Blog Posts

Zeichensprache

Immer warten wir auf ein Zeichen. Wir hoffen auf ein Omen, auf irgend etwas das uns sagt „hier ist das Wunder! Sieh hin!“ So warten wir und stehen starr, gefangen in eben dieser Erwartung und mit einem Bild im Kopf, wie dieses Zeichen wohl zu sein hätte. Aber dabei ist das Wunder ja schon da! Es umgibt uns nicht nur, im Sinne sich ewig und unendlich reproduzierender Natur – nein, WIR SELBST sind das Wunder! Alleine die Fähigkeit zur Wahrnehmung ist Wunder, Liebe ohnehin, ja selbst der Schmerz!

Jeden Tag erwachen wir neu. Jeder Tag birgt so unendlich viel an Möglichkeit an Erkenntnis und Veränderung dass wir, ohne es zu ahnen, uns ständig neu erfahren könnten. So vieles ist um uns und in uns das uns sagt „DU BIST! – wären wir nur nicht so versessen auf eine Bestätigung, auf das Urteil irgend einer höheren Instanz die uns recht gibt. Aber das Warten auf „das Zeichen“ verbraucht dermassen viel an Energie, dass uns letztlich die Kraft fehlt um den Blick von der Vorstellung abzuwenden. Es ist wahrlich ein Kraftakt NICHT auf ein Zeichen zu warten sondern zu SEHEN was IST. Und selbst wenn dieses Zeichen existierte, wenn es uns anspringen würde und laut wäre, es würde unsere Aufmerksamkeit binden und unser Blick bliebe im Zeichen gefangen.

Nein, nicht der Wegweiser ist das Ziel – und der Weise geht weg, weg vom Wegweiser, wendet sich von ihm ab, ganz egal wie bunt er sein mag, oder wie laut. Das Herz wüsste ja schon immer worauf man den Blick lenken müsste! Es ist, als stünde man im tiefsten Wald und warte auf ein Zeichen, darauf dass etwas vor uns steht und mit fester Stimme, ganz ohne Zweifel und bestimmend sagt: „DAS ist der WALD!“. Dabei stehen wir schon lange mitten drin im Wald, vor dem Baum, die Zehen im kühlen Moos, aber eben auch hüfthoh in der verqueren Vorstellung gefangen, dass es noch etwas anderes bräuchte als dieses SEIN – eben eine Bestätigung des Waldes, des Baumes, des Ich`s im Wald.

Wir rufen die „Spirits“ so als ob sie ständig fort wären, an irgend einem omionösen Platz.  Dann warten wir gebannt und gespannt auf ein Zeichen, ein klein bissl Feuerwerk das uns anzeigt dass sie jetzt da wären! Aber dabei sind sie doch IMMER da! Sie sind ja IMMER nahe! Auch unsere Ahnen! Alles ist ja DA, ständig, vor unseren blinden Augen! Aber wir nehmen es nicht wahr, weil wir ja auf ein Zeichen warten – und das Zeichen ist halt immer etwas weiter draussen in der Peripherie, immer etwas entfernt von uns. Manchmal denke ich mir, sollten sich die Spirits einmal wirklich von uns abwenden, dann deswegen, weil es ihnen einfach zu doof ist, einen funkensprühenden Affentanz aufzuführen, nur damit wir Deppen die Augen und die Energie von den Zeichen und deren Vorstellung abwenden um endlich ZU SEHEN!

Irgendwann haben wir unser ganzes Leben damit verbracht, mehr oder weniger geduldig und frustriert, auf ein oder mehrere Zeichen zu warten um endlich loslegen zu können mit persönlicher Entwicklung und so. Dann komm der Tod, den wir dann weil er doch etwas auffälliger und kontrastreicher ist wie das gewohnte Leben,  als gaaanz tolles Zeichen deuten! Jetzt glauben wir das eine, lang erwartete Omen wäre da, das uns sagt „soda, auf gehts, die Zeit ist günstig der Umstand perfekt, jetzt gehts looos das Leben und alles!“ – nö. Tut es nicht. Endstation. Deckel drauf. Dunkel. – da hat man mal vielleicht Zeit zum Nachdenken dann, am unteren Ende der Nahrungskette, so als subterran Endverbrauchter der man nunmehr ist. Oder man wartet halt, auf das nächste Zeichen, nur kein Stress…

Auch der Weg ist ja schon Ziel. Nicht weil der Weg dieser oder jener ist, sondern weil das Ziel DIE HALTUNG ist mit welcher man ihn geht! Es spielt keine echte Rolle welcher Weg es ist den man geht! Weil die Wege sich ändern, weil sie launisch sind und wechselhaft, weil es Sackgassen gibt und Labyrinthe. Mal wird es der Weg sein, den Beruf und Gesellschaft fordern, mal der Weg den man in seiner Freizeit geht, in der Partnerschaft, in unseren Beziehungen. Nicht die Qualität des Weges ist es was zählt – sondern die eigene Qualität, sprich der energetische, spirituelle Zustand, in dem wir welchen Weg auch immer beschreiten! Das Zeichen ist nunmal weder Weg noch Ziel. Das Omen ist kein Ort, nichts davon ist Zustand, es ist nur MEINUNG, auch diktierte – und eben deshalb ist es NICHTS. Bücher kann man deuten, Zeichen auch, Ideologien, all das lässt sich trefflich diskutieren – aber nicht das Herz! Nicht die SEELE! Nicht die LIEBE! Auch nicht Geburt und Tod! Keine der Wahrheiten ist verhandelbar! Und schon gar nicht das WAHRE SELBST! Kein Zeichen, kein Omen, keine Deutung, keine Wertung, weil es um DICH geht und nicht um eine Meinung!

Die Wunder sind ja schon da. Wir sind doch das gezeugte Wunder per se! Entstanden „aus einer Vision Gottes“.  Gemacht aus Licht, aus Energie, aus dem Stoff der Sterne. Jeder Einzelne! Und das Wunder hat eine Sprache, eine die jeder versteht, die nichts mit Intellekt zu tun hat! Es ist eine Art Seelensprache, ein Schwingen, oder anders gesagt: es ist Resonanz, Kraft, Absicht. Wenn wir da andocken, wenn es uns gelingt in diesem Resonanzband zu schwingen und zu bleiben (!) – dann braucht es keinerlei Wunsch nach Zeichen und Omen mehr, auch  nicht nach DEUTUNG! Es ist das absolute Wissen aus dem Herzen heraus, ein Gefühl der Mitte das uns sagt „jetzt sei!“ oder besser noch „ich bin!“ Ganz ohne etwas das ausserhalb liegt und so nur tradierte Vorstellung bestätig! Man braucht doch auch kein Zeichen dass man liebt – man tut es! Auch für Schmerz warten wir nicht auf ein Omen um ihn empfinden zu können! Es geht ja auch nicht um WISSEN sondern um FÜHLEN!

Während ich hier sitze und schreibe schneit es vor dem Fenster feine Flocken. Mir fällt auf: Der Schnee ist kein Zeichen für Schnee – er IST Schnee. Und der Winter, der hier bei uns bisher beinahe ohne Schnee ausgekommen ist, war auch ohne das weisse Geflocke Winter. Da kommt ein Reh, langsam, zögernd, aufmerksam. Von rechts aus dem blattlosen Gebüsch, aus dem Unterholz dort wo der Wald beginnt tritt es auf die Wiese, hin zu den Apfelbäumen. Hellbraun ist es, die Nase schwarz, weisser Spiegel, die Ohren drehen wie Radarantennen. Aufmerksam ist es und ganz bei sich und ganz Reh. So kommt es näher. Ein paar Meter vor dem Fenster an dem ich sitze und schreibe kommt es vorbei. Ist es ein Zeichen? Wenn ja wofür? Nein. Es ist kein Zeichen, kein Hinweis. Es ist ein Reh, auf der Suche nach Nahrung. Ein Reh das sich aus dem Schnee noch Äpfel vom letzten Jahr scharrt. Und es ist ein schönes Tier, weil ganz es selbst, weil ganz im Jetzt! Was es mir sagt, das Reh? Nun – Nichts! Was es tut mit mir? Unendlich viel – weil ich es ansehe und, ganz ohne Deutung irgend eines Zeichens, ich mit ihm gemeinsam bin, in diesem wunderbaren Jetzt! JETZT dreht es den Kopf. JETZT frisst es. JETZT zieht es weiter. Was bleibt ist eine schöne, klare Ruhe in mir. Eine Ruhe die ich aus dem Jetzt, gemeinsam mit dem Reh habe schöpfen dürfen. Geteilte Zeit. Gmeinsames JETZT Gemeinsame Welt. Wunder.

