Kriegerdenken

Kriegerdenken

Sich anpassen? Mitschwimmen im lauwarmen „mainstream“ der alles diktiert? Nie und nimmer! Warum nicht? – weil man es eigentlich gar nicht kann – obwohl es vordergründig doch viel angenehmer wäre! Ganz ohne Stress möchte man meinen (was nicht stimmt)! Einfach mitmachen und vom Endverbraucher zum „am Ende Verbrauchten“ werden (was schon stimmt). Das schafft man aber nur, wenn man sich, also dem SELBST untreu wird. Das geht nur dann, wenn man verleugnet was man ist, auch woher man eigentlich kommt! Das geht nur dann, wenn man all die Ratschläge, das Erlernte, das Getane opfert, auch das Vertrauen seiner Lehrer missbraucht. Dann geht es vermutlich. Doch führt es einen nur weiter ins Dilemma. Krisenverlängerung. Zusatzschmerz seelischer Natur. Aber zeigt nicht der Umstand den eigenen Zustand an? Ist es nicht so, dass wenn das Innen stark ist, auch das Aussen erstarkt, das Handeln, das Wort ebenso? Ja, so ist es und man müsste doch alles an Wahrheit über Bord werfen, damit das falsche Boot in das man sich setzt, einen auch trägt! Löcher hat es allemal das Boot, weil das Herz doch ohne Zweifel weiss wie man wirklich ist! Weil der ewige Zweifel ja, Löcher ins Boot tretend, ewig mitfährt! Weil man so die eigene Seele entführt, sie am Ende wegsperrt und weil es genau genommen gegen die Natur des Menschen ist!

Wenn man aber ERNST nimmt was man tut und sagt, dann ist es einem nicht möglich und die Inszenierung hat keine Kraft um einen zu täuschen! Kriegerdenken meint, dass das was man tut, so tut, als ginge es um Leben oder Tod! Darum geht es ja auch, weil das Leben, bei allem Schalk dessen es fähig ist, ja ERNST ist, weil es echt ist und wahr und vor allem einzig! Diese HALTUNG meint auch, dass einem ja bewusst ist, wie im Hintergrund die Lebenszeit abtickt – und man ja keine Ahnung hat, wie viel von ihr auf dem Lebenskonto liegt! Kriegerdenken meint, das Geschenk der Lebenszeit zu würdigen und diese Zeit sinnvoll zu nutzen und möglichst authentisch zu verbringen!

Natürlich wirft es einen manchmal aus der Bahn, was ja gut ist und der Kontrolle des eigenen Kurses und Zustandes nur förderlich! Man will ja nicht der gute Ochse sein, der in ewigen Kreisbahnen den immergleichen Mühlstein auf dem immergleichen Kurs bewegt! Man will sich ja nicht, dem Ochsen gleich, sich immer tiefer in den Boden graben, so tief, bis man in einem Graben trabt, aus dem man kaum noch entkommen kann! Und geschieht es doch dass sich das Eingraben als unangenehm und beengend erweist, dann beschäftigt man sich eben damit, den Graben mit möglichst bunter Tapete zu versehen! Das geschieht ganz flott! Ablenkung von diesem Graben gibt es ja auch genug! Bombadiert wird man mit ihr! Laut und heftig klopft sie an, die Ablenkung samt passender Tapete unterm Arm und versucht ihren Fuss in die Tür zu jenem Raum zu bringen, der eigentlich dem SELBST vorbehalten ist. Da heisst es eben Krieger sein und massiv gegensteuern! Da heisst es schon mal sich zu fragen wo man steht, wo man geht und wo man noch ganz SELBST sein kann!

Man möchte glauben, dass die Spitze kultureller Entwicklung dann erreicht ist, wenn man von Porzellan isst und in Porzellan fäkaliert. Ok, zugegeben, das ist schon hart, das so zu betrachten. Aber noch härter trifft einen (manche kaum, andere nie) die Erkenntnis, dass es so zu sein scheint! Man lernt, eine ganze Schulzeit lang auf die richtigen Knöpfe zu drücken, um belohnt, oder zumindest um nicht bestraft zu werden! Man wird ganz gut darin, im Knöpfe drücken, im Mühlstein bewegen, im Ochse sein, im Tapeten aussuchen und kleben. Man wird ein ganz passabler Ochse, der stolz auf in seinem fein esoterisch, oder traditionell rein materealistisch tapezierten Graben dahintrottet. Man weiss auch was kommt, ungefähr – das Leben wird abschätzbar, das Muster der Tapete wiederholt sich ja. Routinierte Idiotie. Man fügt sich dann auch leichter in das (tradiert geglaubt) Unvermeidliche. Man gibt rasch auf und erklärt das eigene (auch physische) Dilemma, mit allseits anerkannten Floskeln: Das Alter… Es war schon immer so… Auch der Vater hat ja… Ich bin eben so… Oder aber, man hängt sich ans Ego und wird, ganz Vorstellungs- also Tapetengesteuert zu allem Möglichen! Man glaubt was man glauben will – und sucht nach Bestätigung dieser Glaubenssätze, überall, Tapetennomade der man ist – doch wehe man gerät an echte Lehrer…

