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Blattsalat

Jetzt ist er wohl da der Herbst, ganz ohne Zweifel. Ich sitze vor meinem PC mit Blick auf den sich ganz langsam entlaubenden Garten, den rauschenden Wald. Es geht ein Blättersturm da draussen ums Haus. Die Bäume wiegen sich im der Richtung noch nicht ganz schlüssigen Wind. Der greift nach ihnen, fasst sie, windet sich in ihren Ästen. Er bringt die Äpfel, reif und rot zum tanzen und endlich zwingt er den einen oder anderen ins müde Gras. Alles scheint in Aufregung da draussen -so wie in einem selbst manchmal. Es scheint, als hätte das grosse Tosen und Sterben eingesetzt. Der Sommer ist vorbei, definitives Naturgesetzt und das Auge wie Ohr verwirrende Naturgewalt. Der Sturm rauscht. Wie im Leben auch, da aber oft blöde und ohne den Sinn des Neubeginns, und ganz ohne Ahnung von der winterlichen Ruhe die in absehbarer Zeit in allem sein wird. Natürlich dauert das noch hin – dennoch es kommt und es kommt überall. Auch die Medien tönen und rauschen ja uns noch lauter und heftiger ins Hirn und mancher, rauscht und stürmt unreflektiert zurück. Es scheint mir, als ob die grössten Arschgeigen auch immer die lauteste Musik machen nach der dann fast jeder tanzt. Man verzeihe mir die eigene Lautstärke grad, denn denn auch im Blätterwald der Medien herrscht lärmender Sturm, der sich manchmal bis ins Haus verirrt und dem man dann zu widerstehen hat. Der mediale Sturmangriff ist immer destruktiv. Er weiss nichts von der wahren Welt. Er kennt sie nicht. Er lügt.

Es mag an der Jahreszeit liegen, dass es so manchem gerade jetzt (endlich) auch die letzten welken Blätter der Vorstellung vom Egobaum weht. Da ist man bald nackt und das ist gut so. Man erkennt dass ausser dem Universum selbst, nichts ewig und von planbarer Dauer ist. Man erkennt, dass alles in Veränderung ist und das immer. Das ist auch die einzige Konstante: Veränderung. Menschen kommen und gehen. Sie sind einem nahe, sickern durch einen hindurch wie man selbst eben auch durch sie hindurch sickert. Ein Moment der Innigkeit, dann sich lösen, sich entfernen um einander irgendwann wieder zu begegnen – dann neu und anders und stärker oder klarer. Auch Freundschaften sind Bäume welche die Blätter verlieren und neue bekommen werden, Jahr für Jahr. Mag sein dass auch so mancher Baum fällt und vergeht. Dennoch hat er Früchte getragen. Die Samen sind neu gesetzt und diese werden aufgehen. Langsam und unscheinbar und vielleicht an anderem, nie vermuteten Ort. Dennoch ewig. Auch das ein tröstendes Wunder, eine Ahnung von Schöpferkraft.

Auch so manche Lebensblödheiten fallen vom eigenen Geäst. Manche still und leise, andere knisternd und klirrend wie nach dem ersten Frost, der sicherlich bald kommen wird. Mag sein dass der Baum der man ist, dann kahl sein wird und ohne hübsches Blattwerk. Dennoch bleibt der Baum was er ist, gewachsen in diesem Jahr, gestärkt, besser verwurzelt und gut. Da tut das fehlende Blatt nichts zur Sache. Ihm nachzuweinen wäre ohne Sinn. Das Abgefallene als Dünger zu sehen nützt da schon mehr. Vor allem ist es die Erkenntnis der ewigen Wiederkehr, die einem das nacktwerden erleichtert. Manchmal reisst der Sturm auch einen Ast vom Baum, morsch und krumm, nutzlos und zuvor nicht sichtbar in all dem Grün. Auch das ist gut. Schmerzhaft vielleicht, aber nur natürlich. Der Ast ist ab. Einer weniger um sich dran aufzuhängen, einer weniger auf dem sitzend man sich hätte prima selbst absägen können.

So steht man da, bald ganz oben ohne, bis auf die Borke nackt, knöcheltief im eigenen, welken Blattsalat eines doch üppigen und fruchtbaren Jahres. Das tut ja auch gut, wenn einem dies und jenes von den Ästen genommen wird! Es ist, wenn man es wagt, sogar befreiend. Man muss sich um das alles was da anhaftete nicht mehr bemühen! Man erkennt auch die eigenen, gesunden Äste wieder und sieht wie ähnlich sie den Wurzeln sind. Man begreift allmählich, weil nicht mehr so beeindruckt von all dem oft etwas präpotenten Grün an einem, dass das Oben und das Unten eins sind. Man erkennt, dass die Tiefe in der man wurzelt gleich der Höhe ist in die man strebt. Man entdeckt dass man ja auch das Unten, die starke Wurzel ist und dass eben sie es ist, die einem Stand und Ruhe und Kraft im Sturm des Lebens gab und gibt. Die alten Wege wissen wie man dieses „sich entblättern“ fördern kann, wie man es unterstützt, wie man sich im Wechsel zurecht findet. Dankbar für diese Wege und für das Wissen dass man mir gab blicke ich nach draussen. Ernte. Feuerholz für die Schwitzhütte. Wandlung. Alles ist gut.

