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Auszeit


"Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht". (Theodor Fontane))


Manchmal muss man einfach wegschauen. Das ist besser so und legitim ist es auch. Man darf das. Man muss auch den Augen und dem Kopf einfach eine Auszeit gönnen, sonnst wird man irre.Es ist, als ob im Meer der Lügen die Wahrheit absäuft, aber aus der Tiefe leider immer mehr Wahnsinnige auftauchen, die sich selbst zu Helden erklären. Wenn man diesem Treiben zusieht, kann es einem übel werden. Versteckte Eso-Faschisten bevölkern Bühnen, reden von "Freiheit" und wissen mit dem Begriff nur eben soviel anzufangen, als dass sie sich die Freiheit nehmen, alles an sich zu reissen was ihr Ego weiter aufbläht.

Es geht einem auf den Magen, wenn man dieses Treiben zu lange beobachtet. Da ist oft ja nicht viel ausser "laut". Auch Jene, die da alles billigen, die da frenetisch Beifall klatschen, sind ja arm. Offenbar mangelt es ihnen an Intelligenz, oder aber sie verdrängen bewusst Grundsätzliches. Vielleicht sind sie auch nur verirrt. Anders ist es nicht zu erklären, dass da eigentlich NICHT hinterfragt wird "wem" man da eigentlich zu jubelt. Man springt auf Züge auf, von denen man nicht weiss (oder wissen will) wohin sie fahren oder von wem sie gelenkt sind. Man lässt sich vor diverse Karren spannen, ohne sich bewusst zu sein, dass das was man da zieht oft nur egomaner Sonder-Mist ist, der nicht mal als Dünger taugt. Ist man erst mal auf der Bühne, kann man offenbar von sich geben was immer man will - es wird beklatscht, ohne jede Kritik, ohne Filter.

Leider ist die Masse meist oft blind und blöd. Leider ist eine Herde eben oft nur eine Herde und keine "Bewegung". Leider gibt es Menschen die eine solche Herde (miss)brauchen um ihr Ego bestätigt zu wissen. Und leider gibt man solchen Gestalten zu oft eine Bühne, auf der sie sich produzieren können. Und da gibt es sehr spezielle Typen, die vor nichts zurückschrecken um sich besser darzustellen als sie sind!Diese ganz speziellen Typen Typen schrecken auch nicht davor zurück kulturellen Raubbau zu begehen, heiligste Rituale zu verraten und selbst einen Ordnungsruf von oberster Stelle einfach ignorieren. Sie sprechen vom "Herz" und haben keines. Sie rufen "Liebe" und meinen "Ego". Sie faseln vom "Wir" und meinen das "Ich". Sie liebäugeln mit faschistischem Gedankengut oder grenzen sich von diesem nicht ab, weil ja "der Zweck die Mittel heiligt". Sie nehmen Worte wie "Geschichte" oder "historisch" in den Mund und verbrennen sich die Zungen dabei. Das ist dreist. Der Kopf so rot wie das Shirt. Das Herz so leer wie das Hirn. Das schlechte Gewissen durch den Beifall der Massen sediert. Man sieht es wenn man es sehen will. Man muss sich nicht mal mühen dabei, denn es ist eigentlich offensichtlich. Kennt man die Hintergründe, wendet man sich mit Schaudern ab.

Doch die Masse kümmerts nicht. Hauptsache "Event". Hauptsache "geil". Hauptsache der Sound passt. Hauptsache man fühlt sich wichtig - argumentativ am verhungern, aber satt vom eigenen Geschrei. Zudem ist Sommer, das Wetter ist gut und man will raus. Hauptsache dabei gewesen sein - bei was auch immer. Oberfläche gibt es viel, der Tiefe mangelt es.Und wehe man gibt eine kritische Meinung dazu ab! Wehe man hinterfragt! Da wird man gemassregelt dass es nur so raucht. Keine kritische Nachfrage ist erwünscht. Kein Blick über den Tellerrand ist gestattet. Selbst wenn man nur zum kritischen Nachdenken anregen will, bekommt man einiges vorgeworfen. Mache fühlen sich böse auf den Schlips getreten, was aber nur dann möglich ist, wenn man einen solchen hat.

