Antiweihnacht

Antiweihnacht

Noch ist Zeit! Aber die Vorbereitung auf das grosse Fressen wird kommen – wie in jedem Jahr, und immer früher kommt sie! Shopping, Konsumrausch, Weihnachtspanik! Was kaufen und was schenken und vor allem wem? Man wird die Shoppingcenter stürmen, ausgehungert und bereit „das beste“ oder „das besondere“ Geschenk zu ergattern! Ohne Kompromisse! Eine wilde Jagd! Ob im Netz oder im Geschäft – es werden keine Gefangene gemacht! Man kauft ein und sich dabei frei! Man versucht es zumindest. Und wenn nichts mehr hilft, dann greift man eben auf die Standards zurück, auf Krawatte oder Konfekt, auf noch ein Buch oder auf irgendeine andere „praktische“ Scheusslichkeit, die man dem unter den Baum jubelt, den man dafür als empfänglich auserkoren hat.  Da hilft nichts. Das muss sein. Es MUSS und WILL beschenkt werden! Einmal im Jahr wenigstens, dann aber richtig!

Mit Stolz rammt der Vater die grösste Tanne die er hat finden können ins Wohnzimmer! Die Mutter kocht sich die Finger wund und das Kochbuch leer – mehr, besser, herzhafter, raffinierter! Man packt das Erlegte und nun zu Verschenkende ein – wie geschossenes Wild liegt es dann da! Die bunte Hülle liegt darüber wie aus Scham. Technik wird es wohl wieder sein, zu Hauf und „das gute Buch“ und vor allem Kleidung, in Massen, weil das Zeug billig ist wie nie zuvor und furzegal wird es den Massen sein, wo und wie man es hat produzieren lassen! Viel und billig und „hübsch“! Und man wird ganz darauf vergessen, dass jemand zahlen muss dafür, für das „billig“ für den „Discount“. Aber es wird egal sein wer sich da durchhungert, wer sich da oder dort in Asien sklavisch abmüht für eine Hand voll Reis! Man wird Bio-Gemüse kaufen und auf „fair trade“ anderswo aber verzichten müssen – denn beides geht ja nicht.  Man muss ja sparen, nicht in der Masse sondern im Einkauf. „Möglichst viel für möglichst wenig“ – auch das hat Tradition – ist eine Form der Gewinnmaximierung, eigentlich Kapitalismus in Reinkultur – samt Ausbeutung jener, denen Weihnachten so fremd ist, wie uns der Verzicht auf all den Wahn. Aber egal. Man hat es sich verdient, der andere ja auch! Weihnachten ist immer Endkampf! Weihnachten ist immer Blitzkrieg! Weihnachten ist immer voller Ernst! Es wird zurückgeschenkt – auf Teufelkommraus!

Und trotz aller schweisstreibenden Bemühung, wird diese Zeit, die ihren Höhepunkt in einem globalen Tsunami des Schenkwahns findet, kurz darauf verpufft sein, wie die letzte Wunderkerze. Was bleibt, sind temporär gefüllte Löcher (ausgenommen jene in der Brieftasche – die bleiben) in den Herzen der Menschen und jede Menge Müll. Was bleibt, ist ein Nachgeschmack der bitter ist, weil man weiss, dass das, was da kurz füllt nicht halten wird. Man ahnt, dass das Glück, das angefressene, am Ende durch die Toilette wandern wird! Man weiss, dass all die geschenkte Elektronik morgen schon wieder überholt sein wird! Man fühlt bereits das Ende des angeschenkten Buches durch das man sich quält und weiss schon, dass man es zu den anderen Jährlingen stellen und dankbar vergessen wird! Der abgestorbene Baum wird seine Nadeln verlieren und störend die Sicht auf den neuen Fernseher verstellen – der Kunststoffbaum wird Staub ansetzen – stören wird er ebenso. Man erwartet kaum den Tag, an dem alles wieder ist wie zuvor. Jener Tag, an dem der letzte Lappen Geschenkpapier entsorgt ist – dieser Tag ist der eigentliche Feiertag! Jener Tag ist gut, an dem der unselig nadelnde Baumleichnam ausser Sicht ist, wie all die anderen nadelnden Bäume in abertausenden Wohnungen, ganze Wälder toter Bäume, wie zum Hohn noch mit bunten Bändern und Restlametta an den kahlen Gliedern! Man sehnt diesen Tag herbei, an dem Schenker und Beschenkte (einander) vergessen haben, was da sich gegenseitig angetan worden ist. Dann kann die Krawatte vergessen sein, der scheussliche Pullover ganz nach unten sickern im Kasten! Dann kann das Buch zum Altpapier und der „schöne Wein“ den niemand mag, entkorkt und im Spülbecken in seine Freiheit entlassen werden und das verdorbene Fleisch, das „nicht mehr gepackte“ aus dem Kühlschrank verschwinden! Dann darf auch alles Hässliche in den Müll oder in den Umtausch und der Gutschein mit Vernunft verwendet sein! Wie froh die Welt, wenn all das vorbei  ist! Wie ruhig das Leben, wenn der Zwang zum Kauf nur noch aus überlebenstaktischer Notwendigkeit zur Tat zwingt! Wie friedlich, wenn der Kühlschrank endlich nur mehr das beherbergt was nötig ist! Alles stöhnt dann und sehnt sich nach einer Reduktion, die man zuvor schon hätte haben können! Man will ja nur Frieden haben und Ruhe, vor allem Ruhe. Aber bevor dieser Tag kommt, steht sie uns erst noch bevor, die grosse Schlacht – der WEIHNACHTSEINKAUF!

