Die Gnade der Krise

Die Gnade der Krise

Natürlich gibt es sie die Tiefe. Alles kommt ja aus ihr, wird in ihr geboren oder ist dort schon ewig. Oben, an der Oberfläche, nehmen wir nur Reflexionen dessen wahr was unten IST. Das Gespiegelte oben ist Verzerrung, bestenfalls Wunsch oder Hoffnung. Dort oben sehnt man sich nach dem was unten ist. Aber durch die Verzerrung, sehnt man  sich nach der Spiegelung – und diese ist Fiktion, bestenfalls Idee.

Es braucht schon eine Krise und ein Herz das einen in die Tiefe führt. Dort unten, von oben kaum vorstellbar, ist das Licht. Dort im Licht der Tiefe ist aller Ursprung, auch der des Seins – die wirkliche und wahrhafte Existenz. Natürlich ist man an die Oberfläche gut gewöhnt. Man ergeht sich in der Deutung und Interpretation der Wirbel und Bilder die sich oben auf dieser Schicht finden, all das in der Hoffnung dass das Ersehnte wahr werden möge. Und wird es „wahr“ – so bleibt es dennoch blosse Projektion und letztlich unebefriedigend. Das Herz aber ahnt diese Tiefe! Aus ihm entsteht ja das andere „Sehnen“, jenes unbestimmte Wissen, dass da ausser tradierter Deutung und Projektion doch etwas Wahres sein muss! Das Herz will nach unten, ins Licht, gegen den Auftrieb des geblähten Egos! Und es ist stets das Ego dass uns oben hält, einer Boje auf dem Wasser gleich, die es uns fast unmöglich macht die Oberfläche zu verlassen, die uns jeden Tiefgnag bitter verwehrt. Diese Boje wiederum ernährt sich auch durch Projektion und Wunsch und ewige Beweihräucherung. Sie bläht sich dadurch auf, mehr und mehr – und hindert uns an wahrhafter Innenschau! Denn das Innen ist ja die Tiefe!!  Immer nur „ich“, immer nur peinliche Egosbespassung, immer nur elende, neue, Beschreibung der Boje – mal bunt, mal schwarz weiss, mal elend, mal der oder die Beste der Besten der Besten zu sein! Heisse Luft bläst da man in sie oder lässt in sie blasen. All das in der Hoffnung irgendwann mal abheben zu können, nach oben, gaaanz nach oben – aber was aufsteigt, kommt auch wieder runter, besonders warme Luft, die kühlt schneller ab als es der Egoboje lieb ist! Bloss die Krise meiden, sie umschiffen, sie sich schön und bunt und oberflächlich reden, möglichst hohl dabei bleiben, ganz sich dem ewigen Aufblähen anbiedern, so schlau und blöde zugleich, so blind und taub für all die mitunter derben Ratschläge, die das Leben so an einen adressiert. Die Nadel ist eben dem Luftballon ein Feind – umgekehrt wohl kaum. So ist die Krise der Boje ein wahrer Feind, dem Ego eine echte Qual, dem erkennenden Menschen aber Befreier und Freund!

Denn: Jede Krise birgt eine Gnade! So vieles geschieht das uns erschüttert. So manches schlägt ein Loch in die Boje die uns oben gefangen hält. Es betrifft uns direkt oder im engsten Umfeld. Und es ist so unendlich wichtig und heilsam diese Zeichen zu erkennen! Um Hesse zu zitieren „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ Der Zauber der Krise, ist die Chance einen neuen Weg einschlagen, neu beginnen zu können und dem Weg in die Tiefe, zum Selbst zu folgen – ohne Furcht, ohne Gram, aber dafür mit Freude und in der Gewissheit, dass das Ziel des neuen Weges Heilung und Selbstfindung sein wird!

Beschreiten wir endlich den neuen Weg, dann werden wir vom „abschreckenden Beispiel“ zum wahren, erstrebenswerten VORBILD – so verändern wir uns und die Welt – so werden wir, was wir wirklich sind und fühlen in uns und um uns das heilende Wirken der Unendlichkeit! Gemeinsam, sich gegenseitig stützend und lehrend!

Jede Chance auf Veränderung ist eine echte Gnade die uns zuteil wird! So können wir sagen „ich bin!“ und nicht „ich war“! So schaffen wir eine innere und äussere HALTUNG der Klarheit und Kraft – im Denken, im Handeln und im SEIN!

Darum lasst uns nicht noch länger warten! Lasst uns die uns anvertraute Lebenszeit freudig und sinnvoll nutzen! Lasst uns die Chancen erkennen und die Gnade, die auch in der schwersten Krise liegt, als unendlich wertvolles Geschenk begreifen und endlich, endlich, endlich HANDELN!

Dies ist es ja wonach wir uns in Wahrheit sehnen. Dies ist es was uns wirklich mangelt. Dies ist es was es zu erreichen gilt. Dies ist es was wir schon immer geahnt haben und in der Tiefe ehrlich wussten. Schon immer!

Ich weiss dass dies ehrliche Arbeit meint – „Prozessarbeit“ im eigentlichen Sinne. Und dieser Arbeit, die in die Tiefe führt, haben wir uns verschrieben. Warum? Weil all das unmittelbare, freudvolle und sinnvolle organische Wahrheit ist! Weil dieses TUN ein heilendes Naturgesetz ist, das uns alle betrifft, ohne jede Ausnahme.

Verlasst die Oberfläche und sucht die Tiefe. Sagt es den Verzweifelten, den Leidenden, den Suchenden – und besser noch: LEBT ES IHNEN VOR!

herzlichst

Georg

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