Fokus wie eine Angel aus und fischt dennoch im Trüben! Der Mangel an Selbst sucht nach Beschreibung und Ersatz, er sucht nach Held und Zauber, nach übergeordneter, heiliger auch heilender, allwissender Instanz! Aber wenn die Helden rar sind und der Zauber ausbleibt, dann sucht er z.B. auch nach übler Verschwörung, nach böser Bedrohung und einem soliden, leicht zu bedienenden und nie zu bezwingenden (das ist wichtig!) ewigem Feindbild, dem das Mensch-Sein, und das „in-Entwicklung-Sein“ erstmal geradewegs abgesprochen wird – Dämonisierung, Manifestation des „Bösen“, genau genommen aber meist auch unbewusste Projektion der eigenen, verdrängten Abgründe und Auslagerung von SchuldVerantwortung, Selbstreflektion und notwendiger eigener Entwicklung.

Der Mangel an sich wäre ja gar nicht mal so schlecht, denn er könnte ganz leicht auch Antrieb sein! Er könnte uns den Fokus, ja auch die Kraft und Energie dorthin lenken wo Wahrheit wohnt und die Klarheit des Herzens und des Geistes die Welt und uns Selbst im Ganzen erkennen liesse! Der Mangel wäre hilfreich, wenn man ihn als lehrende Komponente sähe und sich selbst in einer Bringschuld verstünde was die Erfahrung des Selbst angeht! Er brächte, ja zwänge uns ins TUN, ins Handeln und ins Sein – doch so lange wir eben willig Hühner bleiben, werden wir Federn lassen. So lange das Huhn eben Huhn bleibt wird „Spiritualität“ nur Dekoration sein, ein Federkleid ein fremdes, (auch das vom Adler) da das alte sich verbraucht hat und man nicht nackt sein will unter all den anderen bunten Hühnern.

Das Grosse Gackern ist angebrochen, wie jeden Tag. Kaum kommt die Sonne der eigenen Wahrnehmung raus und bestrahlt flüchtig die Tagesthemen geht es los das Gezeter. Das ist auch nichts neues, das war schon immer so. Selbst die aktuell so gerne zitierte „Endzeitstimmung“ – und es ist egal aus welchem Buch man sie eben so mal abliest – denn die hat auf jedes Zeitalter gepasst, immer schon. Das Bedrohliche an der Sache ist ja nicht das ewige Heruntergeleiere des immergleichen Unsinns an sich, sondern dass die Projektionen die dadurch entstehen Unmengen an Energie kosten! (zudem vergällen sie einem das Leben ungemein) Ja, sie kosten viel an Kraft und somit fehlt es dann an jener Stärke um den Fokus auf jenen Dingen zu halten die wirklich sind – auf dem Selbst zu Beispiel! Das sollte man bedenken – alles kostet Energie! Das ist wie mit dem Geld das man verdient – überlege wie du es einsetzt denn schnell ist man monetär am Ende, energetisch ebenso! Nicht Verdrängung meint es hier, sondern wahre Zuwendung von klarem Fokus, Geist, Verstand, Herz, Liebe!

Eigentlich ist man es doch überdrüssig, das tagtägliche Gegacker. Es geht einem auf die Ohren und auf den Nerv. Also mir geht es so. Ich will und kann es nicht mehr hören. Seien wir mal ehrlich: wenn man da mitten drin steht in all dem Lärm und sich all den Schwachsinn anhört – das tut doch beinahe körperlich schon weh! Da will sich doch etwas in uns mit Grauen abwenden oder schallend loslachen! Mal ganz im Ernst, wir sind ja unter uns hier: Wie oft hat man sich schon, ein Lachen unterdrückend abwenden müssen, oder laut so dass es alle hören, sagen wollen „sag mal geht`s eigentlich noch?“ oder „du glaubst das doch nicht wirklich selber?“ Wie oft am Tag denkt man sich dass es jetzt mal genug ist mit dem ganzen Blödsinn, mit all dem unausgegorenen Nonsens der da als Wahrheit munter und fleissig weiter gegeben wird, während da ganz andere, echte Probleme auf Lösung warten? Hat man nicht den Kanal voll von all dem falschen, faulen Federvieh, das selbst „Bescheidenheit“ so laut gackern kann dass einem die Ohren flattern? Reicht es einem nicht schon lange und nachhaltig was da an wirrem Zeugs verzapft wird? Hat man denn noch nicht genug von Doppelgesichtigkeit, von aufgesetzen Masken, von all den Gockeln, den alles für sich vereinnahmenden Mutterhennen und den ewigen faulen Eiern die sie legen? Reicht es einem nicht schon länger bis über die Hutschnur – und wenn ja, wenn es also genügt, wenn es einem wirklich reicht, wenn es einem langt, wenn man es verstanden und begriffen und tagtäglich gesehen, gelesen und gehört hat  – warum macht man fallweise immer noch mit?