Alles liegt in Euch. Es braucht keine Bestätigung dass es so ist. Es braucht nur ein wenig Mut es herauszufinden dass es eben so ist. Es nötigt vielleicht besonderen Raum um dem gewahr zu werden. Zeichen und Omen braucht es nicht. Unmittelbarkeit und Hingabe an das was ist – das sind die Schlüssel. Etwas Arbeit an sich selbst ist nötig, Arbeit am eigenen System, energetisches Tun, gelebte Spiritualität. Auch das – alles schon da, erlernbar, praktikabel, gar nicht schwierig, alles im Jetzt!

Und: es braucht keine Zeichen um zu wissen wann man beginnen soll – TU es einfach, es steht Dir zu!

herzlichst

Georg

mehr lesen...

Der Weg – das Ziel

Man hat ja schon Einiges erlebt. Man ist auch so manchen Weg bereits gegangen. Man hat auch bereits begriffen, dass die Medien – und es ist völlig egal welche es sind – nur eine gewaltige Propagandamaschinerie sind die einem, gegen Gebühr, ihre unmassgebliche Meinung (nicht etwa die „Wahrheit!“) einzubleuen versuchen. Genau genommen ist`s eine ständige Beschallung, die am Ende immer auf Konsum hinausläuft. Eine mehr oder weniger spassige Dauerwerbesendung, bunt aber ohne Gewähr. So hat man endlich den Fernseher schon aus dem Haus verbannt (und nicht durch „streaming“ ersetzt) und widmet seine knappe Lebenszeit nun den wesentlich wichtigeren, wahreren und schöneren Dingen. Ebenso hat man vielleicht auch erkannt, dass zwischen „rechts“ und „links“immer noch das eigene Hirn liegt, das es zu benutzen gilt und dass die eigentliche Radikalität in eben der Benutzung oder Nichtbenbutzung desselben liegt! Und wenn man es benutzt, das Hirn, dann geschieht ja auch ganz Erstaunliches – man versteht mitunter einiges an Zusammenhang, an Ursache und Wirkung und dass sich vermutlich geschätze fünfundneuzig Prozent unserer Aufmerksamkeit – sprich Energie – in absolut sinnfreier Aufrechterhaltung tradierter Konsum- bzw. Ablenkungsroutinen erschöpft! Das erklärt vielleicht auch, weshalb wir nur ca. fünf Prozent (Genies ausgenommen) dieses Organs zu nutzen imstande sind! Also hat man sich schon eine ganz passable Ausgangsposition geschaffen. Schulterklopf. Gut so. Brav. Nein ernsthaft: das ist WIRKLICH GUT! Und das ist auch WIRKLICH WICHTIG wenn man weiter gehen möchte, zu Weg und Ziel!

Stellt sich die Frage nach dem Weg, dem eigenen, dem authentischen (nicht zu verwechseln mit dem aufgesetzten oder dem Zeitgeist entsprechenden Weg). Und der Weg, also jener Weg zu jenem Startpunkt, von dem aus sie dann eigentlich so richtig losgeht, die Reise zum Selbst, dieser Weg ist schon mal voller „intellektueller Fallstricke!“ Da liegen „geistige Fussangeln“ zu Hauf! Überall „emotionalen Bärenfallen“ und „esoterischen Tretminen“, letztere breiten sich, wie Schimmel (nö, nicht das Pferd – der Pilz)  bereits in Bereiche aus wo man sie nie vermutet hätte. Da ist ein ganzes, gewaltiges und ebenso expandierendes „Sumpfgebiet aus unnötigem Blablabla“, das einen so ganz allmählich, aber dafür beständig in die Tiefe ziehen kann! Auch die Gefahr sich im „Friedhof der guten Ideen“ zu verirren ist gross. Ebenso besteht vor allem die reelle und vielleicht grösste Gefahr, auf „dem Weg zum Weg“ seinem eigenen „Ego im Walde“ zu begegnen! Das wäre an sich ja nicht ganz so übel könnte man meinen, aber diese Begegnung birgt die grosse Gefahr dem Ego ganz und auf Dauer zu verfallen – es lockt ja, und zieht recht kräftig und leuchtet mitunter auch ganz bunt! Bei manchen riecht es vielleicht sogar nach Varnülle, oder nach diesem elend süssen Räucherstäbchenqualm oder auch nach gar nix, was ja wieder alles sein kann. Das Ego lockt und will Energie haben! Es ist gefrässig und kaum zu bändigen! Es lügt ja auch und tarnt sich gern. Auch das Lebkuchenhaus (nichts gegen Hexen) hatte so seinen Preis und wer da ausgehungert und verirrt ist – naja, das kann schon übel in die Hose gehen, auch in die akademisch gebildete, in die geistig überhebliche sowieso!

Vor allem das eigene Ego kann einem ganz ordentlich und nachhaltig die Tour vermasseln! Weil es auf so vielerlei Art mit Energie gesponsert sein will! Da ist alles drin. Das Leiden – oh ja, armes kleines Opferchen das ich bin… Das ist in der Übersetzung ins Energetische nichts anderes als Egoraubtierfütterung! Dann die andere Seite der Medaillie: Alle Variationen von „ich bin der/die Beste“! Sehr gerne gebraucht wird auch: „ich hab`s erfunden“ oder der ewige Dauerknüller: „ich vergebe dir/euch!“. Das geht so fix, dieses sich egoman aufstellen, dass man es gar nicht selbst mitbekommt wenn man es tut! Das fällt dann meist eher dem Umfeld auf, wie da unterschwellig, in jedem Tun, in jedem Satz dieses fettgefressene, ölglänzig pralle EGO-ICH auftaucht und Verehrung und Bodenwurf und Hand- wie Arschkuss einfordert! Und das geilste daran ist: alle machen brav mit!! Da stehen sie dann da, die Mütter aller Mütter, die Väter aller Väter, die Chefs der Chefs, die Leidendsten unter den Leidenden, all die fleischgewordenen Superlative einer destruktiven Kaufen-Benutzen-Wegwerfen-Kultur und bemerken kaum die eigene Arschheiligung, die sie tagtäglich betreiben und von allen einforden! Die wird dann eben gerne kollektiv zelebriert, oft bis zur geistigen Abstumpfung, die Heiligung und Beweihräucherung! Nichts weiter als routinierte, tradierte Inszenierung, alles nur Kulisse, leider.

Die exzessive Inszenierung, in der man (das Ego) immer besser wird, hat eine unglaubliche, beinahe hypnotische Sogwirkung! Denn jener, der da den anderen anbetet, ist ja dann ganz wichtiger Teil der ganzen Fiktion und nährt ebenso sein eigens Ego wie jene, die da inmitten dieses ganzen Zirkusses stehen und Mittelpunkt der Anbetung sind! Ein gut geschmiertes, perfekt die Lebenszeit abtickendes Ego-Räderwerk, das ständig und ignorant, gegen alle Zeichen der Vernunft (Hirn!) die eigene ENDLICHKEIT verleugnet und verdrängt. Schleimerei wohin man blickt! Diese elende, aufgesetzte Dankbarkeit irgendwo „dabei-sein-zu-dürfen“! Dieses kreuzbuckeln vor ihm oder ihr, der oder die dir gnädig Zugang gewährt, dir den Raum schenkt, ganz selbstlos, von Herz zu Herz, von alter Seele zu noch älterer Seele und von der zur oberüberältesten Herz-zu-Herz und Gruss und Umarm und Liebhab – Seele. Man sollte es nicht unterschätzen das Ego – vor allem dann nicht, wenn es Bescheidenheit vorgaukelt, oder sich dir als armes, unverstandenes und bemitleidenswertes Opfer vor(dar)stellt! Man darf da schon mal kritisch hinschauen, auch bei Anderen um festzustellen, dass dieses ganze Getue und Gehabe ja nichts mit WAHRHEIT zu tun hat, sondern meist eher etwas mit Kundenbindung und mit Heils- bzw. Konsumversprechen. Es hat mit Verführung zu tun und nicht mit Weg und Ziel! Es hat mit dem Binden von Kraft zu tun. Es lockt und flüstert und ganz lieb kann es auch sein, süss und herzig und mit rosa Einhörnern – ja, mit denen hab ich`s nicht so – gefüllt sein! Dennoch und egal wie es sich herausputzt das Ego, wird es immer nach Bestätigung suchen, nach Schulterklopfern, Klatschern und falschen Umarmern, nach allem eben was es stärkt! Aber all das hat mit dem SELBST nichts zu tun. Auch nicht mit Weg und Ziel. Es hat mit Zeitverbrauch und Energieverschwendung zu tun. Mehr ist es nicht – und es betrifft uns alle, mich eingeschlossen!

