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Spassbremse

Tja, manchmal reitet es einen. Da mag man nicht mehr hinsehen oder hinhören. Da will man nichts mehr wissen von all dem Gedröns um einen rum. All die Heilsversprechen, geschenkt! All die feinen, (selten) billigen Wege die man da aufgerollt bekommt! Manchmal ist`s zuviel an Licht und Liebe und Herz und wasweissichallesnoch. Manchmal, wenn man Glück hat, klopft die Logik an die Türe – und die Logik sagt einem das eine oder andere, über das man nachzudenken hat! Wenn man sich z.B. bewusst macht, dass die profansten, banalsten Dinge im Leben die es so gibt ja getan sein wollen! Weder füllt sich der Kühlschrank von selbst, noch mäht sich der Rasen, ja nicht einmal die verdammten Socken ziehen sich einem von selbst an! Kein Nagel der sich von alleine einschlägt! Alles will GEMACHT sein, GETAN eben – und dabei gehts nur um Kühlschrank und Rasen und Textil und Nägel! Aber wenn das alles getan sein will, fragt man sich doch, warum dann jene Dinge von denen ja wirklich was abhängt, also Selbsterfahrung oder Persönlichkeitsentwicklung und Seelenheil, warum da nichts getan werden müsste, sondern es einfach genügen soll zu GLAUBEN?? Seltsames wird einem da angetragen. Und seltsam auch dass die Erklärungs- oder Lösungsmodelle da meist mit Schuld zu tun haben – selbstredend nicht mit der eigenen versteht sich, sondern immer mit der von Anderen…  Ein ganzes Feld von skurrilen Blüten breitet sich da vor dem staunenden Auge aus – und wenn man nicht acht gibt, wird man schnell zur verwirrten, hysterischen Biene Maja, die da wie auf Koks, von einer bunten, alles versprechendenBlüte zur nächsten rast, in steter Hoffnung endlich irgendwo anzukommen und heil zu werden. Armes Bienchen, armes.

Ok, Spassbremse die man ist, lässt man hie und da, weil ja angefragt, seine Meinung los. Da wirds oft eng, weil das was man sagt, also das was einem die Logik zwangsweise aufdrängt ja meist nicht so gerne gehört wird. Man wird ja gefragt und soll doch ehrlich sein dem Gegenüber! Also mitspielen? Einfach zugeben und ja und Amen sagen? Oder sich doch zusammennehmen und der eigenen Logik vertrauend mal sagen was Sache ist? Selbst auf die Gefahr hin dass man sich unbeliebt macht? Auch dass es gar finanziellen Verlust bedeuten kann? Es ist eben die eine Wahl die man hat wenn man es erst nimmt, das mit der Eigenverantwortung: Im die Sinne sedierenden Mainstream erfolgreich mitenteln oder einzeln und für sich stehen und zu dem stehen was man eben an Erfahrung hat? Nicht platte Meinung haben sondern echt erworbenes, nein erarbeitetes Wissen weitergeben an den der wirklich wissen will!  Mehr geht ja eh nicht. Auch in der Arbeit – man tut was man kann und kann was man tut. So sollte es sein!

Ganz ehrlich, es ist Arbeit! Immer! Schweisstreibend, ermüdend manchmal, beizeiten schon mal auch etwas frustrierend, aber trotzdem immer spannend und auch lohnend! Manchmal steht man vor einem Scherbenhaufen und fragt sich, wie man das alles wieder kitten soll. Man denkt sich den Wolf. Man überlegt sich wund. Man sucht nach Schuld im Vergangenem. Man analysiert sich fast ins Grab. Wenn man aber wirklich denkt und zwar klar, dann erkennt man vielleicht, dass es da gar nichts zu kitten gibt! Hin ist hin! Vergangen! Tschüss mit ü! Da wirds dann mit einem Mal ganz ruhig in einem. Und der mit dem grössten Bauchladen an Glaubensmodellen muss erkennen, dass er keinen neuen Kunden in dir findet und wird ganz klein und still und macht sich rasch vom Acker! Der Scherbenhaufen darf halt Scherbenhaufen bleiben und und man beginnt eben neu, besser vielleicht, geführter, sich jener Basis besinnend aus der doch all unser Handeln und Wahrnehmen entsteht! Wahre Spiritualität will doch nicht geglaubt sondern getan sein!

Das mit den Scherben und dem Kitten, auf diese Denke kommt man ja auch nur wenn man sich in den Scherben noch was sieht, ein Restego an dem man sentimental noch blöde hängt! Mit Asche käme doch niemand auf die Idee wieder einen Baum draus zu machen! Aber man redet es den Leuten ein. Man verspricht es ihnen lauthals! Nur glauben müsst ihr daran, fest und unerschütterlich und gegen alle Vernunft! Glauben, vor allem wenn`s kompliziert wird! Klingt eigentlich unvernünftig und ist genau genommen der selbe Ablasshandel wie im Mittelalter – das Marketing ist halt besser, das Prinzip ist aber genau genommen gleich geblieben. Aber vor allem genau nehmen soll man es ja schon mal gar nicht!