Also nichts nachweinen! Keine Sentimentalitäten strapazieren! Kein weinerlicher Blick auf die abgefallenen Blätter, so schön sie auch gewesen sein mögen und so bunt sie jetzt im Tode vielleicht sind! Kein Vergleichen des nunmehr langsam absterbenden Blätterschmuckes! Lass fahren, lass sein, lass dir abgenommen sein die Last des Vergangenen! Lass die Freunde ziehen, sie sterben ja nicht, sie kommen wieder, anders oder neu und wenn nicht dann eben nicht. Es ist der Lauf der Natur, der Zauber des Überganges. Da wo sich Tod und Geburt zu Ewigem vermählen liegt alle Erkenntnis die es braucht um zu bestehen! Es ist der Kreis als Ganzes der begriffen sein will und nicht bloss die ihn begrenzede Linie die unsere Aufmerksamkeit fordert! Es ist sein Inhalt der uns lehrt dass alles ohne Ende ist  – Es ist ewiges, wandelndes Sein und du selbst, ganz Wunder, bist ein Teil davon! Und die Wärme die dann im aussen vielleicht fehlen mag, die strahle aus dir selbst! Du hast sie ja im Herz gesammelt jeden Tag, mit jedem Atemzug!

Lasst ihn uns also begrüssen den Herbst. Lasst uns freudig die Blätter von den Ästen wehen! Besehen wir uns das Verbrauchte nicht Blatt für Blatt sodern als Ganzes und das lächelnd! Schütteln wir das Alte tapfer ab! Senken wir dankbar den Blick und betrachten wir uns selbst – unser starkes Wurzelwerk! Dann heben wir den Blick zum Himmel, jetzt frei und ohne Blattwerk und so erkennen wir das Ewige in uns! Es wird ein guter Herbst! So wird es auch ein guter, ruhiger Winter und so wird es auch ein wunderbares Erwachen sein, im Frühjahr, dann wenn wieder erste Triebe aus uns spriessen!

 

Ich freue mich auf das Tun mit Euch!

Auf dass die letzten Blätter im ewigen Rund der Schwitzhütte fallen mögen und wir unbeschwert und rein in neue Zeiten treten!

herzlichst

 

Georg

 

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Wie es entsteht

Alles was wir tun, alles was wir auf La Mesada anbieten hat sich über viele Jahre entwickelt. So sitzen Heidi und ich  jedes Jahr vor der Jahresplanung und nehmen das mit auf, was sich aus unserem Tun, auch aus unserer persönlichen Entwicklung ergeben hat. Begonnen hat mein Tun ja vornehmlich mit meiner Arbeit als Schamane und Curandero. Tausende Behandlungen in all den Jahren und ebenso viele Erfahrungen sind das Feld, auf dem das gewachsen ist was wir hier auch anderen zugänglich machen möchten. Viele Themen waren und sind da zu bearbeiten, je nachdem, durch welche Türe meine Klienten in den Raum treten den man Heilung nennt. Mal ist es die Türe des physischen Leidens, der Erkrankung, mal ist es jene des „wissen wollens“ oder der nötigen Neuorientierung. Jedes mal ist es anders und doch sind manche Themen, weil sie den Menschen als Ganzes betreffen eben ähnlich. Daraus ergibt sich das, was wir auf La Mesada anbieten.

So war es schon immer – und so sind auch die Preise 2019 die selben. Wir stellen uns seit Jahren gegen den elenden Trend, Jahr für Jahr teurer zu werden oder mit immer weniger an Angebot und Einstaz und Qualität immer mehr zu erwirtschaften. Dieser Trend ist, bei allem notwendigem wirtschaftlichen Denken und aller steuerlichen Belastung der man ausgesetzt ist, nicht im Sinne dessen was wir tun. La Mesada will zwar erhalten sein, aber es geht eben auch anders – das nur so nebenbei erwähnt. Wir sind angekommen hier im wunderbaren Südburgenland und das ist auch der Grund warum wir nicht mehr so viel reisen um zu arbeiten. Viele Jahre sind wir in Österreich und Deutschland unterwegs gewesen, haben Seminare abgehalten, Behandlungen gemacht, Vorträge gehalten usw. Jetzt ist unser Zentrum hier auf La Mesada“ und wir sind froh darüber dass so viele zu uns kommen, von weit her, sehr weit her – das ehrt uns und bestärkt uns in unserem Tun!

Nicht der bunte Mainstream ist es an dem wir uns orientieren, sondern die Bedürfnisse des Einzelnen, die sich dann auch zwangsläufig für Mehrere decken. Alle sind wir Mensch. Alle haben wir unsere Nöte, Sorgen, Interessen und alle sind wir Suchende. Daraus ergibt sich das, was man gemeinhin „Nachfrage“ nennt: Schwitzhütten zu bestimmten Themen, die Arbeit mit den Ahnen, die „Tage der Kraft“ um wirkliche Prozessarbeit tun zu können, Themen aus dem weiten Feld des Curanderismo und vieles mehr – alles um in Bewegung zu kommen und in Bewegung zu bleiben, alles um die Entwicklung des Menschen zu fördern, denn das ist es worum es geht: Wirkliche Entwicklung und tiefe Selbsterfahrung!

