Blog Posts

Die Gnade der Krise

Natürlich gibt es sie die Tiefe. Alles kommt ja aus ihr, wird in ihr geboren oder ist dort schon ewig. Oben, an der Oberfläche, nehmen wir nur Reflexionen dessen wahr was unten IST. Das Gespiegelte oben ist Verzerrung, bestenfalls Wunsch oder Hoffnung. Dort oben sehnt man sich nach dem was unten ist. Aber durch die Verzerrung, sehnt man  sich nach der Spiegelung – und diese ist Fiktion, bestenfalls Idee.

Es braucht schon eine Krise und ein Herz das einen in die Tiefe führt. Dort unten, von oben kaum vorstellbar, ist das Licht. Dort im Licht der Tiefe ist aller Ursprung, auch der des Seins – die wirkliche und wahrhafte Existenz. Natürlich ist man an die Oberfläche gut gewöhnt. Man ergeht sich in der Deutung und Interpretation der Wirbel und Bilder die sich oben auf dieser Schicht finden, all das in der Hoffnung dass das Ersehnte wahr werden möge. Und wird es „wahr“ – so bleibt es dennoch blosse Projektion und letztlich unebefriedigend. Das Herz aber ahnt diese Tiefe! Aus ihm entsteht ja das andere „Sehnen“, jenes unbestimmte Wissen, dass da ausser tradierter Deutung und Projektion doch etwas Wahres sein muss! Das Herz will nach unten, ins Licht, gegen den Auftrieb des geblähten Egos! Und es ist stets das Ego dass uns oben hält, einer Boje auf dem Wasser gleich, die es uns fast unmöglich macht die Oberfläche zu verlassen, die uns jeden Tiefgnag bitter verwehrt. Diese Boje wiederum ernährt sich auch durch Projektion und Wunsch und ewige Beweihräucherung. Sie bläht sich dadurch auf, mehr und mehr – und hindert uns an wahrhafter Innenschau! Denn das Innen ist ja die Tiefe!!  Immer nur „ich“, immer nur peinliche Egosbespassung, immer nur elende, neue, Beschreibung der Boje – mal bunt, mal schwarz weiss, mal elend, mal der oder die Beste der Besten der Besten zu sein! Heisse Luft bläst da man in sie oder lässt in sie blasen. All das in der Hoffnung irgendwann mal abheben zu können, nach oben, gaaanz nach oben – aber was aufsteigt, kommt auch wieder runter, besonders warme Luft, die kühlt schneller ab als es der Egoboje lieb ist! Bloss die Krise meiden, sie umschiffen, sie sich schön und bunt und oberflächlich reden, möglichst hohl dabei bleiben, ganz sich dem ewigen Aufblähen anbiedern, so schlau und blöde zugleich, so blind und taub für all die mitunter derben Ratschläge, die das Leben so an einen adressiert. Die Nadel ist eben dem Luftballon ein Feind – umgekehrt wohl kaum. So ist die Krise der Boje ein wahrer Feind, dem Ego eine echte Qual, dem erkennenden Menschen aber Befreier und Freund!

Denn: Jede Krise birgt eine Gnade! So vieles geschieht das uns erschüttert. So manches schlägt ein Loch in die Boje die uns oben gefangen hält. Es betrifft uns direkt oder im engsten Umfeld. Und es ist so unendlich wichtig und heilsam diese Zeichen zu erkennen! Um Hesse zu zitieren „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ Der Zauber der Krise, ist die Chance einen neuen Weg einschlagen, neu beginnen zu können und dem Weg in die Tiefe, zum Selbst zu folgen – ohne Furcht, ohne Gram, aber dafür mit Freude und in der Gewissheit, dass das Ziel des neuen Weges Heilung und Selbstfindung sein wird!

Beschreiten wir endlich den neuen Weg, dann werden wir vom „abschreckenden Beispiel“ zum wahren, erstrebenswerten VORBILD – so verändern wir uns und die Welt – so werden wir, was wir wirklich sind und fühlen in uns und um uns das heilende Wirken der Unendlichkeit! Gemeinsam, sich gegenseitig stützend und lehrend!

Jede Chance auf Veränderung ist eine echte Gnade die uns zuteil wird! So können wir sagen „ich bin!“ und nicht „ich war“! So schaffen wir eine innere und äussere HALTUNG der Klarheit und Kraft – im Denken, im Handeln und im SEIN!

Darum lasst uns nicht noch länger warten! Lasst uns die uns anvertraute Lebenszeit freudig und sinnvoll nutzen! Lasst uns die Chancen erkennen und die Gnade, die auch in der schwersten Krise liegt, als unendlich wertvolles Geschenk begreifen und endlich, endlich, endlich HANDELN!

Dies ist es ja wonach wir uns in Wahrheit sehnen. Dies ist es was uns wirklich mangelt. Dies ist es was es zu erreichen gilt. Dies ist es was wir schon immer geahnt haben und in der Tiefe ehrlich wussten. Schon immer!

Ich weiss dass dies ehrliche Arbeit meint – „Prozessarbeit“ im eigentlichen Sinne. Und dieser Arbeit, die in die Tiefe führt, haben wir uns verschrieben. Warum? Weil all das unmittelbare, freudvolle und sinnvolle organische Wahrheit ist! Weil dieses TUN ein heilendes Naturgesetz ist, das uns alle betrifft, ohne jede Ausnahme.

Verlasst die Oberfläche und sucht die Tiefe. Sagt es den Verzweifelten, den Leidenden, den Suchenden – und besser noch: LEBT ES IHNEN VOR!

herzlichst

Georg

mehr lesen...

Leben vor dem Tod

Für einen Freund

Es betrifft einen immer. Vor allem wenn „Es“ geschieht, im Umfeld, dem unmittelbaren. Man steht vor diesem Übergang, diesem Tor in einen neuen Raum und fragt sich betroffen, wie jener, der sich anschickt es zu druchschreiten wohl fühlen mag. Was wird er sehen? Was sind seine Gedanken? Und vor allem: Wie blickt er zurück auf das Leben, das geführte? Da wird einem bewusst, dass Lebensführung ja meint, dass man „geführt wird“ durch sein Leben. Es klärt sich der eigene Geist ein wenig auf und man behirnt endlich (oder wieder einmal) dass es eben dieses „geführt werden“ ist was zählt. Dieses Leben und Erleben vor dem Tod, der nur natürlich ist und sinnvoll, will betrachtet sein! Es will kritisch hinterfragt sein. Es nötigt einem dann, wenn man es wagt sein Leben so zu betrachten Konsequenz ab! Denn was da tickt im Hintergrund ist die Lebensuhr, die Sekunde um Sekunde abzählt von dem was man da als Geschenk, als Gnade durch Vater und Mutter erhalten hat – Lebenszeit.