Ich bin eine Spassbremse – manchmal. Es stand ja nicht viel zur Auswahl: Grüssaugust mag ich nicht sein, Pausenclown auch nicht, Schwarzmaler ist mir zu unbunt, Guru und Heilsverkünder scheidet ganz aus, Missionar ist auch elend, auch Opferlamm ist keine Option und süsslicher Schönredner oder Rosarotbrillenverkäufer schon gar nicht! Da lieber jener oft Unbequeme sein, der manchmal auch auf die Spassbremse tritt. Lieber jener sein, der nichts durch die Blume sagen muss oder das Blatt vor dem Mund braucht, damit beim Gegenüber kaum noch was an störender Frequenz landet. Besser ist`s aus dem eigenen Erfahrungsschatz zu schöpfen und manchal auch nicht weiter zu wissen. Tausendmal lieber von Herzen und Hirn aus sagen können „ich weiss es nicht“ als eine weitere sinnlose Phrase an den Mann bringen! Lieber ganz Selbst sein, als eine schön erfüllte Vorstellung des nach Events hungernden Klatschvolkes erfüllen!

Also habt keine Angst! Habt Mut! Wer hie und da berechtigt und klaren Geistes auf die Spassbremse tritt, der beendet manch gefährliche Irrfahrt – und erst dann stellt sich wieder echte Freude ein, die Freude am TUN! Die Freude am Selbst-Sein! Die Freude daran, dass wir uns entwickeln und verändern können!

herzlichst

Georg

 

 

 

 

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Aus eigener Kraft

Man kann sich ja alles schönreden, bei dem Wetter sowieso. Dennoch bleibt die Wahrheit eben Wahrheit. Und das Loch im eigenen Boot ist wahr und will gefunden sein und das rasch. Natürlich geht`s auch anders: Das Loch selbst noch ein wenig vergrössern, und es sich dann, vielleicht noch gemeinsam mit anderen schöndenken. Aber das Boot wird so auch nicht zum funktionierenden Uboot werden – nein, es sinkt, still und dunkel, und luftleer und eng! Was ich sagen will ist, dass Krise und Erkenntnis immer in ein und dem selben Gefährt sitzen und man selbst die Wahl hat, wie damit umzugehen ist.

Aus eigener Kraft sollte Motto und Ziel sein! Eine vernünftige Anleitung braucht es wohl. Es nötigt eine vor allem Art der Hilfestellung, die einen nicht und nie aus der Verantwortung nimmt! Es braucht funktionierendes, einfaches (!) Werkzeug um das Leck zu kitten! Und vor allem braucht es dann eine echte und wahrhaftige Kurskorrektur! Diese Korrektur ist zwingend nötig. Nicht dröge Bespassung und Ablenkung, nicht Flucht oder ein Übermass an Selbst und Fremdmitleid. Die Korrektur ist nötig, auch oder gerade wenn man die schon so lange befahrenen Gewässer zu verlassen scheut, weil sie bekannt, bequem und ebenso träge sind. Trotzdem lohnt es. Denn es kommt ja Neues auf einen zu! Da gibt es ja so vieles, das man noch nicht kennt! Dem Entdecker gleich, dem Pionier ähnlich, erreichen wir so neues Land! Und dieses Land darf man getrost betreten, ganz ohne Furcht, denn man erkennt sich selbst in ihm.

Da ist viel an Veränderung, an positivem Weschsel zu finden! Wenn man es wagt, wird man überreich belohnt! Zauberhaft wird einem die Welt, obwohl der Blick weiter und klarer ist als noch zuvor! Da entsteht einem ein Bild des Ganzen im Herzen! Mit allem was da ist, nichts verdrängt oder ausgeblendet, nichts schön geredet oder bloss neu gewandet! Die Selbstdarstellung darf endlich enden. Ebenso die Ausreden die gewohnten. Das „sich gehen lassen“ wird einem fremd, weil man an sich tut was getan zu sein hat. Entwicklung und nicht Verstrickung!

Im Tun liegt alles Sein! Nichts weniger als das ist wahr. Nichts mehr braucht es, um zu werden was man in seiner tiefsten Seele bereits lange schon ahnt! Alles erfährt Veränderung, wird neu, wird ganz. Und so manches das einem lieb geworden, weil einlullend und betörend, darf zurück bleiben, darf von einem gleiten wie feuchter Nebel. Was für eine Entlastung! Was für eine Erleichterung für den Geist, für den Körper ebenso.

Die Räume die dafür gut sind kennen wir. Es sind die alten Räume, die bewährten, die ehrlichen und echten! Nichts muss da neu erfunden sein! Denn in der „Neuerfindung“ gerät meist das Sinnvolle zum Sinnlosen. Das Rad neu erfinden? – es würde eckig sein… Also sich aufmachen. Diese alten, bewährten Wege gehen! Nichts scheuen, was einen aus der so geliebten Komfortzone zu katapultieren droht! Nein – suchen und finden, auch im überschreiten der Grenzen, der selbstauferlegten. Sich Zeit und Raum gönnen um neu zu sein und heil zu werden!