Dieser gerade Weg mag natürlich auch manchmal Neider (was einen ja eher bestätigt) oder gar Gegner (was selten ist und einem egal sein kann) auf den Plan rufen. Unser Fokus liegt aber woanders, nicht in der Entgegnung oder gar im offenen Widerstand – denn nie sind wir mit etwas mehr verbunden, als eben in diesem Widerstand! Das kostet nur unnötig Zeit und Energie. Dennoch lassen wir uns nicht verbiegen. Wir tun was wir können und wir können was wir tun, mehr geht nicht 🙂 Dass es immer Impulse von aussen gibt ist klar, sie aber umzusetzen in individuelles Tun, das authentischer Entwicklung und Erfahrung entspringt ist eine ganz andere Geschichte – es ist eben ein Weg, und mein Weg begann mit einundzwanzig Jahren – ein Zeitraum den ich kaum noch überblicken kann…

Heidi und mich hat es auch nie viel interessiert was andere tun, ganz einfach darum, weil wir  selbst tun und die Entwicklung von La Mesada sich eben an dem orientiert was nötig ist um positive Veränderung zu bewirken. So kommt manches über die Jahre hinzu. Ab 2019 z.B. ein Tag der Arbeit mit den Ahnen und endlich (wieder) Frauenschwitzhütten welche natürlich Heidi abhalten wird. Wer Heidi`s Schwitzhütten kennt, Heid`s gerade Art, ihren tiefen Zugang, der weiss diese Erfahrungen zu schätzen und zu lieben!

So hat sich über die Jahre, und es sind weit mehr als zwanzig, (zehn davon hier auf La Mesada im Südburgenland) eine recht kompakter Themenkreis gebildet den wir hier bearbeiten. Da bleibt da auch kaum Zeit um Bücher zu schreiben (auch da wird öfters nachgefragt), ganz einfach weil ich mit dem TUN ausgelastet bin und die Theorie, so sie überhaupt von Wichtigkeit ist, sich in der praktischen Umsetzung eigentlich erübrigt. Zudem habe ich keine Lust mich beim Schreiben an irgendwelche Vorgaben zu halten oder putzige Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen. Natürlich braucht es manches an Erklärung, aber ich erkläre die Dinge lieber dem organischen Gegenüber – und wer mich kennt weiss, dass mir die Erklärung nur eine Brücke ist, die dann zur notwendigen Handlung führt. Auch zur Missionierung fehlt mir der Drang und jegliches Interesse daran jemanden von irgendwas zu überzeugen. Ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und kann nur aus meiner ganz persönlichen Erfahrungskiste das eine oder andere hervorkramen das nützlich ist. Ich kann auch nur das anbieten, was ich an mir selbst als hilfreich erfahren habe, das was sich bewährt hat, in meiner tagtäglichen Praxis, in der Praxis meiner Lehrer und Unterstützer, manches schon seit ewigen Zeiten.

Letztlich ist es wieder einmal die berühmte Mundpropaganda, das Weiter-Empfehlen, die positiven Rückmeldungen die uns Erfolg haben lassen und uns ermöglichen all das hier anbieten zu können. Dafür an alle die uns über die Jahre besucht haben, hier mal ein ganz grosses DANKE! – denn ohne Euch würde La Mesada gar nicht existieren!

Alles was Heidi und ich tun ergibt sich aus unserer persönlichen Entwicklung. Alles was hier auf La Mesada geschieht, ist Quintessenz dessen was es braucht um wieder näher der Mitte zu kommen. Heilung und Krankheit sind ja auch der selbe Weg – nur eben unterschiedliche Richtungen. Auch die Krise will durchlebt und verstanden sein. So ist es unsere Aufgabe, jene die durch eine Krise zu uns finden sie durch diese hindurch zu führen und nicht um sie herum (was vielleicht bequemer für alle wäre). Wir nehmen diese Aufgabe ernst, ihr haben wir uns verpflichtet. Wir arbeiten an uns, mit euch gemeinsam, mit dem was wir an Wissen und Werkzeug haben, Mit Herz und mit Hern, mit Humor und mit aller Ernsthaftigkeit die es nötigt, mit aller Hingabe die uns möglich ist, geführt, geleitet, wissend und staunend zu gleich. 

Die Arbeit mit unseren Ahnen, ab 2019 in einem Tagesseminar, ist mir deshalb gerade jetzt so wichtig und nahe, da sich mir durch den Tod meines Vaters, auch hier ein neuer, anderer und wichtiger Zugang eröffnet hat. Vieles was ich zu diesem Thema in Mexiko und anderswo lernen durfte macht erst jetzt so richtig Sinn. So ist es und war es immer das Leben selbst, das mich zu jenen Dingen geführt hat, die ich nunmehr seit langer Zeit auch anderen zugänglich zu machen versuche.