Hohle Phrasen werden gedroschen, genau so hohl wie die Köpfe die sie absondern. Dann der Streit um die Zahlen. "Wie viele?" das scheint das Mass aller Dinge zu sein. Wieder einmal Quantität vor Qualität. Das "Wieviel" siegt über das "Was". Die Verpackung zählt mehr als der Inhalt. Das mag dieser konsumhörigen Zeit geschuldet sein.Auch dass wir gar nichts über denjenigen wissen wollen, also über dessen eigentlicher Haltung, der da ins Mikrofon blökt was wir so gerne hören wollen ist zeitgemäss. Ich aber bin da altmodisch: Mich interessiert auch das "wer". Das ist mir sogar entscheidend und das ist mir auch Verantwortung! Ich nicke nichts so einfach ab. Manches ist inakzeptabel. Ich gehöre nunmal nicht zum Klatschvolk, so wie viele andere kritische Geister auch. So viel an Eigenart muss drin sein denke ich.

Darum die "Auszeit". Also ich nehme sie mir. Das meint, dass ich diesem Treiben, ab sofort keine Aufmerksamkeit mehr schenken werde. Ich diskutiere das auch nicht, weder hier noch anderswo, es hat also keinen Zweck mich da herauszufordern. Jede Diskussion wäre sinnlos, weil dieses Treiben in weiten Teilen an sich schon sinnlos ist und manche Diskutanten ohnehin in meine Texte, mit viel Kreativität (und die braucht es) immer genau das hineininterpretieren, was sie gerade herauslesen wollen - das ist ein ganz drolliges Verhalten finde ich, das ich + nunmal nicht ändern kann oder will. Meine Aufmerksamkeit gehört darum Anderen.Schade ist nur, dass der zeitweise auftretende Wahn der Massen und die Blödheit ihrer "Helden" jene in Misskredit bringen, die ehrlich sind, die wirkliche Haltung haben und besonnen nach Veränderung und Besserung streben. Die Hohlköpfe sind ja meist um Einiges lauter und bunter als die wirklichen Mahner! Sie sind betrunken von der Aufmerksamkeit, die man ihnen zumindest für kurze Zeit im Übermass gibt. Aber nicht jeder ist fähig mit Aufmerksamkeit vernünftig umzugehen - das braucht eine ganz besondere Begabung oder Haltung, die eben nicht jeder mitbringt.

Die meisten Plärrer auf den Bühnen unserer aktuell recht chaotischen Welt, haben keine Lösungen sondern nur Parolen, die in sich selbst wiederum substanzlos sind, egal welche Farbe ihr Shirt auch immer haben mag. Es sind die selbstverliebten Heilsverkünder die uns, mit leuchtenden Augen dazu bringen wollen, sie zu bewundern. Sie plärren ihre Botschaften ins Volk - und wenn man genau hinhört, merkt man schnell, dass sie nichts, aber auch wirklich gar nichts zu sagen haben, was über eine hohle Phrase hainausgehen würde! Sie meiden das Faktische wie die Pest! Der konkrete Vorschlag ist ihnen immer ein Wolf. Sie haben ihre grosse Stunde, aber wie gesagt es ist eben nur "eine Stunde" und alles was sie in dieser Stunde bewegt haben, sind ihre Münder, mehr aber auch nicht. Wären sie doch nur schlechte Poeten geblieben!

Trotzdem gäbe und gibt es sie, die weisen Mahner, die besonnenen und bescheidenen Veränderer! Jene die eben Kritik UND Lösung vorzuweisen imstande sind! Sie bräuchten mehr an Bühne und mehr an Aufmerksamkeit! Sie zu hören ist wichtig! Nur ist das schwer, bei all dem Krach und bei all dem Gegröle. Trotzdem, es ist nicht alles schlecht! Natürlich gibt es auch Gutes! Man muss das Gute aber suchen! Und das kann dauern! Oft wird es überbrüllt.

Seid also wachsam, bleibt kritisch und lasst Euch nicht vor fremde Wagen spannen, nur um jene zu ziehen die fett und wichtig auf ihnen sitzen und sich so, auf Eure Kosten und für kurze Zeit, als Erlöser oder Helden feiern lassen!

Mit der Ruhe kommt Klarheit und mit der Klarheit kommt Erkenntnis - vetraut darauf! Die Masken sind ja schon gefallen und zwar alle - man muss nur genau hinsehen.

herzlichst

Georg

p.s. wie gesagt, ich diskutiere das hier auch nicht und bitte darum es ebenfalls, was die Kommentare betrifft, so zu halten - auch wenns manchen schwer fallen mag. Nun, wer lesen kann ist klar im Vorteil.Das ist ein langer, kritischer Text, darum am besten langsam und vielleicht auch öfter lesen und nicht selektiv. Ich wollte es nur gesagt haben. Auszeit eben.