Aus eigener Kraft

Aus eigener Kraft

Man kann sich ja alles schönreden, bei dem Wetter sowieso. Dennoch bleibt die Wahrheit eben Wahrheit. Und das Loch im eigenen Boot ist wahr und will gefunden sein und das rasch. Natürlich geht`s auch anders: Das Loch selbst noch ein wenig vergrössern, und es sich dann, vielleicht noch gemeinsam mit anderen schöndenken. Aber das Boot wird so auch nicht zum funktionierenden Uboot werden – nein, es sinkt, still und dunkel, und luftleer und eng! Was ich sagen will ist, dass Krise und Erkenntnis immer in ein und dem selben Gefährt sitzen und man selbst die Wahl hat, wie damit umzugehen ist.

Aus eigener Kraft sollte Motto und Ziel sein! Eine vernünftige Anleitung braucht es wohl. Es nötigt eine vor allem Art der Hilfestellung, die einen nicht und nie aus der Verantwortung nimmt! Es braucht funktionierendes, einfaches (!) Werkzeug um das Leck zu kitten! Und vor allem braucht es dann eine echte und wahrhaftige Kurskorrektur! Diese Korrektur ist zwingend nötig. Nicht dröge Bespassung und Ablenkung, nicht Flucht oder ein Übermass an Selbst und Fremdmitleid. Die Korrektur ist nötig, auch oder gerade wenn man die schon so lange befahrenen Gewässer zu verlassen scheut, weil sie bekannt, bequem und ebenso träge sind. Trotzdem lohnt es. Denn es kommt ja Neues auf einen zu! Da gibt es ja so vieles, das man noch nicht kennt! Dem Entdecker gleich, dem Pionier ähnlich, erreichen wir so neues Land! Und dieses Land darf man getrost betreten, ganz ohne Furcht, denn man erkennt sich selbst in ihm.

Da ist viel an Veränderung, an positivem Weschsel zu finden! Wenn man es wagt, wird man überreich belohnt! Zauberhaft wird einem die Welt, obwohl der Blick weiter und klarer ist als noch zuvor! Da entsteht einem ein Bild des Ganzen im Herzen! Mit allem was da ist, nichts verdrängt oder ausgeblendet, nichts schön geredet oder bloss neu gewandet! Die Selbstdarstellung darf endlich enden. Ebenso die Ausreden die gewohnten. Das „sich gehen lassen“ wird einem fremd, weil man an sich tut was getan zu sein hat. Entwicklung und nicht Verstrickung!

Im Tun liegt alles Sein! Nichts weniger als das ist wahr. Nichts mehr braucht es, um zu werden was man in seiner tiefsten Seele bereits lange schon ahnt! Alles erfährt Veränderung, wird neu, wird ganz. Und so manches das einem lieb geworden, weil einlullend und betörend, darf zurück bleiben, darf von einem gleiten wie feuchter Nebel. Was für eine Entlastung! Was für eine Erleichterung für den Geist, für den Körper ebenso.

Die Räume die dafür gut sind kennen wir. Es sind die alten Räume, die bewährten, die ehrlichen und echten! Nichts muss da neu erfunden sein! Denn in der „Neuerfindung“ gerät meist das Sinnvolle zum Sinnlosen. Das Rad neu erfinden? – es würde eckig sein… Also sich aufmachen. Diese alten, bewährten Wege gehen! Nichts scheuen, was einen aus der so geliebten Komfortzone zu katapultieren droht! Nein – suchen und finden, auch im überschreiten der Grenzen, der selbstauferlegten. Sich Zeit und Raum gönnen um neu zu sein und heil zu werden!