Auch die Zeit in der wir alle leben mag eine Rolle spielen, die Qualität des Jetzt, das aktuell manchen ein bedrohliches Chaos zu sein scheint. Mir ist die Welt nicht fremd, ich verdränge nichts in ihr, sehe das eine wie das andere, das gute ebenso wie das schlechte. Mir ist die Welt nicht Feind und es geht wahrlich nicht darum ihr zu entfliehen oder sie zu verdrängen! Es gilt hinzusehen, stark im Herzen, mit ruhiger Mitte! Natürlich ist es eine schnelle Zeit, eine laute, eine verführerische und ablenkende. Man erkennt vieles und begreift, dass es gerade in Zeiten des Sturmes eines sicheren Hafens bedarf, in dem man Kraft schöpfen und zur Ruhe kommen kann, um dann gestärkt und ruhiger wieder hinauszufahren aufs weite Meer der Systeme in die wir geboren sind.  Zur Ruhe kommen, die eigene Mitte finden, Kraft schöpfen und neu werden um der Welt neu und freudig zu begegnen – auch das ist etwas das hier auf La Mesada auf wunderbare Weise wieder und wieder geschieht! Hier geschieht Veränderung am Selbst! Hier verändern wir auch Realitäten! Hier entsteht Resonanz! Hier ändern wir die Welt!

So ist La Meada gewachsen, so ist dieses Zentrum entstanden, so beginnt Neues das wir anbieten – immer aus der praktischen Erfahrung heraus, immer für Jene die zu uns finden, für den Menschen in all seinem Suchen, Tun und wunderbarem Sein!

wir freuen uns auf Euch!

Georg und Heidi

 

 

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Am Ende ist es der Anfang

So steht man da am frischen Grab. Emotional. Alles ist ganz anders als vorgestellt oder erwartet, befürchtet vielleicht auch. Trauer. Wie das alles fassen? Wie verstehen, dass ein Mensch, der eigene Vater nicht mehr ist? Fern war er einem. Wie wenn eine Wand dazwischen gestanden hätte all die Jahre – nein all die Jahrzehnte. Eine Wand aus Meinung, aus Projektion, aus Vorwurf, aus Urteil und Wertung, unbewusst von beiden errichtet. Plötzlich aber ist sie fort diese Wand. Nichts mehr zwischen ihm und mir. Da ist eine Grundschwingung, eine Akkord der jetzt wieder hörbar ist. Liebe auch, die sich nie so recht in Wort oder Tat  hat ausdrücken können. Beide Seiten hatten ihre Hemmnisse. Auch ich war streckenweise taub und blind.

Ich kenne das schon, wenn jemand geht. Irgend jemand eben, nicht verwandt sondern bestenfalls bekannt. Wenn es dann aber dich selbst betrifft, wenn der Mensch der da nun nicht mehr ist, mit dir das selbe Blut teilt, wenn er der Stamm ist aus dem du selber gewachsen bist, dann ist es verdammt anders. Da tut sich auch eine ungeahnte Tiefe auf. Eine Tiefe die man schon im Leben, jetzt da man klarer ist im Geist so gerne gehabt hätte. Doch die Zeit kennt kein Zurück. Sie schreitet einem eilig voran und man ist immer etwas hinterher. Dennoch wird das Jetzt zu einer Brücke, auf der man sich neu und frei begegnen kann, auf einer anderen Ebene. So vieles löst sich von einem ab. So vieles wird Wunder. „Es endet nicht – nein es beginnt gerade“ ist die Erkenntnis!

Träume. Tief und eindrücklich. Der Vater mit einem mal nahe wie nie, aber ganz frei von allem was das „wir“, das „du“ behindert hat. Etwas lebt in mir auf, neu und doch bekannt. Es ist das Gefühl für „Sohn“ sein. Das schwere Herz wird leicht. Das macht nachdenklich und mit den Gedanken kommen die Bilder. Wenige erst, dann aber mehr und mehr. Episoden tauchen auf, die wie verschüttet waren unter dem gewöhlichen, alltäglichen Gedankenmüll den man zum Thema im Laufe der Jahre produziert und über all das häuft was wesentlich wäre. Das tut wohl dass es so kommt, bei jedem. Es ist gut zu wissen dass da ein natürlicher, ja heilsamer Prozess der Trauer und der Aufarbeitung wirkt, den man nur zuzulassen braucht. Kein „müssen“ ist da gefordert sondern ein „zulassen können“ von dem was eben ist. Natürlich taucht auch das „Verabsäumte auf“ das „was wäre gewesen wenn“. Unveränderlich bleibt die Vergangenheit, ungerührt von all der Bemühung es so gerne anders gemacht, gesagt, gesehen zu haben! Man scheitert darin jämmerlich. Da lässt sich nichts mehr umschreiben. Aber in diesem  Scheitern taucht plötzlich ein Gefühl auf – Liebe ist ein Faktum! Sie ist eine Konstante! Sie ist ein Naturgesetz wie die Schwerkraft eben auch! Sie ist es die alles heilt, die aus Distanz Nähe macht! Sie ist es die den Sohn dem Vater und dem Vater den Sohn nahe bringt, uns beide verbindet über den Tod hinaus.