Doch ist nicht alles Sterben wie alles auch Leben ist? Natürlich, es bedingt sich gegenseitig! Geburt und Tod bildet den Raum der uns gegeben wird ums uns zu entwickeln, um uns zu erfahren. Die Seele will ja erfahren sein und frei von all der Bedrängnis die wir ihr aufzwingen! Sie will ja schon im JETZT sein und nicht erst hinterher, so es denn ein „Danach“ überhaupt gibt – wer weiß. Das Jetzt drängt sich plötzlich ganz nach vorne, ganz ohne Scheu und wird zum Natürlichsten das es zu geben scheint. Schnell treten Egomanie, Selbstbeweihräucherung und Selbstdarstellung in den Hintergrund! Man spricht nicht mehr ständig vom „Ich“ in jenen Momenten oder Phasen, sondern vom „Es“und meint die Seele. Es endet plötzlich die Ich-Beschreibung, die sich da so breit gemacht hat, die einen schamlos alles von diesem Ego-Ich breitreten und öffentlich hat machen lassen und zeigt einem seinen Platz. Klein wird man im Angsicht des Überganges, selbst dann wenn es jemanden betrifft den man „bloss kennt“, mehr noch wenn es jene erreicht, die man von Herzen „Freund“ nennt, vor allem wenn der Freund es gut getan hat, mit allem was er konnte, mit ganzem Herzen.

So geschieht es, dass man zunächst wie betäubt ist, wenn der Tod beginnt eine Schneise ins Leben zu schlagen. Dennoch aber wird man sich gewahr, dass jener der eben geht, ja nur dem eigenen Ego als nahender Verlust die Angst ins Hirn setzt. Genau genommen liegt es, bei all dem Schmerz und Leid das damit einhergeht, trotzdem im Auge des Betrachters. Wenn einer dürch die Türe tritt, den Raum verlässt, erscheint es den Beobachtern die  mit im Raum sind, als würde er gehen. Jenen Beobachtern aber, die im anderen Raum sind, erscheint es als würde er eben frisch und neu ins Leben treten. So scheint Geburt und Tod doch eins! Es scheint, als wäre es die selbe Türe und es käme nur darauf an wo wir, die zunächst Aussenstehenden, Position bezogen haben – also von welchem Standpunkt aus wir die Szene betrachten. So stehen wir und schauen, bis wir dann selbst eines Tages den Raum verlassen um einen neuen zu betreten – unendliche Seelen und Wesen die wir sind.

Sind wir nicht wie der Wind, der von draussen kommend, voller Gerüche und Erinnerung an eben jenes Draussen, ins Zimmer strömt um dann, im Spalt der Türe den Raum, einem lauen Luftzug gleich, manchmal auch einem Sturm ähnlich, wieder ins Freie zu strömen? Der Wind beginnt weder am Fenster, noch endet er an der Türe! Er hat ja lange vorher schon begonnen und wird nie enden! Er erfüllt die unterschiedlichsten Räume! Er nimmt alles auf von dort, beseelt sich mal um mal, wird wissender und erfahrener in seinem ewigen Jetzt und seiner ewigen Wanderschaft!

Man geht weiter. Geführt im Leben und im Versuch dieser Führung sich anzuvertauen tut man was man kann. Man hinterlässt Spuren aus Vergeblichkeit. Man schafft Veränderung durch Resonanz. Und man ist sich vielleicht sogar bewusst, dass der „Kredit Leben“ zurückzuzahlen ist – in Form von Liebe und Freude, so gibt man was man zu geben imstande ist – und so wird jeder Morgen zum Geschenk und jeder Tag zur Gnade. So entsteht auch Dankbarleit an das eigene Sein, an die Möglichkeit zu werden und zu wirken. So erkennt man auch, dass das Tor, der Übergang in uns ist, immer, uns sich jede Minute öffnen kann. So begreift man, durch jene die uns vorausschreiten, allmählich wie sinnfrei vieles von dem ist was wir „ICH“ nennen – man erschrickt darüber dass es nichts mit der Seele gemein hat. Nichts bleibt bei einer echten Betrachtung, bei wirklichem Hinsehen! Alles zerschlägt sich, zerbirst, zerbröselt, wird zu feinem Staube gemahlen, zu weisser Asche damit aus ihr, mit aller Kraft und liebender Macht eine neue Wahrnehmung entsteht! Wahrnehmung, ja und Fokus – und Erkenntnis dass es ein Wunder ist, das Leben, der Tod, der Übergang! Dass es an Dimension kaum zu fassen ist – diese Möglichkeit des Überganges den dir niemand jemals nehmen kann!

Nicht drohend ist diese Macht des Überganges! Sie hilft! Sie lehrt uns, dass wir all das zurück lassen dürfen was uns nur belastet – vor allem die Beschreibungen und Verkleidungen unserer wehleidigen Egos! Die Macht des Überganges lehrt uns aufzuräumen mit all den Projektionen die wir beständig um uns bilden! Sie bringt uns zwingend zu Bewusstsein! Sie klärt den Blick, das Herz, all das was es braucht um wahr zu sein, um geführt zu sein auf diesem Lebensweg!

Das Leben vor dem Tod ist kostbar! Es will begriffen und getan sein! Es will befreit von all den sinnlosen Beschreibungen sein, die man sich umhängt um beliebt, geschätzt, bewundert oder gar gefürchtet zu sein! All das muss fort, weil es wie ein kaltes, nasses Laken über der Seele hängt und sie am atmen, am Wesen-Sein hindert! Darum auch der Tod als Gnade zur Seite gestellt, der eigene wie der des Freundes, oder des Menschen von nebenan, um uns zu lehren, nicht zu strafen! Ums uns mit Wahrheit zu konfrontieren – weil die Wahrheit der physischen Endlichkeit ein recht anschauliches Instrument ist um uns Herz und Hirn nachhaltigst zu klären!