Dann auch verstehen dass man ja alles in sich trägt! Dass niemand weiter ist als man selbst! Dass alles auf Augenhöhe geschieht, besonders die alles heilende Liebe. Ach, wie wird das Wort da überstrapaziert! Wie wahllos und achtlos es eingestreut wird in die Glut des Egos, nur um dann der Selbstbeweihräucherung zum Opfer zu fallen! Das „sich kleiner machen“ als man ist, ebenso übel und sinnfrei und genau genommen nur wieder Egoismus, nach Zuwendung haschend, nach Aufmerksamkeit gierend! „Das Grösste“ und „das Kleinste“ – beides Leuchttürme des Egos die den Fokus der anderen auf einen lenken! Schlecht ist es da zu navigieren! Schnell gerät man in die falschen  Strömungen, denen  man nur mit Kraft und Aufwand wieder zu entrinnen vermag! Aber auch das lehrt einen viel – wenn man nur zuzugeben imstande ist, dass man sich verirrt hat, auf dem grossen Ozean des Lebens und wenn man begreift dass das Leck gestopft sein will!

Das „Ich“ tritt einen Schritt zurück wenn man sich wandelt. Dafür entsteht ein „Du“. Ein ehrliches und aufrichtiges! Und das „Wir“ schmeckt mach Famile nach Freund und Vertrauten. Vor allem am wärmenden Feuer an dem man sitzt, Aug in Aug, Herz an Herz, ganz ohne Wort und ohne überflüssige Beschreibung. Da findet Heilsames statt! Da wird einem bewusst, dass Reduktion der Ausdehnung nicht Feind sondern Quelle ist! Es wird einem im Drinnen klar, dass man alles ist, in allem, mit allem, aber ohne romantisch/esoterisch übersüssem Zuckerguss. Es wird bewusst, dass der Sturm, in dem man noch vor kurzem um Existenz und Sein gefürchtet hat, nicht von einem strafenden Gott gesandt, sondern von einem selbst erzeugt worden ist! Wie frei man wird wenn man erkennt, dass es an einem selbst liegt! Wie magisch anders ist der Blick, wenn man frei wird von der Schuld, die man stehts dem anderen an die Brust geheftet hat! Wie leicht es einem wird wenn das „ich muss“ zum „ich kann“ wird – Entdecker die wir sind!

Jetzt das erste Wort vom „Ich“. Fast mit Widerstand getippt. Ich habs gelernt, habs lernen dürfen, das Sein! Darum kein Streben nach grosser Bühne. Kein „Schreiben-müssen“ mehr sondern ein „schreiben können“.  Das hab ich auch gelernt, dass man nie mit etwas mehr verbunden ist, als im Widerstand! Darum auch keine Widerstände mehr. Und kein Bedürfnis zu missionieren, lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals gehabt. Selbst die Beschreibung dessen was ich tue ist ohne Wichtigkeit für mich. Es dient nur dem der sucht zur Orientierung – damit nichts erwartet wird, was ich nicht erfüllen kann. Ich biete Räume an und Werkzeuge. Ich biete Wissen das ich habe. Nie aber ein Versprechen dass es leicht wird! Nur dass es einfach ist und schlicht, das sage ich zu, denn das ist mein ganz persönlicher Weg den ich nicht verlasse! Es ist mein Kurs auf dem ich fahre und ich fahre gut auf ihm!

Man gibt von dem was man an Erkenntnis, an Werkzeug hat. Man gibt es gerne und von Herzen. Man gibt es, weil es Not tut und nicht um sich selbst zu erhöhen – denn was ist man schon, doch nur ein Boot unter vielen, auf dem unendlichen Ozean des Seins, glücklich versehen mit Kurs und Richtung, bemüht nicht leck zu schlagen und voller Neugierde auf das was kommt. Trotzdem: Je mehr Boote den Kurs finden, den wahren, umso mehr dienen sie den anderen als Vorbild! So geschieht Veränderung durch Neuorientierung und das Leben wird zum gemeinsamen Projekt, das kein Gegeneinander kennt, sondern die Fahne des Miteinander am Mast gehisst hat.

Alle Flüsse fliessen ins Meer – immer schon

herzlichst

 

Georg

 

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Wieder daheim

Wieder daheim.
 
Das Herz voll von Bildern, von Erlebnis und Erfahrung, voll von weitem Land, von Natur und Sein, von Freunden und vom Aufgenommen worden sein. Wie Familie ist`s dort, weil mehr als Freundschaft – Verbundenheit über die Zeit und Distanz hinweg. „Seelenverwandtschaft“ trifft`s vielleicht noch besser. Sich und dem Anderen ins Herz geblickt, wortloses Verstehen, gemeinsame, freudvolle Lebenszeit unter Brüdern und Schwestern. 
 
Zugleich das Hier – auch Familie und Freunde und Land und alles liebend verbunden und verwoben. So braucht es noch viel Zeit alles zu verarbeiten, darum das Schreiben, es hilft dem Geist das Unfassbare zu fassen, wenn auch das Wort schnell versagt. Vor allem in der Stille und mit der Zeit die man sich gibt / geben muss, kommt das Erlebte wieder organisch wahr zu einem. Mit jedem Herzschlag ein Bild, mit jeder ruhigen Minute so viel an Erinnerung die im Jetzt wirkt. Prozesse sind am wirken, tief, die Seele weitend, klärend und das Ego verwirrend zugleich. Und die Lieder, wie sie immer noch in einem tönen! Ganz Rhythmus, ganz kraftvoller Herzschlag der Erde, rufende, belebende Trommel, ewiger Tanz der Mitte entgegen, stärkend, verbindend und erneuernd!
 
