Entscheidungen

Entscheidungen

Es sind ja viele Wege die sich da auftun. Jeden Tag will dies und jenes entschieden sein, alltägliches, banales. Und dann sind da die wichtigen Entscheidungen. Jene, die echten Wandel ermöglichen, jene wegweisenden Entscheidungen, die lebensbestimmend sind! Da steht man dann da, gebeutelt vom Wind der selbst planlosen Zurufer, unfähig sich zu entscheiden, im Sturm der heilsversprechenden Angebote und unveilverkündenden Warnungen. Alleine steht man da und das ist gut so – und wenn man den Blick, auch das Ohr nach innen richtet, dann stellt man fest dass die Entscheidung ja bereits getroffen ist. Woran es oft mangelt ist der Mut. Rasch taucht da die Angst auf, schleicht sich an einen heran, greift kalt nach dem Herzen, nährt sich an ihm und zwingt uns wieder in den ohnehin überstrapazierten Kopf. Man wägt unschlüssig ab was ohnehin nicht abwägbar ist, denn die Zukunft ist ja noch nicht wirklich existent! Man wählt zwischen den zu erwartenden, somit rein virtuellen Ergebnissen, die ebenfalls und bestenfalls nur im Kopf existieren, draussen im Leben jedoch nicht. Da baut sich so manches bittere Szenario vor einem auf, das kaum dem entspricht was kommen wird, weil es doch nur Vorstellung, nur bunte Projektion der eigenen Ängste ist. „Nichts wie weg!“, tönt es da aus einem, nichts wie fort von dieser üblen Weggabelung (die zuvor noch Hoffnung und Ziel war), am besten zurück in die wohlbekannte Vergangenheit! Da hat man Übung darin, da ist man firm, tradiert, gewöhnt, erzogen und geprägt. Man, Es, also das Ego sucht nach günstigen Ausreden und wird zu schnell auch fündig, denn  das Angebot ist gross! So vieles kann man da anführen das einem den nächsten Schritt verunmöglicht! Da darf alles herhalten was an Gegengrund wirksam sein könnte, egal wie bizarr es sich anhört, ungeachtet dessen wie sinnfrei es ist. Und es gilt vor allem einen Schuldigen zu finden für das „nicht-entscheiden-können“. Wie weit man da kommt ist klar: Gar nicht weit. Denn auch zurück in die Vergangenheit führt kein Weg. Was man schafft ist, dass das Jetzt, das immerwährende und ewige Sein, zugemüllt wird unter all den Gründen die man sich konstruiert. Schnell ist der Weg, die Abzweigung vergessen, das Ziel ohnehin, das Selbst auch, denn  nun hat das Ego das Sagen und alles wird einem zum Feind! Was dem so verwirrten und an Bauchgefühl und innerem Wissen verarmten Geist bleibt, ist entwürdigende Anbettelei und Anbiederei ohne eigenes Tun. Das ist kein Vorwurf sondern Fakt – Ignoranz ist die Pest des einundzwanzigsten Jahrhunders, auch hier.

Es mag schon sein dass dieser und jener Umstand gefühlt (auch fehlenterpretiert, dennoch immer lehrreich!) nicht förderlich ist. Es mag auch sein, dass man von falschen Ratgebern umgeben, kaum der eigenen, inneren Stimme des Herzens gewahr wird, weil das Aussen hirnlose Plattheiten gegen einen brüllt und blökt. Es mag ja auch wahr sein, dass man in der Vergangenheit Schaden genommen hat oder sogar die Physis einknickt – dennoch, was nützt es? Natürlich, zur Flucht nützt es. Zur Flucht vor der Chance die einem das Leben zielgenau vor die Füsse legt, einem Geschenk gleich, einem oft unvermuteten, dessen Verpackung einen blind vor Angst, kaum auf das Wunder schliessen lässt das es enthält. Das Geschenk Leben, ja das ist auch so eine Sache die man einmal, mutig und mit Verantwortung und klaren Geistes betrachten müsste! Viel wird da gesagt über das Leben – man müsste ihm vor allem vertrauen. Aber eigentlich verhält es sich ganz anders, umgekehrt um genau zu sein: Es ist das Leben das sich UNS anvertraut hat und darauf baut, dass wir verantwortungsvoll mit ihm umgehen! Einfacher und bequemer ist es natürlich allemal dem Leben Schuld anzulasten – Schuld für das eigene Scheitern oder was auch immer. Auch hier wieder: Entscheide! Es steht einem frei das Leben als eben uns anvertraut zu verstehen oder andersrum. Niemand zwingt. Niemand drängt. Es liegt an einem selbst, besser noch: in einem Selbst – also im SELBST. Das Leben ist ein Gutschein der eingelöst sein will. Man selbst, ausgestattet und beschenkt mit dem Wunder der eigenen, zugegeben nicht immer einfachen Existenz, ist in der Bringschuld, der positiven. Den nächsten Schritt zu tun liegt an uns selbst! Mehr an Freiheit kann man kaum erwarten!