Ich stöbere in den zurückgelassenen Papieren. Ich finde Fotos und Notizen, erkenne seine Handschrift und Gedankengänge die darin konserviert sind – erkenne Ihn. Dem Archäologen gleich, arbeite ich mich durch die Schichten. Von eben erst, bis weit in die Vergangenheit und doch ist alles, weil es im Moment empfunden, gesehen und begriffen wird im Jetzt. Auch das tut wohl. Auch das ist heilsam, auch wenn es viel Kraft braucht. Banales wie sehr Intimes taucht da vor einem auf und der Vater nimmt noch einmal Gestalt an – in all seinen Nöten und Freuden, all seinen Plänen, Hoffnungen und Träumen, in allem Erreichten und Vergebenen, in jedem Sieg und jedem Scheitern. Ich erkenne dass er getan hat was ihm möglich war, so wie ich auch. Da ist viel Gutes. Auch das Geschenk meiner eigenen Existenz! So bin ich meines Vaters Sohn – so bin ich, wenngleich ganz eigene Persönlichkeit, auch er. Es ist die Haut aus der man glaubt nicht zu können – Ach hätte ich sie mir schon früher vom Leib geschält – aber ich konnte nicht, so wie er auch. Das einzusehen hilft. Jeder tut was er vermag – auch eine Erkenntnis.

Leicht ist es wahrlich nicht. Man versucht sein Bestes und regelt was eben zu regeln ist. Man spricht mit anderen die im nahe waren und, manchmal tränenreich, ergibt sich ein Bild, ein Ganzes. Der einem zuvor so fremde Vater wird nahe, wird klarer und greifbarer. Ich weiss dass es dauern wird. Ich weiss, dass alles seinen Sinn und seinen natürlichen Ablauf hat. Man geht aufeinander zu, im Leben wie im Tod, Schritt für Schritt. Auch das endet nicht.

Nun weiss ich mehr. Ich weiss mehr über ihn. Ich weiss mehr über mich. Und ich weiss dass ich meinen Vater im Tode nicht verloren, sondern ihn gefunden habe – und dafür bin ich unendlich dankbar.

Warum ich das schreibe? Nun, weil mir das Schreiben Natur ist und es mir hilft, weil es auch Aufarbeitung ist und mir das beinahe Unfassbare greifbarer macht. Ich schreibe das, weil es dem einen oder anderen, der liest und versteht, vielleicht ein wenig Hilfe sein mag, denn irgendwann betrifft es jeden. Ich schreibe es, weil ich diese Erfahrung für wertvoll und wichtig halte – so wertvoll und wichtig dass ich sie mit Euch teilen will.

Nichts endet, alles beginnt

herzlichst

Georg

 

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Spassbremse

Tja, manchmal reitet es einen. Da mag man nicht mehr hinsehen oder hinhören. Da will man nichts mehr wissen von all dem Gedröns um einen rum. All die Heilsversprechen, geschenkt! All die feinen, (selten) billigen Wege die man da aufgerollt bekommt! Manchmal ist`s zuviel an Licht und Liebe und Herz und wasweissichallesnoch. Manchmal, wenn man Glück hat, klopft die Logik an die Türe – und die Logik sagt einem das eine oder andere, über das man nachzudenken hat! Wenn man sich z.B. bewusst macht, dass die profansten, banalsten Dinge im Leben die es so gibt ja getan sein wollen! Weder füllt sich der Kühlschrank von selbst, noch mäht sich der Rasen, ja nicht einmal die verdammten Socken ziehen sich einem von selbst an! Kein Nagel der sich von alleine einschlägt! Alles will GEMACHT sein, GETAN eben – und dabei gehts nur um Kühlschrank und Rasen und Textil und Nägel! Aber wenn das alles getan sein will, fragt man sich doch, warum dann jene Dinge von denen ja wirklich was abhängt, also Selbsterfahrung oder Persönlichkeitsentwicklung und Seelenheil, warum da nichts getan werden müsste, sondern es einfach genügen soll zu GLAUBEN?? Seltsames wird einem da angetragen. Und seltsam auch dass die Erklärungs- oder Lösungsmodelle da meist mit Schuld zu tun haben – selbstredend nicht mit der eigenen versteht sich, sondern immer mit der von Anderen…  Ein ganzes Feld von skurrilen Blüten breitet sich da vor dem staunenden Auge aus – und wenn man nicht acht gibt, wird man schnell zur verwirrten, hysterischen Biene Maja, die da wie auf Koks, von einer bunten, alles versprechendenBlüte zur nächsten rast, in steter Hoffnung endlich irgendwo anzukommen und heil zu werden. Armes Bienchen, armes.

Ok, Spassbremse die man ist, lässt man hie und da, weil ja angefragt, seine Meinung los. Da wirds oft eng, weil das was man sagt, also das was einem die Logik zwangsweise aufdrängt ja meist nicht so gerne gehört wird. Man wird ja gefragt und soll doch ehrlich sein dem Gegenüber! Also mitspielen? Einfach zugeben und ja und Amen sagen? Oder sich doch zusammennehmen und der eigenen Logik vertrauend mal sagen was Sache ist? Selbst auf die Gefahr hin dass man sich unbeliebt macht? Auch dass es gar finanziellen Verlust bedeuten kann? Es ist eben die eine Wahl die man hat wenn man es erst nimmt, das mit der Eigenverantwortung: Im die Sinne sedierenden Mainstream erfolgreich mitenteln oder einzeln und für sich stehen und zu dem stehen was man eben an Erfahrung hat? Nicht platte Meinung haben sondern echt erworbenes, nein erarbeitetes Wissen weitergeben an den der wirklich wissen will!  Mehr geht ja eh nicht. Auch in der Arbeit – man tut was man kann und kann was man tut. So sollte es sein!