Und ja, auch gut wieder da zu sein! Wieder daheim sein, im Eigenen Raum, mit all dem was man schon beinahe nicht mehr vermisst hat – das kühle Glas Wasser aus dem Hahn, das ganz alleine sein, das gewohnte heimelige Gehäuse, das statische Jetzt, das eigene Bett, das Erwachen im Hier und das eigene Land das man beleben darf! Ebenso der Blick auf das Erreichte, lächelnd erkennen wie es sich verschränkt ineinander, das „Drüben“ und das „Hier“.
 
Schon zieht es einen wieder fort, leicht und verspielt, wissend dass dort Familie ist, dass dort Kreise sind, so starke Frauen und Männer, auch die Kinder! Es zieht, weil dort ein ganz besonderer Ort ist, an dem man sich selbst und dem anderen in ungeahnter Tiefe zu begegnen vermag. Da zählt das wahre Selbst, nicht das Bild oder die Beschreibung. Und doch ist dieser Ort ganz Wunder und Zauber, zugleich in einem selbst! Wohlige Erkenntnis!
 
Was für Tage! Hand in Hand mitgearbeitet, aufgebaut, Tage des Tuns, Teil des Ganzen gewesen mit vollem Einsatz, mit Kraft und Freude, jeder ganz Selbst! Dann sich an Hingabe geübt, so von Herzen gebetet, für den Anderen, für jeden der Teil ist! Alles gegeben und so vieles mehr an Geschenk erhalten! Was für ein Weg! Was für eine Intensität an Verbundenheit! Was für ein ungeahnter Grad an Wahrhaftigkeit, weit über das insgeheim Erhoffte hinaus! Wie gesagt, es wird noch brauchen bis alles sich setzt – so unendlich viel an Segen, so viel an verantwortungsvollem Auftrag!
 
Dankbarkeit, vor allem jenen gegenüber die kein Gegeneinander kennen und das Miteinander leben! Jenen gegenüber, denen man so vieles geraubt hat, an Land und Freiheit und Würde – und die dich dennoch so reich beschenken, indem sie dich offenen Herzens aufnehmen in ihren Kreis, die dich fördern und behüten und lehren wie unendlich gross und voller Liebe alle Welt sein kann!
 
All ihr Weggefährten und Freunde, auf bald!
 
aho
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Die Gnade der Krise

Natürlich gibt es sie die Tiefe. Alles kommt ja aus ihr, wird in ihr geboren oder ist dort schon ewig. Oben, an der Oberfläche, nehmen wir nur Reflexionen dessen wahr was unten IST. Das Gespiegelte oben ist Verzerrung, bestenfalls Wunsch oder Hoffnung. Dort oben sehnt man sich nach dem was unten ist. Aber durch die Verzerrung, sehnt man  sich nach der Spiegelung – und diese ist Fiktion, bestenfalls Idee.

Es braucht schon eine Krise und ein Herz das einen in die Tiefe führt. Dort unten, von oben kaum vorstellbar, ist das Licht. Dort im Licht der Tiefe ist aller Ursprung, auch der des Seins – die wirkliche und wahrhafte Existenz. Natürlich ist man an die Oberfläche gut gewöhnt. Man ergeht sich in der Deutung und Interpretation der Wirbel und Bilder die sich oben auf dieser Schicht finden, all das in der Hoffnung dass das Ersehnte wahr werden möge. Und wird es „wahr“ – so bleibt es dennoch blosse Projektion und letztlich unebefriedigend. Das Herz aber ahnt diese Tiefe! Aus ihm entsteht ja das andere „Sehnen“, jenes unbestimmte Wissen, dass da ausser tradierter Deutung und Projektion doch etwas Wahres sein muss! Das Herz will nach unten, ins Licht, gegen den Auftrieb des geblähten Egos! Und es ist stets das Ego dass uns oben hält, einer Boje auf dem Wasser gleich, die es uns fast unmöglich macht die Oberfläche zu verlassen, die uns jeden Tiefgnag bitter verwehrt. Diese Boje wiederum ernährt sich auch durch Projektion und Wunsch und ewige Beweihräucherung. Sie bläht sich dadurch auf, mehr und mehr – und hindert uns an wahrhafter Innenschau! Denn das Innen ist ja die Tiefe!!  Immer nur „ich“, immer nur peinliche Egosbespassung, immer nur elende, neue, Beschreibung der Boje – mal bunt, mal schwarz weiss, mal elend, mal der oder die Beste der Besten der Besten zu sein! Heisse Luft bläst da man in sie oder lässt in sie blasen. All das in der Hoffnung irgendwann mal abheben zu können, nach oben, gaaanz nach oben – aber was aufsteigt, kommt auch wieder runter, besonders warme Luft, die kühlt schneller ab als es der Egoboje lieb ist! Bloss die Krise meiden, sie umschiffen, sie sich schön und bunt und oberflächlich reden, möglichst hohl dabei bleiben, ganz sich dem ewigen Aufblähen anbiedern, so schlau und blöde zugleich, so blind und taub für all die mitunter derben Ratschläge, die das Leben so an einen adressiert. Die Nadel ist eben dem Luftballon ein Feind – umgekehrt wohl kaum. So ist die Krise der Boje ein wahrer Feind, dem Ego eine echte Qual, dem erkennenden Menschen aber Befreier und Freund!