Darum muss man, wenn man Weg und Ziel im Leben will, sich die Frage stellen nach dem „Wozu?“.  Also – wozu dient dies oder jenes Umfeld, das da genorös aufgemacht wird um jene Egos zu beherbergen die nach Beachtung lechzen? Was soll der ganze Aufwand?  Ist es vielleicht doch nur Gruppenegofütterung? Ebendies ist der Grund warum ich z.b. „Gruppen“ (auch die elektronischen) eher meide. Ich halte nichts von platter Egobespassung und demokratischem Erfahrungsrahmenabgleich, der nötig ist damit es halt für alle passt! Ich ticke da einfach anders, man möge es mir verzeihen und ich mag lieber die losen Zusammenkünfte, in denen der wache, organische Jetzt-Mensch auf ein ebenso waches, organisch präsentes Jetzt-Gegenüber trifft. Und dieses Jetzt-Gegenüber hat an sich gearbeitet, ja, auch mit Hilfe von aussen – aber dennoch immer das eigene Ego im Blick und vor allem eines: In Eigenverantwortung! Kritisch ist dann dieses Gegenüber mit sich selbst, mit mir auch und mit der kostruierten Welt – und das ist schon gut so, weil man die Fallen nun schneller erkennt und sie dann meist auch sicher umgehen kann! Ich mag, nein ich LIEBE dieses organische Selbst, dem ich da in die Augen, ja ins Herz (!) blicken darf und beide wissen dass das TUN im Vordergrund steht, ganz ohne gegenseitige Amorhoe! (Amorhoe=Liebesdünpfiff) und auch ganz ohne den Gebrauch ausgelutschter und kraftloser Begrüssungs- und Verabschiedungsfloskeln. Da braucht es nur wenig von dem was man gemeinhin „Austausch“ nennt – weil alles was es zu berichten gäbe, ja schon bereits erlebte Vergangenheit ist und es maximal zur Prägungsübereinstimmung kommen könnte. Da schon besser und lieber im JETZT gemeinsam TUN. Also die gemeinsame Erfahrung suchen und machen und sich kindlich darüber freuen was alles möglich ist im Jetzt (und nur das Jetzt ist existent)! Da werden die Worte rar aber dafür ganz exakt wenn es denn etwas zu beschreiben gilt. Warum? Nun, weil es ja bereits organische, individuell gemachte Erfahrung IST! Und weil sich alles, das eh nicht gesagt werden kann, sich genau JETZT in einem Blick, in einem Lächeln finden kann, das so ganz ehrlich aus dem Selbst, dem Herzen kommt und ganz fern von Ego ist, unendlich weit entfernt von „ich will, ich kann, ich werde“!  Es sagt und meint: „SIEHE, ICH BIN MEIN WAHRES SELBST“.

Weg und Ziel. Das braucht einen Startpunkt und der liegt eben jenseits von Ablenkung und Bespassung. Um dorthin zu kommen durchquere man den „Wald des Egos“, lasse die „Sumpfgebiete des Blablabla`s“ hinter sich. Man wende sich ab vom „Friedhof der guten Ideen“ (den jeder hat und oftmals traurig, aber dafür mit sentimentaler Hingabe pflegt) und sorge dafür sich nicht völlig in den „Fallstricken des Intellektes“ zu verheddern. Hat man auch die „emotionalen Bärenfallen“ gemeistert, in die man für gewöhnlich ständig tappt und ist man auch den „esoterischen Tretminen“ mehr oder weniger erfolgreich ausgewichen, dann, ja dann geht es eigentlich so richtig los mit dem Weg und dem Ziel. Dann kommt echte Selbsterfahrung zum Zug! Dann ist das Ziel auch klar formuliert: Am Ende sagen zu können „ICH BIN“ und nicht „ich war“

Eines noch: Wenn man das hier alles liest, dann liest das Ego ja natürlich mit, geht ja gar nicht anders, man kanns nicht ins Glas stellen derweil, wie die dritten Zähne. Man sollte aber auch wissen, dass nur das Ego verletzt oder beleidigt sein kann, niemals das Herz! Das Ego fühlt sich ja vielleicht ertappt, die Prägungen resonieren bitter und sorgen für böse emotionale Stimmung, der Ärger steigt sauer auf, der Widerstand geht in Phase zwo… Die Fallen schnappen eben zu – wie gesagt, es ist ein langer, gefahrvoller und nicht ganz leichter Weg bis dahin wo der eigentliche Weg beginnt. 🙂 Und keine Angst vor der Veränderung, vor dem Abzweigen oder Aussteigen. Jeder hat halt mal sein „coming-out“ „der Eine früh der And`re nie“. Im schlimmsten Falle sind sie sauer auf Dich, die anderen Egos. Im schlimmsten Falle bist Du eben etwas unverstanden in den alten Feldern. Im schlimmsten aller Fälle gibt`s eine Zeit lang üble Nachrede, mehr aber auch nicht! Gut. Dann geh. Lass sie nur zurück die alten Felder. Es ist nicht mehr Dein Weg. Schon lange nicht mehr. Und glaube mir, Dein Herz weiss es schon lange – es hat es immer schon gewusst!

 

Der „Weg zum Weg“ lohnt sich wirklich, er gibt Kraft, auch Freude und Zuversicht. Alles ist in ihm, alles wird leichter, auch die Liebe!

habt Vertrauen! 😉

auf bald, herzlichst

 

Georg

mehr lesen...

Kriegerdenken

Sich anpassen? Mitschwimmen im lauwarmen „mainstream“ der alles diktiert? Nie und nimmer! Warum nicht? – weil man es eigentlich gar nicht kann – obwohl es vordergründig doch viel angenehmer wäre! Ganz ohne Stress möchte man meinen (was nicht stimmt)! Einfach mitmachen und vom Endverbraucher zum „am Ende Verbrauchten“ werden (was schon stimmt). Das schafft man aber nur, wenn man sich, also dem SELBST untreu wird. Das geht nur dann, wenn man verleugnet was man ist, auch woher man eigentlich kommt! Das geht nur dann, wenn man all die Ratschläge, das Erlernte, das Getane opfert, auch das Vertrauen seiner Lehrer missbraucht. Dann geht es vermutlich. Doch führt es einen nur weiter ins Dilemma. Krisenverlängerung. Zusatzschmerz seelischer Natur. Aber zeigt nicht der Umstand den eigenen Zustand an? Ist es nicht so, dass wenn das Innen stark ist, auch das Aussen erstarkt, das Handeln, das Wort ebenso? Ja, so ist es und man müsste doch alles an Wahrheit über Bord werfen, damit das falsche Boot in das man sich setzt, einen auch trägt! Löcher hat es allemal das Boot, weil das Herz doch ohne Zweifel weiss wie man wirklich ist! Weil der ewige Zweifel ja, Löcher ins Boot tretend, ewig mitfährt! Weil man so die eigene Seele entführt, sie am Ende wegsperrt und weil es genau genommen gegen die Natur des Menschen ist!

Wenn man aber ERNST nimmt was man tut und sagt, dann ist es einem nicht möglich und die Inszenierung hat keine Kraft um einen zu täuschen! Kriegerdenken meint, dass das was man tut, so tut, als ginge es um Leben oder Tod! Darum geht es ja auch, weil das Leben, bei allem Schalk dessen es fähig ist, ja ERNST ist, weil es echt ist und wahr und vor allem einzig! Diese HALTUNG meint auch, dass einem ja bewusst ist, wie im Hintergrund die Lebenszeit abtickt – und man ja keine Ahnung hat, wie viel von ihr auf dem Lebenskonto liegt! Kriegerdenken meint, das Geschenk der Lebenszeit zu würdigen und diese Zeit sinnvoll zu nutzen und möglichst authentisch zu verbringen!