So will das Leben vor dem Tod wirklich GELEBT und nicht, einem Mangel aus Selbstbewusstsein geschuldet, blosse INSZENIERUNG sein! Das Leben IST! Der Tod IST! Nur das Ego muss künstlich elend und täglich erhalten sein, um dann schmeichlerisch um die Gunst des Anderen zu buhlen. Das ist nicht Leben sondern eine blosse, flache Vorstellung von Leben! Es ist etwas künstliches das ein Mangel an SEIN in uns erzeugt und nörgelnd, wertend und verurteilend in die Welt drängt und sie zu der macht die sie eben ist!  Doch bei aller bemühter Ablenkung bleibt und wächst ein stilles und bitteres Wissen, dass es eben nur ein Stück ist das man um Applaus bemüht spielt, mit wechselndem Publikum in unterschiedlicher Kulisse und doch immer das selbe, peinliche, dröge Stück…

Das Leben aber spricht wahr auch durch den Tod zu uns und sagt: „Sieh mich an! Sieh was dir geschenkt ist! Nutze mich frei aber nutze mich weise! Vergeude mich nicht, denn ich bin so kostbar! Zerbrich mich nicht! Verirre dich auch nicht in mir, denn ich bin gross! Lass dich am Herzen nehmen und dich durch mich führen! Liebe mich und alle die mich mit dir teilen! Erfahre mich! Und vor allem, sei geweiss, dass ich dich am Tag deines Überganges, in neuem Raum, mit neuem Sein erwarten werde!

Alles ist Übergang, die Zeit eine Illusion. Das Leben mit freiem Herzen und nahe der Seele aber ist der Weg!

nutzt Euer Leben gut

herzlichst

 

Georg

mehr lesen...

Die nackte Seele

Wenn ich nach Wörtern suche ist das Arbeit. Es ist, wie im Ozean der eigenen Existenz nach Muscheln oder Korallen zu suchen. Da gibt es jene und welche – und es ist oft nicht ganz leicht die richtigen zu finden. Vor allem wenn es um Tiefe geht, dann muss man schon auch in eben jener Tiefe suchen. Das erfordert Kraft und langen Atem, denn so ein Wort, ein richtiges, liegt oft ganz unten in einem selbst. Sich dorthin zu begeben ist Wagnis. Dann besieht man sich das Wort, dreht und wendet es und taucht dann auf mit dem Wort, dem gefundenen und fügt es mit den anderen zum Satz.

Natürlich könnte ich es mir leicht machen. Ich könnte mich selbst ständig wiedergeben, mich selbst kopieren. Oder aber, ganz bequem an der Oberfläche bleiben, da am Ufer am sichern und mich jenes Treibgutes bedienen, das da zu Hauf im Umlauf ist. Am Ufer des „mainstreams“ findet sich ja vieles! Abgegriffene Wörter, abgenutzt und kaum noch mit erkennbarerer Oberfläche versehen. Sogar Halbsätze findet man dort, wie glattes Holz. Man bräuchte sie nur aufzunehmen und aneinander zu reihen und hätte dann flache Beschreibungen von flachen Dingen in einer flachen Welt. Aber es wären nur Sätze die keine Tiefe mehr kennen, schon gar keine eigene. Es wären Wörter und Sätze die nur dem Ego schmeicheln, dem eigenen – und das Ego ist immer Oberfläche, ist Strandgut. Das Strandgut soll nehmen wer mag, ich sammle es nicht, ich lasse es jenen die damit können und sich tagtäglich ihre Welt daraus zusammenbasteln.

Die Seele braucht aber andere Wörter, sie braucht wirkliche erarbeitete Sätze. Sie verlangt nach ganz genauem Hinsehen dort unten, in der Tiefe wo dem Ego (und nur ihm) die Luft rasch knapp wird. Dieser Tauchgang gelingt nicht immer, weil die Tagesverfassung entsprechend wechselnd ist. Da ist oft zu viel Oberflächengetöse die alle Aufmerksamkeit bindet – und alle Energie. Dann sind da wieder geschenkte Tage, die einem den Blick und die Reise nach in die Tiefe ermöglichen. Aber auch da bedarf es Anstrengung, weil es ja erhrliche Arbeit sein soll und nichts was man sich gerade mal so aus dem Ärmel schüttelt. Manchmal nötigt es auch die das Boot zerschmetternden Krise, die tiefste, weil eben sie uns wie keine andere Naturgewalt, zur nackten Seele zu führen imstande ist!

Auch Gefahr besteht bei diesem Tauchgang nach Wort. Es besteht die Gefahr nur eben von jenen verstanden zu werden, die den Tauchgang beim lesen nachvollziehen können, nein, ihn sogar mitzumachen imstande sind! Da braucht es Muße und Ruhe und eine Fähigkeit die man als „die Neugier an sich selbst“ beschreiben könnte. Denn was wir zu beschreiben versuchen ist der Zustand der nackten Seele! So steht man, also ich, vor der Wahl: Sich mit seelenloser Oberfläche begnügen, mit der schönen Spiegelung der Egosonne, oder aber nach unten sich wagen, auch mal ins oder besser durchs eigene Dunkel zu blicken, um zu sehen was dort zu finden ist.

In der Tiefe, dort wo die nackte Seele ruht und auf ihre Entdeckung wartet findet sich viel. Dort sind jene Wörter zu Hause, die, wenn man sie von dort unten betrachtet, ganz anders wirken als ihre Zerrbilder an der Oberfläche! „Liebe“ – was für ein grosses Wort dort unten! Aber oben an der Oberfläche nur Wunsch oder Wollen oder Besitz. Hier aber in der Tiefe stellt sich das Wort vor einen hin wie ein Baum und ist eben beseelt und wahrhaftiger und drängender in der Frage nach dem „wie?“ Noch mehr fragt dich das Wort: Liebst du? Wenn ja, wen oder wie? Was ist diese schmerzhafte Liebe der man sich nicht entziehen kann? Nahe der nackten Seele versteht man es dann mit einem mal. Man begreift, weil einem die Seele zuspricht, dass die Liebe ja nur da oben an der Oberfläche schmerzhaft und kompliziert und seltsam ist und einen zerreisst! In der Tiefe aber, nahe der eigenen nackten Seele, ist sie unendlich leicht und ohne wollen oder müssen. Sie steht vor einem, nein, strömt durch einen hindurch, erfüllt einem warm das Herz und macht bewusst, dass man sich nur ihr hinzugeben bräuchte und alles würde gut und schön und wahr und einfach ohnehin!

Dort, in der Tiefe auf, der Suche nach den Worten welche den eigenen Zustand zu beschreiben vermögen, herrscht wahrlich kein Gedränge – nur wenige wagen sich dorthin. Zu verlockend ist die spiegelnde Oberläche, auf der wie gelbe Plastikentchen, alle Egos der flachen Welt vor sich hin dümpeln und sich im Wellengang gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Jedes Entlein will auf den Wellenkamm, es will dem Wellental entrinnen und gelber sein als all die anderen, klüger sowieso, oder eben arm, so arm dass alle Aufmerksamkeit dem kleinen, armen, im Wellental scheinbar gefangenen Entchen zuströmt. An der Oberfläche quakt es herz- und hirnzerreissend. Unten aber, in der Tiefe der eigenen herrscht eine feine und heilsame Ruhe. Dort sind die wahren Worte zu finden die es braucht. Dort bekommt das Wort seine Kraft und Qualität. Hier wird das Wort erst geboren! Nur von dort lässt es sich sagen „ich liebe dich!“.