Natürlich ist da mit Widerstand zu rechnen, wenn man an jene gerät, die einen mit echter Wahrheit konfrontieren! Doch keine Angst es ist nur das Ego dass da aufbegehrt! Es ist diese anerzogene Überheblichkeit des Kopfes, der einen ganz ohne Scham, alles verneinen lässt, was da an gutem Ratschalg auf einen treffen könnte. Das ist eigentlich  seltsam und gespalten, rein vom Verhalten her, denn man hat ja eigentlich nach Bestätigung, nach Anlayse, Diagnose zumindest aber nach Wahrheit gesucht!  Da stellt man sich schon frech hin, auch vor den Lehrer, vor den, der es ja wissen muss, den Ratgeber den man gesucht/gefunden hat und kämpft gegen jeden Rat, gegen jede Wahrheit! Man stemmt sich rotzfrech, infantil trotzig  und mit bühnenreifer Überheblichkeit gegen die Veränderung, gegen die wunderbare Möglichkeit den Graben endlich verlassen zu können! Dem Ego stösst es echt sauer auf, wenn da mal jemand die Wahrheit vom Stapel lässt und einem kurz und knapp erklärt, was man eben NICHT ist! Wenn da Vorstellung nicht erfüllt wird, da rauschts mächtig im egomanen, esoterisch belaubten Blätterwald! Da wird das Ego zur Bestie, wenn da gegen die eigene Vorstellung, mal klargestellt wird, wo man wirklich steht! Das ist nicht putzig, wenn die „Üschbünschamane-Tapete“ oder ähnliche Vorstellungsmuster Gefahr laufen abgelöst zu werden!  Das hört das Ego nicht gerne, wenn ihm mal jemand entgegentritt und schlicht und ergreifend, die Vorstellung, die Inszenierung  samt Tapetenfetzen vor die Füsse wirft! Da flüchtet der Suchende, geritten und gepeitscht vom eigenen Ego, durch die angebotene Türe (die biete ich immer an, weil ich weder Tapezierergehülfe bin noch Tapeten verkaufe – und auch mir ist sie öfters mal angeboten worden). Das Ego rennt, samt seinem Besitzer, blökend wie eine ganze Schafherde um sein Leben – um eben weiter machen zu können wie bisher! Aber Vorstellung ist eben nur Vorstellung – Inszenierung ist eben immer endend und nichts über das aussagend was wirklich IST! Waldtapete ist nunmal kein Wald, bei noch soviel Glauben nicht.

Kriegerdenken meint auch, diese Flucht eben NICHT anzutreten! Es meint, sich dem zu stellen was da kommt! Es gebietet, sogar darauf zu hoffern, nein mehr noch, dahingehend zu arbeiten, dass von all der Vorstellung, von aller Ich-Inszenierung und von all dem peinlichen Theater samt den bunten Tapeten nichts bleibt als grauer Staub! Kriegerdenken bedeutet, den Graben zu verlassen. Es drängt einen, sich vom Joch zu befreien, den Mühlstein nicht mehr als Lebensmitelpunkt zu akzeptieren und sich dem zuzuwenden was ewig ist, unendlich und wahr – dem SELBST. Denn der Mühlstein reibt nur die Lebenszeit auf, sehr fein, sehr still, sehr effizient…

Jeder trägt es in sich, dieses „Krieger-Sein“. Es ist uns natürlich! Weg und Ziel ist es, und spannend auch! Es ist keine Neuauflage irgend einer putzigen Vorstellung vom Ich – nein, es ist organische Erfahrung! So wie in der Schwitzhütte unlängst – wo man nicht geflohen ist, sondern wo man dem Ego mal eins übergebraten hat und es zurechtgestutzt hat! Das ist schon gut gewesen, das hat auch Spass gemacht die Tapeten abzureissen, auch ernst war es und ein Kampf! Aber der Sieg war wunderbar! Das SEIN ein Geschenk! Ein erstrittener Sieg! Endlich! Nur Mut haben wir uns gesagt und ein Herz  haben wir uns gefasst! Und siehe da – der Graben ist verlassen!

Auf ihr Krieger und Kriegerinnen!

Lasst uns die Welt verändern!

herzlichst

Georg

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