Die Alternativen fehlen ja nicht, es gibt sie ja, nur muss man sie suchen weil sie nicht so bunt befiedert sind, weil sie sich nicht so im Übermaß produzieren, weil sie das laute Gackern in der Öffentlichkeit nicht schätzen. Man macht vielleicht auch mit, weil es dem Ego einfacher scheint und weil es ein klein wenig bequemer ist in der Komfortzone zu bleiben, das geht uns ja allen so. Ausreden sind auch meist schnell zur Hand und am gefährlichsten sind jene, die funktionieren. Man macht mit, aber man muss nicht! Man muss ja auch nicht alles glauben was man hört – aber man kann. Man kann sich Wichtigerem und Wahrem zuwenden ohne die Welt dabei aus den Augen zu verlieren! Es ist eigene Entscheidung, eigene Wahl und eigener Weg – und wenn es gelingt, auch eigener, alles überstrahlender Sieg!

Niemand zwingt uns in diesen Hühnerstall der Selbstinszenierung und ewiger, immergleicher Dramen. Lasst es nicht gelten dieses „man müsste, weil die Gesellschaft einen zwänge“!  Es liegt immer noch an uns selbst die Federn abzulegen und zu werden was wir wirklich sind – und das macht Freude, selbst wenn es manche Hühner um uns herum in schiere Verzweiflung bringt!   😉

herzlichst

Georg

 

 

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Glaubensgewinn

Glauben kann man ja bekanntlich alles. Das Angebot ist gross. Vor allem im Netz. Da gibt es ein Auto zu gewinnen, dort Marken-Sonnenbrillen um fast nix, hier wieder soll man seinen Daumen-hoch hergeben für das „kranke Kind“, weil dann gespendet wird, da der „Hund ohne Gesicht“ – dafür aber mit Kochschinken-Gesichtsersatz. Da will mir jemand eine Million Dollar schenken und ein Mr. Ubundo Bagalowa aus Elfenbeinküste hat gar fünfzig Millionen Dollar, die er an den Mann, also an mich bringen will, gegen Gebür versteht sich. Dazu der überoberhammertotalmega Gewinn im Euro-Pseudo-lotto, wieder zig Millionen ist eh klar und dazu ein Gerät das mein Internet auf Raumschiff-Enterprise-Speed bringt, schwupps, einfach so. Ganz zu schweigen von den, zugegeben mehr Damen als Herren, die sich mir per mail vorstellen, weil sie mich ganz toll finden und Kontakt suchen, zum sich Austauschen (bin ich eine Glühbirne?).

Was auch nicht fehlt ist die tägliche Wunderpille gegen alles, auch gegen Sachen von denen ich noch gar nicht wusste dass ich sie haben könnte! Da gibts das Kraut, das System, den Saft, das Pülverchen, das Täterätääät-Dingsbums-Hallali-Zäpfchen für den Insider. Dann noch der „Sie sicher wollen haben von dem für nix aber trotzdem“-Kredit. Und ja, ich bin schon sehr überrascht ausgewählt worden zu sein unter all den smarten Fischen die da im Netz hängen um die „frohe Botschaft“ zu verkünden und Teil des Crypto-Währungs-Universums zu sein. Bei all den Pillen die man mir andrehen will habe ich nun schon echt Bedenken es bisher ohne versucht zu haben. (leb ich denn überhaupt noch?) Vielleicht versuch ichs doch auch mal mit Einhornsaft, kaltgepresst natürlich, gegen das Sarkastische in mir vielleicht – für irgendwas müssen die Biester ja gut sein, sorry.