Denn: Jede Krise birgt eine Gnade! So vieles geschieht das uns erschüttert. So manches schlägt ein Loch in die Boje die uns oben gefangen hält. Es betrifft uns direkt oder im engsten Umfeld. Und es ist so unendlich wichtig und heilsam diese Zeichen zu erkennen! Um Hesse zu zitieren „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ Der Zauber der Krise, ist die Chance einen neuen Weg einschlagen, neu beginnen zu können und dem Weg in die Tiefe, zum Selbst zu folgen – ohne Furcht, ohne Gram, aber dafür mit Freude und in der Gewissheit, dass das Ziel des neuen Weges Heilung und Selbstfindung sein wird!

Beschreiten wir endlich den neuen Weg, dann werden wir vom „abschreckenden Beispiel“ zum wahren, erstrebenswerten VORBILD – so verändern wir uns und die Welt – so werden wir, was wir wirklich sind und fühlen in uns und um uns das heilende Wirken der Unendlichkeit! Gemeinsam, sich gegenseitig stützend und lehrend!

Jede Chance auf Veränderung ist eine echte Gnade die uns zuteil wird! So können wir sagen „ich bin!“ und nicht „ich war“! So schaffen wir eine innere und äussere HALTUNG der Klarheit und Kraft – im Denken, im Handeln und im SEIN!

Darum lasst uns nicht noch länger warten! Lasst uns die uns anvertraute Lebenszeit freudig und sinnvoll nutzen! Lasst uns die Chancen erkennen und die Gnade, die auch in der schwersten Krise liegt, als unendlich wertvolles Geschenk begreifen und endlich, endlich, endlich HANDELN!

Dies ist es ja wonach wir uns in Wahrheit sehnen. Dies ist es was uns wirklich mangelt. Dies ist es was es zu erreichen gilt. Dies ist es was wir schon immer geahnt haben und in der Tiefe ehrlich wussten. Schon immer!

Ich weiss dass dies ehrliche Arbeit meint – „Prozessarbeit“ im eigentlichen Sinne. Und dieser Arbeit, die in die Tiefe führt, haben wir uns verschrieben. Warum? Weil all das unmittelbare, freudvolle und sinnvolle organische Wahrheit ist! Weil dieses TUN ein heilendes Naturgesetz ist, das uns alle betrifft, ohne jede Ausnahme.

Verlasst die Oberfläche und sucht die Tiefe. Sagt es den Verzweifelten, den Leidenden, den Suchenden – und besser noch: LEBT ES IHNEN VOR!

herzlichst

Georg

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Leben vor dem Tod

Für einen Freund

Es betrifft einen immer. Vor allem wenn „Es“ geschieht, im Umfeld, dem unmittelbaren. Man steht vor diesem Übergang, diesem Tor in einen neuen Raum und fragt sich betroffen, wie jener, der sich anschickt es zu druchschreiten wohl fühlen mag. Was wird er sehen? Was sind seine Gedanken? Und vor allem: Wie blickt er zurück auf das Leben, das geführte? Da wird einem bewusst, dass Lebensführung ja meint, dass man „geführt wird“ durch sein Leben. Es klärt sich der eigene Geist ein wenig auf und man behirnt endlich (oder wieder einmal) dass es eben dieses „geführt werden“ ist was zählt. Dieses Leben und Erleben vor dem Tod, der nur natürlich ist und sinnvoll, will betrachtet sein! Es will kritisch hinterfragt sein. Es nötigt einem dann, wenn man es wagt sein Leben so zu betrachten Konsequenz ab! Denn was da tickt im Hintergrund ist die Lebensuhr, die Sekunde um Sekunde abzählt von dem was man da als Geschenk, als Gnade durch Vater und Mutter erhalten hat – Lebenszeit.

Doch ist nicht alles Sterben wie alles auch Leben ist? Natürlich, es bedingt sich gegenseitig! Geburt und Tod bildet den Raum der uns gegeben wird ums uns zu entwickeln, um uns zu erfahren. Die Seele will ja erfahren sein und frei von all der Bedrängnis die wir ihr aufzwingen! Sie will ja schon im JETZT sein und nicht erst hinterher, so es denn ein „Danach“ überhaupt gibt – wer weiß. Das Jetzt drängt sich plötzlich ganz nach vorne, ganz ohne Scheu und wird zum Natürlichsten das es zu geben scheint. Schnell treten Egomanie, Selbstbeweihräucherung und Selbstdarstellung in den Hintergrund! Man spricht nicht mehr ständig vom „Ich“ in jenen Momenten oder Phasen, sondern vom „Es“und meint die Seele. Es endet plötzlich die Ich-Beschreibung, die sich da so breit gemacht hat, die einen schamlos alles von diesem Ego-Ich breitreten und öffentlich hat machen lassen und zeigt einem seinen Platz. Klein wird man im Angsicht des Überganges, selbst dann wenn es jemanden betrifft den man „bloss kennt“, mehr noch wenn es jene erreicht, die man von Herzen „Freund“ nennt, vor allem wenn der Freund es gut getan hat, mit allem was er konnte, mit ganzem Herzen.