Ganz ehrlich, es ist Arbeit! Immer! Schweisstreibend, ermüdend manchmal, beizeiten schon mal auch etwas frustrierend, aber trotzdem immer spannend und auch lohnend! Manchmal steht man vor einem Scherbenhaufen und fragt sich, wie man das alles wieder kitten soll. Man denkt sich den Wolf. Man überlegt sich wund. Man sucht nach Schuld im Vergangenem. Man analysiert sich fast ins Grab. Wenn man aber wirklich denkt und zwar klar, dann erkennt man vielleicht, dass es da gar nichts zu kitten gibt! Hin ist hin! Vergangen! Tschüss mit ü! Da wirds dann mit einem Mal ganz ruhig in einem. Und der mit dem grössten Bauchladen an Glaubensmodellen muss erkennen, dass er keinen neuen Kunden in dir findet und wird ganz klein und still und macht sich rasch vom Acker! Der Scherbenhaufen darf halt Scherbenhaufen bleiben und und man beginnt eben neu, besser vielleicht, geführter, sich jener Basis besinnend aus der doch all unser Handeln und Wahrnehmen entsteht! Wahre Spiritualität will doch nicht geglaubt sondern getan sein!

Das mit den Scherben und dem Kitten, auf diese Denke kommt man ja auch nur wenn man sich in den Scherben noch was sieht, ein Restego an dem man sentimental noch blöde hängt! Mit Asche käme doch niemand auf die Idee wieder einen Baum draus zu machen! Aber man redet es den Leuten ein. Man verspricht es ihnen lauthals! Nur glauben müsst ihr daran, fest und unerschütterlich und gegen alle Vernunft! Glauben, vor allem wenn`s kompliziert wird! Klingt eigentlich unvernünftig und ist genau genommen der selbe Ablasshandel wie im Mittelalter – das Marketing ist halt besser, das Prinzip ist aber genau genommen gleich geblieben. Aber vor allem genau nehmen soll man es ja schon mal gar nicht!

Ich bin eine Spassbremse – manchmal. Es stand ja nicht viel zur Auswahl: Grüssaugust mag ich nicht sein, Pausenclown auch nicht, Schwarzmaler ist mir zu unbunt, Guru und Heilsverkünder scheidet ganz aus, Missionar ist auch elend, auch Opferlamm ist keine Option und süsslicher Schönredner oder Rosarotbrillenverkäufer schon gar nicht! Da lieber jener oft Unbequeme sein, der manchmal auch auf die Spassbremse tritt. Lieber jener sein, der nichts durch die Blume sagen muss oder das Blatt vor dem Mund braucht, damit beim Gegenüber kaum noch was an störender Frequenz landet. Besser ist`s aus dem eigenen Erfahrungsschatz zu schöpfen und manchal auch nicht weiter zu wissen. Tausendmal lieber von Herzen und Hirn aus sagen können „ich weiss es nicht“ als eine weitere sinnlose Phrase an den Mann bringen! Lieber ganz Selbst sein, als eine schön erfüllte Vorstellung des nach Events hungernden Klatschvolkes erfüllen!

Also habt keine Angst! Habt Mut! Wer hie und da berechtigt und klaren Geistes auf die Spassbremse tritt, der beendet manch gefährliche Irrfahrt – und erst dann stellt sich wieder echte Freude ein, die Freude am TUN! Die Freude am Selbst-Sein! Die Freude daran, dass wir uns entwickeln und verändern können!

herzlichst

Georg

 

 

 

 

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Aus eigener Kraft

Man kann sich ja alles schönreden, bei dem Wetter sowieso. Dennoch bleibt die Wahrheit eben Wahrheit. Und das Loch im eigenen Boot ist wahr und will gefunden sein und das rasch. Natürlich geht`s auch anders: Das Loch selbst noch ein wenig vergrössern, und es sich dann, vielleicht noch gemeinsam mit anderen schöndenken. Aber das Boot wird so auch nicht zum funktionierenden Uboot werden – nein, es sinkt, still und dunkel, und luftleer und eng! Was ich sagen will ist, dass Krise und Erkenntnis immer in ein und dem selben Gefährt sitzen und man selbst die Wahl hat, wie damit umzugehen ist.