Es scheint, als ob das nicht ganz so gut ausgeleuchtete Mittelalter immer noch en vouge ist – Ablasshandel im echt grossen Stil. Wobei: Die katholische Kirche z.B. hat mir noch nie Spam-mails zukommen lassen, nur die Heiligen drei Könige unlängst haben was an der Tür hinterlassen… Dennoch, das täglich munter Versprochene ist Zeug das wirklich niemand braucht, aber das eben alles verspricht – vor allem eines: Immerwährendes Glück, schon mal auch durch den Ankauf von heiligen Schmutzfangmatten oder unglaublich fackelig fackelnden Gartenfackeln, durch Gewichtsabnahme im Minutentakt, oder ganz schlicht und ergreifend dadurch, dass man Teil eines Mega-Teams wird das weltweit das Monopol auf den Verkauf roter Belabrastikprommeln und Rhisopanbegrenzungsfroppen hat! Da bin ich sowas von dabei! Ist ja auch meist die aller, aller, aller, also wirklich allerletzte Chance und die will man ja nicht verpassen, oder?!!

Man fasst sich ja an den heissen Kopf wenn man sich so durchs soziale Netzwerk blättert (mehr als einmal pro Woche macht echt Kopfweh). Man kann nicht verstehen, wie der selbe Schmonzes wieder und wieder geteilt wird. Man bekommt es nicht auf die Reihe, dass es immer noch Leute gibt, die all das unbesehen und widerstandslos und auch noch gerne glauben wollen. Kopfschüttelnd (daher das Kopfweh) bleibt man zurück, Ungläubiger der man nun mal ist. Scheinbar machen zwei Deppen noch keinen Gescheiten. Offensichtlich ist da etwas in uns, das uns glauben lassen will – und je irrer das Aufgetischte ist, umso eher wird es geglaubt, gerne, immer wieder, jederzeit und an jedem Ort, auch gerne gegen Geld, es dürfen natürlich auch Bitcoins sein. Widerspräche man wenigstens der eigenen Leichtgläubigkeit und nicht den AGb´s der Netzwerke so wie`s „mein Anwalt empfiehlt“, naja. Da mag es noch so viel Hirn vom Himmel regnen – was nützt es schon, bei einem Regenschirm aus anerzogener Ignoranz des Tatsächlichen.

Ist es diese Suche auf der wir sind, die uns so gerne glauben lassen will, die uns gar zum glauben-wollen zwingt? Ist es blosse Gier oder gar Not? Ist es darum, weil der/die Hausverstand/ändin schon lange bei Billa unter Vertrag ist? Oder ist es eine ewige Sehnsucht danach endlich doch auch einmal zu den Glücklichen zu gehören die nicht nur die Teilnahme am Gewinnspiel, sondern endlich mal den verdammten Hauptgewinn einheimsen werden? Oder ist es schlichte Lethargie, Faulheit oder Stagnation die einen hoffen lässt, dass das Glück eines Tages an die Türe klopft, vor allem ganz ohne eigenes Zutun?

Es ist ja tragisch dass all das was da angepriesen und versprochen wird ja auch einer Nachfage entspringt. Niemand würde sich den Aufwand antun diesen Mist ins Netz zu stellen wenn es nicht einen gewissen Prozentsatz an Usern gäbe, die darauf hereinfallen. Da ist ja was drinnen für die kriminellen Elemente die da tagtäglichen Betrug leben! Das geht doch nur, wenn da eine Zeilgruppe vorhanden ist, der es entweder an Bildung und Aufklärung mangelt (nicht böse gemeint) oder/und die einen massiven Bedarf an Glück, ja auch an Heilung und Gesundheit hat.

Wenn man dann aufklärt – und es gibt ja einige die sich da echte Mühe geben, hagelts schon auch mal Anfeindungen. Doch man hat es ja nur gut gemeint! Man wollte ja schützen! Aber das Gegenüber sieht sich ertappt in seiner Einfalt – doch Einfalt und Leicht- bzw. Gutgläubigkeit sind ja kein Vergehen! Wie sich denn auch wehren dagegen oder sich rüsten in einer Welt, in welcher der Betrug ja schon durch Politik und Wirtschaft salonfähig sind? Man bekommt es ja nicht anders vorgelebt. Und im www ist ja schon das angeprisene Antivirus-Programm der eigentliche Virus… (Angst verkauft gut – Panik noch besser)

Was sich zeigt ist vor allem, dass der Bedarf an Glück und Heilung offenbar massiv ist – im Umkehrschluss: Da ist viel Unglück unter den Menschen und ebensoviel an Erkrankung. Es zeigt sich täglich wie gross der Mangel ist, wie dringend das Bedürfnis nach Ganzheit sich darstellt. Es zeigt sich dem, der auch hinzusehen vermag, die Unzahl derer die suchen, nach einer Brücke, einem Übergang in ein besseres, weil glücklichers und gesünderes und endlich erfülltes Leben. Und es zeigt, an eben jenen die da wirklich suchen und benötigen, wird Missbrauch betrieben!