So geschieht es, dass man zunächst wie betäubt ist, wenn der Tod beginnt eine Schneise ins Leben zu schlagen. Dennoch aber wird man sich gewahr, dass jener der eben geht, ja nur dem eigenen Ego als nahender Verlust die Angst ins Hirn setzt. Genau genommen liegt es, bei all dem Schmerz und Leid das damit einhergeht, trotzdem im Auge des Betrachters. Wenn einer dürch die Türe tritt, den Raum verlässt, erscheint es den Beobachtern die  mit im Raum sind, als würde er gehen. Jenen Beobachtern aber, die im anderen Raum sind, erscheint es als würde er eben frisch und neu ins Leben treten. So scheint Geburt und Tod doch eins! Es scheint, als wäre es die selbe Türe und es käme nur darauf an wo wir, die zunächst Aussenstehenden, Position bezogen haben – also von welchem Standpunkt aus wir die Szene betrachten. So stehen wir und schauen, bis wir dann selbst eines Tages den Raum verlassen um einen neuen zu betreten – unendliche Seelen und Wesen die wir sind.

Sind wir nicht wie der Wind, der von draussen kommend, voller Gerüche und Erinnerung an eben jenes Draussen, ins Zimmer strömt um dann, im Spalt der Türe den Raum, einem lauen Luftzug gleich, manchmal auch einem Sturm ähnlich, wieder ins Freie zu strömen? Der Wind beginnt weder am Fenster, noch endet er an der Türe! Er hat ja lange vorher schon begonnen und wird nie enden! Er erfüllt die unterschiedlichsten Räume! Er nimmt alles auf von dort, beseelt sich mal um mal, wird wissender und erfahrener in seinem ewigen Jetzt und seiner ewigen Wanderschaft!

Man geht weiter. Geführt im Leben und im Versuch dieser Führung sich anzuvertauen tut man was man kann. Man hinterlässt Spuren aus Vergeblichkeit. Man schafft Veränderung durch Resonanz. Und man ist sich vielleicht sogar bewusst, dass der „Kredit Leben“ zurückzuzahlen ist – in Form von Liebe und Freude, so gibt man was man zu geben imstande ist – und so wird jeder Morgen zum Geschenk und jeder Tag zur Gnade. So entsteht auch Dankbarleit an das eigene Sein, an die Möglichkeit zu werden und zu wirken. So erkennt man auch, dass das Tor, der Übergang in uns ist, immer, uns sich jede Minute öffnen kann. So begreift man, durch jene die uns vorausschreiten, allmählich wie sinnfrei vieles von dem ist was wir „ICH“ nennen – man erschrickt darüber dass es nichts mit der Seele gemein hat. Nichts bleibt bei einer echten Betrachtung, bei wirklichem Hinsehen! Alles zerschlägt sich, zerbirst, zerbröselt, wird zu feinem Staube gemahlen, zu weisser Asche damit aus ihr, mit aller Kraft und liebender Macht eine neue Wahrnehmung entsteht! Wahrnehmung, ja und Fokus – und Erkenntnis dass es ein Wunder ist, das Leben, der Tod, der Übergang! Dass es an Dimension kaum zu fassen ist – diese Möglichkeit des Überganges den dir niemand jemals nehmen kann!

Nicht drohend ist diese Macht des Überganges! Sie hilft! Sie lehrt uns, dass wir all das zurück lassen dürfen was uns nur belastet – vor allem die Beschreibungen und Verkleidungen unserer wehleidigen Egos! Die Macht des Überganges lehrt uns aufzuräumen mit all den Projektionen die wir beständig um uns bilden! Sie bringt uns zwingend zu Bewusstsein! Sie klärt den Blick, das Herz, all das was es braucht um wahr zu sein, um geführt zu sein auf diesem Lebensweg!

Das Leben vor dem Tod ist kostbar! Es will begriffen und getan sein! Es will befreit von all den sinnlosen Beschreibungen sein, die man sich umhängt um beliebt, geschätzt, bewundert oder gar gefürchtet zu sein! All das muss fort, weil es wie ein kaltes, nasses Laken über der Seele hängt und sie am atmen, am Wesen-Sein hindert! Darum auch der Tod als Gnade zur Seite gestellt, der eigene wie der des Freundes, oder des Menschen von nebenan, um uns zu lehren, nicht zu strafen! Ums uns mit Wahrheit zu konfrontieren – weil die Wahrheit der physischen Endlichkeit ein recht anschauliches Instrument ist um uns Herz und Hirn nachhaltigst zu klären!