Natürlich wirft es einen manchmal aus der Bahn, was ja gut ist und der Kontrolle des eigenen Kurses und Zustandes nur förderlich! Man will ja nicht der gute Ochse sein, der in ewigen Kreisbahnen den immergleichen Mühlstein auf dem immergleichen Kurs bewegt! Man will sich ja nicht, dem Ochsen gleich, sich immer tiefer in den Boden graben, so tief, bis man in einem Graben trabt, aus dem man kaum noch entkommen kann! Und geschieht es doch dass sich das Eingraben als unangenehm und beengend erweist, dann beschäftigt man sich eben damit, den Graben mit möglichst bunter Tapete zu versehen! Das geschieht ganz flott! Ablenkung von diesem Graben gibt es ja auch genug! Bombadiert wird man mit ihr! Laut und heftig klopft sie an, die Ablenkung samt passender Tapete unterm Arm und versucht ihren Fuss in die Tür zu jenem Raum zu bringen, der eigentlich dem SELBST vorbehalten ist. Da heisst es eben Krieger sein und massiv gegensteuern! Da heisst es schon mal sich zu fragen wo man steht, wo man geht und wo man noch ganz SELBST sein kann!

Man möchte glauben, dass die Spitze kultureller Entwicklung dann erreicht ist, wenn man von Porzellan isst und in Porzellan fäkaliert. Ok, zugegeben, das ist schon hart, das so zu betrachten. Aber noch härter trifft einen (manche kaum, andere nie) die Erkenntnis, dass es so zu sein scheint! Man lernt, eine ganze Schulzeit lang auf die richtigen Knöpfe zu drücken, um belohnt, oder zumindest um nicht bestraft zu werden! Man wird ganz gut darin, im Knöpfe drücken, im Mühlstein bewegen, im Ochse sein, im Tapeten aussuchen und kleben. Man wird ein ganz passabler Ochse, der stolz auf in seinem fein esoterisch, oder traditionell rein materealistisch tapezierten Graben dahintrottet. Man weiss auch was kommt, ungefähr – das Leben wird abschätzbar, das Muster der Tapete wiederholt sich ja. Routinierte Idiotie. Man fügt sich dann auch leichter in das (tradiert geglaubt) Unvermeidliche. Man gibt rasch auf und erklärt das eigene (auch physische) Dilemma, mit allseits anerkannten Floskeln: Das Alter… Es war schon immer so… Auch der Vater hat ja… Ich bin eben so… Oder aber, man hängt sich ans Ego und wird, ganz Vorstellungs- also Tapetengesteuert zu allem Möglichen! Man glaubt was man glauben will – und sucht nach Bestätigung dieser Glaubenssätze, überall, Tapetennomade der man ist – doch wehe man gerät an echte Lehrer…

Natürlich ist da mit Widerstand zu rechnen, wenn man an jene gerät, die einen mit echter Wahrheit konfrontieren! Doch keine Angst es ist nur das Ego dass da aufbegehrt! Es ist diese anerzogene Überheblichkeit des Kopfes, der einen ganz ohne Scham, alles verneinen lässt, was da an gutem Ratschalg auf einen treffen könnte. Das ist eigentlich  seltsam und gespalten, rein vom Verhalten her, denn man hat ja eigentlich nach Bestätigung, nach Anlayse, Diagnose zumindest aber nach Wahrheit gesucht!  Da stellt man sich schon frech hin, auch vor den Lehrer, vor den, der es ja wissen muss, den Ratgeber den man gesucht/gefunden hat und kämpft gegen jeden Rat, gegen jede Wahrheit! Man stemmt sich rotzfrech, infantil trotzig  und mit bühnenreifer Überheblichkeit gegen die Veränderung, gegen die wunderbare Möglichkeit den Graben endlich verlassen zu können! Dem Ego stösst es echt sauer auf, wenn da mal jemand die Wahrheit vom Stapel lässt und einem kurz und knapp erklärt, was man eben NICHT ist! Wenn da Vorstellung nicht erfüllt wird, da rauschts mächtig im egomanen, esoterisch belaubten Blätterwald! Da wird das Ego zur Bestie, wenn da gegen die eigene Vorstellung, mal klargestellt wird, wo man wirklich steht! Das ist nicht putzig, wenn die „Üschbünschamane-Tapete“ oder ähnliche Vorstellungsmuster Gefahr laufen abgelöst zu werden!  Das hört das Ego nicht gerne, wenn ihm mal jemand entgegentritt und schlicht und ergreifend, die Vorstellung, die Inszenierung  samt Tapetenfetzen vor die Füsse wirft! Da flüchtet der Suchende, geritten und gepeitscht vom eigenen Ego, durch die angebotene Türe (die biete ich immer an, weil ich weder Tapezierergehülfe bin noch Tapeten verkaufe – und auch mir ist sie öfters mal angeboten worden). Das Ego rennt, samt seinem Besitzer, blökend wie eine ganze Schafherde um sein Leben – um eben weiter machen zu können wie bisher! Aber Vorstellung ist eben nur Vorstellung – Inszenierung ist eben immer endend und nichts über das aussagend was wirklich IST! Waldtapete ist nunmal kein Wald, bei noch soviel Glauben nicht.

Kriegerdenken meint auch, diese Flucht eben NICHT anzutreten! Es meint, sich dem zu stellen was da kommt! Es gebietet, sogar darauf zu hoffern, nein mehr noch, dahingehend zu arbeiten, dass von all der Vorstellung, von aller Ich-Inszenierung und von all dem peinlichen Theater samt den bunten Tapeten nichts bleibt als grauer Staub! Kriegerdenken bedeutet, den Graben zu verlassen. Es drängt einen, sich vom Joch zu befreien, den Mühlstein nicht mehr als Lebensmitelpunkt zu akzeptieren und sich dem zuzuwenden was ewig ist, unendlich und wahr – dem SELBST. Denn der Mühlstein reibt nur die Lebenszeit auf, sehr fein, sehr still, sehr effizient…

Jeder trägt es in sich, dieses „Krieger-Sein“. Es ist uns natürlich! Weg und Ziel ist es, und spannend auch! Es ist keine Neuauflage irgend einer putzigen Vorstellung vom Ich – nein, es ist organische Erfahrung! So wie in der Schwitzhütte unlängst – wo man nicht geflohen ist, sondern wo man dem Ego mal eins übergebraten hat und es zurechtgestutzt hat! Das ist schon gut gewesen, das hat auch Spass gemacht die Tapeten abzureissen, auch ernst war es und ein Kampf! Aber der Sieg war wunderbar! Das SEIN ein Geschenk! Ein erstrittener Sieg! Endlich! Nur Mut haben wir uns gesagt und ein Herz  haben wir uns gefasst! Und siehe da – der Graben ist verlassen!

Auf ihr Krieger und Kriegerinnen!

Lasst uns die Welt verändern!

herzlichst

Georg

mehr lesen...

Neujahrswahn und andere Peinlichkeiten

Lassen wirs krachen! So richtig! Und dann uns besaufen – auch ordentlich, wie gelernt, traditionell. Dann das Ego hochhalten, wie das Jahr zuvor auch und irgend einer Nebensache abschwören, die man ohnehin vom Bein haben will! Am Morgen danach dann, und der Morgen kommt bestimmt, werden wir wieder alles vergessen haben, das eine wie das andere und weiter machen wir bisher. Das ist natürlich nur Eine Variante das alte Jahr, bei manchen ist`s ein Scherbenhaufen, hinter sich zu lassen. Und, mal ganz ehrlich, viele machen das ohnehin ganzährig. Und man selbst meist auch, unbemerkt, in der Stille wattierter Routine.

Was liesse sich den anders machen im neuen Jahr, das da schon in ein paar Tagen an die Türe klopft? Was wäre wert und richtig und gut hinter sich zu lassen? Es gibt doch immer ein paar entgleiste Wesenszüge, die einem ohnehin irgendwann auf den Kopf fallen werden. Diese „Egosache“ zum Beispiel. Dieses sich ständig und immer in den Mittelpunkt stellen, ganz so als ob man die Weisheit mit Achtkant-Silberlöffeln gefressen hätte, das ist doch elend genaugenommen. Dieses immer und überall herausstreichen dass man der Beste überhaupt ist. Dieses immer neuen Mist produzieren müssen, nur damit man dann behaupten kann, dass alles was man da an Sinnlosem so von sich gibt auch auf eben jenem gewachsen sei! Da könnte man doch etwas langsamer treten, denkt man milde lächelnd und stellt zugleich erschrocken fest, dass man ohne diese Peinlichkeit der Selbstüberhöhung und Bauchbepinselung ja gar nicht mehr zu existieren wagt!

