Spassbremse

Spassbremse

Tja, manchmal reitet es einen. Da mag man nicht mehr hinsehen oder hinhören. Da will man nichts mehr wissen von all dem Gedröns um einen rum. All die Heilsversprechen, geschenkt! All die feinen, (selten) billigen Wege die man da aufgerollt bekommt! Manchmal ist`s zuviel an Licht und Liebe und Herz und wasweissichallesnoch. Manchmal, wenn man Glück hat, klopft die Logik an die Türe – und die Logik sagt einem das eine oder andere, über das man nachzudenken hat! Wenn man sich z.B. bewusst macht, dass die profansten, banalsten Dinge im Leben die es so gibt ja getan sein wollen! Weder füllt sich der Kühlschrank von selbst, noch mäht sich der Rasen, ja nicht einmal die verdammten Socken ziehen sich einem von selbst an! Kein Nagel der sich von alleine einschlägt! Alles will GEMACHT sein, GETAN eben – und dabei gehts nur um Kühlschrank und Rasen und Textil und Nägel! Aber wenn das alles getan sein will, fragt man sich doch, warum dann jene Dinge von denen ja wirklich was abhängt, also Selbsterfahrung oder Persönlichkeitsentwicklung und Seelenheil, warum da nichts getan werden müsste, sondern es einfach genügen soll zu GLAUBEN?? Seltsames wird einem da angetragen. Und seltsam auch dass die Erklärungs- oder Lösungsmodelle da meist mit Schuld zu tun haben – selbstredend nicht mit der eigenen versteht sich, sondern immer mit der von Anderen…  Ein ganzes Feld von skurrilen Blüten breitet sich da vor dem staunenden Auge aus – und wenn man nicht acht gibt, wird man schnell zur verwirrten, hysterischen Biene Maja, die da wie auf Koks, von einer bunten, alles versprechendenBlüte zur nächsten rast, in steter Hoffnung endlich irgendwo anzukommen und heil zu werden. Armes Bienchen, armes.

Ok, Spassbremse die man ist, lässt man hie und da, weil ja angefragt, seine Meinung los. Da wirds oft eng, weil das was man sagt, also das was einem die Logik zwangsweise aufdrängt ja meist nicht so gerne gehört wird. Man wird ja gefragt und soll doch ehrlich sein dem Gegenüber! Also mitspielen? Einfach zugeben und ja und Amen sagen? Oder sich doch zusammennehmen und der eigenen Logik vertrauend mal sagen was Sache ist? Selbst auf die Gefahr hin dass man sich unbeliebt macht? Auch dass es gar finanziellen Verlust bedeuten kann? Es ist eben die eine Wahl die man hat wenn man es erst nimmt, das mit der Eigenverantwortung: Im die Sinne sedierenden Mainstream erfolgreich mitenteln oder einzeln und für sich stehen und zu dem stehen was man eben an Erfahrung hat? Nicht platte Meinung haben sondern echt erworbenes, nein erarbeitetes Wissen weitergeben an den der wirklich wissen will!  Mehr geht ja eh nicht. Auch in der Arbeit – man tut was man kann und kann was man tut. So sollte es sein!

Ganz ehrlich, es ist Arbeit! Immer! Schweisstreibend, ermüdend manchmal, beizeiten schon mal auch etwas frustrierend, aber trotzdem immer spannend und auch lohnend! Manchmal steht man vor einem Scherbenhaufen und fragt sich, wie man das alles wieder kitten soll. Man denkt sich den Wolf. Man überlegt sich wund. Man sucht nach Schuld im Vergangenem. Man analysiert sich fast ins Grab. Wenn man aber wirklich denkt und zwar klar, dann erkennt man vielleicht, dass es da gar nichts zu kitten gibt! Hin ist hin! Vergangen! Tschüss mit ü! Da wirds dann mit einem Mal ganz ruhig in einem. Und der mit dem grössten Bauchladen an Glaubensmodellen muss erkennen, dass er keinen neuen Kunden in dir findet und wird ganz klein und still und macht sich rasch vom Acker! Der Scherbenhaufen darf halt Scherbenhaufen bleiben und und man beginnt eben neu, besser vielleicht, geführter, sich jener Basis besinnend aus der doch all unser Handeln und Wahrnehmen entsteht! Wahre Spiritualität will doch nicht geglaubt sondern getan sein!

Das mit den Scherben und dem Kitten, auf diese Denke kommt man ja auch nur wenn man sich in den Scherben noch was sieht, ein Restego an dem man sentimental noch blöde hängt! Mit Asche käme doch niemand auf die Idee wieder einen Baum draus zu machen! Aber man redet es den Leuten ein. Man verspricht es ihnen lauthals! Nur glauben müsst ihr daran, fest und unerschütterlich und gegen alle Vernunft! Glauben, vor allem wenn`s kompliziert wird! Klingt eigentlich unvernünftig und ist genau genommen der selbe Ablasshandel wie im Mittelalter – das Marketing ist halt besser, das Prinzip ist aber genau genommen gleich geblieben. Aber vor allem genau nehmen soll man es ja schon mal gar nicht!

Ich bin eine Spassbremse – manchmal. Es stand ja nicht viel zur Auswahl: Grüssaugust mag ich nicht sein, Pausenclown auch nicht, Schwarzmaler ist mir zu unbunt, Guru und Heilsverkünder scheidet ganz aus, Missionar ist auch elend, auch Opferlamm ist keine Option und süsslicher Schönredner oder Rosarotbrillenverkäufer schon gar nicht! Da lieber jener oft Unbequeme sein, der manchmal auch auf die Spassbremse tritt. Lieber jener sein, der nichts durch die Blume sagen muss oder das Blatt vor dem Mund braucht, damit beim Gegenüber kaum noch was an störender Frequenz landet. Besser ist`s aus dem eigenen Erfahrungsschatz zu schöpfen und manchal auch nicht weiter zu wissen. Tausendmal lieber von Herzen und Hirn aus sagen können „ich weiss es nicht“ als eine weitere sinnlose Phrase an den Mann bringen! Lieber ganz Selbst sein, als eine schön erfüllte Vorstellung des nach Events hungernden Klatschvolkes erfüllen!

Also habt keine Angst! Habt Mut! Wer hie und da berechtigt und klaren Geistes auf die Spassbremse tritt, der beendet manch gefährliche Irrfahrt – und erst dann stellt sich wieder echte Freude ein, die Freude am TUN! Die Freude am Selbst-Sein! Die Freude daran, dass wir uns entwickeln und verändern können!

herzlichst

Georg

 

 

 

 

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Georg

One Comment

  • Lara

    Wie wahr, wie wahr!

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