Aus eigener Kraft sollte Motto und Ziel sein! Eine vernünftige Anleitung braucht es wohl. Es nötigt eine vor allem Art der Hilfestellung, die einen nicht und nie aus der Verantwortung nimmt! Es braucht funktionierendes, einfaches (!) Werkzeug um das Leck zu kitten! Und vor allem braucht es dann eine echte und wahrhaftige Kurskorrektur! Diese Korrektur ist zwingend nötig. Nicht dröge Bespassung und Ablenkung, nicht Flucht oder ein Übermass an Selbst und Fremdmitleid. Die Korrektur ist nötig, auch oder gerade wenn man die schon so lange befahrenen Gewässer zu verlassen scheut, weil sie bekannt, bequem und ebenso träge sind. Trotzdem lohnt es. Denn es kommt ja Neues auf einen zu! Da gibt es ja so vieles, das man noch nicht kennt! Dem Entdecker gleich, dem Pionier ähnlich, erreichen wir so neues Land! Und dieses Land darf man getrost betreten, ganz ohne Furcht, denn man erkennt sich selbst in ihm.

Da ist viel an Veränderung, an positivem Weschsel zu finden! Wenn man es wagt, wird man überreich belohnt! Zauberhaft wird einem die Welt, obwohl der Blick weiter und klarer ist als noch zuvor! Da entsteht einem ein Bild des Ganzen im Herzen! Mit allem was da ist, nichts verdrängt oder ausgeblendet, nichts schön geredet oder bloss neu gewandet! Die Selbstdarstellung darf endlich enden. Ebenso die Ausreden die gewohnten. Das „sich gehen lassen“ wird einem fremd, weil man an sich tut was getan zu sein hat. Entwicklung und nicht Verstrickung!

Im Tun liegt alles Sein! Nichts weniger als das ist wahr. Nichts mehr braucht es, um zu werden was man in seiner tiefsten Seele bereits lange schon ahnt! Alles erfährt Veränderung, wird neu, wird ganz. Und so manches das einem lieb geworden, weil einlullend und betörend, darf zurück bleiben, darf von einem gleiten wie feuchter Nebel. Was für eine Entlastung! Was für eine Erleichterung für den Geist, für den Körper ebenso.

Die Räume die dafür gut sind kennen wir. Es sind die alten Räume, die bewährten, die ehrlichen und echten! Nichts muss da neu erfunden sein! Denn in der „Neuerfindung“ gerät meist das Sinnvolle zum Sinnlosen. Das Rad neu erfinden? – es würde eckig sein… Also sich aufmachen. Diese alten, bewährten Wege gehen! Nichts scheuen, was einen aus der so geliebten Komfortzone zu katapultieren droht! Nein – suchen und finden, auch im überschreiten der Grenzen, der selbstauferlegten. Sich Zeit und Raum gönnen um neu zu sein und heil zu werden!

Dann auch verstehen dass man ja alles in sich trägt! Dass niemand weiter ist als man selbst! Dass alles auf Augenhöhe geschieht, besonders die alles heilende Liebe. Ach, wie wird das Wort da überstrapaziert! Wie wahllos und achtlos es eingestreut wird in die Glut des Egos, nur um dann der Selbstbeweihräucherung zum Opfer zu fallen! Das „sich kleiner machen“ als man ist, ebenso übel und sinnfrei und genau genommen nur wieder Egoismus, nach Zuwendung haschend, nach Aufmerksamkeit gierend! „Das Grösste“ und „das Kleinste“ – beides Leuchttürme des Egos die den Fokus der anderen auf einen lenken! Schlecht ist es da zu navigieren! Schnell gerät man in die falschen  Strömungen, denen  man nur mit Kraft und Aufwand wieder zu entrinnen vermag! Aber auch das lehrt einen viel – wenn man nur zuzugeben imstande ist, dass man sich verirrt hat, auf dem grossen Ozean des Lebens und wenn man begreift dass das Leck gestopft sein will!

Das „Ich“ tritt einen Schritt zurück wenn man sich wandelt. Dafür entsteht ein „Du“. Ein ehrliches und aufrichtiges! Und das „Wir“ schmeckt mach Famile nach Freund und Vertrauten. Vor allem am wärmenden Feuer an dem man sitzt, Aug in Aug, Herz an Herz, ganz ohne Wort und ohne überflüssige Beschreibung. Da findet Heilsames statt! Da wird einem bewusst, dass Reduktion der Ausdehnung nicht Feind sondern Quelle ist! Es wird einem im Drinnen klar, dass man alles ist, in allem, mit allem, aber ohne romantisch/esoterisch übersüssem Zuckerguss. Es wird bewusst, dass der Sturm, in dem man noch vor kurzem um Existenz und Sein gefürchtet hat, nicht von einem strafenden Gott gesandt, sondern von einem selbst erzeugt worden ist! Wie frei man wird wenn man erkennt, dass es an einem selbst liegt! Wie magisch anders ist der Blick, wenn man frei wird von der Schuld, die man stehts dem anderen an die Brust geheftet hat! Wie leicht es einem wird wenn das „ich muss“ zum „ich kann“ wird – Entdecker die wir sind!