Niemand ist dumm wenn er glaubt, egal an was – es zeigt nur den dringenden Bedarf nach Wahrheit, nach Erfüllung. Dass da manche diesen Bedarf missbrauchen steht ausser Frage und wonach sich der Suchende sehnt wird eben durch jene Betrüger offenbar. Es sind die immergleichen Dinge und Themen. Man sucht nach Nähe und Liebe, nach Gesundheit, nach Glück und einem erfüllten Leben. Diese Suche ist ja legitim und wahr!

Was fehlt ist Fokus, Weg und Ziel. Erschliessen sich Fokus, Weg und Ziel, dann macht die Suche auch echten Sinn. Aber es bedarf eben des klaren Blickes, der Ruhe und echter, wirksamer Werkzeuge und bewährter Methoden. Sind diese gefunden, dann macht das Sehnen einen Sinn, das Suchen- ebenso der am Beginn stehende „Mangel an Selbst“ – den er ist es, der uns überhaupt erst auf die Idee bringt die Suche zu beginnen!

Seid wachsam, seid klar, seid stark im Herzen, dann werdet ihr auch gewinnen – Euch selbst!

herzlichst

Georg

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Respekt

 
 
Es ist dem aufgeklärten und kritischen Menschen nicht möglich, die Geschichte der Ureinwohner Amerikas ohne die Realität des geplanten und von staatlicher Seite durchgeführten Genozids und Ethnozids zu betrachten. Wenn man sich wirklich informiert, bleibt vom romantisierten Bild des „Indianers“ kaum etwas über. Was bleibt ist der Blick auf ein auch heute geschundenes, entrechtetes und seines Landes, seiner Lebensgrundlage und Kultur beraubten Volk, welches in der offiziellen „Geschichte der USA“ kaum oder nicht vorkommt.
 
Die Politik der USA ist auch im 21ten Jahrhundert von jenen grundlegenden Denkmustern geprägt, welche schon in der „Pionierzeit“ Mord, Raub und Vertreibung legitimierten: Rassismus, Gier und der Glaube daran, dass es einer von Gott auserwählten Nation gestattet sei, alles „primitive“ in wirtschaftliche Entwicklung und in einen Staat samt Lebensweise der Herrschenden zu zwingen. Noch heute hofft die Amerikanische Regierung dass sich das sog. „Indianerproblem“ von selbst lösen wird – sprich, dass die Reste der Urbevölkerung gefördert durch Alkohol, Drogen und Suizid aussterben, oder zumindest von der Amerikanischen Zivilgesellschaft restlos absorbiert werden möge. Man hofft, dass den First Peoples das selbe Schicksal widerfährt wie dem Bison, den man von gesch. 75 Millionen auf 800 (!) Stück reduziert hatte. Noch einmal: Diesem Volk, diesen 500 Nations ist nichts „zugestossen“ oder „passiert“ – so wie ein Naturereignis „passiert“ – nein, alles wurde bewusst herbeigeführt, geplant und umgesetzt. Umgesetzt von jenen „Führern der freien Welt“ den Präsidenten und Abgeordneten, den Schreibtischtätern und Planern einer „besseren Zukunft für alle“, in Tateinheit von Kirche und Staat, gebilligt, genehmigt und besiegelt, von jenen herbeigeführt die sich stolz „Väter der Nation“ nannten und nennen, von jenen die sich einer Verfassung rühmen, laut welcher alle Menschen gleich sind, mit den selben Rechten versehen – ausser dem Indianer versteht sich.
 
Noch immer gilt „nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“ – wenn auch nicht offen ausgesprochen, so ist es Grundmuster, einer zutiefst aggressiv-expanisven, vor Waffen und Geld strotzenden Weltmacht, die es verstanden hat und versteht unter dem Deckmantel der Befriedung, Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung zu zerstören, zu unterdrücken, zu vernichten, zu versklaven und zu rauben.
 