Die Suche nach dem rechten Wort, das Ringen um den Satz, der Versuch der nackten Seele nahe zu kommen führt in die Tiefe. Diese Tiefe ist aber nicht nur dunkel oder drückend! Es gibt einen Übergang, eine Zone, wenn man sie durchtaucht hat, da wird es beinahe leicht und Licht wird es ebenso! Es ist, als ob man all die gelben Plastikentchen und ihre gelbe Plastikentchenwelt hinter sich lässt und diese keinen Einfluss mehr übt auf das eigene Sein. Da ist kein auch kein elender Auftrieb mehr. Man schwimmt endlich wieder frei. Man atmet, gegen einen ersten Widerstand angehend das süsse Wasser und begreift endlich, dass einem die Tiefe nicht fremd ist! Nein! Die Oberfläche ist das eigentlich Fremde – die Abspaltung von der eigenen Seele, die sich nicht zu verkleiden sucht, die immer nackt ist, und wahrhaftig! Sie nötigt keinen neuen Kleider, nur das Ego tut es, beständig und gegen unsere eigentliche Bestimmung! Und der Schmerz den man in sich trägt entsteht nur aus der Distanz, aus der Entfernung und Entfremdung, aus dem Treiben an der Oberfläche, so fern der nackten Seele, und so nahe zugleich.

Wer das Wort sucht wird in der Tiefe fündig werden – und er wird dort mehr finden als nur Beschreibung. Er wird der nackten Seele gegenüber treten und es wird wie ein Nach-hause-kommen sein. Man muss es wagen, das ist klar. Man muss wissen das nur das Ego sich der Nacktheit schämt und nach buntem Tuch verlangt, nach Übersteigerung und Glanz, nie aber die Seele, denn das Nackte ist ihre schlichte und zugleich grandiose Natur! Man muss zunächst den Fokus ändern, gegen alle Widerstände. Man muss seine Platikentchenexistenz radikal aufgeben. Man muss die Bereitschaft in sich pflanzen die gelbe Plastikentchenwelt mit all ihren Normen und kollektiven Wahn, der nur der Angst des Allein-seins geschuldet ist, hinter sich zu lassen. Wenn man es dann wagt, wenn man beherzt die Tiefe sucht, wenn man taucht und das Schnattern der Oberflächenwelt zurückbleibt – dann, ja dann ist man wieder auf seinem Seelenweg. Weit ab von Bespassung und sinnfreier Ablenkung. Weit entfernt von blendenden Egos und peinlicher Selbstinszenierung. Man ist auf dem Weg zur nackten Seele, zu wahrer Liebe und zu echtem Sein.

 

Manchmal, so wie heute frage ich mich, wer wohl versteht, wer wohl mit in der Tiefe ist denn ich weiss es ist ein Wagnis. Für jeden von uns. Jeden Tag. Aber es lohnt sich!

 

herzlichst

 

Georg

 

mehr lesen...

Die Kraft des Weges

Man sollte sie nicht unterschätzen, die Kraft des eigenen Weges! Vor allem dann nicht, wenn dieser Weg authentisch ist. Diese Kraft treibt einen an, auch zur Leistung, zur positiven. Sie drängt einen zur Handlung und stösst einen in die richtige Richtung! Das schon mal mit Nachdruck. Und diese Kraft ist in jedem von uns – aber frei wird sie nur, wenn der Weg auch authentisch ist! Es ist wie mit Heilung und Krankheit, das ist schon der selbe Weg, aber es sind ganz unterschiedliche Richtungen! Drum macht es auch Sinn umzukehren, gegen alle Besorgnis und gegen die Angst jenen Stationen des Lebens nochmals kurz zu begegenen, an denen schon früher eine Korrektur des Kurses möglich gewesen wäre. Lächelnd passieren wir diese Momente und lassen sie endgültig hinter uns. Diese Umkehr macht Sinn, auch wenn es manchmal hart gegen den Strom geht, auch wenn es ein wenig Mut und Kraft kostet – so ist diese Umkehr vielmehr eine Rückkehr zum Ursprung, zur eigentlichen Quelle unseres Seins. Es ist eine Heimkehr an jenen Ort, wo die Elemente unverfälscht wirken, ein nach-hause-kommen zu Feuer, Erde, Wasser und Luft. Von dort stammen wir, von dort sind wir gekommen und haben uns im Wahn der ewigen Expansion, an die Irrealitäten unserer Welt verloren. Aber der Weg zurück ist offen, er ist da, er ist gangbar und führt uns mit Kraft zurück zu liebevollem SEIN!

Wenn man den Weg findet – und er ist ja immer nahe, dann greift die Kraft und schiebt einen beständig vorwärts! Sie verjüngt einen, macht einen aber vielleicht auch mal müde, weil sie zu echter Arbeit am Selbst drängt. Das ist ja auch gut so, weil die Arbeit am Selbst ja eigentlicher Sinn unserer Existenz ist. Nicht dass das immer einfach wäre, ganz sicher nicht, aber es lohnt sich diesem und jenem zu widerstehen – auch dem dröhnenden Mainstream, der einem breiten Strom gleich, alles mit sich zu reissen droht das sich ihm annähert. Ich weiss, ich bin da ungemütlich und kaum belehrbar. Ich verbiege mich nicht gern, lasse mich nicht gerne in fremde Fahrwasser zwingen oder vor irgendwelche bunte, lärmende Karren spannen. Das macht das Leben abschnittsweise auch mal hart, weil es ja leichter wäre sich zu fügen, weil es ganz ohne Aufwand wäre dem nachzugeben was sich da anbietet. Nein, ich springe nicht auf die gängigen Züge auf, mögen auch die angepriesenen Halteziele noch so verlockend sein! Doch diese Haltung hat mich bisher viel Positives gelehrt und mich letztlich gestärkt.

Zurück zum Weg: Wie man ihn erkennt? Nun, daran, dass er einen aus dem Graben zieht wenn man sich ihm hingibt. Man erkennt ihn daran, dass aller Einsatz, sofern er echt und wirklich  ist und dem Selbt entspricht (nicht zu verwechseln mit dem Ego) in Freude gewandelt zu einem zurück strömt. Man erkennt ihn daran, dass er einen trennt, vor allem von jenen (ganz ohne Schuldzuweisung bitte!) die dem Ego verfallen und der eigenen Inszenierung erlegen sind. Und man erkennt ihn daran, dass er genau genommen unserem innersten Wünschen, unserem ewigen Sehen und Hoffen entspricht!