Also gut, das war ein blödes Beispiel, das mit dem Ego, weil da ja zu viel dran hängt, mitunter die ganze Beschreibung des Ichs, die man sich so mühsam gebastelt hat. Auch den Beruf kann`s betreffen, die Beziehung ebenso, brrrr… lieber erst gar nicht dran rühren! Dann eben an etwas leichteres Hand anlegen, irgend einen Nebenschauplatz aufsuchen, an dem sich hoffentlich was finden lässt das bremst und auf das man gern verzichten möchte im neuen Jahr! Das Jammern! Oh ja, das klingt schonmal ganz fein! Es abstellen, ein für alle mal! Ist ja auch unangenehm die Jammerei und das Schuldzuweisen, dass damit Hand in Hand geht ja auch! Diese Jammerei macht wenig Freude. Sie wirkt im Nebeneffekt auch wahrlich entfreundend! Sie macht einen ja auch langsam und träge, (ja, auch den Stoffwechsel)  und zum ewigen Opfer eines Lebens, das schon mal prinzipiell gegen einen ist, mit allem und immer! Dumm nur, dass all das Gejammere und Geseiere auch irgendwie mit dieser Egosache zusammenhängt! Jammern und Klagen scheint eine Art Antrieb für den eigenen Wahn zu sein – eine Brücke über die man das Ego locker erreicht und es festigt! Es, das Jammern, stellt einen also ebenso in den Mittelpunkt der eigenen Bühne, wie diese elende Überheblichkeit, die Besserwisserei eben auch!

Es scheint als käme man da SO leicht nicht davon! Was dann? Es muss sich doch was finden was sich da wesentlich leichter ablegen lässt! Da muss doch was sein, das weg muss, weil es einen verdirbt und belastet und überhaupt! Irgendein kümmerliches Projekt vielleicht, das man mehr oder weniger glücklos verfolgt, an dem man sich aber trotzdem festkrallt mit blutenden Nägeln und nicht loszulassen vermag, weil man sonst vielleicht fallen würde – fallen, auf den Boden der Realität! Schon toll so ein Projekt! „Hättiwari“ – die Insider wissen was ich meine. Alle haben wir solche Projektleichen im Keller der Eitelkeiten. Doch auch die falsche Vorstellung, Wahrnehmung, Vorspiegelung sich selbst oder den anderen gegenüber, ist in ihrer Funtkion der Egosache dienlich! Irgendwie hängt das alles am Ego, wie angebunden und nicht einfach von ihm lösbar. Da findet sich keine magische Zange um diese Stahlseile, die da alles miteinader verbinden zu durchtrennen! Ganz so einfach ist das nicht! Und das Ego, na das wehrt sich natürlich ganz ordentlich und routiniert, wenn man es von dem trennen will, was es gross macht, gefrässig auch, hässlich sowieso und aggressiv nebenbei. Sowas von verflixt aber auch!

Einfach ist das nicht, wenn man es ernst nimmt mit dem neuen Jahr! Leichter ist es allemal sich Neujahr bloß als kollektiven alkoholdurchsetzten Wahn zu deuten und sich abzusetzen, um sich in der stillen Höhle der ganz eigenen Inszenierung verfallen, bestimmte Fragen eben NICHT zu stellen. Das ist schmerzfrei, garantiert! Bloss nicht dran rütteln an dem, was man sich da als bunte Kulisse zurechtegzimmert hat! Nicht dran drehen, am Mechanismus nach dem die Puppen tanzen und bloss nicht in aller gebotenen Ruhe und Klarheit, das Stück, das man sich selbst und in eigener Verantwortung auf den Leib geschrieben hat, kritisch lesen und hinterfragen! Prinzipiell gilt: Nur nichts infrage Stellen! Kein Kassasturz! Keine Buchpüfung! Das geht natürlich auch – es geht leicht – aber was man wissen sollte: irgendwann geht es auch in die Hose – und das gewaltig! Doch den Warnungen gegenüber ist man dann schon taub. Blind wird man auch, sogar als einäugiger König im Land der Blinden, es braucht nur genügend Zeit! Es ist diese ansteckende Blindheit die neurdings so massiv kursiert und so viele auch von denen erwischt, die man eigentlich immer als immun eingestuft hat! Auch das Weghören hat man dann schon, einem üblen Virus gleich im Blut! Chamäleon das man ist, wird man zu allem und zu nichts. Man ist zur Beschreibung von dem verkommen, was man glaubt gerne sein zu wollen. Das Ego triumphiert wieder mal  – bis zum nächsten Drama, Trauma, Untergang.

Hier ist Vorsicht angesagt – und jene die begreifen werden auch verstehen! Hier heisst es innehalten und sich fragen, ob man selbst noch Selbst ist, oder bereits ein heillos in sich verliebtes Ich. Man darf sich an Narziss erinnern und wie er sich in das eigene Spiegelbild verliebte und verlor! Hier sollte man dem Herzen Raum geben, damit es die Frage nach dem SINN zu stellen vermag! Hier wäge man ab, zwischen allem was man hat und dem was man ist, zwischen dem Wunsch- und Trugbild und dem wahren Sein, zwischen Verdrängung und selbstkritischem Blick auf das was IST. Hier ist eine Abzweigung in der Zeit, die es uns möglich macht, den alten Weg zu verlassen um einen neuen zu beschreiten! Hier ist der Punkt, an dem das Nichts zu Allem werden muss, weil daraus sich erst der geklärte Blick auf`s Leben richten mag! Hier sieht das Herz! Hier weiss die Seele! Wenn man den Punkt erreicht, an dem die Möglichkeit des Sieges gleich jener der Niederlage ist, entscheidet sich alles! Das mag manchem zu poetisch klingen als es denn praktisch wäre – aber es ist ganz anders, denn eben hier beginnt jene Praxis, die man als „gelebte Spiritualität“ bezeichnen kann! Es wäre jener seltene Moment im Leben, an dem man ALLES hinterfragen könnte – oder einfacher noch: in dem man sich nur EINE Frage mutig stellt! Und diese Frage ist umfassend und stark und so machtvoll und so voller Konsequenz, dass wir sie meist nicht zu stellen wagen! Weil wir wissen dass wir kaum fähig sind die Antwort zu geben! Wir stellen sie nicht, weil wir ahnen dass wir im Versuch sie zu beantworten, wieder nur in elender, egomaner Beschreibung und Inszenierung enden werden. „WER BIN ICH?“ – die eine Frage die sich NICHT in langem Text beantwortet da dieser nur Beschreibung des Egos, des „was und wie“ wäre! Die eigentliche Antwort auf die Frage ist ein Zustand! Ein Zustand, der die Antwort überflüssig macht! Die Antwort ist ein SEIN, ist reine Selbverständlichkeit, ohne Zweifel, ohne Beschreibung, ein einziges ICH BIN! Diese eine Frage zieht noch eine andere nach sich: „Liebst du mich?“  Und diese Frage ist auch an sich selbst zu richten, wenn manns denn ernst meint mit seinem SELBST! Also liebt man sich wirklich und wahrlich selbst? Oder ist man eben nur Narziss, der mehr begehrt als er liebt, der sich doch verliert an das Bild im Spiegel, das auch nur aus seiner eigenen, umwolkten und verprägten Interpratation entsteht!

Ich weiss schon, Gschwandler der Stimmungskiller. Immer dieser elende Tiefgang. Immer das „ewig Mahnende“ – und immer sowas von ernst. 🙂 Naja, wer das hier liest den nehme ich eben ehrlich ernst, weil es ja wirklich um was geht – das nennt sich Respekt! Bespassen sollen von mir aus andere. Die Welt ist voll von traurigen Clowns. Was nicht heisst, dass ich keinen Spass und Freude kenne oder gar dem Humor ein Wolf bin! Es ist aber auch ernst, das Leben und das Sein. Darum das Schreiben über Stunden, während draussen die erwachende Sonne alles zu Gold macht. Darum die sorgsame Wahl der Worte, die Melodie der Sätze, die (selbst) kritische Tiefe – damit es gelesen und auch verstanden wird! Damit es sich verinnerlicht und beim sich erinnern hilft! Damit man es auch weiter gibt und sagt worum es geht, um andern Anstoss zu sein! Damit man verändert! Auch das macht Freude!