„In God We Trust“- (oder besser „In Gold We Trust“) dieses Motto legitimiert jede Gräueltat, von Zwangssterilisierung, Sklaverei, Massenmord, Entrechtung bis hin zu sexuellem Missbrauch, Kindsraub, Ethnozid, Landraub, Umsiedlung, radikale Umerziehung, demographische Dezimierung durch Vernichtung von Lebensgrundlage (die Liste ist lang) – würde man aber dem eigenen Herzen vertrauen, es wäre besser, ethisch und moralisch. Trotz alledem gibt es Hoffnung. Und wir werden Teil dieser Hoffnung und Entwicklung wenn wir uns mühen das grosse Ganze zu sehen, wenn wir den Mut haben die Bilder die man uns anerzogen hat zurechtzurücken, selbst wenn uns die Geschichte oft unangenehm entgegenweht, selbst wenn dieser Wind ein Sturm wird – er vertreibt den Nebel der über dem eigenen Geist liegt, er klärt unsere Wahrnehmung, er öffnet uns Auge und Herz, er vertreibt die Lüge. So beginnt Respekt. Bildung ist der Schlüssel – nicht Scham oder der romantische Blick auf alles „indianische“ – denn der romantische Blick ist die Brücke zum Konsum. Und auch hier wieder: Raubbau, verhökern der kulturellen Restbestände, Mode, Schnickschnack, esoterische Verbrämung und Verhöhnung im Grunde wirklicher, weil lebensnotwendiger und lebenbejahender Spiritualität.
 
Bildet Euch! Rückt die anerzogenen Bilder zurecht! Es ist Pflicht! Schulwissen hat nichts mit der Realität zu tun. Ruhig gehalten sollen wir sein. Satt an romantischen Bildern, blöde von Fiktion, taub von falscher Wahrheit und so unfähig hinter den Vorhang zu blicken. Wenn man von eben jenen über die ich schreibe offenen Herzens, als Freund, Bruder an- und aufgenommen wurde, wenn man das Privileg erfährt teilzuhaben, so hat man auch die Verpflichtung aufklärend zu wirken. Das ist mein Beweggrund diese Zeilen zu schreiben. Es ist, neben materieller Unterstützung, das mindeste was man tun kann – aber ungemein wichtig. Es beschäftigt und berührt mich, weil ich die Situation von Menschen sehe, die keine blossen Namen im Meer der Geschichte sind, sondern Namen von Menschen die ich persönlich kenne, die auch mich erkannt haben – aktuelle, lebende und atmende, sich sorgende und mit unglaublichen Problemen kämpfende Menschen, die ich Freund, Bruder, Schwester nennen darf.
 
Die Betrachtung und das Studium der Geschichte muss immer ins JETZT münden – denn nur im Jetzt liegt die Möglichkeit des TUNS: Dennoch bedarf es der Geschichte und ihres Studiums um das Jetzt zu begreifen und um die Notwendigkeit des Tuns zu verstehen. Sich ausschliesslich mit der Vergangenheit zu beschäftigen lastet aber nur den Staub des Gestern auf unsere Schultern. Ihn dann abzuschütteln und im Jetzt zu handeln und aufzuklären über die aktuelle Situation sollte das Ziel sein. Ich bin auch keinesfalls der „grosse Indianersachverständige“ oder vom „Indianer-Virus“ erfasst. Mir wurde nur eine Türe geöffnet, vor Ort, die mir Einblick gewährt. Und mit dem Öffnen dieser Türe, öffnet sich zwangsläufig der gesamte Themenkreis und das mit beängstigender Klarheit. Es erschliesst sich mir ein Blick den ich so nicht kannte – und was ich in den letzten Jahren gesehen habe, was ich erleben durfte berührt mich, beschäftigt mich und befreit mich auch von den falschen Bildern die ich seit meiner Kindheit vermittelt bekommen habe. Ich weiss auch das viele mit diesen falschen Bildern auf das Thema „Indianer“ blicken. Hier ist Korrektur nötig und es liegt an jenen, deren Blick schon klarer ist, diese Korrektur zu forcieren.
Ein Zitat: „Wir haben keine Rechte, auch nicht im Reservat in das wir gezwungen wurden. Wir sind im Gefängnis.“
Befreit Euch von den falschen Bildern, habt Mut!
herzlichst
Georg
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