Ich kenne Menschen, Heilerinnen und Heiler, die ganz auf diesem Weg sind, dem eigenen und deren Schlichtheit einfach nur wohltut. Es sind Weggefährten, die einem niemals das Gefühl gaben oder geben, dass sie über einem stehen würden! Sie sind an deiner Seite! Sie begleiten und leiten mal sanft, mit klarem Wort, mal auch mit Nachdruck an! Sie korrigeren nötigenfalls den Kurs, wenn man Gefahr läuft sich zu verirren, denn Irrwege gibt es genug, links und rechts des Weges! Sie bewahren uns vor dem Absturz. Sie geben uns Werkzeug an die Hand, um uns zu reparieren. Sie statten uns mit allem aus das es braucht um wieder nach Hause zu finden!

Geht man den Weg und geht man ihn mit Bestimmtheit, so fällt auch der Verzicht auf ständige, übermässige Beweihräucherung leicht. Ist man auf ihm und mit ihm, nötigt es einen nicht sich als mehr oder besser darzustellen als man eben aktuell ist. Es ist gut ihn zu gehen, in der Gewissheit dass sich auch andere finden werden, die ihn mit gehen. Man geht ihn Seite an Seite, mal als Lehrer, mal als Schüler, mal stärker, mal etwas schwächer vielleicht, aber man geht ihn, man ist der Stagnation entkommen, der Starre entflohen! Auf ihm wandelt sich Meinung zu gemachter Erfahrung, die schwer wiegt und einen klar macht in Wort und Tat! Auf ihm entwickeln wir uns und entkommen unseren Verstrickungen. Auf diesem Weg erfahren wir Reduktion nicht als Verlust sondern als Erleichterung!

Jeder trägt ihn in sich diesen Weg – und eigentlich ist er eine innere, geistige und energetische HALTUNG welche sich aus der Arbeit an sich selbst ergibt. Auch das was man weitergibt, hat sich ja aus dem eigenen Weg entwickelt! Man gibt nichts vor das man nicht ist. Man hat die Zeit als Verbündete und nimmt die Lehren die sie einem erteilt dankbar an – daraus erwächst wiederum das was man tut, die Heilerei zum Beispiel. Was wegfällt, ist das „sich produzieren müssen“. Darum bin ich nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Nicht weil ich überheblich wäre oder zu stolz – nein, ganz einfach aus dem einfachen Grunde, dass der Zirkus der esoterischen Bespassung eben nicht auf meinem Weg liegt! Und würde ich es trotzdem tun, würde ich mich vor die Wagen spannen lassen, die verfürherischen, würde ich auf die Züge aufspringen die da nach A oder B fahren, würde ich mich dem Mainstream anvertrauen und den eigenen Weg verlasen – es stürbe etwas in mir – meine Seele!

Vertraut auf den Weg den Ihr schon in Euch tragt! Versagt Euch den Abzweigungen und all den Labyrinthen, den falschen Zügen, den bunten, plärrenden, alles versprechenden Zielen und die Kraft wird kommen! Stark wird sie in Euch strömen und Ihr werdet erkennen wie einfach dass es sein kann und wie schön! Ihr werdet erfahren dass das niemand FÜR euch tun kann, sondern dass es EURE FREIHEIT und VERANTWORTUNG ist die richtige Wahl zu treffen! So lernen wir auf diesem Weg zu gehen und jeden Tag verstehen wir staunend ein wenig mehr an Zusammenhang. Wir werden stärker und reifer auf diesem Weg und die Freude ist mit uns. Wir werden wieder was wir von Natur aus sind – mit jedem Schritt!

bis bald und habt Vertrauen

Georg

mehr lesen...

Zeichensprache

Immer warten wir auf ein Zeichen. Wir hoffen auf ein Omen, auf irgend etwas das uns sagt „hier ist das Wunder! Sieh hin!“ So warten wir und stehen starr, gefangen in eben dieser Erwartung und mit einem Bild im Kopf, wie dieses Zeichen wohl zu sein hätte. Aber dabei ist das Wunder ja schon da! Es umgibt uns nicht nur, im Sinne sich ewig und unendlich reproduzierender Natur – nein, WIR SELBST sind das Wunder! Alleine die Fähigkeit zur Wahrnehmung ist Wunder, Liebe ohnehin, ja selbst der Schmerz!

Jeden Tag erwachen wir neu. Jeder Tag birgt so unendlich viel an Möglichkeit an Erkenntnis und Veränderung dass wir, ohne es zu ahnen, uns ständig neu erfahren könnten. So vieles ist um uns und in uns das uns sagt „DU BIST! – wären wir nur nicht so versessen auf eine Bestätigung, auf das Urteil irgend einer höheren Instanz die uns recht gibt. Aber das Warten auf „das Zeichen“ verbraucht dermassen viel an Energie, dass uns letztlich die Kraft fehlt um den Blick von der Vorstellung abzuwenden. Es ist wahrlich ein Kraftakt NICHT auf ein Zeichen zu warten sondern zu SEHEN was IST. Und selbst wenn dieses Zeichen existierte, wenn es uns anspringen würde und laut wäre, es würde unsere Aufmerksamkeit binden und unser Blick bliebe im Zeichen gefangen.

Nein, nicht der Wegweiser ist das Ziel – und der Weise geht weg, weg vom Wegweiser, wendet sich von ihm ab, ganz egal wie bunt er sein mag, oder wie laut. Das Herz wüsste ja schon immer worauf man den Blick lenken müsste! Es ist, als stünde man im tiefsten Wald und warte auf ein Zeichen, darauf dass etwas vor uns steht und mit fester Stimme, ganz ohne Zweifel und bestimmend sagt: „DAS ist der WALD!“. Dabei stehen wir schon lange mitten drin im Wald, vor dem Baum, die Zehen im kühlen Moos, aber eben auch hüfthoh in der verqueren Vorstellung gefangen, dass es noch etwas anderes bräuchte als dieses SEIN – eben eine Bestätigung des Waldes, des Baumes, des Ich`s im Wald.

Wir rufen die „Spirits“ so als ob sie ständig fort wären, an irgend einem omionösen Platz.  Dann warten wir gebannt und gespannt auf ein Zeichen, ein klein bissl Feuerwerk das uns anzeigt dass sie jetzt da wären! Aber dabei sind sie doch IMMER da! Sie sind ja IMMER nahe! Auch unsere Ahnen! Alles ist ja DA, ständig, vor unseren blinden Augen! Aber wir nehmen es nicht wahr, weil wir ja auf ein Zeichen warten – und das Zeichen ist halt immer etwas weiter draussen in der Peripherie, immer etwas entfernt von uns. Manchmal denke ich mir, sollten sich die Spirits einmal wirklich von uns abwenden, dann deswegen, weil es ihnen einfach zu doof ist, einen funkensprühenden Affentanz aufzuführen, nur damit wir Deppen die Augen und die Energie von den Zeichen und deren Vorstellung abwenden um endlich ZU SEHEN!