Also lassen wirs krachen! Mit Freude! Indem wir diesen Zustand reinen Seins zu erfahren suchen der jedes Feuerwerk zu überstrahlen vermag! Lassen wirs knallen, indem wir mutig auch das von uns geben was behindert, was leidend unser Ego umschmeichelt, was uns im Sumpf der selbstgewählten Inszenierung hält! Wie? Nun, indem wir jene reduktive Räume suchen in denen diese Wunder möglich sind! Indem wir lernen, durch eigene Erfahrung, dass man den Elementen trauen kann, dass Mutter Erde uns liebend erwartet um uns zu nähren und zu stärken! Der Mut kommt wenn der Zweifel geht – darum die Hilfe die wir angeboten bekommen dankbar annehmen – auch die der Ahnen! Sie lenken uns und leiten an, sie führen uns, sie geben Kraft und Zuversicht und Mut! Alles ist ja schon da! Alles ist um uns und in uns auch, wenn wir das Schneckenhaus des Theaters, indem wir uns eingekerkert haben verlassen! Sogar die Werkzeuge dafür hat man uns gegeben! Techniken, altbewährt und voller Kraft! All das ist da, war da, schon immer! Lasst uns klar werden! Lasst uns unser Selbst erfahren! Da braucht es keine Lobhudelei, kein esoterisches Vorgeturne, kein peinliches Nachgeahme auch nicht! Es braucht keinen blöden Kniefall vor irgend jemanden! Es braucht keine Übermutter oder Übervater! Es braucht kein Gezeter und Gehetze! Es braucht kein ständiges „Dagegen sein“. Es braucht keine unaufrichtigen Umarmungen, kein Geschwafel von Diesem oder Jenem! Es braucht nichtmal Dinge, kein „heilig sein“ auch keine sinnfrei-überbunte Beschallung und Bespassung! Alles das braucht es nicht. Nur eines braucht es: DICH. Also Lassen wir`s leuchten dein SELBST!

Das neue Jahr ist wie ein unbebauter Acker. Du selbst entscheidest. Es wächst auf ihm was du pflanzt. Darum überlege gut. Wähle weise deine Samen und lass zurück was ohnehin verloren und vergebens ist. Feiere dein Selbst! Lass zu dass dir manches abgenommen wird, von dem du dachtest es zu brauchen! Lass die Kraft zu dir strömen im neuen Jahr! Mach dieses neue Jahr endlich zu DEINEM Jahr! Zu einem Jahr des Ackers! Erfahre dich selbst, mit Hingabe – und deine Ernte wird so gross wie deine Freude sein: unendlich!

 

Euch allen ein frohes und erfülltes neues Jahr – lassen wir`s krachen! 🙂

auf bald, herzlichst

Georg

 

 

 

mehr lesen...

Kein Jahr wie jedes andere

Was für ein Jahr! Also ich muss sagen, dass mich das Jahr, das nun sozusagen in den letzten Zügen liegt, ganz schön heftig gebeutelt hat. Nicht des ganzen hysterischen Wahns um uns herum wegen, sondern durch all das Gute das mir/uns wiederfahren durfte. Natürlich haben wir gearbeitet – und tun es immer noch! Wir haben schwer geschuftet, das aber mit Freude, mit Hingabe, auch wenn`s manchmal hart an einer Grenze war, die sich dann aber doch nur als „nächste Stufe“ erwiesen hat. Ja, es war ein gutes Jahr! Ein Jahr wie es sein soll, voller Krisen und Chancen, gut durchwachsen, von allem etwas, auch von Liebe getragen und von dem, was den Menschen so leidenschaftlich sein lässt: Einer Vision!

Ein kurzer Blick zurück: Wir haben uns vergrössert! Die Gelegenheit war da und wir haben sie genutzt. Selbst wenn es mit diversen Schwierigkeiten verbunden war, haben wir uns entschlossen La Mesada auf gesamt knapp drei Hektar zu erweitern. Dies vor allem, um Wald und Wiese zu erhalten und um zu verhindern, dass hier Totalkahlschlag betrieben wird. Wie lange es dauert bis so etwas ganz über die Bühne geht wissen wir jetzt auch – es dauert und dauert und dauert, aber seit Kurzem ist alles unter Dach und Fach! Das bedeutet zum einen mehr Raum um zu sein und zu wirken, aber ebenso meint es mehr Arbeit, denn all das will ja gepflegt sein – also mehr Verantwortung allemal. Aber das macht auch entsprechend Freude! Und langsam, ganz langsam bekommen Heidi und Ich ein Gefühl dafür, wie viel wir nun an Möglichkeiten haben! Wald und Wiese! Was für ein Geschenk! So wächst la Mesada zu einem Ort, an dem sich noch mehr wunderbare Dinge ereignen können!

Die Vergrösserung ging und geht aber stetig weiter. Durch die vielen Menschen die zu uns kommen, wurde es notwendig, neben der Jurte noch einen ganzjährig nutzbaren Seminarraum zu schaffen. Dazu musste der Parkplatz vergössert und ein entsprechendes Fundament gefertigt werden. Auch dieses Projekt sind wir mutig angegangen und mit lieben Freunden, die professionelle Arbeit von der Planung bis zum Bau geliefert haben, wird der Raum Ende Jänner seine Fertigstellung erfahren. So stehen uns dann 56m2 wunderbarer Raum zur Verfügung – um auszubilden, zu lernen und lehren, oder einfach um das gemeinsame Sein zu geniessen! Nie hätten wir vor neun Jahren gedacht, dass sich all das so entwickeln würde – aber die Visison war schon damals da –  wenn auch die Vorstellung sich verändert hat über all die Jahre, so ist doch der Kern der Vision als Leitfaden und Ziel geblieben und erfährt nun mehr und mehr an Werden und Sein! Der Seminarraum wird ein echtes Schmuckstück. Es fehlen nur noch der Boden und der Ofen – wir sind zuversichtlich Ende Jänner mit allem fertig zu sein! Die Jurte bleibt weiterhin als wichtiger Raum – sie wird uns aber eher an lauen Abenden, in der Übergangszeit und bei den Schwitzhütten behüten und umarmen.

Wie schon vor Jahren geplant, haben wir heuer unseren Tätigkeitsbereich ganz nach Griselstein verlagert. Da gab es anscheindend so manches Gerücht, auch ein wenig Verwirrung, der wir aber keine grosse Aufmerksamkeit mehr schenken. Es war immer klar, dass die Verlagerung unseres Tuns stattfinden wird. Das war ja der Grund warum wir hierher gezogen sind und all die Jahre, jeden Cent in La Mesada investiert haben um hier entsprechende Infrastruktur anbieten zu können.

Dieser Schritt war richtig und notwendig – und der Erfolg gibt uns recht! So viele wunderbare Menschen, die auch aus grosser Distanz anreisen um mit uns gemeinsam einen Weg zu beschreiten, der uns mehr und mehr zum Selbst führt! Was für eine Freude! Was für eine Bestätigung! Dafür hier ein grosses Danke an alle die zu uns kommen, von fern und nah!

Eine grosse Freude war vor sieben Monaten die Ankunft von Anuk, Baldos Tochter, die ein ebenso umfangreiches Projekt ist, wie der Bau des Seminarraums und der Ankauf des Grundstückes! 🙂 Sie fordert viel an Aufmerksamkeit, macht aber unser Rudel komplett! Die Kleine lernt den Seminarbetrieb kennen, und ist der Liebling aller die zu uns kommen! Baldo kann sich nun, nach anfänglichem Vaterstress, etwas entspannen, da ja Anuk nun mit ihm über uns wacht. Es freut uns, dass eigentlich jeder unsere Hunde rasch ins Herz schliesst! Und – was auch wichtig ist, hier auf La Mesada können die beiden wirklich ein Hundeleben vom feinsten führen!