Jetzt das erste Wort vom „Ich“. Fast mit Widerstand getippt. Ich habs gelernt, habs lernen dürfen, das Sein! Darum kein Streben nach grosser Bühne. Kein „Schreiben-müssen“ mehr sondern ein „schreiben können“.  Das hab ich auch gelernt, dass man nie mit etwas mehr verbunden ist, als im Widerstand! Darum auch keine Widerstände mehr. Und kein Bedürfnis zu missionieren, lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals gehabt. Selbst die Beschreibung dessen was ich tue ist ohne Wichtigkeit für mich. Es dient nur dem der sucht zur Orientierung – damit nichts erwartet wird, was ich nicht erfüllen kann. Ich biete Räume an und Werkzeuge. Ich biete Wissen das ich habe. Nie aber ein Versprechen dass es leicht wird! Nur dass es einfach ist und schlicht, das sage ich zu, denn das ist mein ganz persönlicher Weg den ich nicht verlasse! Es ist mein Kurs auf dem ich fahre und ich fahre gut auf ihm!

Man gibt von dem was man an Erkenntnis, an Werkzeug hat. Man gibt es gerne und von Herzen. Man gibt es, weil es Not tut und nicht um sich selbst zu erhöhen – denn was ist man schon, doch nur ein Boot unter vielen, auf dem unendlichen Ozean des Seins, glücklich versehen mit Kurs und Richtung, bemüht nicht leck zu schlagen und voller Neugierde auf das was kommt. Trotzdem: Je mehr Boote den Kurs finden, den wahren, umso mehr dienen sie den anderen als Vorbild! So geschieht Veränderung durch Neuorientierung und das Leben wird zum gemeinsamen Projekt, das kein Gegeneinander kennt, sondern die Fahne des Miteinander am Mast gehisst hat.

Alle Flüsse fliessen ins Meer – immer schon

herzlichst

 

Georg

 

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Wieder daheim

Wieder daheim.
 
Das Herz voll von Bildern, von Erlebnis und Erfahrung, voll von weitem Land, von Natur und Sein, von Freunden und vom Aufgenommen worden sein. Wie Familie ist`s dort, weil mehr als Freundschaft – Verbundenheit über die Zeit und Distanz hinweg. „Seelenverwandtschaft“ trifft`s vielleicht noch besser. Sich und dem Anderen ins Herz geblickt, wortloses Verstehen, gemeinsame, freudvolle Lebenszeit unter Brüdern und Schwestern. 
 
Zugleich das Hier – auch Familie und Freunde und Land und alles liebend verbunden und verwoben. So braucht es noch viel Zeit alles zu verarbeiten, darum das Schreiben, es hilft dem Geist das Unfassbare zu fassen, wenn auch das Wort schnell versagt. Vor allem in der Stille und mit der Zeit die man sich gibt / geben muss, kommt das Erlebte wieder organisch wahr zu einem. Mit jedem Herzschlag ein Bild, mit jeder ruhigen Minute so viel an Erinnerung die im Jetzt wirkt. Prozesse sind am wirken, tief, die Seele weitend, klärend und das Ego verwirrend zugleich. Und die Lieder, wie sie immer noch in einem tönen! Ganz Rhythmus, ganz kraftvoller Herzschlag der Erde, rufende, belebende Trommel, ewiger Tanz der Mitte entgegen, stärkend, verbindend und erneuernd!
 
Und ja, auch gut wieder da zu sein! Wieder daheim sein, im Eigenen Raum, mit all dem was man schon beinahe nicht mehr vermisst hat – das kühle Glas Wasser aus dem Hahn, das ganz alleine sein, das gewohnte heimelige Gehäuse, das statische Jetzt, das eigene Bett, das Erwachen im Hier und das eigene Land das man beleben darf! Ebenso der Blick auf das Erreichte, lächelnd erkennen wie es sich verschränkt ineinander, das „Drüben“ und das „Hier“.
 
Schon zieht es einen wieder fort, leicht und verspielt, wissend dass dort Familie ist, dass dort Kreise sind, so starke Frauen und Männer, auch die Kinder! Es zieht, weil dort ein ganz besonderer Ort ist, an dem man sich selbst und dem anderen in ungeahnter Tiefe zu begegnen vermag. Da zählt das wahre Selbst, nicht das Bild oder die Beschreibung. Und doch ist dieser Ort ganz Wunder und Zauber, zugleich in einem selbst! Wohlige Erkenntnis!
 
Was für Tage! Hand in Hand mitgearbeitet, aufgebaut, Tage des Tuns, Teil des Ganzen gewesen mit vollem Einsatz, mit Kraft und Freude, jeder ganz Selbst! Dann sich an Hingabe geübt, so von Herzen gebetet, für den Anderen, für jeden der Teil ist! Alles gegeben und so vieles mehr an Geschenk erhalten! Was für ein Weg! Was für eine Intensität an Verbundenheit! Was für ein ungeahnter Grad an Wahrhaftigkeit, weit über das insgeheim Erhoffte hinaus! Wie gesagt, es wird noch brauchen bis alles sich setzt – so unendlich viel an Segen, so viel an verantwortungsvollem Auftrag!
 
Dankbarkeit, vor allem jenen gegenüber die kein Gegeneinander kennen und das Miteinander leben! Jenen gegenüber, denen man so vieles geraubt hat, an Land und Freiheit und Würde – und die dich dennoch so reich beschenken, indem sie dich offenen Herzens aufnehmen in ihren Kreis, die dich fördern und behüten und lehren wie unendlich gross und voller Liebe alle Welt sein kann!
 
All ihr Weggefährten und Freunde, auf bald!
 
aho
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