Irgendwann haben wir unser ganzes Leben damit verbracht, mehr oder weniger geduldig und frustriert, auf ein oder mehrere Zeichen zu warten um endlich loslegen zu können mit persönlicher Entwicklung und so. Dann komm der Tod, den wir dann weil er doch etwas auffälliger und kontrastreicher ist wie das gewohnte Leben,  als gaaanz tolles Zeichen deuten! Jetzt glauben wir das eine, lang erwartete Omen wäre da, das uns sagt „soda, auf gehts, die Zeit ist günstig der Umstand perfekt, jetzt gehts looos das Leben und alles!“ – nö. Tut es nicht. Endstation. Deckel drauf. Dunkel. – da hat man mal vielleicht Zeit zum Nachdenken dann, am unteren Ende der Nahrungskette, so als subterran Endverbrauchter der man nunmehr ist. Oder man wartet halt, auf das nächste Zeichen, nur kein Stress…

Auch der Weg ist ja schon Ziel. Nicht weil der Weg dieser oder jener ist, sondern weil das Ziel DIE HALTUNG ist mit welcher man ihn geht! Es spielt keine echte Rolle welcher Weg es ist den man geht! Weil die Wege sich ändern, weil sie launisch sind und wechselhaft, weil es Sackgassen gibt und Labyrinthe. Mal wird es der Weg sein, den Beruf und Gesellschaft fordern, mal der Weg den man in seiner Freizeit geht, in der Partnerschaft, in unseren Beziehungen. Nicht die Qualität des Weges ist es was zählt – sondern die eigene Qualität, sprich der energetische, spirituelle Zustand, in dem wir welchen Weg auch immer beschreiten! Das Zeichen ist nunmal weder Weg noch Ziel. Das Omen ist kein Ort, nichts davon ist Zustand, es ist nur MEINUNG, auch diktierte – und eben deshalb ist es NICHTS. Bücher kann man deuten, Zeichen auch, Ideologien, all das lässt sich trefflich diskutieren – aber nicht das Herz! Nicht die SEELE! Nicht die LIEBE! Auch nicht Geburt und Tod! Keine der Wahrheiten ist verhandelbar! Und schon gar nicht das WAHRE SELBST! Kein Zeichen, kein Omen, keine Deutung, keine Wertung, weil es um DICH geht und nicht um eine Meinung!

Die Wunder sind ja schon da. Wir sind doch das gezeugte Wunder per se! Entstanden „aus einer Vision Gottes“.  Gemacht aus Licht, aus Energie, aus dem Stoff der Sterne. Jeder Einzelne! Und das Wunder hat eine Sprache, eine die jeder versteht, die nichts mit Intellekt zu tun hat! Es ist eine Art Seelensprache, ein Schwingen, oder anders gesagt: es ist Resonanz, Kraft, Absicht. Wenn wir da andocken, wenn es uns gelingt in diesem Resonanzband zu schwingen und zu bleiben (!) – dann braucht es keinerlei Wunsch nach Zeichen und Omen mehr, auch  nicht nach DEUTUNG! Es ist das absolute Wissen aus dem Herzen heraus, ein Gefühl der Mitte das uns sagt „jetzt sei!“ oder besser noch „ich bin!“ Ganz ohne etwas das ausserhalb liegt und so nur tradierte Vorstellung bestätig! Man braucht doch auch kein Zeichen dass man liebt – man tut es! Auch für Schmerz warten wir nicht auf ein Omen um ihn empfinden zu können! Es geht ja auch nicht um WISSEN sondern um FÜHLEN!

Während ich hier sitze und schreibe schneit es vor dem Fenster feine Flocken. Mir fällt auf: Der Schnee ist kein Zeichen für Schnee – er IST Schnee. Und der Winter, der hier bei uns bisher beinahe ohne Schnee ausgekommen ist, war auch ohne das weisse Geflocke Winter. Da kommt ein Reh, langsam, zögernd, aufmerksam. Von rechts aus dem blattlosen Gebüsch, aus dem Unterholz dort wo der Wald beginnt tritt es auf die Wiese, hin zu den Apfelbäumen. Hellbraun ist es, die Nase schwarz, weisser Spiegel, die Ohren drehen wie Radarantennen. Aufmerksam ist es und ganz bei sich und ganz Reh. So kommt es näher. Ein paar Meter vor dem Fenster an dem ich sitze und schreibe kommt es vorbei. Ist es ein Zeichen? Wenn ja wofür? Nein. Es ist kein Zeichen, kein Hinweis. Es ist ein Reh, auf der Suche nach Nahrung. Ein Reh das sich aus dem Schnee noch Äpfel vom letzten Jahr scharrt. Und es ist ein schönes Tier, weil ganz es selbst, weil ganz im Jetzt! Was es mir sagt, das Reh? Nun – Nichts! Was es tut mit mir? Unendlich viel – weil ich es ansehe und, ganz ohne Deutung irgend eines Zeichens, ich mit ihm gemeinsam bin, in diesem wunderbaren Jetzt! JETZT dreht es den Kopf. JETZT frisst es. JETZT zieht es weiter. Was bleibt ist eine schöne, klare Ruhe in mir. Eine Ruhe die ich aus dem Jetzt, gemeinsam mit dem Reh habe schöpfen dürfen. Geteilte Zeit. Gmeinsames JETZT Gemeinsame Welt. Wunder.

Alles liegt in Euch. Es braucht keine Bestätigung dass es so ist. Es braucht nur ein wenig Mut es herauszufinden dass es eben so ist. Es nötigt vielleicht besonderen Raum um dem gewahr zu werden. Zeichen und Omen braucht es nicht. Unmittelbarkeit und Hingabe an das was ist – das sind die Schlüssel. Etwas Arbeit an sich selbst ist nötig, Arbeit am eigenen System, energetisches Tun, gelebte Spiritualität. Auch das – alles schon da, erlernbar, praktikabel, gar nicht schwierig, alles im Jetzt!

Und: es braucht keine Zeichen um zu wissen wann man beginnen soll – TU es einfach, es steht Dir zu!

herzlichst

Georg

mehr lesen...