Auch auf Reisen waren wir in diesem Jahr. Zwar nicht mehr so viel wie früher, aber dennoch sehr intensiv und bewegend. Diese Reisen sind immer etwas ganz persönliches und es gibt da auch nicht viel, oder gar öffentlich, zu berichten. Aber auf diesen Reisen, so viel sei gesagt,  verändern auch wir uns. Da schöpfen wir Kraft. Immer ist es aber auch Herausforderung – denn wenn Heidi und ich eine Reise unternehmen, kann man sie mit einer herkömmlichen „Urlaubsreise“ kaum vergleichen. Das mag jenen Strukturen geschuldet sein, die wir in uns tragen und den Resonanzen die dadurch entstehen – für uns beide ist es immer spannende Herausforderung und vieles was wir auf unseren Begegnungen an persönlicher Entwicklung erfahren, fliesst wieder in die gemeinsame Arbeit mit euch auf La Mesada ein. So schliessen sich immer die Kreise.

Wenn wir verreisen, fällt es uns recht schwer diesen wundervollen Ort zu verlassen und wenn wir zurückkommen, ist die Freude immer gross – es ist ein wirkliches nach Hause kommen! Es ist, als ob man dieses lebende, atmende Wesen, diese grüne Insel wirklich ins Herz geschlossen hat – ebenso wie sie uns! Man fühlt sich als EINS – und das ist das grösste Geschenk von allen! Man hat mich in diesem Jahr auch mehrmals gefragt, warum ich keinen neuen Bücher schreibe. Nun, ich kann nur schreiben, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe. Es fällt mir unendlich schwer, auf Kommando loszutippen. Und es ist mir auch absolut unmöglich, mich irgendwelchen Trends zu unterwerfen. Ich folge keinem „mainstream“, weil ich einer ganz anderen Gesetzmässigkeit unterworfen bin – jener des authentischen Tuns. Wir bieten hier auf La Mesada ja auch tiefe, echte Prozessarbeit an und keine esoterische Bespassung oder vergebührte Egoüberhöhung. Darum schreibe ich keine Bücher zum Thema X oder Y, weil sich das grad gut verkauft und auch „das Buch zum Buch“ wird sich bei mir nicht finden. Ich verweigere mich hier, störrisch wie ich bin, dem Markt, aber bin auch ehrlich genug um zu sagen „ich kann das so nicht“. Also möge man mir verzeihen. Was ich aber gerne schreibe ist mein Blog hier. Aber auch diese Texte brauchen wahren und echten Alnlass und drücken natürlich immer nur meine eigene Befindlichkeit und Sichtweise der Dinge aus! Ich weiss dass wir in einer Welt der Bilder leben – dennoch wage ich weiter daran zu glauben, dass es unter all den „Schauern“ auch noch „Leser gibt“. Wer übrigens bis hierher durchgehalten hat darf sich als solcher bezeichnen!

So vieles ist geschehen in diesem Jahr! So viel wurde gewonnen, so manches verloren. Neue Freundschaften sind entstanden – manch alte sind enttäuschend und donnernd vergangen. Neue Türen haben sich geöffnet und einige alte geschlossen – einige wenige davon ganz bewusst von mir selbst, um sie vorerst auch nicht wieder zu öffnen. Vor allem aber: So viele Momente der Freude durften wir erleben! Wir durften auch erleben, wie Tränen des Schmerzes zu Tränen der Einsicht geworden sind und wie am Ende ein Lächeln geblieben ist, das von einem tiefen Verständnis für die Unendlichkeit des Seins herrührt! Wir durften vieles an Geschenk annehmen, nicht nur materielles, sondern vor allem so mancher Blick ins Herz der da geschenkt wurde! Nähe ist da entstanden wo zuvor noch Distanz war! Heitere Gelassenheit ist dort eingekehrt, wo zuvor noch Wut und Verzweiflung herrschten! In der Rückschau bleibt die Freude über das Erreichte – und diese Freude ist gross liebe Freunde und sie teilt sich mit euch, weil sie aus dem gemeinsamen Tun entsanden ist! Erinnern wir uns: Was für Schwitzhütten haben wir erlebt! So viel Kraft und Energie! So viel von „getragen sein“! So mittig dass es danach, wenn man dampfend und neu unter dem Sternenhimmel stand, nichts mehr zu sagen gab! Oh ja, die Gebete sind gehört worden! Die Dinge sind in Bewegung geraten! Neu sind wir geworden jedes mal und haben an Prägung und Last verloren! Und auch wenn es manchmal kein leichter Gang war – so wurde es doch zur reinigenden Erfahrung, die einen weit über die Grenzen, die selbst gesteckten, wachsen hat lassen! Was für ein Fest! Was für Töne, was für Lieder! Wie hat uns die Trommel getragen und wie gut war es und ist es, dass ich da einen sehr geraden Kurs fahre! Hingabe und geführt sein ermöglicht erst Leitung! Und glaubt mir liebe Freude, auch ich lerne jedes mal dazu, erfahre mich neu, gerate in Bewegung (ja, auch in Krisen) und gehe gestärkt und neu aus all dem hervor! Nur so entsteht ja der beinahe schon stereotype Satz: „…es war eine schöne Hütte!“ – mir fällt keine ein die es  nicht war 🙂 Besonders die Schwitzhütten während der Ausbildung zum Rationalenergetiker sind mir da in Erinnerung – weil sehr speziell! Und nochmals beglückwünsche ich alle Teilnehmer der Ausbildung dieses Jahres zu ihrem Abschluss! Ich durfte euch ins Herz blicken und ich weiss dass ihr sehr gute Arbeit macht und somit euch und die Welt zu verändern imstande seid! So freue ich mich schon auf die neue Gruppe im nächsten Jahr! Ebenso erreicht die Arbeit mit den Urstrukturen immer neue Tiefen! Das Potential dieses Themas ist gewaltig, selbst wenn es seiner Zeit etwas vorraus sein mag – es wirkt, es tut, es bewegt und gewährt tiefe Einblicke in Zusammenhänge, wie sie bisher kaum möglich waren! Auch hier werden die Kreise weiter wachsen!

All das war nur möglich MIT Euch! GEMEINSAM sind wir ein gutes Stück des Wegs zur Mitte gegangen, halten nun kurz inne, um lächelnd zurück zu blicken und dann entschlossen, mutig, freudig und voller Neugierde auf das was kommt weiter zu gehen! Dies ist echte Veränderung, dies ist wahres Tun, ohne sich dabei ängstlich von der Welt abzuwenden! Wir wenden uns der Welt sogar zu, gestärkt, klarer und liebevoller – ganz im Bewusstsein, dass die eigene Veränderung auch die Welt zu ändern vermag! An dieser Stelle allen, die immer so fleissig mithelfen um all das wahr werden zu lassen, ein übergrosses DANKE!

 

Es war ein gutes Jahr, ein perfektes Jahr! Mit allem was dazu gehört, den Hochs und den Tiefs, den Fehlern die man machen durfte und das Lernen daraus. Es war ein starkes Jahr weil es Kraft gekostet, aber noch mehr an Kraft gebracht hat! Und es war ein glückliches Jahr, ein an Geschenken reiches! Es war mein Jahr, dein Jahr, unser aller Jahr! Wir haben gesehen und erfahren was möglich ist! Lasst uns die Möglichkeiten nutzen! Lasst uns Gutes tun!

 

In diesem Sinne wünschen wir allen ein frohes Fest und ein kraftvolles neues Jahr!

Danke für Euer Sein – seid herzlich umarmt !

Georg und Heidi, Dezember 2017

 

mehr lesen...

Blödmensch

Natürlich kann man sich zu Tode fürchten, ist ja in. Man kann sich auch ins Grab lesen, auch das geht. Man kann sich zufressen oder sich ins Nichts fasten. Man kann sich unter Plüscheinhörnern begraben lassen, oder sich im ach so endlosen halbwahren Internet, an den Rand des Wahnsinns googeln. Man kann sich zum Opfer machen oder zum Täter werden. Man kann sich in allem verlieren, sich aufs genaueste sezieren und mit einer Fackel aus elend schmerzhafter Vergangenheit das Hier und Jetzt beleuchten. Man kann sich glattspiegeln in all den Anderen, oder sich grau machen und klein und unsichtbar. Man kann alles, billig bis teuer, mehr oder weniger intelligent, bunt oder fahl, laut oder leise. Alles kann man, nur eines nicht – entkommen. Am Ende wird man dastehen und sich Fragen stellen. Man wird an Wahrheiten rütteln wie: Der Grund der eigenen Existenz, der Sinn hinter allem, das Davor und Danach, so es eines gegeben hat. Man wird sich nicht drücken können vor der Frage „und jetzt?“. Man wird sich seiner Bestimmung, die ja Entwicklung und Selbsterfahrung meint, nicht auf Dauer entziehen können, nicht mal zu Weihnachten. Nicht mal in jener Zeit, da die Weihnachtsmänner, die ausgestopften, Häuserwände erklimmen. Natürlich lenkt die psychedelisch blinkende Weihnachtshyperdeko ein wenig ab. Klar ist man mit Einkäufen und Geschenksgefangennahme beschäftigt. Natürlich hungert man schon vor, um sich dann, endlich wieder satt zu essen. Da wirkt sogar der Weihnachtsstress irgendwie beruhigend, weil er ablenkt, eine Zeit lang, länger oder gar auf Dauer aber nicht.