So will das Leben vor dem Tod wirklich GELEBT und nicht, einem Mangel aus Selbstbewusstsein geschuldet, blosse INSZENIERUNG sein! Das Leben IST! Der Tod IST! Nur das Ego muss künstlich elend und täglich erhalten sein, um dann schmeichlerisch um die Gunst des Anderen zu buhlen. Das ist nicht Leben sondern eine blosse, flache Vorstellung von Leben! Es ist etwas künstliches das ein Mangel an SEIN in uns erzeugt und nörgelnd, wertend und verurteilend in die Welt drängt und sie zu der macht die sie eben ist!  Doch bei aller bemühter Ablenkung bleibt und wächst ein stilles und bitteres Wissen, dass es eben nur ein Stück ist das man um Applaus bemüht spielt, mit wechselndem Publikum in unterschiedlicher Kulisse und doch immer das selbe, peinliche, dröge Stück…

Das Leben aber spricht wahr auch durch den Tod zu uns und sagt: „Sieh mich an! Sieh was dir geschenkt ist! Nutze mich frei aber nutze mich weise! Vergeude mich nicht, denn ich bin so kostbar! Zerbrich mich nicht! Verirre dich auch nicht in mir, denn ich bin gross! Lass dich am Herzen nehmen und dich durch mich führen! Liebe mich und alle die mich mit dir teilen! Erfahre mich! Und vor allem, sei geweiss, dass ich dich am Tag deines Überganges, in neuem Raum, mit neuem Sein erwarten werde!

Alles ist Übergang, die Zeit eine Illusion. Das Leben mit freiem Herzen und nahe der Seele aber ist der Weg!

nutzt Euer Leben gut

herzlichst

 

Georg

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Die nackte Seele

Wenn ich nach Wörtern suche ist das Arbeit. Es ist, wie im Ozean der eigenen Existenz nach Muscheln oder Korallen zu suchen. Da gibt es jene und welche – und es ist oft nicht ganz leicht die richtigen zu finden. Vor allem wenn es um Tiefe geht, dann muss man schon auch in eben jener Tiefe suchen. Das erfordert Kraft und langen Atem, denn so ein Wort, ein richtiges, liegt oft ganz unten in einem selbst. Sich dorthin zu begeben ist Wagnis. Dann besieht man sich das Wort, dreht und wendet es und taucht dann auf mit dem Wort, dem gefundenen und fügt es mit den anderen zum Satz.

Natürlich könnte ich es mir leicht machen. Ich könnte mich selbst ständig wiedergeben, mich selbst kopieren. Oder aber, ganz bequem an der Oberfläche bleiben, da am Ufer am sichern und mich jenes Treibgutes bedienen, das da zu Hauf im Umlauf ist. Am Ufer des „mainstreams“ findet sich ja vieles! Abgegriffene Wörter, abgenutzt und kaum noch mit erkennbarerer Oberfläche versehen. Sogar Halbsätze findet man dort, wie glattes Holz. Man bräuchte sie nur aufzunehmen und aneinander zu reihen und hätte dann flache Beschreibungen von flachen Dingen in einer flachen Welt. Aber es wären nur Sätze die keine Tiefe mehr kennen, schon gar keine eigene. Es wären Wörter und Sätze die nur dem Ego schmeicheln, dem eigenen – und das Ego ist immer Oberfläche, ist Strandgut. Das Strandgut soll nehmen wer mag, ich sammle es nicht, ich lasse es jenen die damit können und sich tagtäglich ihre Welt daraus zusammenbasteln.

Die Seele braucht aber andere Wörter, sie braucht wirkliche erarbeitete Sätze. Sie verlangt nach ganz genauem Hinsehen dort unten, in der Tiefe wo dem Ego (und nur ihm) die Luft rasch knapp wird. Dieser Tauchgang gelingt nicht immer, weil die Tagesverfassung entsprechend wechselnd ist. Da ist oft zu viel Oberflächengetöse die alle Aufmerksamkeit bindet – und alle Energie. Dann sind da wieder geschenkte Tage, die einem den Blick und die Reise nach in die Tiefe ermöglichen. Aber auch da bedarf es Anstrengung, weil es ja erhrliche Arbeit sein soll und nichts was man sich gerade mal so aus dem Ärmel schüttelt. Manchmal nötigt es auch die das Boot zerschmetternden Krise, die tiefste, weil eben sie uns wie keine andere Naturgewalt, zur nackten Seele zu führen imstande ist!

Auch Gefahr besteht bei diesem Tauchgang nach Wort. Es besteht die Gefahr nur eben von jenen verstanden zu werden, die den Tauchgang beim lesen nachvollziehen können, nein, ihn sogar mitzumachen imstande sind! Da braucht es Muße und Ruhe und eine Fähigkeit die man als „die Neugier an sich selbst“ beschreiben könnte. Denn was wir zu beschreiben versuchen ist der Zustand der nackten Seele! So steht man, also ich, vor der Wahl: Sich mit seelenloser Oberfläche begnügen, mit der schönen Spiegelung der Egosonne, oder aber nach unten sich wagen, auch mal ins oder besser durchs eigene Dunkel zu blicken, um zu sehen was dort zu finden ist.