Doch wohin sich wenden, wo wahre Hilfe und echte Unterstützung finden? Wie schon gesagt, die Zurufe sind laut, verführerisch auch. Man verzeihe mir, aber es sind oft die grössten Arschgeigen die auch die lauteste Musik machen. Schnell ist der Fokus dort wo`s besonders bunt und laut hergeht. Warum sich also nicht an jene wenden die es vielleicht besser wissen? Jene, die seit ewigen Zeiten Bewahrer jener mystische  Räume sind, in denen unser Geist Ruhe finden kann um die Stimme des Herzens zu hören? Es sind die alten Wege der Schwitzhütten und Visionssuchen, der Rituale, der Reduktion auf das Selbst, der Kontemplation und Meditation. Hier ist Ruhe zu finden. Hier ist Ankommen möglich. Hier schrumpft uns die laute Welt auf ein unendliches aber mit der Kraft der Ahnen und der Elemente erfahrbares JETZT. In diesen wunderbaren Räumen sind wir nicht Teil des Flusses, sondern werden zum Fluss selbst! Hier verbinden wir uns wieder mit dem alles vereinenden Prinzip das hinter allem steht, auch mit der Liebe, der wahren und echten. Hier herrscht wahre Tiefe und dementsrechend auch tiefe Wahrheit! Hier wird Begegnung möglich! Hier ist SEIN!

Es mag tausende Wege geben, dennoch ist es immer nur EINE Entscheidung welchen man geht – und nicht die Entscheidung ist schwierig sondern der Weg dorthin. Dieser Weg aber der zur Entscheidung führt, seine Schwierigkeiten und Fallstricke sind bewältigbar wenn man begreift dass es der eigene Zustand ist, der einem den Weg schwer und voller Fahrnisse macht, oder ihn eben leicht und beschwingt gehen lässt! So ein Pech auch, wieder liegt es an einem selbst! Das behagt dem Ego nicht, denn es sucht weiterhin nach Schuld. Auch hier: Entscheidung. Wem folge ich? Dem Ego das verletzt sein kann, das eitel, bunt und laut, mal jammernd, mal sich selbst unendlich überhöhend, nach noch mehr Aufmerksamkeit heischt – oder aber der ewigen Seele folgen, dem Ruf des eigenen Herzens der uns so lange schon zu erreichen sucht!?

Es liegt nunmal an einem selbst und das ist gut so. Es war schon immer so und es bedarf keiner besonderen Gabe um entscheiden und den nächsten Schritt setzen zu können! Es braucht vielmehr die Reduktion, das ablegen der alten Strukturen und Glaubenssätze! Es nötigt wirkliche Selbsterfahrung neben einer Welt die sich in Selbstbespassung verliert. Es will ja gelebt sein das Leben und der Weg des „Wie“ entschieden sein! Dazu eben die Räume, die alten Wege, die mystischen Momente in denen so viel an Wunder geschehen kann dass es uns beinahe unglaublich scheint. Und wenn wir entscheiden, wenn wir zum Leben stehen, wenn Zustand sich vom Umstand entkoppelt, dann mag`s da draussen blinken und tröten wie es will, man ist bei sich und das was war hat keine Macht mehr über Weg und Ziel! Da mag es Einhörner oder neonblinkende Rentiere schneien! Da mögen Legionen von künstlichen Weihnachstmännern an Hauswänden hochklettern! Da mag das Radio uns noch so mit Weihnachtslärm bombardieren und uns noch so viel an günstigen Angeboten ins Haus flattern! Da mag sich die Vergangenheit mit all ihren Traumata wie ein Tsunami über uns ergiessen und alles um uns, nach Expansion und Depression, nach Burn-Out, Fusspilz, Krebs, nach maschinell erzeugten Weihnachtskeksen, oder ewiger Verdammnis riechen! Es mag die ganze Welt von Trallala und Trauermarsch wiederhallen und alles das was man Realität zu nennen pflegt in HD und Kristallklarsound erzittern und in Scherben fallen – es rührt einen kaum, denn man hat sich ja schon entschieden, für den Weg des Herzens, für die ewig liebende und lebende Seele die eigene – und für das Leben das einem geschenkt worden ist, ganz ohne Vorbehalte und Erwartung.

Muss man all das glauben? Nein, man muss es TUN! Dann wird all das zu gemachter Erfahrung, unleugbar, wirklich und wahrhaftig!

Alles liegt bereits in dir

herzlichst

Georg

 

 

 

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