Dann auch verstehen dass man ja alles in sich trägt! Dass niemand weiter ist als man selbst! Dass alles auf Augenhöhe geschieht, besonders die alles heilende Liebe. Ach, wie wird das Wort da überstrapaziert! Wie wahllos und achtlos es eingestreut wird in die Glut des Egos, nur um dann der Selbstbeweihräucherung zum Opfer zu fallen! Das „sich kleiner machen“ als man ist, ebenso übel und sinnfrei und genau genommen nur wieder Egoismus, nach Zuwendung haschend, nach Aufmerksamkeit gierend! „Das Grösste“ und „das Kleinste“ – beides Leuchttürme des Egos die den Fokus der anderen auf einen lenken! Schlecht ist es da zu navigieren! Schnell gerät man in die falschen  Strömungen, denen  man nur mit Kraft und Aufwand wieder zu entrinnen vermag! Aber auch das lehrt einen viel – wenn man nur zuzugeben imstande ist, dass man sich verirrt hat, auf dem grossen Ozean des Lebens und wenn man begreift dass das Leck gestopft sein will!

Das „Ich“ tritt einen Schritt zurück wenn man sich wandelt. Dafür entsteht ein „Du“. Ein ehrliches und aufrichtiges! Und das „Wir“ schmeckt mach Famile nach Freund und Vertrauten. Vor allem am wärmenden Feuer an dem man sitzt, Aug in Aug, Herz an Herz, ganz ohne Wort und ohne überflüssige Beschreibung. Da findet Heilsames statt! Da wird einem bewusst, dass Reduktion der Ausdehnung nicht Feind sondern Quelle ist! Es wird einem im Drinnen klar, dass man alles ist, in allem, mit allem, aber ohne romantisch/esoterisch übersüssem Zuckerguss. Es wird bewusst, dass der Sturm, in dem man noch vor kurzem um Existenz und Sein gefürchtet hat, nicht von einem strafenden Gott gesandt, sondern von einem selbst erzeugt worden ist! Wie frei man wird wenn man erkennt, dass es an einem selbst liegt! Wie magisch anders ist der Blick, wenn man frei wird von der Schuld, die man stehts dem anderen an die Brust geheftet hat! Wie leicht es einem wird wenn das „ich muss“ zum „ich kann“ wird – Entdecker die wir sind!

Jetzt das erste Wort vom „Ich“. Fast mit Widerstand getippt. Ich habs gelernt, habs lernen dürfen, das Sein! Darum kein Streben nach grosser Bühne. Kein „Schreiben-müssen“ mehr sondern ein „schreiben können“.  Das hab ich auch gelernt, dass man nie mit etwas mehr verbunden ist, als im Widerstand! Darum auch keine Widerstände mehr. Und kein Bedürfnis zu missionieren, lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals gehabt. Selbst die Beschreibung dessen was ich tue ist ohne Wichtigkeit für mich. Es dient nur dem der sucht zur Orientierung – damit nichts erwartet wird, was ich nicht erfüllen kann. Ich biete Räume an und Werkzeuge. Ich biete Wissen das ich habe. Nie aber ein Versprechen dass es leicht wird! Nur dass es einfach ist und schlicht, das sage ich zu, denn das ist mein ganz persönlicher Weg den ich nicht verlasse! Es ist mein Kurs auf dem ich fahre und ich fahre gut auf ihm!

Man gibt von dem was man an Erkenntnis, an Werkzeug hat. Man gibt es gerne und von Herzen. Man gibt es, weil es Not tut und nicht um sich selbst zu erhöhen – denn was ist man schon, doch nur ein Boot unter vielen, auf dem unendlichen Ozean des Seins, glücklich versehen mit Kurs und Richtung, bemüht nicht leck zu schlagen und voller Neugierde auf das was kommt. Trotzdem: Je mehr Boote den Kurs finden, den wahren, umso mehr dienen sie den anderen als Vorbild! So geschieht Veränderung durch Neuorientierung und das Leben wird zum gemeinsamen Projekt, das kein Gegeneinander kennt, sondern die Fahne des Miteinander am Mast gehisst hat.

Alle Flüsse fliessen ins Meer – immer schon

herzlichst

 

Georg

 

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One Comment

  • Sandra

    O ja, es gilt noch viel zu lernen. ☺️

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