Der Weg – das Ziel

Man hat ja schon Einiges erlebt. Man ist auch so manchen Weg bereits gegangen. Man hat auch bereits begriffen, dass die Medien – und es ist völlig egal welche es sind – nur eine gewaltige Propagandamaschinerie sind die einem, gegen Gebühr, ihre unmassgebliche Meinung (nicht etwa die „Wahrheit!“) einzubleuen versuchen. Genau genommen ist`s eine ständige Beschallung, die am Ende immer auf Konsum hinausläuft. Eine mehr oder weniger spassige Dauerwerbesendung, bunt aber ohne Gewähr. So hat man endlich den Fernseher schon aus dem Haus verbannt (und nicht durch „streaming“ ersetzt) und widmet seine knappe Lebenszeit nun den wesentlich wichtigeren, wahreren und schöneren Dingen. Ebenso hat man vielleicht auch erkannt, dass zwischen „rechts“ und „links“immer noch das eigene Hirn liegt, das es zu benutzen gilt und dass die eigentliche Radikalität in eben der Benutzung oder Nichtbenbutzung desselben liegt! Und wenn man es benutzt, das Hirn, dann geschieht ja auch ganz Erstaunliches – man versteht mitunter einiges an Zusammenhang, an Ursache und Wirkung und dass sich vermutlich geschätze fünfundneuzig Prozent unserer Aufmerksamkeit – sprich Energie – in absolut sinnfreier Aufrechterhaltung tradierter Konsum- bzw. Ablenkungsroutinen erschöpft! Das erklärt vielleicht auch, weshalb wir nur ca. fünf Prozent (Genies ausgenommen) dieses Organs zu nutzen imstande sind! Also hat man sich schon eine ganz passable Ausgangsposition geschaffen. Schulterklopf. Gut so. Brav. Nein ernsthaft: das ist WIRKLICH GUT! Und das ist auch WIRKLICH WICHTIG wenn man weiter gehen möchte, zu Weg und Ziel!

Stellt sich die Frage nach dem Weg, dem eigenen, dem authentischen (nicht zu verwechseln mit dem aufgesetzten oder dem Zeitgeist entsprechenden Weg). Und der Weg, also jener Weg zu jenem Startpunkt, von dem aus sie dann eigentlich so richtig losgeht, die Reise zum Selbst, dieser Weg ist schon mal voller „intellektueller Fallstricke!“ Da liegen „geistige Fussangeln“ zu Hauf! Überall „emotionalen Bärenfallen“ und „esoterischen Tretminen“, letztere breiten sich, wie Schimmel (nö, nicht das Pferd – der Pilz)  bereits in Bereiche aus wo man sie nie vermutet hätte. Da ist ein ganzes, gewaltiges und ebenso expandierendes „Sumpfgebiet aus unnötigem Blablabla“, das einen so ganz allmählich, aber dafür beständig in die Tiefe ziehen kann! Auch die Gefahr sich im „Friedhof der guten Ideen“ zu verirren ist gross. Ebenso besteht vor allem die reelle und vielleicht grösste Gefahr, auf „dem Weg zum Weg“ seinem eigenen „Ego im Walde“ zu begegnen! Das wäre an sich ja nicht ganz so übel könnte man meinen, aber diese Begegnung birgt die grosse Gefahr dem Ego ganz und auf Dauer zu verfallen – es lockt ja, und zieht recht kräftig und leuchtet mitunter auch ganz bunt! Bei manchen riecht es vielleicht sogar nach Varnülle, oder nach diesem elend süssen Räucherstäbchenqualm oder auch nach gar nix, was ja wieder alles sein kann. Das Ego lockt und will Energie haben! Es ist gefrässig und kaum zu bändigen! Es lügt ja auch und tarnt sich gern. Auch das Lebkuchenhaus (nichts gegen Hexen) hatte so seinen Preis und wer da ausgehungert und verirrt ist – naja, das kann schon übel in die Hose gehen, auch in die akademisch gebildete, in die geistig überhebliche sowieso!

Vor allem das eigene Ego kann einem ganz ordentlich und nachhaltig die Tour vermasseln! Weil es auf so vielerlei Art mit Energie gesponsert sein will! Da ist alles drin. Das Leiden – oh ja, armes kleines Opferchen das ich bin… Das ist in der Übersetzung ins Energetische nichts anderes als Egoraubtierfütterung! Dann die andere Seite der Medaillie: Alle Variationen von „ich bin der/die Beste“! Sehr gerne gebraucht wird auch: „ich hab`s erfunden“ oder der ewige Dauerknüller: „ich vergebe dir/euch!“. Das geht so fix, dieses sich egoman aufstellen, dass man es gar nicht selbst mitbekommt wenn man es tut! Das fällt dann meist eher dem Umfeld auf, wie da unterschwellig, in jedem Tun, in jedem Satz dieses fettgefressene, ölglänzig pralle EGO-ICH auftaucht und Verehrung und Bodenwurf und Hand- wie Arschkuss einfordert! Und das geilste daran ist: alle machen brav mit!! Da stehen sie dann da, die Mütter aller Mütter, die Väter aller Väter, die Chefs der Chefs, die Leidendsten unter den Leidenden, all die fleischgewordenen Superlative einer destruktiven Kaufen-Benutzen-Wegwerfen-Kultur und bemerken kaum die eigene Arschheiligung, die sie tagtäglich betreiben und von allen einforden! Die wird dann eben gerne kollektiv zelebriert, oft bis zur geistigen Abstumpfung, die Heiligung und Beweihräucherung! Nichts weiter als routinierte, tradierte Inszenierung, alles nur Kulisse, leider.