Oder aber anders! Man kann ja erkennen, dass es da seit langem nur noch um die kurzzeitge Überdeckung von tiefen, seelischen Mängeln geht! Man kann sich ja tapfer eingestehen, dass da das eigene Licht enztündet gehört, das im HERZEN, und nicht nur das am toten Baum! Es ist die Suche nach dem eigenen Selbst die einen da in den finaziellen Beinahekunkurs treibt! Also sich aufmachen und neue Wege gehen! Das wirkliche LICHT suchen, denn das was da geboren werden soll und will, ist ja das eigene SELBST! Darum sich zurücknehmen! Darum sich reduzieren! Darum in der Schwitzhütte um die glühenden Steine sitzen und verstehen, nein, erfahren(!) dass man selbst das grösste, schönste und nachhaltigste Geschenk ist, das man sich und denen die man liebt machen kann! Darum in die Stille gehen – um es zu hören, das Herz das eigene, den kraftvollen Schlag! Darum die Stimme von Mutter Erde in sich dringen lassen, die einem sagt dass man ein wunderbares, unendliches Wesen ist! Nicht die Anhäufung im Aussen gilt es zu suchen, sondern die Reduktion auf das Innen! Das ist machbar! Das ist erfahrbar! Das ist heilsame Wirkung und mehr als alle Ablenkung, die teuer erkauft, doch nur kurz anhält! Es ist ein Gegenpol zu all dem Wahn! Es ist die „Antiweihnacht“ im Positiven! Es ist kein lautstarker Protest gegen all den Konsum und Müll, sondern eine kraftvolle Stille, die wir aufsuchen um unsere Neugeburt zu erbitten und zu erfahren! Und vor allem ist es eines – erfahrene LIEBE zu allem!

Wenn schon ein Geschenk, dann schenkt euch selbst! Schenkt mit Herz! Schenkt einander gute Dinge, mit Sinn! Schenkt eine Umarmung, schenkt einen Kuss! Und vor allem: Schenkt einander einen Moment der Ruhe!

also bis bald, im Kreis der Kraft

 

herzlichst

 

Georg

Weihnachtsschwitzhütte am 16.12.2017 bitte früh genug anmelden!

www.curandero.at

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Georg

5 Comments

  • Katalin

    Lieber Georg,

    man/frau kann sich allem, was zu viel ist, entziehen. Ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung (sei es mit Freunden, beim Essen oder Shoppen) schadet nicht.
    Ich habe vor 2 Jahren ein Buch von Dir als Weihnachtsgeschenk bekommen ;-)…..Bücher sind nie „praktische Schuesslichkeiten“.

    Und heuer schenke ich meinem Mann und mir selbst ein Heeling Weekend bei Dir ;-). Weihnachten kann doch sehr schön sein!

    Alles Liebe & bis bald!

    Katalin

    • Georg

      Georg

      Natürlich kann man sich vielem entziehen – mein Text bezieht sich ja auch auf die extremen Auswüchse 🙂 freu mich auf das Healing Weekend!

      herzlichst
      Georg

  • RICHARD

    Lieber Georg. Du warst der Stein des abstossend und hat uns bekräftigt im Bereich der energetischen und regulierenden Medizin Fuss zu fassen. Danke dafür denn dadurch haben wir die Ausbildung zum Therapeuten gemacht und können Menschen helfen an den Punkten der Vor- und Früherkennung wo die klassische Schulmedizin sich im Wege steht und damit den eigenen Körper wieder in seine Regulation zu bringen. Viele mediziner unterschätzen die Tätigkeiten die in der Kombination von beiden zum erfolg führt. Wünsche dir noch viel Erfolg. Richard u. Maria Roztocil-Hofer Schwaz

    • RICHARD

      Korrektur des Wortes abstossend soll lauten anstoßes

  • Steffen Müller

    Jo ! Besser kann man das nicht ausdrücken ! Frohe Heilnachten …..

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