In der Tiefe, dort wo die nackte Seele ruht und auf ihre Entdeckung wartet findet sich viel. Dort sind jene Wörter zu Hause, die, wenn man sie von dort unten betrachtet, ganz anders wirken als ihre Zerrbilder an der Oberfläche! „Liebe“ – was für ein grosses Wort dort unten! Aber oben an der Oberfläche nur Wunsch oder Wollen oder Besitz. Hier aber in der Tiefe stellt sich das Wort vor einen hin wie ein Baum und ist eben beseelt und wahrhaftiger und drängender in der Frage nach dem „wie?“ Noch mehr fragt dich das Wort: Liebst du? Wenn ja, wen oder wie? Was ist diese schmerzhafte Liebe der man sich nicht entziehen kann? Nahe der nackten Seele versteht man es dann mit einem mal. Man begreift, weil einem die Seele zuspricht, dass die Liebe ja nur da oben an der Oberfläche schmerzhaft und kompliziert und seltsam ist und einen zerreisst! In der Tiefe aber, nahe der eigenen nackten Seele, ist sie unendlich leicht und ohne wollen oder müssen. Sie steht vor einem, nein, strömt durch einen hindurch, erfüllt einem warm das Herz und macht bewusst, dass man sich nur ihr hinzugeben bräuchte und alles würde gut und schön und wahr und einfach ohnehin!

Dort, in der Tiefe auf, der Suche nach den Worten welche den eigenen Zustand zu beschreiben vermögen, herrscht wahrlich kein Gedränge – nur wenige wagen sich dorthin. Zu verlockend ist die spiegelnde Oberläche, auf der wie gelbe Plastikentchen, alle Egos der flachen Welt vor sich hin dümpeln und sich im Wellengang gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Jedes Entlein will auf den Wellenkamm, es will dem Wellental entrinnen und gelber sein als all die anderen, klüger sowieso, oder eben arm, so arm dass alle Aufmerksamkeit dem kleinen, armen, im Wellental scheinbar gefangenen Entchen zuströmt. An der Oberfläche quakt es herz- und hirnzerreissend. Unten aber, in der Tiefe der eigenen herrscht eine feine und heilsame Ruhe. Dort sind die wahren Worte zu finden die es braucht. Dort bekommt das Wort seine Kraft und Qualität. Hier wird das Wort erst geboren! Nur von dort lässt es sich sagen „ich liebe dich!“.

Die Suche nach dem rechten Wort, das Ringen um den Satz, der Versuch der nackten Seele nahe zu kommen führt in die Tiefe. Diese Tiefe ist aber nicht nur dunkel oder drückend! Es gibt einen Übergang, eine Zone, wenn man sie durchtaucht hat, da wird es beinahe leicht und Licht wird es ebenso! Es ist, als ob man all die gelben Plastikentchen und ihre gelbe Plastikentchenwelt hinter sich lässt und diese keinen Einfluss mehr übt auf das eigene Sein. Da ist kein auch kein elender Auftrieb mehr. Man schwimmt endlich wieder frei. Man atmet, gegen einen ersten Widerstand angehend das süsse Wasser und begreift endlich, dass einem die Tiefe nicht fremd ist! Nein! Die Oberfläche ist das eigentlich Fremde – die Abspaltung von der eigenen Seele, die sich nicht zu verkleiden sucht, die immer nackt ist, und wahrhaftig! Sie nötigt keinen neuen Kleider, nur das Ego tut es, beständig und gegen unsere eigentliche Bestimmung! Und der Schmerz den man in sich trägt entsteht nur aus der Distanz, aus der Entfernung und Entfremdung, aus dem Treiben an der Oberfläche, so fern der nackten Seele, und so nahe zugleich.

Wer das Wort sucht wird in der Tiefe fündig werden – und er wird dort mehr finden als nur Beschreibung. Er wird der nackten Seele gegenüber treten und es wird wie ein Nach-hause-kommen sein. Man muss es wagen, das ist klar. Man muss wissen das nur das Ego sich der Nacktheit schämt und nach buntem Tuch verlangt, nach Übersteigerung und Glanz, nie aber die Seele, denn das Nackte ist ihre schlichte und zugleich grandiose Natur! Man muss zunächst den Fokus ändern, gegen alle Widerstände. Man muss seine Platikentchenexistenz radikal aufgeben. Man muss die Bereitschaft in sich pflanzen die gelbe Plastikentchenwelt mit all ihren Normen und kollektiven Wahn, der nur der Angst des Allein-seins geschuldet ist, hinter sich zu lassen. Wenn man es dann wagt, wenn man beherzt die Tiefe sucht, wenn man taucht und das Schnattern der Oberflächenwelt zurückbleibt – dann, ja dann ist man wieder auf seinem Seelenweg. Weit ab von Bespassung und sinnfreier Ablenkung. Weit entfernt von blendenden Egos und peinlicher Selbstinszenierung. Man ist auf dem Weg zur nackten Seele, zu wahrer Liebe und zu echtem Sein.

 

Manchmal, so wie heute frage ich mich, wer wohl versteht, wer wohl mit in der Tiefe ist denn ich weiss es ist ein Wagnis. Für jeden von uns. Jeden Tag. Aber es lohnt sich!

 

herzlichst

 

Georg

 

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