Hört man eigentlich noch das eigene Herz? Bemerkt man noch das stete, leise nagende Sehnen in einem? Wagt man halbmutig den Blick nach innen, das einen aufruft zu tun, zu handeln? Hat man noch ein Gefühl dafür, dass da etwas Unerfülltes in einem ist das leidend hungert? Oder ist man schon ganz Blödmensch geworden? Nein – natürlich nicht, will ja doch keiner sein. Ich ja auch nicht. Wie das schon klingt „Blödmensch“. Das ist nichts was man wirklich anstrebt. „Dumpfmensch“ klingt besser aber ja auch nicht verlockender – „Fressmensch“ geht gar nicht, „Kaufmensch“ ist ebenso übel. „Liebensmensch“ – ja das schon eher. Das wäre gut. Das klingt nicht dumm, und „dumm“ ist ja schlecht weil dumm sein ja blöde ist, vor allem unter all den Hyperintelligenten um einen rum. Nein, dann schon lieber „Liebesmensch“ und „Herzensmensch“ – klingt zwar etwas abgelutscht, weil das Wort so viel und gern und beinahe gelegenheitsunabhängig vergebraucht wird. „Selbstmensch“ – da wär noch etwas an Potential drin! Ja, SELBST sein, ganz und gar und vielleicht sogar ohne all den komplizierten psycho-esoterisch-energetischen Tamtam den man drum machen könnte. Also weniger ist mehr und nichts ist eigentlich alles…

Da zuckt das Ego etwas zusammen, weil das ja nach Reduktion (schon wieder!) klingt. Wo man doch eh schon reduziert wird, vom Leben als solches, weil das was man sich wünscht oder vorstellt meist ja nicht mal im Ansatz eintritt. Da schenkt man sich zu Weihnachten besser selbst die ehrlich, hässliche Krawatte. Dann ist das zumindest schon mal fix. Trotzdem ist es ein reduktives Prinzip. Man will ja was loswerden eigentlich! Man will ja „weniger“ und „leichter“ und überhaupt. Wird einem ja auch versprochen. Ablasshandel 2017. Kauf Dieses – und du wirst das! Konsumiere Jenes – und dir wird es an nichts mehr mangeln, nie wieder – bis zum nächsten Update, eh klar! Also das mit dem „Mehr“ hat man ja schon verstanden, ansatzweise zumindest. Trotzdem bleibt so diese leise, zittrige Angst vor dem „gar nix mehr haben dürfen“. Die ist ja auch begründet, weil ohne irgendwas wird`s ja auch nicht wirklich angenehmer. Wer mal Hunger hatte, so richtigen, der weiss dass das nicht so lustig ist. Wer mal Kälte am eigenen Leib erfahren hat, der weiss ein schönes Feuer wohl zu schätzen! Und auch Kleidung! Und ein Dach überm Kopf! Also gut, gar nix ist auch nicht so ganz das wahre, in der Androhung des Weihnachtsfestes schon gar nicht. Sich also nackt und hungernd unter die nächste freistehende Fichte zu hocken, ist weder Wunsch noch Lösung! Und sich auf dem Labortisch psychologisch zu sezieren, führt auch nur dazu, dass man am Ende einen Scherbenhaufen vor sich hat, den man nie und nimmer zu kleben imstande sein wird…

Schon fühlt man sich wieder als Blödmensch, der eigentlich nichts weiss und darum gänzlich ohne Chancen ist. Vielleicht stimmt es dann doch, das andere, das „Böse“? All das was von aussen angeblich (ob wahr oder nicht sei mal dahingestellt) auf uns übel wirkend eindröhnt? Aber dann muss das „Gute“ ja auch wahr sein, zumindest irgendwie virtuell existent! Und schon befindet man sich mitten drin in der Schlacht der Finsternis gegen das Licht, in der weihrauchschwangere Kampfengel auf Rentiereinhornmixschlitten, angeführt von Nahkampfweihnachtsmännern in roten Neoprenanzügen mit Killernietenbesatz, gegen die verschwörungstheorie-gesteurten Chemtrailhorden, reptiloide Trump-Klone und ex-katholische nun esoterisch vereinnahmte Grünfilzdämonen zu Felde ziehen. Da steht man mitten drin, in diesem bildreich tobenden Krieg und soll sich, verwirrt wie man nunmal ist, von all dem ehrlich beindruckenden Getöse, für eine Seite, wenn möglich die Richtige, entscheiden. Entscheiden muss man sich tunlichst (sagen „Sie“), weil man sonst ja gnadenlos aufgerieben wird! Es droht einem angeblich viel Ungemach zwischen den Fronten aus zugespitzen Wunderkerzen, mit Aluminium versetzen Deodorantgranaten, hochgiftigem Hallelujalametta (schwieriges Wort), Grün-Rot gestreifeten Würgekrawatten, abwaschbaren Gewürzzombies und den neuesten, schillernden Trends aus Elektronik und (B)Unterhaltung, die einen verzweifelten Abwehrkampf gegen brennende Holzeisenbahnen und massenhaft mit Elfenstaub bestreute Strohsterne, sowie drei Armeen von traditionell gandenlos, aber dafür segensreich hochexplosiven Christbaumspitzen führen!

Da hilft nur eins: Durchatmen. „Und nun mein Herz schlag stille, und alle Angst wird weichen“ sagt der Dichter. Sanft wird der Atem dann. Besonnen wird man in einer scheints besinnungslosen Zeit. Man steht vor dem Feuer der Schwitzhütte, ist Teil, ist Selbst. Die Kraft wird spürbar, erfahrbar – es ist nicht nur die des Feuers, es ist die eigene Stärke die sich auszubreiten sucht. Das glücklich schlagende Herz wärmt den Gedanken. Man spürt dass es gut ist das JETZT. Man weiss dass das HIER richtig ist und Freude kommt auf, weil man Mutter Erde nicht nur begegnen sondern in sie eintauchen darf. Die Steine glühen, pulsen Leben, sprechen, flüstern. Man tritt in dieses Nichts ein das eigentlich Alles ist. Man spürt den Grund, den Boden, wie sie einen trägt, die gute Erde, die eigentliche Mutter aus der wir stammen. Sie umarmt wortlos, wertungsfrei, liebend. Man kommt HEIM. Die Trommel führt. Sie lenkt einem den Blick nach innen. Die Ahnen sind nahe. Alles wird zum Jetzt. Das Ego tritt zurück und lässt das Selbst endlich und wahr nach vorne kommen. Alles wird weit, der Raum gerät zur Unendlichkeit und der Mensch schält endlich all das Dumme und Dröge von sich. Der Atem führt nach innen. Es tönt. Es ist. Dann neu in die Welt treten! Benommen noch von all der Weite, doch stark und klar und ohne Zweifel, mit gestärktem Herz und reduziert zum Kern eigener Existenz, ganz ohne oberflächlichen Verzicht. Auch Seeleverwandtschaft wird dort sichtbar. Freundschaft. Gute Nähe. Und doch: Man bleibt das individuelle Selbst.

So können wir heil werden. Es ist ein Weg der gangbar ist, ganz ohne sich abwenden zu müssen von dem was sich da Alltag nennt. Nicht Verdrängung ist der Schlüssel – es ist die Hingabe die neu entdeckt sein will! Es ist ein grosses „sich erinnern“. Da mag die Welt schon laut sein. Sie mag auch böse oder gut sein. Sie mag schon ein wenig an den Nerven ziehen und darf sich an uns reiben. Aber es spielt uns keine Rolle mehr, da wir der Mitte näher sind, Schritt um Schritt das Selbst erfahrend. So einfach. So schlicht. So ganz Wunder. So reduziert aufs Wesentliche!

 

bis bald, am Feuer, in der Ruhe

herzlichst

Georg

mehr lesen...