Die exzessive Inszenierung, in der man (das Ego) immer besser wird, hat eine unglaubliche, beinahe hypnotische Sogwirkung! Denn jener, der da den anderen anbetet, ist ja dann ganz wichtiger Teil der ganzen Fiktion und nährt ebenso sein eigens Ego wie jene, die da inmitten dieses ganzen Zirkusses stehen und Mittelpunkt der Anbetung sind! Ein gut geschmiertes, perfekt die Lebenszeit abtickendes Ego-Räderwerk, das ständig und ignorant, gegen alle Zeichen der Vernunft (Hirn!) die eigene ENDLICHKEIT verleugnet und verdrängt. Schleimerei wohin man blickt! Diese elende, aufgesetzte Dankbarkeit irgendwo „dabei-sein-zu-dürfen“! Dieses kreuzbuckeln vor ihm oder ihr, der oder die dir gnädig Zugang gewährt, dir den Raum schenkt, ganz selbstlos, von Herz zu Herz, von alter Seele zu noch älterer Seele und von der zur oberüberältesten Herz-zu-Herz und Gruss und Umarm und Liebhab – Seele. Man sollte es nicht unterschätzen das Ego – vor allem dann nicht, wenn es Bescheidenheit vorgaukelt, oder sich dir als armes, unverstandenes und bemitleidenswertes Opfer vor(dar)stellt! Man darf da schon mal kritisch hinschauen, auch bei Anderen um festzustellen, dass dieses ganze Getue und Gehabe ja nichts mit WAHRHEIT zu tun hat, sondern meist eher etwas mit Kundenbindung und mit Heils- bzw. Konsumversprechen. Es hat mit Verführung zu tun und nicht mit Weg und Ziel! Es hat mit dem Binden von Kraft zu tun. Es lockt und flüstert und ganz lieb kann es auch sein, süss und herzig und mit rosa Einhörnern – ja, mit denen hab ich`s nicht so – gefüllt sein! Dennoch und egal wie es sich herausputzt das Ego, wird es immer nach Bestätigung suchen, nach Schulterklopfern, Klatschern und falschen Umarmern, nach allem eben was es stärkt! Aber all das hat mit dem SELBST nichts zu tun. Auch nicht mit Weg und Ziel. Es hat mit Zeitverbrauch und Energieverschwendung zu tun. Mehr ist es nicht – und es betrifft uns alle, mich eingeschlossen!

Darum muss man, wenn man Weg und Ziel im Leben will, sich die Frage stellen nach dem „Wozu?“.  Also – wozu dient dies oder jenes Umfeld, das da genorös aufgemacht wird um jene Egos zu beherbergen die nach Beachtung lechzen? Was soll der ganze Aufwand?  Ist es vielleicht doch nur Gruppenegofütterung? Ebendies ist der Grund warum ich z.b. „Gruppen“ (auch die elektronischen) eher meide. Ich halte nichts von platter Egobespassung und demokratischem Erfahrungsrahmenabgleich, der nötig ist damit es halt für alle passt! Ich ticke da einfach anders, man möge es mir verzeihen und ich mag lieber die losen Zusammenkünfte, in denen der wache, organische Jetzt-Mensch auf ein ebenso waches, organisch präsentes Jetzt-Gegenüber trifft. Und dieses Jetzt-Gegenüber hat an sich gearbeitet, ja, auch mit Hilfe von aussen – aber dennoch immer das eigene Ego im Blick und vor allem eines: In Eigenverantwortung! Kritisch ist dann dieses Gegenüber mit sich selbst, mit mir auch und mit der kostruierten Welt – und das ist schon gut so, weil man die Fallen nun schneller erkennt und sie dann meist auch sicher umgehen kann! Ich mag, nein ich LIEBE dieses organische Selbst, dem ich da in die Augen, ja ins Herz (!) blicken darf und beide wissen dass das TUN im Vordergrund steht, ganz ohne gegenseitige Amorhoe! (Amorhoe=Liebesdünpfiff) und auch ganz ohne den Gebrauch ausgelutschter und kraftloser Begrüssungs- und Verabschiedungsfloskeln. Da braucht es nur wenig von dem was man gemeinhin „Austausch“ nennt – weil alles was es zu berichten gäbe, ja schon bereits erlebte Vergangenheit ist und es maximal zur Prägungsübereinstimmung kommen könnte. Da schon besser und lieber im JETZT gemeinsam TUN. Also die gemeinsame Erfahrung suchen und machen und sich kindlich darüber freuen was alles möglich ist im Jetzt (und nur das Jetzt ist existent)! Da werden die Worte rar aber dafür ganz exakt wenn es denn etwas zu beschreiben gilt. Warum? Nun, weil es ja bereits organische, individuell gemachte Erfahrung IST! Und weil sich alles, das eh nicht gesagt werden kann, sich genau JETZT in einem Blick, in einem Lächeln finden kann, das so ganz ehrlich aus dem Selbst, dem Herzen kommt und ganz fern von Ego ist, unendlich weit entfernt von „ich will, ich kann, ich werde“!  Es sagt und meint: „SIEHE, ICH BIN MEIN WAHRES SELBST“.

Weg und Ziel. Das braucht einen Startpunkt und der liegt eben jenseits von Ablenkung und Bespassung. Um dorthin zu kommen durchquere man den „Wald des Egos“, lasse die „Sumpfgebiete des Blablabla`s“ hinter sich. Man wende sich ab vom „Friedhof der guten Ideen“ (den jeder hat und oftmals traurig, aber dafür mit sentimentaler Hingabe pflegt) und sorge dafür sich nicht völlig in den „Fallstricken des Intellektes“ zu verheddern. Hat man auch die „emotionalen Bärenfallen“ gemeistert, in die man für gewöhnlich ständig tappt und ist man auch den „esoterischen Tretminen“ mehr oder weniger erfolgreich ausgewichen, dann, ja dann geht es eigentlich so richtig los mit dem Weg und dem Ziel. Dann kommt echte Selbsterfahrung zum Zug! Dann ist das Ziel auch klar formuliert: Am Ende sagen zu können „ICH BIN“ und nicht „ich war“

Eines noch: Wenn man das hier alles liest, dann liest das Ego ja natürlich mit, geht ja gar nicht anders, man kanns nicht ins Glas stellen derweil, wie die dritten Zähne. Man sollte aber auch wissen, dass nur das Ego verletzt oder beleidigt sein kann, niemals das Herz! Das Ego fühlt sich ja vielleicht ertappt, die Prägungen resonieren bitter und sorgen für böse emotionale Stimmung, der Ärger steigt sauer auf, der Widerstand geht in Phase zwo… Die Fallen schnappen eben zu – wie gesagt, es ist ein langer, gefahrvoller und nicht ganz leichter Weg bis dahin wo der eigentliche Weg beginnt. 🙂 Und keine Angst vor der Veränderung, vor dem Abzweigen oder Aussteigen. Jeder hat halt mal sein „coming-out“ „der Eine früh der And`re nie“. Im schlimmsten Falle sind sie sauer auf Dich, die anderen Egos. Im schlimmsten Falle bist Du eben etwas unverstanden in den alten Feldern. Im schlimmsten aller Fälle gibt`s eine Zeit lang üble Nachrede, mehr aber auch nicht! Gut. Dann geh. Lass sie nur zurück die alten Felder. Es ist nicht mehr Dein Weg. Schon lange nicht mehr. Und glaube mir, Dein Herz weiss es schon lange – es hat es immer schon gewusst!

 

Der „Weg zum Weg“ lohnt sich wirklich, er gibt Kraft, auch Freude und Zuversicht. Alles ist in ihm, alles wird leichter, auch die Liebe!

habt Vertrauen! 😉

auf bald, herzlichst

 

Georg

mehr lesen...